SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Haushalt

Nikotinsperre im Test: Deckkraft über Flecken und Sperrwirkung

Nikotinflecken schlagen durch normale Wandfarbe hindurch, weil die verantwortlichen Stoffe wasserlöslich sind und mit der feuchten Farbe nach oben wandern. Eine Isolierfarbe unterbindet das. Geprüft wurde an einer echten nikotinbelasteten Wandfläche, mit Farbmessgerät nach jedem Anstrich, dazu Reichweite, Trockenzeit und Geruch.

GeprüftZwei Anstriche und der Fleck ist weg: 1,2 gegen 14,8 Farbeinheiten Rest. Weiße Wandfarbe deckt Nikotin auch nach vier Anstrichen nicht.

Nikotinbelastete Gipsputzfläche aus einem Rückbau, Farbabstand zur unbelasteten weißen Referenz nach jedem Anstrich
AnstrichNikotinsperreNormale WandfarbeWeiße Farbe mit GrundierungBefund
Untergrund unbehandelt38,4 dE38,4 dE38,4 dE
Nach dem ersten Anstrich4,6 dE22,1 dE6,9 dE
Nach dem zweiten1,2 dE14,8 dE2,4 dE
Nach dem dritten0,8 dE11,2 dE1,1 dE
Nach dem viertenentfällt9,4 dEentfällt
Nach 8 Wochen, zweiter Anstrich1,4 dE18,6 dE3,1 dE

Achtunddreißig Farbeinheiten Ausgangslage

Als Prüffläche diente eine Gipsputzplatte aus dem Rückbau einer Raucherwohnung mit deutlich gelbbrauner Verfärbung. Am Farbmessgerät lag der Abstand zur unbelasteten weißen Referenz bei 38,4 Farbeinheiten, was der größten Verfärbung im Feld dieser Prüfung entspricht.

Nach dem ersten Anstrich mit der Isolierfarbe blieben 4,6 Farbeinheiten, nach dem zweiten 1,2. Ab etwa 2 Farbeinheiten ist ein Unterschied für das Auge im direkten Vergleich nicht mehr erkennbar. Zwei Anstriche genügen damit, und das deckt sich mit der Angabe auf dem Eimer.

Normale Wandfarbe schafft es nicht

Dieselbe Fläche wurde mit einer weißen Innenwandfarbe der mittleren Preisklasse gestrichen: nach dem ersten Anstrich blieben 22,1 Farbeinheiten, nach dem zweiten 14,8, nach dem dritten 11,2 und nach dem vierten 9,4. Der Fleck war nach vier Anstrichen deutlich sichtbar.

Die Kurve flacht ab, nähert sich aber nicht der Null: das ist das Kennzeichen eines durchschlagenden Flecks. Verantwortlich sind wasserlösliche Bestandteile aus Teer und Nikotin, die von der feuchten Farbe angelöst und mit dem Wasser nach oben transportiert werden; jeder neue Anstrich löst sie erneut an. Wer mehr Anstriche versucht, verbraucht Farbe und Zeit und kommt nicht an, und das ist die häufigste Erfahrung mit dieser Art von Fleck.

Woher die Sperrwirkung kommt

Isolierfarben arbeiten mit einem Bindemittel, das eine wasserunlösliche Schicht bildet, sodass die Flecken nicht durchwandern können. Nachgeprüft wurde das mit einem Wasserauszug: ein Stück des unbehandelten Putzes gab in 50 Millilitern Wasser nach zwei Stunden eine deutlich gelbliche Lösung, ein Stück nach zwei Anstrichen Isolierfarbe eine farblose.

Dieselbe Probe mit normaler Wandfarbe ergab eine hellgelbe Lösung, also einen Teildurchtritt. Damit ist die Wirkung nicht Deckkraft, sondern Sperrwirkung, und das erklärt, warum eine hochdeckende weiße Farbe an dieser Aufgabe scheitert: sie deckt, sperrt aber nicht. Eine Alternative ist eine Sperrgrundierung mit anschließender normaler Farbe, und die kam im Test auf 2,4 Farbeinheiten nach zwei Schichten.

Nach acht Wochen prüft sich alles nochmal

Weil Nikotinflecken langsam durchschlagen, wurde die Fläche nach acht Wochen erneut gemessen. Die Isolierfarbe lag bei 1,4 statt 1,2 Farbeinheiten, die normale Wandfarbe bei 18,6 statt 14,8, die Kombination aus Grundierung und Farbe bei 3,1 statt 2,4.

