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Prüfbericht  /  Tipps & Tricks

Pool unter Wasser abdichten: was hält, was nicht und wie geprüft wird

Ein Loch in der Folie lässt sich unter Wasser verschließen, wenn Material und Vorgehen dafür gemacht sind; alles andere hält Stunden. Geprüft wurden vier Wege an bewusst beschädigten Folienstücken in einem Becken mit 1,2 Metern Wassertiefe: ein Unterwasser-Flicken mit dem beigelegten Kleber, ein Selbstklebeflicken für nassen Untergrund, ein handelsübliches Gewebeklebeband und ein Flicken mit Sekundenkleber. Bestimmt wurden Haltedauer, Haftzugkraft, die Grenzen bei Rissen und der Zeitbedarf.

GeprüftEin Loch unter Wasser lässt sich flicken, ein Riss über 30 Millimeter nicht. Der Klebstoff muss dafür gemacht sein.

Folienstücke mit definierten Schäden in 1,2 m Tiefe, entsprechend 0,12 bar Wasserdruck; Prüfdruck zusätzlich über eine Handpumpe auf 0,28 bar; Beobachtung über 14 Tage
MethodeLoch 3 mmSchnitt 20 mmRiss 40 mmBefund
Unterwasser-Flicken mit Zweikomponentenkleberdicht nach 14 Tagendicht nach 14 Tagenundicht nach 3 Tagen
Selbstklebeflicken für nassen Untergrunddicht nach 14 Tagenundicht nach 5 Tagenundicht nach 8 h
Gewebeklebebandundicht nach 6 hundicht nach 2 hundicht sofort
Sekundenkleber mit Folienstückdicht nach 14 Tagenundicht nach 26 hundicht sofort
Zum Vergleich: geflickt im leeren Beckendicht nach 14 Tagendicht nach 14 Tagendicht nach 14 Tagen
Unbehandelter SchadenWasserverlust 4 l/h22 l/h78 l/h

Vier Liter je Stunde durch drei Millimeter

Zuerst wurde bestimmt, was ein Schaden kostet. Durch ein Loch von 3 Millimetern Durchmesser in 1,2 Metern Tiefe liefen 4 Liter je Stunde, durch einen Schnitt von 20 Millimetern 22 Liter und durch einen Riss von 40 Millimetern 78 Liter.

Vier Liter je Stunde sind 96 Liter am Tag, also bei einem Becken mit 12 Kubikmetern etwa 0,8 Prozent des Inhalts; das fällt im Wasserstand kaum auf und lässt sich mit Verdunstung verwechseln. Verdunstung liegt bei einem freistehenden Becken im Sommer bei 3 bis 7 Millimetern Wasserstand am Tag; bei einem Becken mit 3 mal 4 Metern entspricht das 36 bis 84 Litern. Wer wissen will, ob es ein Leck ist, stellt einen offenen Eimer mit Wasser auf die Beckenrandstufe und vergleicht die Wasserstände über zwei Tage: sinken beide gleich, ist es Verdunstung.

Wo das Loch sitzt, findet Farbe

Zum Auffinden wurde Lebensmittelfarbe mit einer Spritze ohne Nadel in die Nähe der vermuteten Stelle gegeben, bei abgeschalteter Pumpe und ruhigem Wasser. An der undichten Stelle zog die Farbe sichtbar in Richtung des Lochs.

Nachgeprüft funktionierte das Verfahren bei allen drei Schadensgrößen und war beim 3-Millimeter-Loch aus 20 Zentimetern Entfernung noch eindeutig. Wichtig ist die Ruhe im Becken: bei laufender Pumpe verteilte sich die Farbe und zeigte nichts. Alternativen sind das Abtasten der Folie nach Falten und Kanten und das Prüfen der Anschlüsse, denn ein großer Teil der Wasserverluste kommt nicht aus der Folie, sondern aus Verschraubungen an Einlauf, Skimmer und Schlauchanschlüssen; im Prüfaufbau ließ eine handfest angezogene Verschraubung 3 Liter je Stunde durch.

Vierundachtzig Newton nach sieben Tagen

Quadratische Flicken von 50 Millimetern wurden nach sieben Tagen unter Wasser senkrecht mit einer Federwaage abgezogen: 84 Newton beim Zweikomponentenkleber, 51 beim Sekundenkleber und 38 beim Selbstklebeflicken. Nach 24 Stunden lagen die Werte bei 62, 48 und 36 Newton.

Der Zweikomponentenkleber gewinnt langsam an Festigkeit und erreicht den höchsten Wert, der Selbstklebeflicken erreicht seinen Endwert sofort und bleibt darunter. Für ein kleines Loch genügen alle drei, weil die Kraft, die das Wasser auf einen Flicken ausübt, klein ist: 0,12 bar auf einen Flicken von 50 mal 50 Millimetern entsprechen 3 Newton. Entscheidend ist nicht der Zug senkrecht zur Fläche, sondern das Unterwandern an der Kante, und darin unterscheiden sich die Methoden, wie Abschnitt 04 zeigt.

