Prüfbericht / Garten
Gasgrill mit Kochplatte: der Seitenkocher im Vergleich und was er leistet
Ein Seitenkocher am Gasgrill wird meist als Zugabe gekauft und selten geprüft. Nachprüfbar ist er wie jede Kochstelle: über die Zeit für eine definierte Wassermenge, den Gasverbrauch dafür und das Verhalten bei Wind. Vier Ausführungen von 2,2 bis 3,5 Kilowatt wurden gegen einen Elektroherd und einen Campingkocher gestellt. Dazu kommen die Alternativen, die an derselben Stelle sitzen können: eine gusseiserne Kochplatte, eine Plancha und ein Wok-Ring.
GeprüftEin Seitenkocher mit 3 Kilowatt kocht 2 Liter in 9:20 Minuten. Bei Wind verdoppelt sich die Zeit fast.
Tabelle scrollen
| Kochstelle | Leistung | Zeit für 2 l | Gasverbrauch | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Seitenkocher A | 2,2 kW | 14:40 min | 51 g | |
| Seitenkocher B | 3,0 kW | 9:20 min | 44 g | |
| Seitenkocher C | 3,5 kW | 8:10 min | 43 g | |
| Seitenkocher D mit Gussplatte darüber | 3,0 kW | 16:30 min | 77 g | |
| Elektroherd, 2,0 kW Kochzone | 2,0 kW | 7:40 min | 0,29 kWh | |
| Campingkocher | 2,2 kW | 12:10 min | 48 g |
Neun Minuten zwanzig für zwei Liter
Zwei Liter Wasser wurden von 12 auf 100 Grad gebracht, in einem Topf mit 20 Zentimetern Durchmesser und Deckel, windstill. Der Seitenkocher mit 3,0 Kilowatt brauchte 9:20 Minuten und 44 Gramm Gas, der mit 2,2 Kilowatt 14:40 Minuten und 51 Gramm, der mit 3,5 Kilowatt 8:10 Minuten und 43 Gramm.
Der stärkere Brenner ist damit nicht nur schneller, sondern auch sparsamer, weil weniger Zeit für Wärmeverluste bleibt. Ein Elektroherd mit einer 2,0-Kilowatt-Zone lag bei 7:40 Minuten, weil er die Wärme direkt in den Topfboden gibt, während bei einer Gasflamme ein Teil an der Topfwand vorbeizieht. Zum Einordnen: 44 Gramm Gas kosten bei einem Preis von 25 Euro für eine 11-Kilogramm-Flasche 10 Cent, 0,29 Kilowattstunden Strom bei 30 Cent 8,7 Cent. Der Kostenunterschied ist damit ohne Bedeutung, der Zeitunterschied gering und der praktische Gewinn liegt darin, nicht ins Haus gehen zu müssen.
Wind kostet 55 Prozent
Mit einem Ventilator, der in einem Meter Abstand seitlich 4 Meter je Sekunde erzeugte, stieg die Kochzeit des 3-Kilowatt-Brenners von 9:20 auf 14:30 Minuten. Mit der beim Prüfmuster vorhandenen Windschutzklappe waren es 10:40 Minuten.
Vier Meter je Sekunde sind ein frischer Wind, wie er an einem Sommerabend im Garten vorkommt. Die Flamme wird dabei seitlich abgelenkt und heizt die Topfwand statt den Boden; bei zwei der vier Kocher ging sie in Böen aus, was bei einem Gasgerät den Regler schließen lässt, sofern eine Zündsicherung vorhanden ist. Nachgeprüft hatten alle vier Kocher eine solche Sicherung, die nach 22 bis 34 Sekunden schloss. Ein Windschutz ist damit kein Zubehör, sondern die Bedingung für brauchbare Kochzeiten, und ein Blech von 20 Zentimetern Höhe leistet dasselbe wie eine Klappe.
Was eine Kochplatte darüber verändert
Bei einem Kocher wurde die mitgelieferte gusseiserne Kochplatte aufgelegt und derselbe Topf darauf gestellt: die Kochzeit stieg von 9:20 auf 16:30 Minuten und der Verbrauch von 44 auf 77 Gramm.
Die Platte ist damit für einen Topf die falsche Wahl, weil sie zwischen Flamme und Topf sitzt und Wärme abstrahlt. Ihr Zweck ist ein anderer: nach zehn Minuten Vorheizen erreichte sie 228 Grad in der Mitte und 164 am Rand, und darauf lassen sich Zwiebeln, Gemüse und Bratkartoffeln zubereiten, für die eine offene Flamme unter einer Pfanne zu punktuell wäre. Wer beides will, nimmt die Platte für das Braten heraus, wenn ein Topf drauf soll, und das dauerte 20 Sekunden bei abgekühlter Platte und ist heiß nur mit Handschuhen möglich.
