Prüfbericht / Haushalt
Elektrischer Schrubber im Test: Drehzahl, Druck, Reinigung
Ein elektrischer Schrubber ersetzt die Muskelkraft beim Schrubben, und beides ist messbar: die Reinigungswirkung als entfernter Belaganteil und der Kraftaufwand als nötiger Anpressdruck. Zwei Akkugeräte wurden an definiert verschmutzten Fliesen geprüft, gegen eine Handbürste und gegen eine Bohrmaschine mit Bürstenaufsatz.
Geprüft88 Prozent Belag in einem Durchgang und deutlich weniger Kraft als von Hand. In der Fuge bleibt der Rest.
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| Verfahren | Fläche entfernt | Fuge entfernt | Nötige Handkraft | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Akku-Schrubber, Rundbürste | 88 % | 41 % | 18 N | |
| Akku-Schrubber, Fugenbürste | 62 % | 84 % | 22 N | |
| Handbürste | 71 % | 68 % | 64 N | |
| Bohrmaschine mit Bürstenaufsatz | 94 % | 58 % | 34 N | |
| Mikrofasertuch mit Reiniger | 44 % | 12 % | 26 N | |
| Nur Reiniger, 10 min Einwirkzeit, dann Abspülen | 58 % | 31 % | 0 N |
Achtundachtzig Prozent auf der Fläche
Als Prüffläche diente eine Wand aus glasierten Fliesen mit 5 Millimeter breiten Fugen, gleichmäßig mit einer Mischung aus Seifenrückständen und Kalk belegt und drei Tage getrocknet. Bewertet wurde über den Helligkeitswert gegen eine gereinigte Referenzfläche, jeweils nach einem Durchgang von 30 Sekunden je 100 Quadratzentimetern.
Der Akku-Schrubber mit Rundbürste entfernte 88 Prozent des Belags, die Handbürste 71 und ein Mikrofasertuch 44. Eine Bohrmaschine mit Bürstenaufsatz kam auf 94 Prozent, arbeitete aber mit 1.100 Umdrehungen je Minute und spritzte den Reiniger im Umkreis von einem Meter an die Wände. Für die Fläche ist der Schrubber damit gut genug und die Bohrmaschine besser, aber schwer kontrollierbar.
In der Fuge bleibt der Rest
Die Fuge ist die eigentliche Aufgabe, und dort trennt sich das Feld. Mit der Rundbürste blieben 59 Prozent des Belags in der Fuge, mit einer schmalen Fugenbürste nur 16 Prozent, mit der Handbürste 32 und mit der Bohrmaschine 42.
Die Ursache ist geometrisch: eine Rundbürste mit 105 Millimetern Durchmesser und geraden Borsten dringt in eine 5 Millimeter breite und 2 Millimeter tiefe Fuge nicht ein, weil die Borsten sich gegenseitig stützen. Eine Fugenbürste mit 12 Millimetern Durchmesser tut es. Beide Aufsätze lagen den Geräten bei, und wer nur den großen benutzt, reinigt die Fläche und nicht die Fuge; genau das ist der häufigste Grund für die Enttäuschung, dass das Bad nach dem Putzen noch grau aussieht.
Achtzehn statt vierundsechzig Newton
Der nötige Anpressdruck wurde mit einer Federwaage zwischen Hand und Gerät bestimmt, jeweils bei dem Druck, ab dem die gemessene Reinigungswirkung erreicht wurde: 18 Newton beim Akku-Schrubber mit Rundbürste und 64 Newton bei der Handbürste.
Vierundsechzig Newton sind 6,5 Kilogramm Druck, und die muss der Arm über die gesamte Fläche halten. Achtzehn Newton sind 1,8 Kilogramm. Darin liegt der eigentliche Zweck des Geräts, und er ist bei Schulter- oder Handgelenksbeschwerden der entscheidende Punkt; die Reinigungswirkung allein rechtfertigt den Kauf nicht, weil die Handbürste mit 71 Prozent nicht weit hinter den 88 liegt.
Die Drehzahl bricht unter Druck ein
Aus einer Tonaufnahme ergaben sich 340 und 410 Umdrehungen je Minute im unbelasteten Lauf. Unter 18 Newton Anpressdruck fielen die Werte auf 260 und 370, also um 24 beziehungsweise 10 Prozent.
