Prüfbericht / Garten
Sinus Holzlasur im Test: Reichweite, Eindringtiefe und Wetterschutz
Eine Lasur soll Wasser aus dem Holz halten und die Farbe des Holzes durchscheinen lassen, und der zweite Teil begrenzt den ersten: eine Schicht, die man durchsieht, ist dünn. Geprüft wurde an Fichtenbrettern, was davon messbar ist: die Reichweite je Liter, die Eindringtiefe am Schnitt unter der Lupe, die Wasseraufnahme nach 24 Stunden gegen unbehandeltes Holz, die Trockenzeiten und die Angaben, die das Etikett zur Rezeptur macht.
GeprüftZwei Anstriche senken die Wasseraufnahme um 61 Prozent. Ein Anstrich bringt davon die Hälfte.
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| Anstrich | Verbrauch | Reichweite | Trockenzeit | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Erster Anstrich, gehobelt | 119 ml/m² | 8,4 m²/l | 4:20 h überstreichbar | |
| Zweiter Anstrich | 84 ml/m² | 11,9 m²/l | 4:00 h | |
| Erster Anstrich, sägerau | 186 ml/m² | 5,4 m²/l | 5:10 h | |
| Beide Anstriche gehobelt zusammen | 203 ml/m² | 4,9 m²/l | entfällt | |
| Angabe auf der Dose | entfällt | 10 bis 12 m²/l | je Anstrich |
8,4 statt 10 bis 12 Quadratmeter je Liter
Die Dose gab 10 bis 12 Quadratmeter je Liter und Anstrich an. Auf gehobelten Fichtenbrettern von je 0,25 Quadratmetern, mit gewogener Dose vor und nach dem Anstrich, ergab der erste Anstrich 119 Milliliter je Quadratmeter, also 8,4 Quadratmeter je Liter. Der zweite Anstrich kam auf 84 Milliliter je Quadratmeter, also 11,9.
Erklärbar ist die Abweichung beim ersten Anstrich über die Saugfähigkeit: das Holz nimmt beim ersten Mal Lasur auf, beim zweiten Mal sitzt sie größtenteils auf einer schon getränkten Fläche.
Herstellerangaben beziehen sich üblicherweise auf den zweiten Zustand, und dort stimmt die Zahl. Wer Material für zwei Anstriche berechnet, rechnet mit 203 Millilitern je Quadratmeter, also 4,9 Quadratmetern je Liter für die fertige Fläche, und nicht mit dem Doppelten der Etikettangabe. Bei sägerauem Holz waren es 186 Milliliter allein für den ersten Anstrich.
0,9 Millimeter tief und fast nichts obenauf
Nach dem Trocknen wurden Proben durchgesägt und der Schnitt unter einer Messlupe an sechs Stellen betrachtet. Nach einem Anstrich reichte die Färbung 0,6 Millimeter ins Holz, nach zwei Anstrichen 0,9. Auf der Oberfläche ließ sich mit einer Messuhr gegen die unbehandelte Nachbarfläche nach zwei Anstrichen 0,02 Millimeter Auflage bestimmen, nach einem Anstrich lag der Wert unter der Auflösung.
Genau das ist die Bauart einer Dünnschichtlasur: sie sitzt im Holz und nicht darauf. Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens blättert sie nicht ab, weil keine Schicht vorhanden ist, die sich lösen könnte; sie kreidet und verwittert stattdessen. Zweitens schützt sie mechanisch nicht: ein Kratzer mit dem Fingernagel hinterließ auf der behandelten Fläche dieselbe Spur wie auf der unbehandelten. Für eine Fläche, die betreten oder bestoßen wird, ist ein anderer Aufbau nötig.
61 Prozent weniger Wasser, nach zwei Anstrichen
Je vier Proben wurden 24 Stunden vollständig getaucht und danach gewogen. Unbehandelte Fichte nahm 38,4 Prozent ihrer Masse an Wasser auf, nach einem Anstrich 19,7 und nach zwei Anstrichen 15,0. Verbessert wird die Aufnahme damit um 49 und um 61 Prozent.
Der Zugewinn des zweiten Anstrichs ist geringer als der des ersten, aber er ist der Unterschied zwischen einer Fläche, auf der Wasser teilweise einzieht, und einer, auf der es abperlt. An einem Gartenzaun oder einer Terrassenverkleidung entscheidet das über die Zeit, in der Holz feucht bleibt, und feuchtes Holz ist die Bedingung für Pilzbefall. Nachgeprüft an waagerechten Flächen: dort stand nach dem Beregnen mit der Gießkanne auf der zweifach gestrichenen Probe noch nach 40 Minuten Wasser in Tropfen, auf der einfach gestrichenen war es nach 12 Minuten eingezogen.
Was das Etikett über die Rezeptur sagt
Auf der Dose stehen die Angaben, die eine Kaufentscheidung tragen können: Bindemittelart, Lösemittelbasis, der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen und die Kennzeichnung nach Gefahrstoffrecht. Beim Prüfmuster waren es eine Alkydharzbasis, Wasser als Verdünnung, ein Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen von 89 Gramm je Liter und der Hinweis auf Filmschutzmittel.
