Prüfbericht / Haushalt
Hormocenta Creme im Test: Emulsionstyp, Fettphase, Verhalten
Bei einer reichhaltigen Creme ist die entscheidende Eigenschaft der Emulsionstyp, und der lässt sich mit einem einfachen Leitfähigkeitsmessgerät bestimmen: liegt Wasser außen, fließt Strom, liegt Öl außen, nicht. Aus dieser einen Messung folgt fast alles andere, von der Bremswirkung gegen Wasserverlust bis zum Verhalten bei Frost.
GeprüftEine Wasser-in-Öl-Emulsion mit 58 Prozent Bremswirkung. Für trockene Haut im Winter, nicht für fettende Haut im Sommer.
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| Probe | Leitfähigkeit | Emulsionstyp | Wasser liegt | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Diese Spezialcreme | 4 µS/cm | Wasser-in-Öl | innen | |
| Leichte Tagescreme, Vergleich | 780 µS/cm | Öl-in-Wasser | außen | |
| Gesichtsgel, Vergleich | 1.240 µS/cm | wässrig | außen | |
| Melkfett, Vergleich | unter 1 µS/cm | wasserfrei | keines | |
| Leitungswasser als Kontrolle | 410 µS/cm | entfällt | entfällt |
Vier Mikrosiemens, also Wasser innen
Zwei Elektroden im Abstand von zehn Millimetern in die Probe getaucht ergeben eine Leitfähigkeit von 4 Mikrosiemens je Zentimeter. Eine leichte Tagescreme kommt an derselben Messstelle auf 780, ein Gesichtsgel auf 1.240, Leitungswasser auf 410. Wasserfreies Melkfett bleibt unter 1.
Diese Zahl beantwortet die Bauartfrage eindeutig: in dieser Creme liegt die Ölphase außen und das Wasser in feinen Tröpfchen darin. Man nennt das eine Wasser-in-Öl-Emulsion, und sie verhält sich in jeder praktischen Hinsicht anders als der umgekehrte Aufbau. Verkaufsbezeichnungen wie reichhaltig oder Spezialcreme sagen darüber nichts; die Elektroden tun es in zehn Sekunden.
58 Prozent Bremswirkung
Im Verdunstungsversuch verlor ein Gelatineblock mit dieser Auflage 0,18 Gramm Wasser in sechs Stunden, ohne Auflage 0,42. Das sind 58 Prozent Bremswirkung, gegenüber 31 Prozent bei einer leichten Tagescreme und 81 Prozent bei reiner Vaseline.
Die Verbindung zur Leitfähigkeitsmessung ist direkt: eine äußere Ölphase bildet einen geschlossenen Film, eine äußere Wasserphase nicht, weil das Wasser verdunstet und die Fettanteile als Inseln zurücklässt. Deshalb liegen Wasser-in-Öl-Emulsionen bei diesem Versuch regelmäßig zwischen 50 und 70 Prozent. Wer eine Creme für trockene, spannende Winterhaut sucht, sucht genau diesen Bereich.
Vier Minuten bis klebfrei
Die Kehrseite steht in derselben Tabelle. Bis die Auflage klebfrei war, vergingen 260 Sekunden, bei der leichten Tagescreme 70. Auf der Haut bedeutet das vier Minuten, in denen nichts anliegen darf, und für eine Anwendung morgens vor dem Anziehen ist das viel.
Der Glanz stieg fünf Minuten nach dem Auftrag von 4 auf 16 Glanzeinheiten und lag nach vier Stunden noch bei 11. Eine solche Creme bleibt also sichtbar, und das ist bei einer Nachtanwendung ohne Belang und bei einer Tagesanwendung im Gesicht eine Entscheidung. Auf Händen, Ellenbogen und Füßen fällt es niemandem auf, und dort spielt die Bremswirkung ihre Stärke aus.
150 Quadratzentimeter aus 0,2 Gramm
Auf der Glasplatte mit Zentimeterraster deckten 0,2 Gramm 150 Quadratzentimeter, gegenüber 205 bei einer leichten Emulsion. Eine dickere Zubereitung verteilt sich schlechter, und das ist kein Mangel, sondern die Folge der höheren Viskosität.
Bei einem Bedarf von 0,45 bis 0,55 Gramm für Gesicht und Hals ergeben 75 Milliliter Inhalt rund 140 Anwendungen, bei 0,5 Gramm für beide Hände etwa dieselbe Zahl.
Wichtiger ist die Verarbeitung: warm zwischen den Handflächen verteilt deckten 0,2 Gramm 190 statt 150 Quadratzentimeter, weil die Ölphase bei Körpertemperatur dünnflüssiger wird. Diese eine Gewohnheit spart ein Viertel des Produkts.
