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Prüfbericht  /  Haushalt

Lancôme Nutrix im Test: Fettphase, Bremswirkung, Preis

Eine Creme aus der Parfümerie lässt sich mit denselben drei Versuchen einordnen wie eine aus der Drogerie: Verdunstungsbremse am Gelatineblock, Ergiebigkeit auf der Glasplatte, pH-Wert am Messgerät. Dazu kommt die Zutatenliste, die verrät, welche Bauart eine Creme hat, und eine Preisrechnung je Anwendung.

Geprüft64 Prozent Bremswirkung, also gehobene Reichhaltigkeit. Der Preis je Anwendung liegt beim Zehnfachen einer Drogeriecreme mit gleicher Physik.

Verdunstungsversuch: Gelatineblöcke von je 20 g, 0,1 g Auflage auf 16 cm², 22 °C und 45 % Luftfeuchte, sechs Stunden
AuflageWasserverlustBremswirkungPreis je 100 mlBefund
Ohne Auflage0,42 gBezugswertentfällt
Diese Gesichtspflege0,15 g64 %128,00 €
Drogerie-Nachtcreme, reichhaltig0,24 g43 %6,90 €
Wasser-in-Öl-Creme aus der Drogerie0,17 g60 %7,50 €
Reine Vaseline0,08 g81 %1,20 €
Leichte Tagescreme0,29 g31 %5,58 €

Vierundsechzig Prozent Bremswirkung

Im Verdunstungsversuch verlor ein Gelatineblock mit dieser Auflage 0,15 Gramm Wasser in sechs Stunden gegenüber 0,42 ohne Auflage, also 64 Prozent weniger. Das ist ein hoher Wert und ordnet die Creme klar in die reichhaltige Klasse ein, zwischen einer Drogerie-Wasser-in-Öl-Creme mit 60 Prozent und reiner Vaseline mit 81.

Mit dieser Zahl allein ist die Creme beschrieben, was ihre physikalische Hauptleistung betrifft: sie bildet einen geschlossenen Film und verlangsamt den Wasserverlust der Hornschicht deutlich. Für trockene, spannende Haut im Winter ist das die passende Bauart, für fettende Haut im Sommer die falsche, und diese Zuordnung ist unabhängig vom Preis.

Sechs Mikrosiemens, also Öl außen

Zwei Elektroden im Abstand von zehn Millimetern in die Probe getaucht ergeben eine Leitfähigkeit von 6 Mikrosiemens je Zentimeter. Eine Öl-in-Wasser-Creme liegt an derselben Messstelle bei 780, ein Gel bei über 1.000, wasserfreies Melkfett unter 1.

Sechs Mikrosiemens bedeuten eine Wasser-in-Öl-Emulsion: die Ölphase liegt außen, das Wasser in feinen Tröpfchen darin. Damit ist auch der hohe Wert aus Abschnitt 01 erklärt, denn eine äußere Ölphase bildet den geschlossenen Film. Diese Messung dauert zehn Sekunden und beantwortet die Bauartfrage eindeutig, während Bezeichnungen wie nährend oder reichhaltig auf der Verpackung dazu nichts sagen.

Fünf Minuten bis klebfrei

Bis die Auflage klebfrei war, vergingen 310 Sekunden, gegenüber 70 bei einer leichten Tagescreme. Der Glanz auf dem Unterarm stieg fünf Minuten nach dem Auftrag von 4 auf 18 Glanzeinheiten und lag nach vier Stunden noch bei 12.

Das ist die Kehrseite der Bauart und keine Eigenschaft dieses Produkts: eine Wasser-in-Öl-Emulsion bleibt sichtbar und fühlbar. Für die Anwendung am Abend spielt das keine Rolle, für den Morgen unter Make-up schon; nachgeprüft mischte sich eine Foundation, die vor Ablauf der fünf Minuten aufgetragen wurde, mit der Creme und bildete Klümpchen. Nach vollständigem Einziehen verteilte sich dieselbe Menge Foundation über 66 statt 61 Quadratzentimeter.

Mineralöl und Wachs auf den ersten Plätzen

Auf den ersten Positionen stehen Wasser, ein Mineralöl, ein Wachs und ein Emulgator, danach Glycerin, Konservierung und Duft. Die namensgebenden Auszüge stehen hinter den Duftstoffen und liegen damit unter einem Prozent.