Vierundsechzig gegen 38 Kelvin Spanne
Auf der gusseisernen Platte lagen nach zehn Minuten Vorheizen 228 Grad in der Mitte und 164 am Rand, also 64 Kelvin Spanne. Eine Plancha aus 6 Millimetern Stahl auf derselben Kochstelle kam auf 246 Grad mittig und 208 am Rand, also 38 Kelvin.
Der Unterschied kommt aus der Wärmeleitfähigkeit: Stahl leitet etwa 50 Watt je Meter und Kelvin, Gusseisen 45 bis 50, aber die Plancha war dicker und hatte eine geschlossene Fläche ohne Rippen. Für ein gleichmäßiges Ergebnis über die ganze Fläche ist die Plancha im Vorteil, für die Optik von Grillstreifen die gerippte Platte. Nachgeprüft wurde die Aufheizzeit: die Plancha brauchte 14 Minuten bis zur gleichmäßigen Temperatur, die dünnere Gussplatte 10; wer die Fläche voll belegt, wartet länger und hat danach die stabilere Temperatur.
Achtundachtzig Zentimeter Arbeitshöhe
Die Kochstellen lagen bei den vier Grills 84 bis 91 Zentimeter über dem Boden, im Mittel 88. Eine Küchenarbeitsplatte liegt bei 92 Zentimetern, und für Arbeiten mit dem Handgelenk über einer Pfanne gilt eine Höhe von etwa 15 Zentimetern unter der Ellenbogenhöhe als angenehm.
Bei einer Körpergröße von 178 Zentimetern liegt die Ellenbogenhöhe bei 110 Zentimetern, sodass 95 Zentimeter ideal wären; 88 Zentimeter sind damit etwas zu tief und bei längerem Rühren im Rücken zu spüren. Nachgemessen ließ sich die Höhe bei keinem der vier Grills verstellen. Wer viel am Seitenkocher arbeitet, stellt den Grill auf zwei Betonplatten mit je 4 Zentimetern, was 8 Zentimeter bringt und die Rollen unbrauchbar macht; das ist der Kompromiss, den diese Bauform lässt.
Vierundzwanzig Zentimeter Topfdurchmesser
Der Rost der Kochstellen maß 26 mal 26 Zentimeter. Ein Topf mit 24 Zentimetern Durchmesser stand stabil, einer mit 28 kippelte, weil er nur auf drei von vier Rostrippen auflag.
Ein Suppentopf oder ein großer Bräter gehört damit nicht auf einen Seitenkocher, und das schränkt die Verwendung deutlicher ein als die Leistung. Nachgeprüft mit einem Topf von 28 Zentimetern und 4 Litern Inhalt ließ sich dieser mit einem untergelegten Rost aus Stahl stabilisieren, hing dann aber über die Kante und heizte die Kunststoffabdeckung der Seitenablage auf 84 Grad. Ein Wok-Ring, bei zwei Grills als Zubehör für 22 Euro angeboten, löst das für runde Böden und ist bei einem Wok die Voraussetzung dafür, dass er nicht wandert.
Wozu ein Seitenkocher nicht taugt
Drei Anwendungen wurden geprüft und ergaben schlechte Ergebnisse. Erstens Frittieren: 2 Liter Öl auf 175 Grad zu bringen dauerte 11 Minuten, und die Temperatur ließ sich mit dem Drehregler nur auf plus oder minus 14 Kelvin halten, weil die Regelstufen zu grob sind. Zweitens Reisgaren, weil die kleinste Stufe mit 0,8 Kilowatt für 400 Gramm Reis zu stark war und der Boden ansetzte.
Drittens Einkochen, weil das Halten von 90 Grad über 30 Minuten mit den vorhandenen Stufen nicht gelang: gemessen schwankte die Temperatur zwischen 84 und 97 Grad. Für alle drei ist ein Kochfeld mit feiner Regelung besser geeignet. Was der Seitenkocher gut kann, ist Wasser kochen, Soße warmhalten mit aufgesetztem Wasserbad und kräftiges Anbraten in der Pfanne, und für diese drei Aufgaben ist er gebaut.
Was am Anschluss zu prüfen ist
Alle vier Seitenkocher waren intern an denselben Gasdruckregler angeschlossen wie die Hauptbrenner. Bei gleichzeitigem Betrieb von drei Hauptbrennern auf Volllast und dem Seitenkocher fiel die Kochzeit für zwei Liter von 9:20 auf 11:10 Minuten, weil der Regler an seiner Grenze arbeitet.
Nachgesehen war der Regler mit 1,5 Kilogramm je Stunde Durchsatz gekennzeichnet, die Summe aller Brenner mit 12,0 Kilowatt entspricht rechnerisch 0,87 Kilogramm je Stunde, sodass die Reserve ausreicht und der Effekt aus dem Druckabfall im Schlauch kommt. Prüfbar ist am Anschluss außerdem das Alter des Schlauchs: er trug eine eingeprägte Jahresangabe, und für Deutschland gilt als Empfehlung ein Austausch nach etwa acht Jahren, bei gewerblicher Nutzung kürzer. Ein Schlauch mit Rissen an der Biegung ist unabhängig vom Alter zu ersetzen und kostete 14 Euro.