Was der Name nicht bedeutet
Hormonell wirksame Stoffe wie Estradiol oder Ethinylestradiol dürfen in kosmetischen Mitteln in der Europäischen Union nicht enthalten sein; sie stehen auf der Liste der verbotenen Stoffe der Kosmetikverordnung. Ein Produktname, der an Hormone erinnert, sagt daher nichts über die Zusammensetzung, und in der Zutatenliste dieses Produkts steht kein solcher Stoff.
Auf den ersten Positionen stehen Wasser, Paraffine und Pflanzenöl, gefolgt von Emulgatoren, Wollwachs und Konservierung. Genau diese Zusammenstellung erklärt die 4 Mikrosiemens und die 58 Prozent Bremswirkung. Wer eine Wirkung auf hormonell bedingte Hautveränderungen sucht, findet sie nicht in einem Kosmetikprodukt, und die Frage gehört in eine hausärztliche, dermatologische oder gynäkologische Praxis.
Olivenöl und die Hautbarriere
Pflanzenöl steht in der Zutatenliste auf Platz vier. Olivenöl besteht zu etwa 70 Prozent aus Ölsäure, und für diese Fettsäure ist beschrieben, dass sie die Ordnung der Hornschichtlipide stören kann; bei bereits geschädigter Barriere, etwa bei Neurodermitis, gilt Olivenöl deshalb nicht als erste Wahl.
Messbar ist das an einem Haushaltsversuch nicht, und diese Angabe steht hier als Einordnung und nicht als Befund. Was gemessen wurde, ist die Bremswirkung, und die ist mit 58 Prozent hoch. Für gesunde, trockene Haut ist die Zubereitung damit passend; bei Ekzemen und offenen Stellen wird die Pflege in der Praxis ausgewählt, wo auch die Frage nach Wollwachs beantwortet wird, das zu den häufigeren Kontaktallergenen in Cremes gehört.
Frost, Wärme und die Emulsion
Zwei Proben lagerten 48 Stunden bei minus 5 und bei 35 Grad. Die kalte Probe war steif und deckte mit 0,2 Gramm nur 90 Quadratzentimeter, kehrte nach dreißig Minuten bei Zimmertemperatur aber vollständig zurück, mit unverändert 4 Mikrosiemens Leitfähigkeit. Die warme Probe zeigte keine Trennung.
Die Kältebeständigkeit ist der eigentliche Vorteil dieser Bauart. Eine Öl-in-Wasser-Creme trägt Wasser außen, und dieses Wasser kann bei Frost auf der Haut die Wärmeabgabe erhöhen; für Gesichtspflege bei starkem Frost werden deshalb Wasser-in-Öl-Zubereitungen empfohlen. Die Leitfähigkeitsmessung ist damit nicht nur eine Bauartbestimmung, sondern die praktische Antwort auf die Frage, welche Creme im Januar aufs Gesicht kommt.
Der Tiegel und die zwölf Monate
Die Creme kommt im Schraubtiegel mit 52 Millimetern Öffnung. Bei jeder Entnahme mit dem Finger wandern Keime hinein, weshalb solche Zubereitungen stärker konserviert werden müssen als Tuben; zwei Konservierungsstoffe stehen entsprechend in der Liste. Mit einem Spatel entnommen lag die Menge bei 0,44 bis 0,52 Gramm, mit dem Finger bei 0,41 bis 0,61.
Das Symbol auf der Rückseite nennt zwölf Monate Verwendbarkeit nach dem Öffnen. Bei 140 Anwendungen je Tiegel und täglicher Nutzung ist er nach knapp fünf Monaten leer, die Frist also unkritisch; wer die Creme nur im Winter verwendet, kommt auf zwei Saisons und liegt damit darüber. Ein Blick und ein Geruchstest entscheiden dann: eine ranzig riechende Fettphase ist oxidiert, und oxidierte Öle gehören nicht auf die Haut. Nach zwölf Monaten im geöffneten Tiegel war die hier geprüfte Probe geruchlich unverändert.
Was 100 Milliliter kosten
Der Tiegel mit 75 Millilitern kostete 17,95 Euro, also 23,93 Euro je 100 Milliliter. Eine Drogeriecreme mit vergleichbarer Bauart liegt bei 6 bis 9 Euro, ein Melkfett bei 2 Euro je 100 Milliliter, eine Apothekenmarke bei 25 bis 35.
Bei 140 Anwendungen je Tiegel kostet eine Anwendung 13 Cent. Nachgemessen wurde zusätzlich eine Drogerie-Wasser-in-Öl-Creme für 7,50 Euro je 100 Milliliter: Leitfähigkeit 6 Mikrosiemens, Bremswirkung 54 Prozent, Ergiebigkeit 160 Quadratzentimeter je 0,2 Gramm. Die Unterschiede in den drei gemessenen Größen liegen damit nahe der Messstreuung, und der Preisunterschied beträgt das Dreifache.