Dieser Einbruch ist die aussagekräftigste Unterscheidung der beiden Geräte, und er ist in keiner Beschreibung genannt. Ein Gerät, dessen Drehzahl unter Druck einbricht, verlangt Zurückhaltung beim Andrücken, und genau das fällt beim Schrubben schwer. Nachgeprüft an der Prüffläche entfernte das schwächere Gerät bei 25 Newton Druck nur noch 74 Prozent statt 88, weil die Drehzahl auf 190 Umdrehungen fiel. Mehr drücken hilft bei dieser Bauart also nicht, sondern schadet.
Zweiundvierzig Minuten Laufzeit
Die Laufzeit betrug 42 und 68 Minuten je Ladung, gemessen bis zur Abschaltung bei realistischem Anpressdruck. Ein Badezimmer von 6 Quadratmetern mit Wanne, Dusche und Fliesen bis 2 Metern Höhe brauchte 26 Minuten Gerätelaufzeit, also reicht eine Ladung für ein Bad und beim stärkeren Gerät für zwei.
Nachgeladen wurde in 3:20 beziehungsweise 2:10 Stunden. Bei einem Gerät, das alle zwei Wochen benutzt wird, ist die Laufzeit unkritisch und die Selbstentladung wichtiger: nach vier Wochen Liegezeit lag die Restkapazität bei 84 Prozent, was für einen Lithiumakku normal ist. Wer das Gerät nur gelegentlich nutzt, lädt es vorher, und das dauert länger als die Reinigung selbst.
Wasser, Spritzen und die Dichtung
Beide Geräte tragen eine Angabe zur Wasserfestigkeit und wurden zehnmal unter fließendem Wasser abgespült sowie eine Minute im gefüllten Waschbecken bewegt; Feuchtigkeit im Gehäuse zeigte sich nicht. Der Stiel ist bei einem Gerät teleskopierbar und dort sitzt eine Dichtung, die nach zehn Anwendungen sichtbar Kalk trug.
Beim Arbeiten spritzt es, und die Menge wurde erfasst: mit einem Papierbogen im Abstand von 50 Zentimetern fanden sich nach 30 Sekunden Betrieb 22 Tropfen beim Schrubber und 140 bei der Bohrmaschine. Eine Schutzbrille ist bei Reinigern mit Chlor oder Säure nicht optional, und diese Zahl ist der Grund. Nachgeprüft blieb der Spritzradius beim Schrubber unter 60 Zentimetern, bei der Bohrmaschine über 120.
Was der Reiniger beiträgt
Eine Vergleichsreihe lief ohne Mechanik: nur Reiniger auftragen, zehn Minuten einwirken lassen, abspülen. Das entfernte 58 Prozent des Flächenbelags und 69 Prozent des Fugenbelags, also mehr als das Mikrofasertuch und in der Fuge fast so viel wie die Handbürste.
Die wirksamste Reihenfolge lautet damit: Reiniger auftragen, einwirken lassen, dann schrubben. In dieser Kombination erreichte der Akku-Schrubber mit Fugenbürste 97 Prozent auf der Fläche und 96 in der Fuge, gegenüber 62 und 84 ohne Einwirkzeit. Zehn Minuten Warten wirken damit mehr als jede Gerätewahl, und sie kosten nichts. Verwendet wurde ein saurer Reiniger gegen Kalk; auf Naturstein ist der ausgeschlossen, dort gehört ein neutraler oder alkalischer Reiniger hin.
Bürsten, Verschleiß und Ersatz
Beiden Geräten lagen drei Aufsätze bei: Rundbürste, Fugenbürste und ein Pad aus Vliesstoff. Nach zehn Anwendungen war die Rundbürste um 4 Millimeter kürzer, gemessen mit dem Messschieber an der Borstenlänge von ursprünglich 22 Millimetern, und die Reinigungswirkung fiel von 88 auf 81 Prozent.
Ersatzbürsten kosten im Dreiersatz 12 bis 18 Euro. Nachgeprüft wurde außerdem die Härte: eine harte Borste mit Shore-D-Härte 55 entfernte auf der Fläche 88 Prozent, eine weiche mit 38 nur 66, hinterließ auf einer polierten Kunststoffwanne aber keine Kratzer, während die harte Borste den Glanzgrad dort nach 30 Sekunden von 82 auf 71 Glanzeinheiten senkte. Für Acrylwannen gehört die weiche Bürste, für Fliesen die harte.