Die normale Farbe hat sich also über acht Wochen um weitere 3,8 Farbeinheiten verschlechtert, weil die Flecken weiter nachwandern. Genau darin liegt die Falle bei dieser Aufgabe: eine Wand, die nach dem Streichen weiß aussieht, kann nach drei Monaten wieder gelb sein. Wer eine Raucherwohnung streicht und nach vier Wochen zufrieden ist, hat die Prüfung zu früh abgeschlossen; die Isolierfarbe blieb dagegen mit 0,2 Farbeinheiten Veränderung stabil.

6,8 Quadratmeter je Liter

Der Verbrauch wurde durch Wiegen von Eimer und Walze bestimmt: 147 Milliliter je Quadratmeter im ersten Anstrich, entsprechend 6,8 Quadratmetern je Liter, und 143 im zweiten. Für zwei Anstriche sind das 3,4 Quadratmeter je Liter.

Ein 5-Liter-Eimer reicht damit für 17 Quadratmeter fertige Fläche. Bei 49,90 Euro kostet der Quadratmeter 2,94 Euro Material, gegenüber 0,68 Euro bei einer normalen Wandfarbe mit zwei Anstrichen. Für ein Zimmer mit 40 Quadratmetern Wandfläche sind das 118 gegen 27 Euro. Die Kombination aus Sperrgrundierung für 7,50 Euro je Liter mit 8 Quadratmetern Reichweite und normaler Farbe kostet 1,62 Euro je Quadratmeter und liegt damit dazwischen.

Nur dort, wo der Fleck ist

Weil die Isolierfarbe das Vierfache kostet, wurde ein Vorgehen in zwei Schritten geprüft: nur die belasteten Flächen mit Isolierfarbe streichen und darüber das ganze Zimmer mit normaler Wandfarbe. Nach zwei Anstrichen Isolierfarbe auf dem Fleck und zwei Anstrichen normaler Farbe über alles lag der Farbabstand bei 1,6 Farbeinheiten, also im nicht sichtbaren Bereich.

Wichtig ist die Fläche: die Isolierfarbe muss den Fleck um mindestens 20 Zentimeter überlappen, weil die Verfärbung am Rand allmählich ausläuft. Nachgeprüft mit nur 5 Zentimetern Überlappung war nach acht Wochen ein Ring um den behandelten Bereich sichtbar, mit 4,2 Farbeinheiten. In einer Raucherwohnung ist allerdings meist die ganze Fläche belastet, und dann greift dieses Vorgehen nicht; es lohnt bei einzelnen Wasser-, Ruß- oder Filzstiftflecken.

Geruch und Lüften

Die Farbe ist wasserbasiert und riecht beim Streichen deutlich; zwei von drei Personen beschrieben den Geruch als stärker als bei normaler Wandfarbe, eine als vergleichbar. Nach sechs Stunden mit geöffnetem Fenster war er nicht mehr wahrnehmbar, in einem geschlossenen Raum nach zwei Tagen noch leicht.

Messbar ist die Feuchte: aus 290 Millilitern Farbe je Quadratmeter für zwei Anstriche verdunsten etwa 150 Milliliter Wasser. Bei 40 Quadratmetern Wandfläche sind das 6 Liter in die Raumluft; ein Hygrometer zeigte in einem 30 Kubikmeter großen Zimmer einen Anstieg der Luftfeuchte von 46 auf 74 Prozent innerhalb einer Stunde. Gelüftet wird deshalb während und nach der Arbeit, und bei kalten Außenwänden verhindert das Kondensat in den Ecken.

Was vor dem Streichen zu tun ist

Vor jeder Isolierfarbe steht das Waschen der Fläche. Nachgeprüft an zwei Hälften derselben Platte: die gewaschene Hälfte lag nach zwei Anstrichen bei 1,2 Farbeinheiten, die ungewaschene bei 3,4, weil eine klebrige Nikotinschicht auf der Oberfläche liegt und die Haftung mindert.

Gewaschen wurde mit warmem Wasser und einem Zusatz von Schmierseife, mit einem Schwamm und anschließendem Nachwischen mit klarem Wasser; das dauerte 6 Minuten je Quadratmeter und förderte eine braune Lösung. Ein Klebebandtest auf der ungewaschenen Fläche zog Farbteilchen ab, auf der gewaschenen nicht. Bei stark belasteten Flächen kommt die Prüfung auf kreidenden Altanstrich dazu: bleibt weißer Abrieb an einem dunklen Tuch, wird zuerst mit Tiefengrund gefestigt.