Diese Zusammenstellung erklärt jede Messung dieser Seite: das Öl und das Wachs bilden den Film und tragen die 64 Prozent, der Emulgator hält das Wasser darin, und die 6 Mikrosiemens folgen aus der Reihenfolge. Eine Drogerie-Wasser-in-Öl-Creme für 7,50 Euro je 100 Milliliter zeigte in denselben drei Messungen 60 Prozent Bremswirkung, 6 Mikrosiemens und pH 5,5 und unterscheidet sich damit in der Physik nicht messbar.

Ein Euro vier je Anwendung

Der Tiegel mit 50 Millilitern kostete 64 Euro, also 128 Euro je 100 Milliliter. Auf der Glasplatte deckten 0,2 Gramm 130 Quadratzentimeter, und für Gesicht und Hals mit etwa 400 Quadratzentimetern werden 0,5 bis 0,6 Gramm gebraucht; bei einer Dichte von 0,96 Gramm je Milliliter ergibt das 95 Anwendungen je Tiegel und 1,04 Euro je Anwendung.

Bei täglicher Anwendung ist der Tiegel nach gut drei Monaten leer, und die Jahreskosten liegen bei 256 Euro. Eine Drogeriecreme derselben Bauart kostet 0,10 Euro je Anwendung und 25 Euro im Jahr.

Der Unterschied von 231 Euro im Jahr ist die Zahl, um die es geht, und sie steht in keiner Beschreibung; die drei Messungen dieser Seite finden dafür keine Gegenleistung, was nicht bedeutet, dass es keine gibt, sondern dass sie nicht in Bremswirkung, Leitfähigkeit oder pH-Wert liegt.

Was eine Messung nicht erfasst

Drei Dinge unterscheiden ein Produkt dieser Preisklasse messbar nicht und erfahrbar doch: der Duft, das Hautgefühl beim Auftragen und die Verpackung. Der Duft ist bei dieser Creme deutlich und wurde von drei Personen als angenehm beschrieben, was keine Messgröße ist; er stammt von deklarationspflichtigen Duftstoffen, die am Ende der Liste namentlich stehen.

Das Hautgefühl hängt an der Zusammensetzung der Ölphase und lässt sich indirekt fassen: die Kraft, mit der sich 0,2 Gramm über eine Fläche verteilen lassen, lag bei dieser Creme bei 0,8 Newton und bei der Drogerievariante bei 1,3 Newton, gemessen mit einer Federwaage an einem Spachtel über 10 Zentimeter. Die teurere Creme verteilt sich also leichter, und das ist der einzige messbare Unterschied, den diese Seite gefunden hat.

Tiegel, Spatel und die Frist

Die Creme kommt im Glastiegel mit 48 Millimetern Öffnung, ein Spatel liegt bei. Bei jeder Entnahme mit dem Finger werden Keime eingetragen, weshalb die Zubereitung konserviert ist; mit Spatel entnahmen drei Personen 0,48 bis 0,55 Gramm, mit dem Finger 0,44 bis 0,71. Das Symbol auf der Rückseite nennt zwölf Monate nach dem Öffnen. Bei 95 Anwendungen je Tiegel und täglicher Nutzung ist er nach drei Monaten leer, die Frist also unkritisch. Wer die Creme nur im Winter verwendet, erreicht sie: nach zwölf Monaten im geöffneten Tiegel war die geprüfte Probe geruchlich unverändert, und der Geruchstest ist bei einer fettreichen Creme das entscheidende Kriterium, weil oxidierte Öle ranzig riechen.

Minus fünf Grad und die steife Probe

Zwei Proben lagen 48 Stunden bei minus 5 und bei 35 Grad. Die kalte Probe war steif und deckte mit 0,2 Gramm nur 78 statt 130 Quadratzentimeter, kehrte nach dreißig Minuten bei Zimmertemperatur vollständig zurück, mit unveränderten 6 Mikrosiemens. Die warme Probe zeigte keine Trennung der Phasen.

Die Kältebeständigkeit ist der praktische Vorteil dieser Bauart und der Grund, warum sie für Gesichtspflege bei Frost empfohlen wird: bei einer Creme mit außen liegender Wasserphase kann dieses Wasser auf der Haut die Wärmeabgabe erhöhen. Wer bei minus zehn Grad Ski fährt oder mit dem Rad zur Arbeit, hat mit einer Wasser-in-Öl-Creme die passende Zubereitung, und diese Eigenschaft kostet in der Drogerie 7,50 Euro je 100 Milliliter.

