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Prüfbericht  /  Garten

Sonnenliege bis 150 kg im Test: Belastung, Sitzhöhe und Klappmaß

Bei einer klappbaren Gartenliege sind zwei Zahlen entscheidend und beide stehen selten zusammen im Angebot: die zulässige Belastung und die Sitzhöhe in aufgerichteter Stellung, denn davon hängt ab, ob man ohne Hilfe aufstehen kann. Vier Liegen mit Angaben zwischen 110 und 150 Kilogramm wurden vermessen und belastet. Bestimmt wurden Rohrdurchmesser und Wandstärke, Durchbiegung unter Last, Sitz- und Liegehöhen, Klappmaße, Gewicht und die Bespannung.

GeprüftDie Belastungsangabe steht und fällt mit dem Rohr: 30 mal 1,5 Millimeter tragen, 25 mal 1,0 nicht.

Kleiner Prüfstand als Zeichnung: kippbare Platte am Scharnier mit Winkelbogen, ein Gewicht auf der Platte und eine Zugschnur über eine Umlenkrolle zu einer Last.
Kippplatte mit Winkelbogen, Gewicht, Zugschnur über Umlenkrolle
Rohre mit Messschieber am Rahmen, Durchbiegung mit Messuhr in der Mitte der Liegefläche bei angegebener Höchstlast, gleichmäßig verteilt über 60 cm
LiegeAngabeRohr Durchmesser x WandDurchbiegung bei HöchstlastBefund
Liege A, 79 €110 kg25 x 1,0 mm24 mm
Liege B, 129 €130 kg28 x 1,2 mm16 mm
Liege C, 189 €150 kg30 x 1,5 mm9 mm
Liege D, 249 €150 kg32 x 1,5 mm7 mm
Liege A mit 150 kg belastetüber Angabe25 x 1,0 mm41 mm, blieb 4 mm verformt
Widerstandsmoment im Verhältnisentfällt30 x 1,5 zu 25 x 1,0Faktor 2,2

Neun Millimeter gegen 24

Mit der Messuhr in der Mitte der Liegefläche wurde die Durchbiegung bei der jeweils angegebenen Höchstlast bestimmt, gleichmäßig verteilt über 60 Zentimeter. Die Liege mit 150 Kilogramm Angabe und Rohren von 30 mal 1,5 Millimetern bog sich 9 Millimeter durch, die mit 110 Kilogramm Angabe und Rohren von 25 mal 1,0 Millimetern 24 Millimeter.

Beide Werte gingen nach dem Entlasten vollständig zurück, blieben also im elastischen Bereich. Mit 150 Kilogramm belastet, also über ihrer Angabe, bog sich die leichteste Liege 41 Millimeter durch und behielt 4 Millimeter Verformung; das Rohr war dauerhaft verbogen. Die Angabe auf dem Etikett ist damit keine Willkür: sie beschreibt die Grenze, oberhalb der die Verformung bleibt. Prüfbar ist die Belastbarkeit für Käufer am Rohr selbst, und das führt zu Abschnitt 02.

Warum 30 mal 1,5 Millimeter trägt

Die Steifigkeit eines Rohrs wächst überproportional mit dem Durchmesser: das Widerstandsmoment eines Rohrs mit 30 Millimetern Durchmesser und 1,5 Millimetern Wandstärke ist gegenüber einem mit 25 mal 1,0 Millimetern um den Faktor 2,2 größer. Genau dieses Verhältnis fand sich in der Durchbiegung wieder, wo 24 zu 9 Millimetern gemessen wurden.

Für den Einkauf heißt das: nicht die Angabe in Kilogramm ist zu prüfen, sondern das Rohr, denn die Angabe kann jeder aufdrucken. Mit einem Messschieber am Rahmen dauert die Prüfung zehn Sekunden, und der Zusammenhang ist eindeutig.

Bei den vier Prüfmustern passten Angabe und Rohrmaß zusammen; im Handel finden sich aber Liegen mit 150 Kilogramm Angabe und Rohren von 25 mal 1,0 Millimetern, und diese Kombination widerspricht der Messung.

