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Prüfbericht  /  Haushalt

Abschließbare Steckdose für die Waschmaschine: Schloss, Höhe und Strom

Eine abschließbare Steckdose wird für drei verschiedene Zwecke gekauft: damit im Gemeinschaftswaschraum niemand Fremdes die Maschine benutzt, damit Kinder ein Gerät nicht einschalten, und damit im Außenbereich kein Unbefugter Strom zieht. Für jeden dieser Zwecke taugt eine andere Bauart. Drei Lösungen wurden geprüft: ein Steckerschloss, eine abschließbare Steckdose mit Klappdeckel und ein abschließbarer Leitungsschutzschalter. Gemessen wurden Auszugskräfte, Zylinderaufbau, Schutzart und die Stromaufnahme einer Waschmaschine.

GeprüftEin Steckerschloss hält 214 Newton. Gegen einen Schraubendreher hält keine der drei Lösungen.

Auszugskraft mit Federwaage in Achsrichtung des Steckers, je 5 Versuche; Zylinderaufbau nach Sichtprüfung mit ausgebautem Schloss
LösungPreisAuszugskraftZylinderBefund
Steckerschloss über dem Stecker12,90 €214 N4 Stifte
Abschließbare Steckdose, Klappdeckel34,50 €Deckel bei 168 N verformt4 Stifte
Abschließbarer Schutzschalter im Verteiler9,40 € plus MontageentfälltBügelschloss nötig
Steckdose ohne Schloss zum Vergleich4,20 €68 N Haltekraft der Kontakteentfällt
Verlängerung mit Schaltschloss24,90 €112 N3 Stifte

214 Newton, dann gibt das Kunststoffgehäuse nach

Ein Steckerschloss ist eine zweiteilige Kunststoffschale, die über den eingesteckten Stecker geklappt und verschlossen wird. Mit einer Federwaage in Achsrichtung gezogen gab die Schale bei 214 Newton nach, also bei 22 Kilogramm Zugkraft; der Stecker selbst blieb dabei in der Dose, das Gehäuse riss an der Scharnierseite.

Zum Vergleich hält ein Schutzkontaktstecker allein durch die Klemmkraft der Kontakte 68 Newton. Ein Steckerschloss verdreifacht diesen Wert also, und das genügt gegen Ziehen von Hand. Gegen Werkzeug genügt es nicht: mit einem Schraubendreher als Hebel an der Scharnierseite war die Schale in 8 Sekunden geöffnet, ohne bleibende Spuren am Stecker. Wer die Sicherung eines Steckers gegen einen Menschen mit Werkzeug erwartet, kauft die falsche Bauart, und keine der drei geprüften Lösungen leistet das.

Wofür jede der drei Bauarten gemacht ist

Das Steckerschloss sitzt über dem Stecker und verhindert das Abziehen; es hilft im Gemeinschaftswaschraum, wo jemand den eigenen Stecker abziehen und seinen einstecken würde. Die abschließbare Steckdose mit Klappdeckel verhindert das Einstecken, wenn keine Verbindung besteht, und ist damit die Wahl im Außenbereich und in einer Garage.

Der abschließbare Leitungsschutzschalter im Verteiler schaltet die Leitung stromlos und ist die einzige Lösung, die auch dann wirkt, wenn jemand die Steckdose öffnet oder eine andere Dose desselben Stromkreises benutzt. Für den Fall, dass Kinder ein Gerät nicht einschalten sollen, ist er ebenfalls der sichere Weg, weil er nicht an einem 12-Euro-Kunststoffteil hängt. Nachgesehen kostete der Schalter selbst 9,40 Euro, die Sperrvorrichtung 4 bis 8 Euro und ein kleines Bügelschloss 6; der Einbau in einen bestehenden Verteiler ist Arbeit für eine Elektrofachkraft.

9,6 Ampere von 16, und was der Aufsatz damit macht

Über einen Waschgang bei 60 Grad zeigte das Steckdosenmessgerät in der Heizphase 2.210 Watt und damit 9,6 Ampere, beim Schleudern 320 Watt und in Bereitschaft 0,4 Watt. Eine Schutzkontaktsteckdose ist für 16 Ampere ausgelegt.

Ein Steckerschloss umschließt den Stecker und behindert die Wärmeabgabe; nach zwei Stunden Waschbetrieb war die Oberfläche des Schlosses 4 Kelvin wärmer als die Umgebung, der Stecker darunter 11 Kelvin. Beides ist unkritisch, weil ein Stecker für 16 Ampere bemessen ist und hier 9,6 fließen. Bei einem Gerät, das die 16 Ampere ausnutzt, etwa einem Heizlüfter mit 3.500 Watt, wäre die Bewertung anders, und dort gehört kein Aufsatz über den Stecker. Prüfbar ist das an der Leistungsangabe des Geräts geteilt durch 230, was den Strom in Ampere ergibt.

118 Zentimeter über dem Boden

Im Prüfaufbau saß die Steckdose 118 Zentimeter über dem Fußboden. Für Anschlüsse hinter einer Waschmaschine wird üblicherweise ein Bereich von 105 bis 125 Zentimetern gewählt, also über der Gerätehöhe von 85 Zentimetern.

