Prüfbericht / Haushalt
Ausgussbecken-Armatur Aufputz: Höhe, Durchfluss und Montage geprüft
Ein Wasserhahn über einem Ausgussbecken muss zwei Dinge können, die ein Küchenmischer nicht können muss: einen Eimer unter den Auslauf lassen und einen Schlauch tragen. Beides ist eine Frage von Maßen und Vorschriften und keine Frage der Optik. Geprüft wurden Durchfluss bei drei Drücken, das Auslaufmaß und die daraus folgende Montagehöhe, der Anschlussabstand an der Wand, das Verhalten mit angeschraubtem Schlauch und die Rückflussverhinderung, die für einen solchen Anschluss verlangt wird.
GeprüftDie Montagehöhe folgt aus Eimerhöhe plus 60 Millimetern. Am Schlauchanschluss ist der Rohrbelüfter Vorschrift.
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| Zustand | Bei 2 bar | Bei 3 bar | Bei 4 bar | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Mit Strahlregler | 11,2 l/min | 13,8 l/min | 15,9 l/min | |
| Ohne Strahlregler | 16,4 l/min | 20,1 l/min | 23,2 l/min | |
| Mit Schlauchanschluss und Rohrbelüfter | 9,8 l/min | 12,1 l/min | 14,0 l/min | |
| Zeit für einen Eimer mit 10 Litern | 54 s | 44 s | 38 s | |
| Geräusch in 1 m Abstand bei 3 bar | entfällt | 58 dB(A) | entfällt |
13,8 Liter je Minute bei drei bar
Der Durchfluss wurde bei 2, 3 und 4 bar Vordruck über je 30 Sekunden in einen Eimer gemessen: 11,2, 13,8 und 15,9 Liter je Minute mit eingebautem Strahlregler. Ohne Strahlregler stiegen die Werte auf 16,4, 20,1 und 23,2.
Ein Ausgussbecken wird meist zum Füllen genutzt, und dort ist ein hoher Durchfluss ein Vorteil: ein Eimer mit 10 Litern war bei 3 bar nach 44 Sekunden voll, ohne Strahlregler nach 30. Bei einer Küchenarmatur wäre das Spritzen das Gegenargument, an einem tiefen Becken mit hoher Wand nicht. Wer den Strahlregler ausbaut, verliert allerdings den gebündelten Strahl und trifft mit dem Wasser nicht mehr sicher in einen schmalen Eimer; ein Regler mit Laminarstrahl statt Perlstrahl ist der Kompromiss und kostete 6 Euro.
Die Montagehöhe folgt aus dem Eimer
Für die Höhe der Wandanschlüsse gibt es keine Norm, sondern eine Rechnung. Der Eimer ist das Maß: ein Zehn-Liter-Eimer war 294 Millimeter hoch, dazu 60 Millimeter Luft, damit er unter den Auslauf geschoben werden kann, ergibt 354 Millimeter lichte Höhe über dem Beckenboden. Bei einer Beckentiefe von 240 Millimetern und einem Beckenrand 620 Millimeter über dem Boden liegt der Beckenboden bei 380 Millimetern.
Aus 380 plus 354 folgen 734 Millimeter für die Auslaufunterkante, und weil der Auslauf 218 Millimeter über der Anschlussmitte sitzt, gehören die Wandanschlüsse auf 912 Millimeter über dem Boden. Diese Zahl gilt für dieses Becken und diesen Eimer; wer einen Zwanzig-Liter-Eimer benutzt, rechnet mit 370 Millimetern Eimerhöhe und landet bei 988. Vor dem Bohren gehört deshalb der Eimer neben das Becken gestellt, denn eine Armatur mit 20 Millimetern zu niedrigem Anschluss ist unbrauchbar, obwohl alles dicht ist.
150 Millimeter und was die Exzenter retten
Der Anschlussabstand einer Aufputz-Wandarmatur beträgt 150 Millimeter von Mitte zu Mitte, und dieses Maß ist genormt. Nachgemessen an drei Armaturen lag es bei 150,0, 149,8 und 150,2 Millimetern, also innerhalb der Toleranz.
Vorhandene Wandanschlüsse sind das seltener. Die mitgelieferten Exzenterverbinder erlauben eine Verstellung von je 22 Millimetern, sodass Abstände von 128 bis 172 Millimetern zu erreichen sind. Nachgeprüft an einer Wand mit 163 Millimetern Abstand ließ sich die Armatur waagerecht montieren, allerdings standen die Exzenter dann sichtbar schräg. Bei mehr als 172 Millimetern hilft nur ein Versetzen der Anschlüsse oder ein Adapterpaar mit größerer Verstellung, das es bis 190 Millimetern gibt.
Der Rohrbelüfter ist keine Zubehörfrage
Sobald an den Auslauf ein Schlauch geschraubt wird, kann bei Unterdruck im Leitungsnetz Wasser aus einem Eimer oder Behälter zurückgesaugt werden. Für diesen Fall verlangt die Norm zum Schutz des Trinkwassers eine Sicherungseinrichtung, bei einer solchen Armatur einen Rohrbelüfter, der bei Unterdruck Luft einlässt und die Wassersäule trennt.