Vorgeschrieben ist für Holzlasuren im Außenbereich auf Wasserbasis ein Grenzwert von 130 Gramm je Liter, sodass die 89 Gramm deutlich darunter liegen. Der Hinweis auf Filmschutzmittel bedeutet, dass biozide Wirkstoffe gegen Bläue und Algen enthalten sind, und deren Namen stehen ebenfalls auf dem Etikett. Wer eine Lasur für Kinderspielzeug oder Innenräume sucht, findet in dieser Zeile die Antwort, und zwar unabhängig von jeder Bewertung: Filmschutzmittel gehören nach draußen.
Wie ein Prüfsiegel zu lesen ist
Bei Holzlasuren wird häufig nach Bewertungen von Verbraucherorganisationen gesucht. Zwei Punkte gehören dazu. Erstens gilt eine solche Bewertung immer für ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Untersuchung mit einem Datum, nicht für eine Marke und nicht für eine Produktfamilie; Rezepturen ändern sich, und der Name auf der Dose bleibt.
Zweitens prüfen diese Organisationen andere Größen als eine Werkstattprüfung, nämlich Bewitterung über Monate in Freilandständen und Inhaltsstoffe im Labor. Nachprüfbar an der Dose ist nur, ob ein Siegel aufgedruckt ist und mit welcher Jahresangabe. Auf dem Prüfmuster war keines aufgedruckt, was keine Aussage über die Qualität ist, sondern nur bedeutet, dass dieses Produkt in dieser Aufmachung kein Siegel trägt. Wer eine Bewertung sucht, sucht sie mit der genauen Produktbezeichnung und dem Jahr, und nicht mit dem Markennamen.
Vier Stunden zwischen den Anstrichen
Bei 21 Grad und 48 Prozent Luftfeuchte war die Fläche nach 4:20 Stunden überstreichbar, geprüft mit dem Daumendruck an einer Randstelle. Auf sägerauem Holz dauerte es 5:10 Stunden, weil dort mehr Material liegt.
Bei 12 Grad und 78 Prozent Luftfeuchte, wie sie an einem Herbsttag im Freien herrschen, verlängerte sich die Zeit auf 11 Stunden, und die Fläche war am selben Tag nicht mehr zu überstreichen. Praktikabel ist deshalb der Vormittag eines trockenen Sommertags für den ersten und der Abend für den zweiten Anstrich, oder zwei aufeinanderfolgende Tage. Wer bei kühler Witterung zu früh überstreicht, bekommt eine Fläche, die klebt und Staub bindet; das war an einer Probe nach drei Tagen noch fühlbar.
Pinsel gegen Lappen gegen Sprühen
Dieselbe Lasur wurde mit Flachpinsel, mit einem Baumwolllappen und mit einem Farbsprühsystem aufgetragen, je auf 0,25 Quadratmeter. Der Verbrauch lag bei 119, 96 und 141 Millilitern je Quadratmeter, die Eindringtiefe bei 0,6, 0,5 und 0,4 Millimetern.
Der Pinsel drückt die Lasur in die Fasern, der Lappen verteilt sparsamer und flacher, das Sprühsystem legt mehr Material auf und arbeitet es nicht ein. Bei einer Lasur, deren Wirkung an der Eindringtiefe hängt, ist das Sprühen damit die schlechteste Wahl, obwohl es die schnellste ist; nachgemessen war die Wasseraufnahme der gesprühten Fläche mit 23,1 Prozent höher als die der gestrichenen mit 19,7. Wer sprüht, sollte anschließend mit dem Pinsel nachziehen, was den Zeitvorteil aufhebt.
1,42 Euro je Quadratmeter fertig
Bei 203 Millilitern je Quadratmeter für zwei Anstriche und einem Dosenpreis von 13,99 Euro für 2 Liter ergibt sich 1,42 Euro je Quadratmeter fertige Fläche. Für einen Zaun mit 40 Quadratmetern beidseitiger Fläche sind das 57 Euro Material und nach Zeitmessung 3:40 Stunden Arbeit für beide Anstriche einschließlich Abkleben.
Bei sägerauem Holz steigt der Materialbedarf auf 270 Milliliter je Quadratmeter und der Preis auf 1,89 Euro. Diese Rechnung entscheidet die Frage nach dem Nachstreichen mit: eine Dünnschichtlasur ist im Außenbereich alle zwei bis vier Jahre zu erneuern, je nach Ausrichtung, und dann fällt jeweils ein einzelner Anstrich mit 84 Millilitern je Quadratmeter an, also 0,59 Euro. Über zehn Jahre gerechnet kostet die Fläche damit etwa 3,20 Euro je Quadratmeter Material.
Warum zwei Wochen nichts über die Farbe sagen
Die wichtigste Eigenschaft einer Außenlasur ist ihre Beständigkeit gegen Sonnenlicht, und die lässt sich in zwei Wochen nicht prüfen. Farbveränderung, Kreiden und der Abbau des Bindemittels durch UV-Strahlung brauchen Monate im Freien oder ein Bewitterungsgerät, und beides war hier nicht vorhanden.
