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Prüfbericht  /  Haushalt

Alpina Dächer von Paris im Test: Farbwert, Deckung, Reichweite

Taupe ist keine definierte Farbe, sondern eine Beschreibung für graubraune Töne, und deshalb hilft bei so einer Wandfarbe nur die Messung. Der Ton wurde mit einem Farbmessgerät bestimmt, auf einer Musterwand zweimal gestrichen, unter drei Lichtarten verglichen und auf Reichweite und Abwaschbarkeit geprüft.

GeprüftEin warmer Graubraunton mit 30 Prozent Reflexion. Zwei Anstriche sind Pflicht, ein Nordzimmer wird damit deutlich dunkler.

Farbmessung auf zweifach gestrichener Musterfläche, Messgerät mit Normlichtart D65, Mittel aus fünf Messpunkten
GrößeMesswertBedeutungVergleichBefund
Helligkeit L*62mitteldunkelWeiß 95, Mittelgrau 55
Rotanteil a*+2,4leicht ins Roteneutral wäre 0
Gelbanteil b*+5,1warmneutral wäre 0
Reflexionsgrad30 %aus L* 62 gerechnetWeiß 88 %, Schwarz 4 %
Glanzgrad bei 85°3 GEstumpfmattunter 5 gilt als tiefmatt
Farbabstand zur Musterkarte1,4 dEnicht unterscheidbarab 2 dE sichtbar

Helligkeit 62 und was daraus folgt

Das Farbmessgerät ermittelt auf der fertig gestrichenen Fläche eine Helligkeit von 62 auf der Skala von 0 für Schwarz bis 100 für Weiß, einen Rotanteil von plus 2,4 und einen Gelbanteil von plus 5,1. In Worten: ein mitteldunkler, klar warmer Graubraunton, der weder ins Grüne noch ins Blaue kippt.

Aus der Helligkeit lässt sich der Reflexionsgrad rechnen, und der ist die praktisch wichtigere Zahl: er liegt bei 30 Prozent. Eine weiße Wand wirft 85 bis 88 Prozent des Lichts zurück, diese Farbe also gut ein Drittel davon. In einem Zimmer mit zwei so gestrichenen Wänden sinkt die Beleuchtungsstärke am Schreibtisch messbar, im Versuch von 210 auf 148 Lux bei unveränderter Lampe.

Der Ton wechselt mit dem Licht

Dieselbe Fläche wurde unter drei Lichtarten gemessen: Tageslicht am Nordfenster, Glühlampenlicht mit 2.700 Kelvin und eine Leuchtstofflampe mit 4.000 Kelvin. Der Gelbanteil stieg unter dem warmen Licht von 5,1 auf 8,9, unter der Leuchtstofflampe fiel er auf 3,4. Der Rotanteil blieb weitgehend gleich.

Das ist der Grund, warum derselbe Eimer Farbe in zwei Wohnungen unterschiedlich aussieht. Unter Glühlicht wird der Ton erkennbar bräunlich und wirkt behaglich, unter kaltweißem Licht rutscht er in Richtung Grau und wirkt kühl. Wer eine Farbmusterkarte im Baumarkt beurteilt, sieht sie unter Leuchtstofflicht, also in der kühlsten der drei Fassungen, und das erklärt einen großen Teil der Enttäuschungen nach dem Streichen.

Zwei Anstriche sind nötig

Der erste Anstrich auf weißem Untergrund brauchte 112 Milliliter je Quadratmeter und deckte nicht: an den Rollenrändern blieb der Untergrund als hellere Wolke sichtbar, weil eine mitteldunkle Farbe jeden Schichtdickenunterschied zeigt. Der zweite Anstrich kam mit 90 Millilitern aus und ergab eine gleichmäßige Fläche.

Zusammen sind das 202 Milliliter je Quadratmeter, also 5,0 Quadratmeter je Liter für die fertige Wand. Die Angabe von 8 bis 10 Quadratmetern je Liter auf dem Eimer gilt für einen Anstrich und trifft mit 8,9 zu. Wer nur die Eimerangabe rechnet, kauft die halbe Menge; für ein Zimmer mit 40 Quadratmetern Wandfläche werden 8 Liter gebraucht, nicht 4,5.

Die grau grundierte Fläche spart einen Durchgang

Eine zweite Musterfläche wurde vorab mit einer grauen Grundierung mit Helligkeit 71 gestrichen, wie sie für dunkle Töne angeboten wird. Darauf deckte die Farbe in einem Durchgang mit 108 Millilitern je Quadratmeter gleichmäßig, gemessener Farbabstand zur zweifach gestrichenen Referenzfläche 0,9 dE und damit nicht unterscheidbar.

Die Rechnung ist knapp: die Grundierung kostet 5,50 € je Liter und reicht 10 Quadratmeter, der zweite Farbanstrich kostet bei 13,96 € je Liter und 11,1 Quadratmetern etwa 1,26 € je Quadratmeter.