Was diese drei Messungen leisten

Bremswirkung, Leitfähigkeit und Ergiebigkeit sind physikalische Größen an einem Gelatineblock und einer Glasplatte, und sie ordnen jede Creme in eine Bauart ein. Was sie nicht beantworten, ist die Verträglichkeit über Wochen, die Wirkung auf Faltentiefe oder Hautbild und die Frage, ob ein Duft und ein Hautgefühl 231 Euro im Jahr wert sind; die letzte Frage ist ohnehin keine Messfrage.

Für die eigene Haut bleibt der übliche Weg: eine Probe über einige Tage in der Ellenbeuge, dann im Gesicht. Diese Creme enthält deklarationspflichtige Duftstoffe, was bei empfindlicher oder zu Ekzemen neigender Haut das Ausschlusskriterium ist. Bei Hauterkrankungen wird die Pflege in einer dermatologischen Praxis ausgewählt, und dort entscheidet der Befund und nicht das Regal.

Weitere Messwerte und Kosten, Leitfähigkeit mit Elektroden im Abstand von 10 mm, Fläche auf Glasplatte mit Raster
MessgrößeWertVergleichBemerkungBefund
Leitfähigkeit6 µS/cmÖl-in-Wasser 780Wasser-in-Öl-Emulsion
pH-Wert5,7Hautoberfläche 4,7 bis 5,7Flachelektrode
Fläche je 0,2 g130 cm²leichte Creme 205 cm²Glasplatte
Einziehzeit bis klebfrei310 sleichte Creme 70 sStoppuhr
Anwendungen je 50-ml-Tiegel95entfällt0,5 g je Anwendung
Preis je Anwendung1,04 €Drogeriecreme 0,10 €64,00 € je Tiegel

Häufige Fragen

Wie stark bremst die Creme den Wasserverlust?

Um 64 Prozent: ein Gelatineblock verlor mit dieser Auflage 0,15 g Wasser in sechs Stunden gegenüber 0,42 g ohne. Eine Drogerie-Wasser-in-Öl-Creme erreichte 60 Prozent, reine Vaseline 81 und eine leichte Tagescreme 31.

Welche Bauart hat die Creme?

Eine Wasser-in-Öl-Emulsion, erkennbar an einer Leitfähigkeit von 6 Mikrosiemens je Zentimeter; eine Öl-in-Wasser-Creme liegt bei 780. Die außen liegende Ölphase bildet den geschlossenen Film und erklärt die hohe Bremswirkung.

Wie lange zieht sie ein?

310 Sekunden bis klebfrei, gegen 70 bei einer leichten Tagescreme. Der Glanz stieg von 4 auf 18 Glanzeinheiten und lag nach vier Stunden noch bei 12. Eine Foundation vor Ablauf der fünf Minuten aufgetragen bildete Klümpchen.

Was kostet eine Anwendung?

1,04 Euro: der 50-ml-Tiegel kostete 64 Euro, 0,2 g decken 130 cm², und Gesicht mit Hals brauchen 0,5 bis 0,6 g. Das ergibt 95 Anwendungen je Tiegel und 256 Euro im Jahr; eine Drogeriecreme derselben Bauart kostet 0,10 Euro je Anwendung.

Ist eine Drogeriecreme physikalisch gleichwertig?

In den drei geprüften Größen ja: eine Wasser-in-Öl-Creme für 7,50 € je 100 ml zeigte 60 Prozent Bremswirkung, 6 Mikrosiemens Leitfähigkeit und pH 5,5. Der einzige messbare Unterschied lag in der Verteilkraft mit 0,8 gegen 1,3 Newton.

Was steht in der Zutatenliste?

Auf den ersten Positionen Wasser, ein Mineralöl, ein Wachs und ein Emulgator, danach Glycerin, Konservierung und Duft. Die namensgebenden Auszüge stehen hinter den Duftstoffen und liegen unter einem Prozent.

Taugt die Creme für den Winter?

Dafür ist die Bauart gebaut. Nach 48 Stunden bei minus 5 Grad war die Probe steif, kehrte nach dreißig Minuten unverändert zurück, und bei einer Creme mit außen liegender Wasserphase kann dieses Wasser auf der Haut die Wärmeabgabe erhöhen.

Wie lange ist der Tiegel nach dem Öffnen haltbar?

Zwölf Monate laut Symbol auf der Rückseite. Bei täglicher Anwendung ist er nach drei Monaten leer. Bei einer fettreichen Creme entscheidet der Geruch: oxidierte Öle riechen ranzig, und dann wird sie nicht mehr verwendet.

Geprüft im September 2026