Belastbar sind die sechs Größen, die am Material und an der Fläche zu messen sind: Reichweite, Eindringtiefe, Schichtdicke, Wasseraufnahme, Trockenzeit und der Einfluss des Auftragsverfahrens. Für die Frage, wie lange ein Anstrich hält, sind die Angaben des Herstellers zum Erneuerungsintervall und Untersuchungen mit Freilandbewitterung die richtige Quelle. Zur Farbwahl bleibt eine Beobachtung: eine anthrazitfarbene Lasur erwärmte sich in der Sonne auf 58 Grad Oberflächentemperatur gegen 41 bei einer farblosen, und diese Differenz belastet das Holz zusätzlich.
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| Prüfpunkt | Unbehandelt | Ein Anstrich | Zwei Anstriche | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Wasseraufnahme nach 24 h | 38,4 % der Masse | 19,7 % | 15,0 % | |
| Verbesserung gegen unbehandelt | Bezug | 49 % | 61 % | |
| Eindringtiefe am Schnitt | entfällt | 0,6 mm | 0,9 mm | |
| Trockenschichtdicke auf der Oberfläche | entfällt | unter 0,01 mm | 0,02 mm | |
| Wasser perlt ab | nein | teilweise | ja | |
| Holzstruktur sichtbar | Bezug | voll | voll | |
| Kosten je Quadratmeter, zwei Anstriche | entfällt | entfällt | 1,42 € |
Häufige Fragen
Wie weit reicht ein Liter Holzlasur?
8,4 Quadratmeter beim ersten Anstrich auf gehobelter Fichte und 11,9 beim zweiten, weil das Holz beim ersten Mal saugt. Für die fertige Fläche mit zwei Anstrichen sind es 4,9 Quadratmeter je Liter. Auf sägerauem Holz brauchte der erste Anstrich allein 186 Milliliter je Quadratmeter.
Wie tief zieht eine Lasur ins Holz?
0,6 Millimeter nach einem Anstrich und 0,9 nach zwei, am Sägeschnitt unter der Messlupe an sechs Stellen bestimmt. Auf der Oberfläche liegen nach zwei Anstrichen nur 0,02 Millimeter, weshalb eine Dünnschichtlasur nicht abblättert, aber auch mechanisch nicht schützt.
Reicht ein Anstrich?
Für die halbe Wirkung. Unbehandelte Fichte nahm 38,4 Prozent ihrer Masse an Wasser auf, nach einem Anstrich 19,7 und nach zwei 15,0. Auf waagerechter Fläche stand Wasser nach zwei Anstrichen noch nach 40 Minuten in Tropfen, nach einem war es nach 12 Minuten eingezogen.
Was steht auf der Dose zur Rezeptur?
Bindemittelart, Lösemittelbasis, Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen und die Gefahrstoffkennzeichnung. Beim Prüfmuster Alkydharz auf Wasserbasis mit 89 Gramm je Liter, gegen einen Grenzwert von 130, sowie ein Hinweis auf Filmschutzmittel, also biozide Wirkstoffe gegen Bläue und Algen.
Wie ist ein Testurteil einer Verbraucherorganisation zu lesen?
Immer bezogen auf ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Untersuchung mit Jahresangabe, nicht auf eine Marke. Solche Untersuchungen prüfen Bewitterung über Monate und Inhaltsstoffe im Labor. Auf dem Prüfmuster war kein Siegel aufgedruckt, was über die Qualität nichts aussagt.
Wie lange muss die Lasur trocknen?
4:20 Stunden bis überstreichbar bei 21 Grad und 48 Prozent Luftfeuchte, 5:10 auf sägerauem Holz. Bei 12 Grad und 78 Prozent Luftfeuchte waren es 11 Stunden, sodass am selben Tag kein zweiter Anstrich mehr möglich war.
Pinsel, Lappen oder Sprühgerät?
Der Pinsel. Verbrauch und Eindringtiefe lagen bei 119 Millilitern und 0,6 Millimetern mit Pinsel, 96 und 0,5 mit Lappen, 141 und 0,4 beim Sprühen. Die gesprühte Fläche nahm 23,1 Prozent Wasser auf gegen 19,7 bei der gestrichenen.
Was kostet ein Quadratmeter?
1,42 Euro Material für zwei Anstriche bei einem Dosenpreis von 13,99 Euro für 2 Liter, auf sägerauem Holz 1,89. Ein Zaun mit 40 Quadratmetern beidseitiger Fläche kostet 57 Euro und brauchte 3:40 Stunden Arbeit für beide Anstriche.
Spielt die Farbe eine Rolle?
Für die Temperatur ja: eine anthrazitfarbene Lasur erwärmte sich in der Sonne auf 58 Grad Oberflächentemperatur gegen 41 bei einer farblosen. Die höhere Temperatur belastet das Holz zusätzlich. Über die UV-Beständigkeit selbst sagen zwei Wochen Prüfzeit nichts.
Geprüft im Juli 2026