Zwei Gründe stehen dahinter, und beide sind praktisch: die Dose bleibt bei einem Wasserschaden am Boden trocken, und der Stecker ist erreichbar, ohne die Maschine herauszuziehen. Bei einer Dose in 30 Zentimetern Höhe, wie sie in Wohnräumen üblich ist, liegt der Stecker hinter dem Gerät und die Zugänglichkeit fehlt; ein Steckerschloss ist dort ohnehin sinnlos, weil niemand herankommt. Nachgemessen betrug der Abstand von der Wand zur Geräterückseite 6 Zentimeter, was für einen Stecker mit Schloss und den Zulaufschlauch knapp ist: mit Schloss ragte die Kombination 5,8 Zentimeter aus der Wand.

IP44 gilt nur mit geschlossenem Deckel

Auf der Außensteckdose stand IP44, was gegen Spritzwasser aus allen Richtungen schützt und für den Außenbereich verlangt wird. Mit eingestecktem Stecker und geöffnetem Deckel lag der Schutz bei IP20, also nur gegen Berührung und nicht gegen Wasser.

Diese Unterscheidung wird beim Kauf regelmäßig überlesen, und sie entscheidet über die Verwendbarkeit: eine Außensteckdose mit dauerhaft eingestecktem Stecker ist nicht mehr spritzwassergeschützt, es sei denn, der Deckel schließt über dem Stecker, was eine eigene Bauform ist und in den Angaben Deckel schließbar mit Stecker genannt wird. Von den geprüften Ausführungen konnte das eine; bei ihr blieb der Schutz mit gestecktem Stecker bei IP44, dafür passte nur ein flacher Stecker ohne Knickschutz hinein. Wer eine Gartenpumpe dauerhaft anschließen will, prüft genau diesen Punkt vor allen anderen.

Vier Stifte sind der einfachste Zylinder

Die Schlösser der beiden Kunststofflösungen wurden ausgebaut und betrachtet: vier Stifte, bei der Verlängerung mit Schaltschloss drei. Alle drei arbeiteten mit einem flachen Schlüssel ohne Profilierung.

Ein Zylinder mit vier Stiften ist die Bauart, die auch in Möbelschlössern und Briefkästen sitzt, und sie erfüllt einen Zweck: sie zeigt, dass hier etwas verschlossen ist, und sie verhindert die Benutzung im Vorbeigehen. Nachgeprüft wurden bei zwei Steckerschlössern desselben Herstellers die Schlüssel gegenseitig, und beide Schlüssel öffneten beide Schlösser; die Schließung ist also nicht individuell. Für einen Waschraum mit mehreren Parteien, die alle dasselbe Modell kaufen könnten, ist das der entscheidende Befund, und die Abhilfe ist ein Bügelschloss mit eigenem Zylinder statt eines integrierten Schlosses.

Was Zähler und Zeitschaltuhren stattdessen lösen

Im Gemeinschaftswaschraum geht es meistens nicht um Diebstahl, sondern um Abrechnung. Ein Zwischenzähler mit Eichung kostete 34 bis 58 Euro und protokolliert den Verbrauch je Partei, was die Frage nach dem Schloss überflüssig macht. Nachgemessen betrug ein Waschgang bei 60 Grad 0,94 Kilowattstunden, bei 30 Grad 0,38, also 28 gegen 11 Cent.

Bei diesen Beträgen lohnt sich ein Schloss finanziell nicht, wohl aber die Klarheit. Eine Zeitschaltuhr mit Schlüsselschalter, wie sie für 24,90 Euro angeboten wird, erlaubt zusätzlich Freigabezeiten und war im Prüfaufbau mit 112 Newton Auszugskraft die schwächste Lösung. Wer im Mehrfamilienhaus eine Regelung braucht, kommt mit Zähler und Absprache weiter als mit Kunststoffschlössern, und bei einer festen Installation im Waschraum gehört die Entscheidung ohnehin der Eigentümerseite.

Zwei Punkte, die eine Fachkraft betreffen

Beide Kunststofflösungen werden nur aufgesteckt und sind damit für jeden verwendbar. Der abschließbare Schutzschalter und der Austausch einer Steckdose gegen eine abschließbare Ausführung greifen dagegen in die feste Installation ein, und dafür ist eine Elektrofachkraft zuständig.

Zwei Punkte kommen dabei regelmäßig auf: erstens muss eine Trennstelle jederzeit erreichbar bleiben, sodass ein Schloss die Abschaltbarkeit im Notfall nicht behindern darf; zweitens ändert eine abschließbare Steckdose nichts an der Notwendigkeit eines Fehlerstromschutzschalters, der in Räumen mit Wasser vorgeschrieben ist. Nachgesehen war im Prüfaufbau ein Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere vorhanden, und seine Prüftaste löste in unter 30 Millisekunden aus. Diese Prüfung dauert fünf Sekunden und gehört zweimal im Jahr gemacht, mit Schloss oder ohne.