Wozu vier Kochstellen nicht reichen
Vier Seitenkocher über eine Saison sagen über Korrosion der Brennerdüsen und die Standzeit der Zündsicherung nichts. Nachprüfbar waren Kochzeiten und Gasverbrauch für eine definierte Wassermenge, das Verhalten bei Wind mit und ohne Schutz, Temperaturverteilung auf zwei Plattentypen, Arbeitshöhen, die Grenze des Topfdurchmessers, drei ungeeignete Anwendungen und der Einfluss des gleichzeitigen Betriebs aller Brenner.
Zwei Zahlen bleiben für den Kauf: 3,0 Kilowatt als sinnvolle Untergrenze, weil 2,2 Kilowatt 14:40 Minuten für zwei Liter brauchen, und ein Windschutz, der 4 der 5 Minuten Verlust bei Wind zurückholt. Alles darüber ist Ausstattung, und eine Kochplatte gehört nur dann dazu, wenn man auf ihr braten und nicht auf ihr kochen will.
Tabelle scrollen
| Prüfpunkt | Wert | Vergleich | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Kochzeit bei 4 m/s Wind | 14:30 min | 9:20 min windstill | plus 55 Prozent | |
| Kochzeit mit Windschutzklappe | 10:40 min | 9:20 min windstill | Klappe wirkt | |
| Temperatur Gussplatte mittig | 228 °C | 10 min Vorheizen | 3,0 kW | |
| Temperatur Gussplatte am Rand | 164 °C | 64 K Spanne | entfällt | |
| Temperatur Plancha aus Stahl 6 mm | 246 °C mittig | 38 K Spanne | gleichmäßiger | |
| Höhe der Kochstelle über Boden | 88 cm | Küchenarbeitsplatte 92 cm | brauchbar | |
| Topfdurchmesser, größter stabil | 24 cm | Rost 26 x 26 cm | darüber kippelig |
Häufige Fragen
Wie schnell kocht ein Seitenkocher zwei Liter Wasser?
8:10 Minuten bei 3,5 Kilowatt, 9:20 bei 3,0 und 14:40 bei 2,2 Kilowatt, jeweils mit Deckel und windstill. Ein Elektroherd mit 2,0-Kilowatt-Zone brauchte 7:40 Minuten, ein Campingkocher mit 2,2 Kilowatt 12:10.
Wie stark stört Wind?
Erheblich: bei 4 Metern je Sekunde stieg die Kochzeit von 9:20 auf 14:30 Minuten, mit Windschutzklappe auf 10:40. Bei zwei der vier Kocher ging die Flamme in Böen aus; die Zündsicherung schloss dann nach 22 bis 34 Sekunden.
Was kostet ein Kochvorgang?
44 Gramm Gas für zwei Liter, also 10 Cent bei 25 Euro für eine 11-Kilogramm-Flasche. Am Elektroherd waren es 0,29 Kilowattstunden oder 8,7 Cent. Der Kostenunterschied ist damit ohne Bedeutung.
Taugt eine Kochplatte auf dem Seitenkocher?
Zum Braten ja, zum Kochen nicht: mit aufgelegter Gussplatte stieg die Kochzeit für zwei Liter von 9:20 auf 16:30 Minuten und der Verbrauch von 44 auf 77 Gramm. Zum Braten erreichte die Platte 228 Grad mittig und 164 am Rand.
Gussplatte oder Plancha?
Die Plancha aus 6 Millimetern Stahl war gleichmäßiger: 246 Grad mittig und 208 am Rand, also 38 gegen 64 Kelvin Spanne bei der Gussplatte. Dafür brauchte sie 14 statt 10 Minuten zum Aufheizen.
Wie groß darf der Topf sein?
Bis 24 Zentimeter Durchmesser bei einem Rost von 26 mal 26 Zentimetern; ein Topf mit 28 Zentimetern kippelte, weil er nur auf drei Rippen auflag, und heizte die Kunststoffablage auf 84 Grad. Für Wok-Pfannen gibt es Ringe als Zubehör für 22 Euro.
Wofür ist ein Seitenkocher nicht geeignet?
Für Frittieren, Reisgaren und Einkochen. Die Öltemperatur ließ sich nur auf plus oder minus 14 Kelvin halten, die kleinste Stufe mit 0,8 Kilowatt war für 400 Gramm Reis zu stark, und 90 Grad über 30 Minuten schwankten zwischen 84 und 97 Grad.
Was ist am Gasanschluss zu prüfen?
Das Alter des Schlauchs, der eine eingeprägte Jahresangabe trägt; empfohlen wird ein Austausch nach etwa acht Jahren, bei Rissen an der Biegung unabhängig davon. Ein Schlauch kostete 14 Euro. Bei gleichzeitigem Volllastbetrieb aller Brenner stieg die Kochzeit von 9:20 auf 11:10 Minuten.
Geprüft im Juli 2026