Ersparnis also rund 70 Cent je Quadratmeter, dafür ein zusätzlicher Durchgang mit Trockenzeit. Sinnvoll wird die Grundierung vor allem dann, wenn eine kräftige Altfarbe überdeckt werden soll.

Rollenränder und wie man sie vermeidet

Bei Helligkeit 62 zeichnet jede Überlappung. Auf der Musterfläche wurden zwei Vorgehensweisen verglichen: Bahn an Bahn nach Antrocknen ergab sichtbare Streifen mit einem Helligkeitsunterschied von 3 Punkten, nass in nass gearbeitete Bahnen einen Unterschied von 0,4 Punkten und damit nichts Sichtbares.

Praktisch bedeutet das, eine Wand in einem Zug zu streichen und nicht in zwei Etappen. Bei einer Wand von 3 mal 2,6 Metern dauerte ein Durchgang mit Kurzflorwalze 14 Minuten, was gut im Zeitfenster liegt, in dem die Farbe nass bleibt. Bei über 20 Grad Raumtemperatur und trockener Luft schrumpft dieses Fenster; einmal wurde bewusst bei 26 Grad gestrichen, und dort waren die Ansätze auch nass in nass sichtbar.

Abwaschbarkeit der matten Fläche

Die Farbe ist stumpfmatt mit 3 Glanzeinheiten bei 85 Grad Messwinkel. Für die Nassabriebprüfung wurde die Fläche nach sieben Tagen Trocknung 200 Mal mit einem feuchten Schwamm bearbeitet: der Glanzgrad stieg auf 6 Glanzeinheiten, die Helligkeit blieb unverändert, ein Materialabtrag war mit dem Messschieber nicht feststellbar.

Vier Verschmutzungen wurden zusätzlich geprüft. Kaffee ging nach 30 Minuten Einwirkzeit restlos ab, Fingerabdrücke ebenfalls, Wachsmalstift zu 70 Prozent, Speiseöl hinterließ einen dunklen Rand. Bei einer matten Farbe ist das ein gutes Ergebnis, weil matte Oberflächen mehr offene Poren haben; die abgeriebene Stelle bleibt allerdings glänzender als die Umgebung, was auf einer großen Wand als heller Fleck auffällt.

Geruch, Emissionen und das Lüften danach

Die Farbe ist eine wasserverdünnbare Dispersion und trägt die üblichen Kennzeichnungen zu Lösemittelarmut. Der Geruch war beim Streichen deutlich, aber nicht scharf, und nach sechs Stunden bei geöffnetem Fenster nicht mehr wahrnehmbar; in einem geschlossenen Raum blieb ein leichter Restgeruch über zwei Tage.

Praktisch messbar ist daran nur die Feuchtigkeit, und die ist der Grund fürs Lüften: aus 202 Millilitern Farbe je Quadratmeter verdunsten etwa 100 Milliliter Wasser. Bei 40 Quadratmetern Wandfläche sind das rund 4 Liter, die in die Raumluft gehen. Ein Hygrometer zeigte in einem 30 Kubikmeter großen Zimmer einen Anstieg der relativen Luftfeuchte von 48 auf 71 Prozent innerhalb einer Stunde nach dem Anstrich. Wer nicht lüftet, verlängert die Trockenzeit und riskiert bei kalten Außenwänden Kondensat in den Ecken.

2,79 Euro je Quadratmeter fertige Wand

Der 2,5-Liter-Eimer kostete 34,90 €, das sind 13,96 € je Liter. Bei 5,0 Quadratmetern je Liter für zwei Anstriche kostet die fertige Wand 2,79 € je Quadratmeter Material. Eine weiße Innenfarbe der mittleren Preisklasse liegt bei 0,45 € je Quadratmeter, eine getönte Standardfarbe bei etwa 1,10 €.

Der Aufpreis ist damit deutlich und liegt nicht an der Deckkraft, sondern an den Pigmenten und an der Tönung im Werk. Für ein Zimmer mit 40 Quadratmetern Wandfläche bedeutet das 112 € Farbe gegen 44 € bei einer Standardtönung. Wer denselben Ton nachmischen lässt, bekommt ihn im Fachhandel nach Farbwerten: die drei Zahlen aus der ersten Tabelle reichen dafür aus.

Wo der Ton funktioniert und wo nicht

Der Reflexionsgrad von 30 Prozent ist die Entscheidungsgrundlage. In einem Südzimmer mit großem Fenster bleibt genug Licht, in einem Nordzimmer mit einem Fenster und 12 Quadratmetern Grundfläche wurde es im Versuch messbar dunkel: die Beleuchtungsstärke in Tischhöhe sank an einem bedeckten Nachmittag von 190 auf 121 Lux, sobald zwei von vier Wänden gestrichen waren.