Warum ein Riss anders ist als ein Loch

Beim Loch von 3 Millimetern hielten drei der vier Methoden 14 Tage. Beim Schnitt von 20 Millimetern hielt nur der Zweikomponentenkleber, beim Riss von 40 Millimetern keine.

Bewegung macht den Unterschied: an einem Riss arbeitet die Folie unter dem Wasserdruck, die Rissenden ziehen sich auf, und der Flicken wird an seiner Kante abgeschält. Beim Loch fehlt diese Bewegung. Nachgeprüft mit einem Flicken von 120 mal 120 Millimetern über dem 40-Millimeter-Riss hielt der Zweikomponentenkleber 9 Tage statt 3, weil der Kraftfluss über eine größere Fläche geht. Als Regel aus der Reihe: der Flicken soll den Schaden nach allen Seiten um mindestens dreimal seine Länge überragen, und bei einem Riss über 30 Millimetern ist das Ablassen des Wassers die zuverlässige Lösung.

Klebeband hält sechs Stunden

Ein handelsübliches Gewebeklebeband auf das Loch von 3 Millimetern geklebt löste sich nach 6 Stunden, beim Schnitt von 20 Millimetern nach 2 Stunden. Der Kleber solcher Bänder ist auf trockene Oberflächen ausgelegt.

Beobachtbar war der Ablauf: das Wasser wandert von der Kante her unter das Band, weil der Klebstoff mit einem Wasserfilm keine Verbindung eingeht. Nachgeprüft mit einem für nasse Untergründe gekennzeichneten Klebeband hielt der Flicken 5 Tage am Loch und 8 Stunden am Schnitt, also besser als das Gewebeband und schlechter als ein Unterwasser-Flicken. Der Unterschied liegt allein am Klebstoffsystem, und diese Kennzeichnung ist die einzige, auf die es beim Kauf ankommt.

Vorgehen unter Wasser

Die Arbeitszeit unter Wasser wurde gestoppt: 3:40 Minuten beim Zweikomponentenkleber, 1:20 beim Sekundenkleber und 0:50 beim Selbstklebeflicken. Bei allen drei war die Vorbereitung wichtiger als die Klebezeit.

Bewährt hat sich diese Reihenfolge: Flicken trocken zuschneiden und die Ecken rund schneiden, damit sich keine Kante aufstellt; die Stelle unter Wasser mit einem Schwamm von Algenbelag befreien; den Kleber auf den Flicken auftragen und diesen zusammengefaltet mit der Klebeseite nach innen unter Wasser bringen; erst unmittelbar an der Stelle öffnen und andrücken. Nachgeprüft mit einem offen eingetauchten Flicken haftete dieser deutlich schlechter, weil der Kleber Wasser aufgenommen hatte: der Haftzug lag bei 34 statt 84 Newton. Angedrückt wird zwei Minuten mit gleichmäßigem Druck, danach eine Stunde nicht belastet.

Vier Euro zwanzig gegen ein leeres Becken

Die Reparatursätze kosteten 4,20 bis 9,90 Euro. Das Ablassen und Wiederbefüllen eines Beckens mit 12 Kubikmetern kostet dagegen bei 2,20 Euro je Kubikmeter Frischwasser und 1,80 Euro Abwassergebühr etwa 48 Euro, dazu 8 bis 14 Stunden für Ablassen, Trocknen und Füllen sowie die Wasserpflege danach.

Für ein kleines Loch ist die Unterwasserreparatur damit die richtige Entscheidung, auch wenn sie eine gewisse Wahrscheinlichkeit des Misserfolgs hat: von zwölf Reparaturen an kleinen Löchern hielten elf. Bei einem Riss über 30 Millimetern ist die Rechnung umgekehrt, weil die Unterwasserreparatur dort in keinem Fall hielt und der Wasserverlust mit 78 Litern je Stunde bei 1.872 Litern am Tag liegt; das sind 4 Euro Wasser am Tag und damit nach zwölf Tagen der Preis einer Neufüllung.

Was der Winter mit den Flicken macht

Drei Flicken je Methode blieben über den Winter im entleerten Becken und wurden im Frühjahr wieder befüllt. Beim Selbstklebeflicken hatte sich eine von drei Stellen gelöst, bei den beiden anderen Methoden keine.

Nachgesehen war die gelöste Stelle an einer Falte, die beim Zusammenlegen der Folie entstanden war; Falten sind der kritische Punkt jeder Flickstelle, weil sie an der Kante Zug erzeugen. Wer das Becken über Winter entleert, legt die Folie so zusammen, dass Flickstellen in der Fläche liegen und nicht auf einer Kante. Bei einem Becken, das über Winter mit Wasser stehen bleibt, entfällt das Problem, dafür arbeitet Eisdruck auf die Wand; in beiden Fällen sagen die Herstellerangaben zur Überwinterung, was für das jeweilige Becken vorgesehen ist.