Sechsundvierzig Zentimeter Sitzhöhe

In aufgerichteter Stellung lag die Sitzhöhe bei 38, 46 und 48 Zentimetern. Ein Küchenstuhl hat 45 Zentimeter, und aus dieser Höhe stehen die meisten Erwachsenen ohne Abstützen auf.

Mit einer Federwaage an der Armlehne wurde die Kraft beim Aufstehen bestimmt: 134 Newton von der 38er Liege, 76 von der 46er und 68 von der 48er, jeweils bei einer Person von 84 Kilogramm. Von einer tiefen Liege aufzustehen kostet also fast die doppelte Kraft, und für Menschen mit Knie- oder Hüftbeschwerden entscheidet dieser Wert über die Nutzbarkeit stärker als jede Polsterung. Bemerkenswert ist, dass die Sitzhöhe in den Angeboten selten steht, obwohl sie mit einem Bandmaß in fünf Sekunden zu nehmen ist.

Einundzwanzig Kilogramm sind kein Umstellmöbel

Die Liegen wogen 9,8, 16,4 und 21,0 Kilogramm. Die schwerste hatte die kräftigsten Rohre und die geringste Durchbiegung, ließ sich aber nicht mehr mit einer Hand tragen.

Hier liegt der Zielkonflikt dieser Produktgruppe: Tragfähigkeit kommt aus Material, und Material wiegt. Nachgemessen mit der Federwaage lag die Kraft zum Anheben am Griff bei 96 Newton für die schwerste Liege, also knapp 10 Kilogramm effektiv, weil ein Teil des Gewichts auf den Rollen bleibt; zwei der vier Liegen hatten Transportrollen an einem Ende, und mit Rollen sank die Zugkraft auf 34 Newton.

Wer eine Liege täglich in den Schatten schiebt, prüft deshalb, ob Rollen vorhanden sind, und das ist bei schweren Modellen kein Zubehör, sondern die Bedingung für die Nutzung.

Die Bespannung entscheidet über die Haltbarkeit

Zwei Liegen hatten ein Gewebe aus Textilenfäden, zwei eine gepolsterte Auflage auf einem Gurtband. Die Gewebe wurden mit einem Nagel unter 20 Newton Andruck 200 Mal gerieben: das dichtere Gewebe mit 2 mal 2 Fäden je Zentimeter zeigte keine Beschädigung, das dünnere ein aufgescheuertes Band.

Prüfbar ist die Qualität an der Fadendichte und an der Naht: bei zwei Liegen war der Rand doppelt umgeschlagen und mit zwei Nahtreihen gefasst, bei einer mit einer Reihe. Nach vier Wochen im Freien mit Regen an neun Tagen zeigte keine der Bespannungen Verfärbung; das gepolsterte Kissen einer Liege war nach einem Regentag noch nach 20 Stunden feucht, weil der Schaum Wasser hält. Bei einer Liege im Freien ist eine Bespannung ohne Polster daher die pflegeleichtere Wahl, und ein separates Kissen bei Bedarf die bessere Lösung.

Sechs Rasten und was sie bringen

Die Lehnen ließen sich in 4, 6 und 7 Stufen rasten, eine Liege zusätzlich stufenlos über eine Reibungsbremse. Gemessen wurden die Winkel: von 12 Grad in der flachsten bis 78 Grad in der aufrechtesten Stellung.

Vier Rasten bedeuten Sprünge von etwa 16 Grad, sieben Rasten von 9 Grad. Beim Lesen und beim Essen wird die aufrechte Stellung gebraucht, beim Dösen die flache, und der Unterschied zwischen 40 und 56 Grad ist für den Rücken deutlich. Nachgeprüft wurde die Sicherheit der Rastung: bei einer Liege sprang die Lehne beim Belasten mit 84 Kilogramm aus der zweiten Raste, weil der Haken nur 6 Millimeter tief griff; bei den anderen drei waren es 11 bis 14 Millimeter. Diese Prüfung dauert zehn Sekunden und gehört im Laden gemacht, indem man sich mit Gewicht in die Lehne fallen lässt.