Was zwei Wochen an drei Schlössern offenlassen

Drei Lösungen über zwei Wochen sagen über Alterung des Kunststoffs, über den Zylinder nach tausend Schließvorgängen und über das Verhalten bei Frost im Außenbereich nichts. Nachprüfbar waren Auszugskräfte, Zylinderaufbau, Schlüsselgleichheit, Erwärmung im Betrieb, Stromaufnahme, Einbauhöhen und die Schutzart in beiden Deckelstellungen.

Zur Sicherungswirkung bleibt die Einordnung, die dieser Vergleich am deutlichsten liefert: 214 Newton halten gegen eine Hand, 8 Sekunden mit einem Schraubendreher öffnen dieselbe Schale, und zwei Schlüssel desselben Modells passen gegenseitig. Ein Steckerschloss ist damit eine Benutzungssperre und kein Diebstahlschutz, und wer mehr braucht, schaltet die Leitung im Verteiler ab.

Stromaufnahme der Waschmaschine am Steckdosenmessgerät über einen Waschgang bei 60 °C; Einbauhöhen im Prüfaufbau nachgemessen
GrößeWertGrenze oder VorgabeBemerkungBefund
Höchste Stromaufnahme, Heizphase9,6 A16 A Steckdose2.210 W
Stromaufnahme, Schleudern1,4 Aentfällt320 W
Stromaufnahme, Bereitschaft0,02 Aentfällt0,4 W
Erwärmung des Steckerschlossesplus 4 Kentfälltnach 2 h
Einbauhöhe der Steckdose im Prüfaufbau118 cmüber dem GerätStandardvorgabe 105 bis 125 cm
Schutzart der AußensteckdoseIP44 aufgedrucktIP44 für AußenbereichDeckel geschlossen
Schutzart bei geöffnetem DeckelIP20entfälltStecker eingesteckt

Häufige Fragen

Wie viel hält ein Steckerschloss aus?

214 Newton Zugkraft in Achsrichtung, also 22 Kilogramm, dann reißt die Kunststoffschale am Scharnier; ein Stecker allein hält 68 Newton. Mit einem Schraubendreher als Hebel war dieselbe Schale in 8 Sekunden offen. Es ist eine Benutzungssperre, kein Diebstahlschutz.

Welche Bauart passt zu welchem Zweck?

Steckerschloss gegen das Abziehen des eigenen Steckers im Gemeinschaftswaschraum, abschließbare Steckdose mit Klappdeckel gegen das Einstecken im Außenbereich und in der Garage, abschließbarer Leitungsschutzschalter im Verteiler gegen jede Nutzung des Stromkreises, auch über andere Dosen.

Verträgt ein Steckerschloss den Strom einer Waschmaschine?

Ja. In der Heizphase flossen 9,6 Ampere bei 2.210 Watt, zulässig sind 16. Nach zwei Stunden war das Schloss 4 Kelvin und der Stecker darunter 11 Kelvin über Umgebungstemperatur. Bei Geräten, die 16 Ampere ausnutzen, etwa einem Heizlüfter mit 3.500 Watt, gehört kein Aufsatz über den Stecker.

Auf welcher Höhe gehört die Steckdose für die Waschmaschine?

Üblich sind 105 bis 125 Zentimeter über dem Boden, im Prüfaufbau 118, also über der Gerätehöhe von 85 Zentimetern. So bleibt die Dose bei einem Wasserschaden trocken und der Stecker erreichbar, ohne die Maschine herauszuziehen.

Ist eine Außensteckdose mit eingestecktem Stecker noch spritzwassergeschützt?

Nur bei einer Bauform, deren Deckel über dem Stecker schließt. Sonst fällt der Schutz von IP44 auf IP20, sobald der Deckel offen steht. Bei der geprüften Ausführung mit schließbarem Deckel passte nur ein flacher Stecker ohne Knickschutz hinein.

Sind die Schlösser individuell?

Nein. Bei zwei Steckerschlössern desselben Herstellers öffneten beide Schlüssel beide Schlösser; die Zylinder haben vier Stifte und flache Schlüssel ohne Profilierung. In einem Haus, in dem mehrere Parteien dasselbe Modell kaufen, ist das entscheidend; Abhilfe ist ein Bügelschloss mit eigenem Zylinder.

Was kostet ein Waschgang, um den es hier geht?

0,94 Kilowattstunden bei 60 Grad und 0,38 bei 30 Grad, also 28 und 11 Cent. Ein geeichter Zwischenzähler für 34 bis 58 Euro löst die Abrechnungsfrage im Gemeinschaftswaschraum sachlicher als ein Schloss.

Darf man eine abschließbare Steckdose selbst einbauen?

Das Aufstecken eines Steckerschlosses ja. Der Austausch einer Steckdose oder der Einbau eines abschließbaren Schutzschalters greift in die feste Installation ein und ist Sache einer Elektrofachkraft. Eine Trennstelle muss dabei jederzeit erreichbar bleiben, und ein Fehlerstromschutzschalter bleibt in Räumen mit Wasser vorgeschrieben.

Geprüft im Juli 2026