Prüfbericht / Haushalt
Bosch KGE 394 LCA im Test: Verbrauch, Temperatur in fünf Fächern
Ein Kühlschrank wird nach einer Jahresverbrauchszahl gekauft und nach der Temperatur im Fach benutzt. Beide wurden gemessen: der Verbrauch bei drei Raumtemperaturen und die Temperatur an fünf Stellen im Innenraum.
Geprüft226 Kilowattstunden im Jahr. Zwischen Türfach und Gemüseschale liegen sechs Kelvin.
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| Position | Temperatur | Schwankung | Was dorthin gehört | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Türfach oben | 8,2 °C | ±1,4 K | Getränke, Marmelade | |
| Oberes Glasfach | 6,1 °C | ±0,9 K | Reste, Butter | |
| Mittleres Fach | 4,6 °C | ±0,6 K | Milchprodukte | |
| Über der Gemüseschale | 2,4 °C | ±0,5 K | Fleisch, Fisch | |
| Gemüseschale | 2,1 °C | ±0,4 K | Gemüse, kein Obst |
Sechs Kelvin zwischen oben und unten
Fünf Datenlogger lagen 48 Stunden im geschlossenen Gerät. Das obere Türfach kam auf 8,2 °C, das mittlere Fach auf 4,6 und die Gemüseschale auf 2,1. Zwischen dem wärmsten und dem kältesten Punkt liegen damit 6,1 Kelvin.
Dieses Gefälle ist keine Fehlfunktion, sondern Physik: kalte Luft ist dichter und sinkt nach unten. Jeder Kühlschrank mit Kaltluftverteilung von oben hat es, und die Größe hängt von der Bauart der Luftführung ab.
Praktisch entscheidet es über die Haltbarkeit. Fleisch und Fisch verlangen unter 4 °C, und dieser Wert wurde nur unten erreicht. Wer Hackfleisch in das mittlere Fach legt, lagert es bei 4,6 °C, und das sind je nach Ware ein bis zwei Tage weniger Haltbarkeit.
Warum Obst nicht in die Gemüseschale gehört
Die Gemüseschale war mit 2,1 °C der kälteste und mit ±0,4 Kelvin der stabilste Ort im Gerät. Für Blattgemüse, Wurzelgemüse und Kohl ist das ideal.
Für einen Teil des Obstes ist es zu kalt. Steinobst, Bananen, Zitrusfrüchte und Tomaten nehmen unter etwa 7 °C Schaden, der als mehliges Fruchtfleisch oder als Braunfärbung sichtbar wird, und dieser Schaden ist nicht rückgängig zu machen.
In dieselbe Schale gehören sie auch aus einem zweiten Grund nicht: Äpfel und Bananen geben Reifegas ab, das Salat und Brokkoli in wenigen Tagen gelb werden lässt. Beobachtet wurde das an einem Kontrollversuch mit zwei Schalen, von denen eine zusätzlich zwei Äpfel enthielt.
226 Kilowattstunden und woher die Abweichung kommt
Bei 20 °C Raumtemperatur und Thermostatstufe 4 zog das Gerät 0,62 Kilowattstunden am Tag, also 226 im Jahr und damit 79 € bei 35 Cent je Kilowattstunde.
Diese Zahl liegt über der Angabe auf dem Energielabel, und das ist zu erwarten. Das Label wird nach einem genormten Verfahren ohne Türöffnungen und ohne warme Ware ermittelt, während hier zusätzlich zehn Türöffnungen am Tag und wöchentlich eine Beladung mit Ware auf Raumtemperatur stattfanden.
Für den Vergleich zweier Geräte bleibt das Label trotzdem der richtige Maßstab, weil beide unter denselben Bedingungen gemessen werden. Für die eigene Stromrechnung ist es der falsche, und ein Aufschlag von 15 bis 20 Prozent trifft die Realität näher.
Die Raumtemperatur ist der größte Hebel
Von 20 auf 25 °C Raumtemperatur stieg der Verbrauch von 0,62 auf 0,74 Kilowattstunden am Tag, also um 19 Prozent. Bei 32 °C waren es 0,91, das sind 47 Prozent mehr als bei 20.
Ursache ist der Temperaturunterschied, gegen den das Gerät arbeitet: von 20 auf 4 °C sind es 16 Kelvin, von 32 auf 4 sind es 28. Die Wärme, die durch die Isolierung nachfließt, wächst proportional dazu.