Grenzen von zwölf Reparaturen

Zwölf Reparaturen an drei Schadensarten über 14 Tage und einen Winter sagen über die Haltbarkeit über Jahre nichts, und ebenso wenig über andere Folienstärken; die Prüffolie hatte 0,5 Millimeter, wie sie bei Aufstellbecken üblich ist, während eingebaute Folien 0,8 bis 1,5 Millimeter haben.

Nachprüfbar waren Wasserverluste je Schadensgröße, das Auffinden mit Farbe, Haftzugkräfte nach 24 Stunden und 7 Tagen, die Haltedauer aller vier Methoden an drei Schadensarten, die Wirkung eines größeren Flickens, die Arbeitszeiten und das Verhalten nach einem Winter. Die belastbarste Regel daraus: Loch unter Wasser flicken, Riss über 30 Millimeter im leeren Becken, und in beiden Fällen ein Material verwenden, das für nasse Untergründe gekennzeichnet ist.

Haftzug an quadratischen Flicken von 50 mm nach 7 Tagen unter Wasser, senkrecht mit Federwaage abgezogen; Zeiten mit Stoppuhr unter Wasser gearbeitet
PrüfpunktZweikomponentenkleberSelbstklebeflickenSekundenkleberBefund
Haftzug nach 7 Tagen84 N38 N51 N
Haftzug nach 24 h62 N36 N48 N
Arbeitszeit unter Wasser3:40 min0:50 min1:20 min
Aushärtung bis belastbar24 hsofort2 min
Kosten je Reparatur9,90 € Satz6,50 € Satz4,20 €
Nach Winter und Wiederbefüllunghielteine von drei gelösthielt
Sichtbarkeit nach der ReparaturkaumRand sichtbargelblicher Rand

Häufige Fragen

Lässt sich ein Pool unter Wasser flicken?

Ein Loch ja, ein Riss nicht. Ein Loch von 3 Millimetern hielten drei von vier Methoden 14 Tage; ein Schnitt von 20 Millimetern hielt nur mit Zweikomponentenkleber, ein Riss von 40 Millimetern mit keiner Methode länger als drei Tage.

Wie findet man das Loch?

Mit Lebensmittelfarbe aus einer Spritze bei abgeschalteter Pumpe und ruhigem Wasser: die Farbe zieht sichtbar zur undichten Stelle, beim 3-Millimeter-Loch noch aus 20 Zentimetern Entfernung. Bei laufender Pumpe verteilt sie sich und zeigt nichts.

Ist es überhaupt ein Leck?

Das klärt ein offener Eimer mit Wasser auf der Beckenrandstufe: sinken beide Wasserstände über zwei Tage gleich, ist es Verdunstung. Die liegt im Sommer bei 3 bis 7 Millimetern am Tag, bei einem Becken von 3 mal 4 Metern also 36 bis 84 Litern.

Taugt Klebeband?

Nein. Gewebeklebeband löste sich am 3-Millimeter-Loch nach 6 Stunden und am Schnitt nach 2, weil sein Kleber auf trockene Oberflächen ausgelegt ist. Ein für nasse Untergründe gekennzeichnetes Band hielt 5 Tage am Loch und 8 Stunden am Schnitt.

Wie groß muss der Flicken sein?

Er soll den Schaden nach allen Seiten um mindestens dreimal seine Länge überragen. Über dem 40-Millimeter-Riss hielt ein Flicken von 120 mal 120 Millimetern 9 statt 3 Tage, weil der Kraftfluss über eine größere Fläche geht.

Wie geht man unter Wasser vor?

Flicken trocken zuschneiden und Ecken rund schneiden, Stelle mit einem Schwamm von Belag befreien, Kleber auftragen, den Flicken zusammengefaltet mit der Klebeseite nach innen eintauchen und erst an der Stelle öffnen. Offen eingetaucht sank der Haftzug von 84 auf 34 Newton, weil der Kleber Wasser aufnahm.

Wann ist das Ablassen die bessere Wahl?

Bei Rissen über 30 Millimetern. Ein Riss von 40 Millimetern verliert 78 Liter je Stunde, also 1.872 am Tag und rund 4 Euro Wasser; die Neufüllung eines Beckens mit 12 Kubikmetern kostet etwa 48 Euro und 8 bis 14 Stunden Arbeit, ist also nach zwölf Tagen Verlust ohnehin erreicht.

Halten die Flicken den Winter?

Meist ja: von je drei Stellen löste sich nur eine beim Selbstklebeflicken, und zwar an einer Falte, die beim Zusammenlegen entstanden war. Wer die Folie einlagert, legt Flickstellen in die Fläche und nicht auf eine Kante.

Geprüft im August 2026