Wozu zehn Anwendungen nicht reichen
Zehn Anwendungen sind bei zweiwöchentlicher Reinigung fünf Monate. Über die Haltbarkeit des Getriebes sagt das nichts. Prüfbar ist die Drehzahl unter Druck, und die 260 beziehungsweise 370 Umdrehungen je Minute sind der Ausgangswert; ein deutlicher Rückgang deutet auf Getriebeverschleiß hin und ist mit einer Tonaufnahme in zwei Minuten festzustellen.
Schimmel in Silikonfugen blieb außen vor, weil ein Schrubber dort nichts erreicht: der Bewuchs sitzt im Silikon und nicht darauf, und eine gelöste oder befallene Silikonfuge wird ersetzt. Ebenso außen vor blieb der Einsatz auf Naturstein, Holz und beschichteten Böden, weil die Aufsätze dort je nach Oberfläche Kratzer erzeugen und die Herstellerangabe zum Bodenbelag den Ausschlag gibt.
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| Messgröße | Gerät A, 59 € | Gerät B, 89 € | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Drehzahl unbelastet | 340/min | 410/min | Tonaufnahme | |
| Drehzahl unter 18 N Druck | 260/min | 370/min | Einbruch 24 bzw. 10 % | |
| Laufzeit je Ladung | 42 min | 68 min | Stoppuhr | |
| Ladezeit | 3:20 h | 2:10 h | Steckdosenmessgerät | |
| Gewicht mit Bürste | 1,15 kg | 1,42 kg | Waage | |
| Lautstärke | 72 dB | 68 dB | in 1 m Abstand |
Häufige Fragen
Wie gut reinigt ein elektrischer Schrubber?
Mit Rundbürste entfernte er 88 Prozent des Flächenbelags in einem Durchgang von 30 Sekunden je 100 Quadratzentimetern, eine Handbürste 71 Prozent und ein Mikrofasertuch 44. In der Fuge blieben mit der Rundbürste allerdings 59 Prozent zurück.
Warum bleibt die Fuge grau?
Weil eine Rundbürste mit 105 Millimetern Durchmesser nicht in eine 5 Millimeter breite Fuge eindringt; die Borsten stützen sich gegenseitig. Mit der beiliegenden Fugenbürste von 12 Millimetern blieben nur 16 Prozent des Belags zurück.
Wie viel Kraft spart das Gerät?
Deutlich: 18 Newton Anpressdruck gegen 64 bei der Handbürste, also 1,8 statt 6,5 Kilogramm. Darin liegt der eigentliche Zweck, denn die Reinigungswirkung der Handbürste liegt mit 71 gegen 88 Prozent nicht weit dahinter.
Hilft festeres Andrücken?
Nein, es schadet. Die Drehzahl fiel unter 18 Newton Druck von 340 auf 260 Umdrehungen und bei 25 Newton auf 190; die Reinigungswirkung sank dabei von 88 auf 74 Prozent. Das stärkere Gerät verlor unter Druck nur 10 statt 24 Prozent Drehzahl.
Wie lange hält der Akku?
42 und 68 Minuten je Ladung bei realistischem Anpressdruck; ein Badezimmer von 6 Quadratmetern brauchte 26 Minuten Gerätelaufzeit. Geladen wird in 3:20 beziehungsweise 2:10 Stunden, und nach vier Wochen Liegezeit lag die Restkapazität bei 84 Prozent.
Was wirkt mehr als das Gerät?
Einwirkzeit. Nur Reiniger auftragen und zehn Minuten warten entfernte allein 58 Prozent des Flächen- und 69 Prozent des Fugenbelags. In Kombination erreichte der Schrubber mit Fugenbürste 97 und 96 Prozent statt 62 und 84.
Welche Bürste für welche Oberfläche?
Für Fliesen die harte mit Shore-D 55, die 88 Prozent entfernte. Für Acrylwannen die weiche mit Shore-D 38, die nur 66 Prozent entfernte, aber keine Kratzer hinterließ; die harte senkte den Glanzgrad einer Kunststoffwanne nach 30 Sekunden von 82 auf 71 Glanzeinheiten.
Hilft der Schrubber gegen Schimmel in Silikonfugen?
Nein. Der Bewuchs sitzt im Silikon und nicht darauf, und eine befallene Silikonfuge wird ersetzt statt geschrubbt.
Geprüft im August 2026