Was die Farbe nicht beseitigt

Eine Isolierfarbe sperrt die Verfärbung ein und entfernt sie nicht. Der Geruch ist davon nur teilweise betroffen: nachgeprüft mit drei Personen an der behandelten Platte war nach zwei Anstrichen kein Nikotingeruch mehr wahrnehmbar, an einer nur überstrichenen Vergleichsplatte schwach. In einer Wohnung sitzen die Geruchsstoffe zusätzlich in Estrich, Tapete, Türen und Elektroinstallation, und ein Anstrich der Wände erreicht sie nicht.

Nicht Gegenstand dieser Prüfung waren Deckenflächen und Tapeten. Auf einer Raufasertapete aus derselben Wohnung lag der Farbabstand nach zwei Anstrichen bei 2,8 statt 1,2 Farbeinheiten, weil die Struktur mehr Fläche und mehr Sauggrund hat; dort war ein dritter Anstrich nötig.

Bei einer stark belasteten Tapete ist das Entfernen und Neutapezieren häufig der schnellere Weg, weil eine Tapete den Fleck in ihrer Faser trägt und nicht nur an der Oberfläche.

Verarbeitung und Kosten, Verbrauch durch Wiegen, Geruch von drei Personen beurteilt
GrößeNikotinsperreNormale WandfarbeBemerkungBefund
Reichweite je Liter, ein Anstrich6,8 m²9,4 m²Wiegen
Reichweite für zwei Anstriche3,4 m²/lentfälltentfällt
Preis je Liter9,98 €3,20 €5 l für 49,90 €
Kosten je m² fertig2,94 €0,68 €zwei Anstriche
Überarbeitbar nach5 h4 hAngabe 4 bis 6 h
Geruch beim Streichendeutlich, 2 von 3schwachwasserbasiert

Häufige Fragen

Deckt eine Nikotinsperre die Flecken wirklich ab?

Ja, nach zwei Anstrichen: der Farbabstand zur weißen Referenz sank von 38,4 auf 1,2 Farbeinheiten, und ab etwa 2 ist der Unterschied für das Auge nicht mehr erkennbar. Nach acht Wochen lag der Wert unverändert bei 1,4.

Warum reicht normale Wandfarbe nicht?

Sie deckt, aber sperrt nicht. Nach vier Anstrichen blieben 9,4 Farbeinheiten und nach acht Wochen waren es 18,6, weil die wasserlöslichen Bestandteile von der feuchten Farbe angelöst und nach oben transportiert werden. Jeder neue Anstrich löst sie erneut an.

Woran erkennt man die Sperrwirkung?

An einem Wasserauszug: unbehandelter Putz gab in 50 Millilitern Wasser nach zwei Stunden eine deutlich gelbliche Lösung, mit zwei Anstrichen Isolierfarbe eine farblose und mit normaler Wandfarbe eine hellgelbe.

Wie weit reicht die Farbe?

6,8 Quadratmeter je Liter im ersten Anstrich, für zwei Anstriche 3,4. Ein 5-Liter-Eimer für 49,90 Euro deckt damit 17 Quadratmeter fertige Fläche, was 2,94 Euro je Quadratmeter ergibt; eine normale Wandfarbe kostet 0,68 Euro.

Kann man nur die Flecken behandeln?

Ja, mit zwei Anstrichen Isolierfarbe auf dem Fleck und zwei normaler Farbe darüber blieben 1,6 Farbeinheiten. Die Isolierfarbe muss den Fleck um mindestens 20 Zentimeter überlappen; mit 5 Zentimetern war nach acht Wochen ein Ring mit 4,2 Farbeinheiten sichtbar.

Muss die Wand vorher gewaschen werden?

Ja. Die gewaschene Hälfte einer Platte lag nach zwei Anstrichen bei 1,2 Farbeinheiten, die ungewaschene bei 3,4, und ein Klebebandtest zog dort Farbteilchen ab. Gewaschen wird mit warmem Wasser und Schmierseife, was 6 Minuten je Quadratmeter dauerte.

Beseitigt die Farbe auch den Geruch?

An der Wandfläche ja: nach zwei Anstrichen war an der Platte kein Nikotingeruch wahrnehmbar. In einer Wohnung sitzen die Geruchsstoffe zusätzlich in Estrich, Tapete, Türen und Elektroinstallation, und ein Wandanstrich erreicht sie nicht.

Funktioniert das auch auf Raufasertapete?

Eingeschränkt: dort lag der Farbabstand nach zwei Anstrichen bei 2,8 statt 1,2 Farbeinheiten, weil Struktur und Sauggrund größer sind, und ein dritter Anstrich war nötig. Bei stark belasteter Tapete ist Entfernen und Neutapezieren häufig der schnellere Weg.

Geprüft im Juli 2026