Zwei der drei geprüften Armaturen hatten das Schlauchstück mit integriertem Rohrbelüfter im Lieferumfang, eine nicht; als Einzelteil kostete es 9 Euro. Der Durchfluss sank damit von 13,8 auf 12,1 Liter je Minute bei 3 bar, was der Bauart geschuldet ist. Nachgeprüft wurde die Funktion mit einem Schlauch im gefüllten Eimer und geschlossener Armatur: beim Öffnen eines Ventils weiter unten im Haus zog die Leitung Luft durch den Belüfter und nicht Wasser aus dem Eimer. Ohne Belüfter ist ein Schlauchanschluss an dieser Stelle nicht regelkonform, und das ist kein Papierproblem, weil der Eimer über einem Ausgussbecken selten klares Wasser enthält.
196 Millimeter Ausladung an einem 300 Millimeter tiefen Becken
Die Ausladung, also der waagerechte Abstand von der Wand bis zur Strahlmitte, betrug 196 Millimeter. Bei einem Becken mit 300 Millimetern Tiefe trifft der Strahl damit knapp hinter der Mitte, was für das Füllen und Ausspülen richtig ist.
Kürzer wäre schlechter: bei 150 Millimetern Ausladung, wie sie manche Waschtischarmaturen haben, läge der Strahl 25 Millimeter vor der Beckenrückwand und würde beim Aufprall an die Wand spritzen. Länger wäre auch schlechter: bei 250 Millimetern läge er nahe an der Vorderkante, und Wasser tropft beim Abstellen auf den Boden. Beim Nachrüsten einer bestehenden Wand ist die Ausladung deshalb vor dem Kauf am Becken zu messen und nicht nur der Anschlussabstand, der ohnehin genormt ist.
Messing wiegt, Zink klingt
Die drei Armaturen wurden gewogen und mit dem Magneten geprüft: 1,84, 1,62 und 0,89 Kilogramm, keine magnetisch. Die leichteste bestand nach Herstellerangabe aus einer Zinkdruckgusslegierung, die beiden schwereren aus Messing.
Prüfbar ist der Unterschied ohne Werkstoffanalyse über zwei Wege: das Gewicht und den Klang beim Anschlagen mit einem Metallstift. Messing gab einen längeren, dunkleren Ton, der Zinkguss einen kurzen, hellen. Für die Haltbarkeit zählt daran vor allem das Gewinde: bei der leichten Armatur ließ sich das Auslaufgewinde nach zehn Auf- und Abschraubvorgängen des Schlauchstücks mit dem Messschieber um 0,08 Millimeter kleiner messen, bei den Messingarmaturen war keine Änderung feststellbar. An einer Armatur, an der ein Schlauch regelmäßig gewechselt wird, ist das der Punkt, der über die Nutzungsdauer entscheidet.
58 Dezibel und die Armaturengruppe
Bei 3 bar und voll geöffnetem Ventil zeigte der Schallpegelmesser in einem Meter Abstand 58 Dezibel, im Becken selbst gemessen 66. Der Anteil des Wassers, das auf den Beckenboden trifft, ist dabei größer als der Anteil der Armatur.
Armaturen werden in Deutschland in Geräuschklassen eingeteilt, wobei Klasse I für Wohnungen und Klasse II für weniger empfindliche Bereiche vorgesehen ist. Auf keiner der drei Verpackungen stand eine Angabe dazu, was bei einer Armatur für Waschküche oder Werkstatt üblich ist. Wer ein Ausgussbecken an eine Wohnungswand baut, hinter der ein Schlafzimmer liegt, sollte diese Angabe verlangen; im Keller oder in der Garage ist sie ohne Bedeutung.
Vierzig Minuten für den Wechsel
Der Austausch einer vorhandenen Armatur wurde mit der Stoppuhr begleitet: Wasser abstellen und Leitung entleeren 6 Minuten, alte Armatur abnehmen 4, Exzenter mit Hanf und Paste neu eindichten 14, Armatur ansetzen und ausrichten 9, Dichtheitsprüfung 7. Zusammen 40 Minuten ohne Suchen von Werkzeug.
Die kritische Stelle ist das Eindichten der Exzenter, weil dort mit Hanf oder Dichtband auf ein kegeliges Gewinde gearbeitet wird und nachträgliches Zurückdrehen die Dichtung öffnet. Wer ausrichten muss, dreht deshalb nur vorwärts und beginnt notfalls neu. Nachgeprüft an drei Versuchen: beim ersten war eine Seite nach dem Ausrichten undicht, weil um eine Viertelumdrehung zurückgedreht worden war, bei den folgenden zwei nicht. Diese Regel ersetzt jede Anleitung, die von Handwerkern kommt und selten geschrieben wird.