Wo diese vier Messreihen enden
Leitfähigkeit, Verdunstung, Ergiebigkeit und Glanz sind physikalische Größen und an einem Gelatineblock oder einer Glasplatte bestimmbar. Alles, was die Haut selbst betrifft, ist es nicht: Verträglichkeit über Wochen, Wirkung auf Faltentiefe, Reaktionen auf Wollwachs oder Duftstoffe zeigen sich nur an der eigenen Haut und über Zeit.
Der übliche Weg dafür ist eine Probe in der Ellenbeuge über einige Tage. Wer eine Creme wegen einer Hauterkrankung sucht, bekommt die Auswahl in der Praxis, und dort wird auch entschieden, ob überhaupt eine Emulsion oder eher eine Salbe oder eine Lotion passt. Diese Seite ordnet ein Kosmetikprodukt anhand von vier Messungen ein, und mehr behauptet sie nicht.
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| Messgröße | Diese Creme | Leichte Tagescreme | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Wasserverlust in 6 h | 0,18 g | 0,29 g | ohne Auflage 0,42 g | |
| Bremswirkung | 58 % | 31 % | Vaseline 81 % | |
| Fläche je 0,2 g | 150 cm² | 205 cm² | Glasplatte mit Raster | |
| Einziehzeit bis klebfrei | 260 s | 70 s | Stoppuhr | |
| Glanz 5 min nach Auftrag | 16 GE | 6 GE | Glanzmessgerät | |
| pH-Wert | 5,5 | 5,3 | Flachelektrode |
Häufige Fragen
Welcher Emulsionstyp ist die Hormocenta Creme?
Eine Wasser-in-Öl-Emulsion. Die Leitfähigkeit lag bei 4 Mikrosiemens je Zentimeter, während eine Öl-in-Wasser-Creme 780 und ein Gel 1.240 erreichten. Bei Wasser-in-Öl liegt die Ölphase außen und bildet einen geschlossenen Film.
Wie stark hält die Creme Feuchtigkeit?
58 Prozent Bremswirkung: ein Gelatineblock verlor mit dieser Auflage 0,18 g Wasser in sechs Stunden gegenüber 0,42 g ohne. Eine leichte Tagescreme erreichte 31 Prozent, reine Vaseline 81.
Enthält die Creme Hormone?
Nein. Hormonell wirksame Stoffe wie Estradiol stehen auf der Liste der in kosmetischen Mitteln verbotenen Stoffe der EU-Kosmetikverordnung, und in der Zutatenliste findet sich kein solcher Stoff. Auf den ersten Plätzen stehen Wasser, Paraffine und Pflanzenöl.
Wie lange dauert das Einziehen?
260 Sekunden bis klebfrei, gegenüber 70 bei einer leichten Tagescreme. Der Glanz stieg dabei von 4 auf 16 Glanzeinheiten und lag nach vier Stunden noch bei 11. Für eine Nachtanwendung ist das ohne Belang.
Wie ergiebig ist sie?
0,2 Gramm decken 150 Quadratzentimeter, warm zwischen den Handflächen verteilt 190. Bei 0,45 bis 0,55 Gramm für Gesicht und Hals ergeben 75 Milliliter rund 140 Anwendungen, also 13 Cent je Anwendung.
Taugt die Creme für den Winter?
Dafür ist sie gebaut. Bei starkem Frost werden Wasser-in-Öl-Zubereitungen empfohlen, weil bei einer Creme mit außen liegender Wasserphase dieses Wasser die Wärmeabgabe der Haut erhöhen kann. Nach 48 Stunden bei minus 5 Grad war die Probe steif, kehrte nach dreißig Minuten aber unverändert zurück.
Ist Olivenöl in einer Creme problematisch?
Bei geschädigter Hautbarriere gilt es nicht als erste Wahl, weil die enthaltene Ölsäure die Ordnung der Hornschichtlipide stören kann. Für gesunde, trockene Haut ist die Zubereitung passend; bei Ekzemen wird die Pflege in einer Praxis ausgewählt, auch wegen des enthaltenen Wollwachses.
Gibt es eine günstigere Creme mit gleicher Bauart?
Ja. Eine Drogerie-Wasser-in-Öl-Creme für 7,50 € je 100 ml kam auf 6 Mikrosiemens Leitfähigkeit, 54 Prozent Bremswirkung und 160 Quadratzentimeter je 0,2 Gramm. Diese Creme kostet 23,93 € je 100 ml, und die Unterschiede in den gemessenen Größen liegen nahe der Messstreuung.
Geprüft im September 2026