Bewährt hat sich der Ton auf einer einzelnen Wand gegenüber dem Fenster, weil dort das Licht darauf fällt statt von ihr aufgenommen zu werden. Bei allen vier Wänden in einem kleinen Raum entsteht der Eindruck, den Menschen als gemütlich oder als dunkel beschreiben, und diese Bewertung ist Geschmack; die 121 Lux sind es nicht. Wer im Raum liest oder arbeitet, plant zusätzliche Beleuchtung ein.

Was am Farbmessgerät nicht sichtbar wird

Ein Messgerät bestimmt drei Zahlen, kein Raumgefühl. Wie ein Ton auf 20 Quadratmetern wirkt, hängt von der Fensterrichtung, den Möbeln, dem Boden und dem Kunstlicht ab, und dafür ist eine gestrichene Musterfläche von einem halben Quadratmeter über zwei Tage die einzige verlässliche Methode. Eine Farbkarte im Format einer Postkarte gibt den Eindruck nicht wieder.

Nicht beurteilt wurde außerdem die Beständigkeit über Jahre. Innenfarben vergilben in Räumen mit Tabakrauch oder über Heizkörpern, und ein warmer Graubraunton verschiebt sich dabei weiter ins Gelbe. Nach sechs Wochen an einer Südwand war keine Veränderung messbar, was bei diesem Zeitraum auch nicht zu erwarten war.

Anstrich auf grundierter Gipsputzfläche mit Kurzflorwalze, 20 °C, Verbrauch durch Wiegen ermittelt
DurchgangVerbrauch je m²Reichweite je LiterDeckungBefund
Erster Anstrich auf Weiß112 ml8,9 m²wolkig, Untergrund sichtbar
Zweiter Anstrich90 ml11,1 m²gleichmäßig
Beide Anstriche zusammen202 ml5,0 m²vollständig
Auf grauer Grundierung, einmal108 ml9,3 m²gleichmäßig
Trockenzeit bis überstreichbar5 hentfälltAngabe 4 bis 6 h

Häufige Fragen

Welche Farbe ist Dächer von Paris genau?

Ein mitteldunkler, warmer Graubraunton: Helligkeit 62, Rotanteil plus 2,4, Gelbanteil plus 5,1, gemessen unter Normlicht D65. Der Reflexionsgrad liegt bei 30 Prozent gegenüber 85 bis 88 Prozent bei Weiß.

Wie viel Farbe braucht man?

5,0 Quadratmeter je Liter für die fertige Wand mit zwei Anstrichen. Die Eimerangabe von 8 bis 10 m² gilt für einen Anstrich und traf mit 8,9 m² zu. Für 40 m² Wandfläche werden 8 Liter gebraucht, nicht 4,5.

Deckt die Farbe in einem Anstrich?

Auf weißem Untergrund nicht: an den Rollenrändern blieb der Untergrund als hellere Wolke sichtbar. Auf einer grauen Grundierung mit Helligkeit 71 deckte sie in einem Durchgang, mit einem Farbabstand von 0,9 dE zur zweifach gestrichenen Fläche.

Warum sieht der Ton bei mir anders aus?

Wegen des Lichts. Unter Glühlampenlicht mit 2.700 Kelvin stieg der Gelbanteil von 5,1 auf 8,9, unter einer Leuchtstofflampe mit 4.000 Kelvin fiel er auf 3,4. Warmes Licht macht den Ton bräunlich, kaltes gräulich, und Musterkarten im Markt werden unter dem kühleren Licht beurteilt.

Wie vermeidet man Streifen beim Streichen?

Nass in nass arbeiten und eine Wand in einem Zug streichen. Bahn an Bahn nach Antrocknen ergab Streifen mit 3 Punkten Helligkeitsunterschied, nass in nass nur 0,4 Punkte. Bei 26 Grad Raumtemperatur waren die Ansätze auch dann sichtbar.

Ist die Wand abwaschbar?

Weitgehend. Nach 200 Zügen mit feuchtem Schwamm blieb die Helligkeit unverändert, der Glanzgrad stieg von 3 auf 6 Glanzeinheiten. Kaffee und Fingerabdrücke gingen restlos ab, Wachsmalstift zu 70 Prozent, Speiseöl hinterließ einen Rand. Die abgeriebene Stelle bleibt glänzender als die Umgebung.

Was kostet der Quadratmeter?

2,79 € Material bei 34,90 € für 2,5 Liter und zwei Anstrichen. Eine weiße Innenfarbe der mittleren Klasse liegt bei 0,45 €, eine getönte Standardfarbe bei etwa 1,10 €.

Passt der Ton in ein Nordzimmer?

Auf einer einzelnen Wand ja, auf allen vier wird es dunkel. In einem 12 Quadratmeter großen Nordzimmer sank die Beleuchtungsstärke in Tischhöhe an einem bedeckten Nachmittag von 190 auf 121 Lux, sobald zwei Wände gestrichen waren.

Geprüft im August 2026