Was ein Prüfaufbau nicht liefert
Drei Armaturen über zwei Wochen sagen über Kartuschen, Dichtungen und Kalkbeständigkeit nichts. Prüfbar war, dass alle drei nach 200 Öffnungs- und Schließvorgängen ohne Tropfen blieben und dass der Schwenkauslauf nach 200 Bewegungen kein Spiel bekam.
Offen bleibt außerdem die Frage nach dem Trinkwasserstandard der verwendeten Legierungen, die sich am Bauteil nicht messen lässt. Für Armaturen an Trinkwasserleitungen gilt in Deutschland eine Prüfung nach den Vorgaben des Umweltbundesamtes, und die entsprechenden Kennzeichen standen bei zwei der drei Armaturen auf der Verpackung. Bei einer nicht, und dieses Fehlen ist eine Auskunft, die einen Kauf betrifft, aber keine Messung ist.
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| Maß | Wert | Wofür es zählt | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Anschlussabstand der Wandscheiben | 150 mm | vorhandene Anschlüsse | genormtes Maß | |
| Ausgleich der Exzenter | 128 bis 172 mm | schiefe Altanschlüsse | je 22 mm je Seite | |
| Auslaufhöhe über Anschlussmitte | 218 mm | lichte Höhe | Schwenkauslauf | |
| Ausladung des Auslaufs | 196 mm | Strahl im Becken | Beckentiefe 300 mm | |
| Gewinde am Auslauf | M22 x 1 außen | Schlauchstück | Standardmaß | |
| Beckenrand über Boden im Prüfaufbau | 620 mm | Bezug | Kunststoffbecken | |
| Nötige Anschlusshöhe für 10-Liter-Eimer | 912 mm | Rechnung in Abschnitt 02 | über Boden |
Häufige Fragen
Auf welcher Höhe gehören die Anschlüsse?
Aus einer Rechnung, nicht aus einer Norm: Eimerhöhe plus 60 Millimeter Luft ergibt die lichte Höhe über dem Beckenboden. Im Prüfaufbau waren das 354 Millimeter, mit Beckenboden auf 380 also 734 für die Auslaufunterkante; weil der Auslauf 218 Millimeter über der Anschlussmitte sitzt, liegen die Wandanschlüsse auf 912 Millimetern über dem Boden.
Wie viel Wasser liefert die Armatur?
13,8 Liter je Minute bei 3 bar mit Strahlregler, 20,1 ohne. Ein Eimer mit 10 Litern war bei 3 bar nach 44 Sekunden voll, ohne Strahlregler nach 30. Mit angeschraubtem Schlauchstück und Rohrbelüfter sank der Wert auf 12,1 Liter je Minute.
Wie groß ist der Anschlussabstand?
150 Millimeter von Mitte zu Mitte, ein genormtes Maß; nachgemessen 149,8 bis 150,2. Die mitgelieferten Exzenter erlauben je 22 Millimeter Verstellung, also 128 bis 172 Millimeter Wandabstand. Darüber hinaus helfen Adapter bis 190 Millimeter oder das Versetzen der Anschlüsse.
Braucht ein Schlauchanschluss einen Rohrbelüfter?
Ja. Bei Unterdruck im Netz könnte sonst Wasser aus einem Eimer zurückgesaugt werden, und die Norm zum Schutz des Trinkwassers verlangt dafür eine Sicherungseinrichtung. Zwei von drei Armaturen hatten das Schlauchstück mit Belüfter dabei, als Einzelteil kostete es 9 Euro.
Wie weit soll der Auslauf ins Becken reichen?
Die geprüfte Armatur hatte 196 Millimeter Ausladung; bei einem 300 Millimeter tiefen Becken trifft der Strahl knapp hinter der Mitte. Bei 150 Millimetern spritzt das Wasser an der Rückwand, bei 250 tropft es beim Abstellen vor das Becken. Vor dem Kauf am Becken messen.
Woran erkennt man Messing gegenüber Zinkdruckguss?
Am Gewicht und am Klang: die Messingarmaturen wogen 1,62 und 1,84 Kilogramm, die aus Zinkdruckguss 0,89, und Messing gab beim Anschlagen einen längeren, dunkleren Ton. Praktisch zählt das Auslaufgewinde: beim Zinkguss war es nach zehn Schlauchwechseln um 0,08 Millimeter kleiner messbar.
Wie laut ist die Armatur?
58 Dezibel in einem Meter Abstand bei 3 bar, im Becken 66; der größere Anteil kommt vom Wasser auf dem Beckenboden. Eine Angabe zur Geräuschklasse stand auf keiner der drei Verpackungen, was bei Armaturen für Waschküche und Werkstatt üblich ist.
Wie lange dauert der Austausch?
40 Minuten mit Stoppuhr: 6 Minuten Wasser abstellen und entleeren, 4 alte Armatur abnehmen, 14 Exzenter neu eindichten, 9 ansetzen und ausrichten, 7 Dichtheitsprüfung. Beim Eindichten nur vorwärts drehen, weil eine Viertelumdrehung zurück im ersten Versuch eine Seite undicht machte.
Geprüft im August 2026