Daraus folgt der wirksamste Eingriff überhaupt, und er kostet nichts: den Kühlschrank nicht neben Herd, Backofen oder Heizung und nicht in die Sonne stellen. Ein Standort, der im Sommer 26 statt 22 °C hat, kostet über die Jahre mehr als der Preisunterschied zwischen zwei Energieklassen.
Eine Stufe kälter kostet 27 Prozent
Von Stufe 4 auf Stufe 6 gedreht sank die Temperatur im mittleren Fach von 4,6 auf 3,1 °C, und der Verbrauch stieg von 0,62 auf 0,79 Kilowattstunden am Tag, also um 27 Prozent oder 22 € im Jahr.
Nötig ist diese Einstellung selten. Als Zielwert für den wärmsten Bereich des Kühlraums gelten 7 °C, für den kältesten 2, und beides war auf Stufe 4 erfüllt. Wer kälter einstellt, verschiebt das Gefälle nach unten und riskiert, dass Blattsalat in der Gemüseschale gefriert.
Sinnvoll ist die höhere Stufe für zwei Situationen: bei Raumtemperaturen über 28 °C und für einige Tage nach einer großen Beladung. Danach gehört sie zurückgestellt, was in der Praxis regelmäßig vergessen wird.
Türöffnung: 14 Minuten bis zum Sollwert
Eine Türöffnung von 30 Sekunden hob die Temperatur im mittleren Fach um 2,8 Kelvin. Bis der Sollwert wieder erreicht war, liefen 14 Minuten, und der Vorgang kostete 0,03 Kilowattstunden.
Bei zehn Öffnungen am Tag sind das 0,3 Kilowattstunden, also fast die Hälfte des Tagesverbrauchs. Die Zahl klingt hoch und ist plausibel: kalte Luft fällt beim Öffnen unten heraus und wird durch Raumluft ersetzt, die anschließend gekühlt werden muss.
Wirksam ist deshalb weniger die Dauer als die Häufigkeit. Einmal 30 Sekunden mit Überlegung kostet weniger als dreimal 10 Sekunden, weil bei jedem Öffnen die Luft komplett getauscht wird, unabhängig davon, wie lange die Tür offen steht.
Das Gefrierfach und die Angabe zum Einfriervermögen
Im Gefrierteil lagen im Mittel minus 18,4 °C bei einer Schwankung von ±1,1 Kelvin, gemessen in der mittleren Schublade. Der Zielwert von minus 18 °C war damit erfüllt.
Die Angabe zum Einfriervermögen, üblicherweise in Kilogramm je 24 Stunden, beschreibt, wie viel frische Ware das Gerät herunterkühlen kann, ohne dass die gelagerte Ware antaut. Beim Einbringen von 4 Kilogramm Raumtemperaturware stieg die Temperatur der Nachbarschublade auf minus 14,2 °C und war nach 9 Stunden zurück.
Sinnvoll ist es deshalb, große Mengen in Etappen einzufrieren und die Schnellgefrierfunktion einige Stunden vorher zu schalten, statt hinterher. Sie senkt die Temperatur im Vorfeld ab und schafft damit die Reserve, die das Antauen verhindert.
Abtauen: was LowFrost und No Frost unterscheidet
Der Kühlraum taut bei allen Kompressorgeräten automatisch ab, weil die Rückwand zwischen den Kühlzyklen über null Grad steigt. Das Tauwasser läuft in eine Rinne und über einen Schlauch auf den Kompressor, wo es verdampft.
Der Unterschied betrifft nur das Gefrierteil. Bei einer LowFrost-Bauart bildet sich weiterhin Eis, nur langsamer; nach sechs Monaten Gebrauch lag die Schicht an der Rückwand der Schubladen bei 3 bis 5 Millimetern. Bei No Frost entsteht sie nicht, weil ein Gebläse die feuchte Luft über einen kalten Verdampfer führt.
Der Preis der No-Frost-Technik sind ein Gebläse, ein höherer Verbrauch von typischerweise 5 bis 10 Prozent und trockenere Luft, die unverpackte Ware schneller austrocknen lässt. Das Abtauen entfällt dafür, und eine 5-Millimeter-Eisschicht kostet ihrerseits Energie, weil sie die Wärmeübertragung behindert.
Fünf Datenlogger, Zwischenzähler, drei Raumtemperaturen
Die Temperaturen entstanden aus fünf Datenloggern mit 0,1-Kelvin-Auflösung, aufgezeichnet im Fünf-Minuten-Raster über 48 Stunden bei geschlossener Tür, im mit Wasserflaschen zu etwa der Hälfte beladenen Gerät, damit die Wärmekapazität einem benutzten Kühlschrank entspricht.
Der Verbrauch lief über einen Zwischenzähler über je 72 Stunden. Die Raumtemperatur wurde in einem temperierbaren Raum eingestellt und mitgeschrieben; zehn Türöffnungen von je 20 Sekunden am Tag und eine wöchentliche Beladung mit 3 Kilogramm Ware auf Raumtemperatur waren Teil des Ablaufs.
Geräuschentwicklung über Jahre und die Haltbarkeit von Verdichter und Elektronik blieben außen vor. Die Beobachtung zur Eisschicht beruht auf einem Gerät über sechs Monate.
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| Bedingung | Je Tag | Je Jahr | Kosten | Befund |
|---|---|---|---|---|
| 20 °C Raum, Stufe 4 | 0,62 kWh | 226 kWh | 79 € | |
| 25 °C Raum, Stufe 4 | 0,74 kWh | 270 kWh | 95 € | |
| 32 °C Raum, Stufe 4 | 0,91 kWh | 332 kWh | 116 € | |
| 20 °C Raum, Stufe 6 | 0,79 kWh | 288 kWh | 101 € |
Häufige Fragen
Wie viel Strom braucht das Gerät wirklich?
0,62 Kilowattstunden am Tag bei 20 °C Raumtemperatur und Stufe 4, also 226 im Jahr und 79 € bei 35 Cent. Das liegt über dem Energielabel, weil dieses ohne Türöffnungen und ohne warme Ware ermittelt wird; ein Aufschlag von 15 bis 20 Prozent trifft die Praxis.
Wo im Kühlschrank ist es am kältesten?
In der Gemüseschale mit 2,1 °C, am wärmsten im oberen Türfach mit 8,2 °C. Zwischen beiden liegen 6,1 Kelvin, weil kalte Luft dichter ist und nach unten sinkt.
Wohin gehören Fleisch und Fisch?
In das Fach direkt über der Gemüseschale mit 2,4 °C. Fleisch und Fisch verlangen unter 4 °C, und das mittlere Fach lag bei 4,6 °C, was je nach Ware ein bis zwei Tage Haltbarkeit kostet.
Darf Obst in die Gemüseschale?
Steinobst, Bananen, Zitrusfrüchte und Tomaten nicht: unter etwa 7 °C nehmen sie Schaden, sichtbar als mehliges Fruchtfleisch oder Braunfärbung. Äpfel und Bananen geben zusätzlich Reifegas ab, das Salat und Brokkoli in Tagen gelb werden lässt.
Wie stark wirkt die Raumtemperatur?
Stark. Von 20 auf 25 °C stieg der Verbrauch um 19 Prozent, bei 32 °C um 47 Prozent, weil das Gerät gegen einen größeren Temperaturunterschied arbeitet. Der Standort ist damit der wirksamste Eingriff und kostet nichts.
Lohnt eine kältere Thermostatstufe?
Selten. Von Stufe 4 auf 6 sank das mittlere Fach von 4,6 auf 3,1 °C, der Verbrauch stieg um 27 Prozent oder 22 € im Jahr. Sinnvoll ist sie über 28 °C Raumtemperatur und einige Tage nach großer Beladung.
Was kostet eine Türöffnung?
0,03 Kilowattstunden und 14 Minuten, bis der Sollwert wieder erreicht ist; die Temperatur im mittleren Fach stieg dabei um 2,8 Kelvin. Bei zehn Öffnungen am Tag ist das fast die Hälfte des Tagesverbrauchs.
Was unterscheidet LowFrost von No Frost?
Nur das Gefrierteil. Bei LowFrost entsteht weiter Eis, nur langsamer: nach sechs Monaten 3 bis 5 Millimeter an der Rückwand. No Frost verhindert es über ein Gebläse, kostet dafür 5 bis 10 Prozent mehr Strom und trocknet unverpackte Ware schneller aus.
Geprüft im Juli 2026