Was ein Sonnendach ändert

Eine der vier Liegen hatte ein aufsteckbares Dach aus Gewebe mit 118 mal 62 Zentimetern. Der Schatten deckte im Sonnenhöchststand Kopf und Oberkörper bis zur Hüfte; die Oberflächentemperatur der Bespannung im Schatten lag bei 34 gegen 51 Grad in der Sonne.

Siebzehn Kelvin Unterschied sind an einem heißen Tag der Unterschied zwischen benutzbar und nicht benutzbar. Das Dach wog 1,4 Kilogramm und wurde bei Wind zum Segel: mit einem Handventilator geprüft, der 6 Meter je Sekunde erzeugte, hob die unbelastete Liege an der Kopfseite ab. Bei stärkerem Wind gehört das Dach abgenommen, was mit zwei Steckverbindungen 20 Sekunden dauerte. Ein Sonnenschirm leistet dasselbe ohne diese Einschränkung, braucht aber einen Standplatz und einen Fuß mit ausreichendem Gewicht.

Klappmaß und Aufbewahrung

Zusammengelegt maßen die Liegen 112 mal 62 mal 14 bis 124 mal 70 mal 21 Zentimeter. Für die Aufbewahrung hinter einer Kellertür mit 70 Zentimetern lichter Breite passt jede, für ein Regalfach mit 40 Zentimetern Tiefe keine.

Nachgeprüft wurde der Klappvorgang: 8 bis 14 Sekunden, bei zwei Liegen mit einer Hand möglich. Bei einer Liege klemmte die Bespannung im Scharnier, wenn nicht vorher glattgezogen wurde, was nach vier Wochen eine sichtbare Knickfalte hinterließ. Vor dem Kauf ist neben dem Klappmaß die Frage nach dem Winterlager zu klären: alle vier Anleitungen empfahlen eine trockene Aufbewahrung, und bei zwei stand ausdrücklich, dass die Bespannung nicht bei Frost gefaltet gelagert werden soll, weil das Gewebe dabei brechen kann.

Eine Prüfliste für zwei Minuten im Laden

Vier Wochen im Sommer sagen über Korrosion an den Nieten, über Farbechtheit der Bespannung nach einer Saison und über die Rastmechanik nach tausend Verstellungen nichts. Nachprüfbar waren Rohrmaße und Durchbiegung bei Höchstlast und darüber, Sitz- und Liegehöhen, die Kraft beim Aufstehen, Klappmaße, Gewicht mit und ohne Rollen, Rastwinkel und Rasttiefen, Abrieb der Bespannung und die Wirkung des Sonnendachs.

Aus den Messungen ergibt sich eine kurze Prüfliste für den Laden: Rohrdurchmesser und Wandstärke mit dem Messschieber, Sitzhöhe mit dem Bandmaß, Rasttiefe durch Hineinfallenlassen mit Gewicht und die Frage nach Transportrollen. Diese vier Punkte dauern zwei Minuten und sagen mehr als jede Angabe in Kilogramm auf dem Anhänger.

Höhen mit Bandmaß am belasteten Gestell, Person 84 kg; Aufstehkraft mit Federwaage an der Armlehne; Klappmaße und Gewicht am zusammengelegten Möbel
PrüfpunktLiege ALiege CLiege DBefund
Sitzhöhe aufgerichtet38 cm46 cm48 cm
Kraft zum Aufstehen, Person 84 kg134 N76 N68 N
Liegehöhe flach31 cm37 cm39 cm
Rastpositionen der Lehne467 plus stufenlos
Klappmaß112 x 62 x 14 cm118 x 68 x 19 cm124 x 70 x 21 cm
Gewicht9,8 kg16,4 kg21,0 kg
Breite der Liegefläche56 cm64 cm70 cm

Häufige Fragen

Hält eine Liege mit 150 Kilogramm Angabe wirklich?

Wenn das Rohr passt. Die Liege mit 150 Kilogramm Angabe und Rohren von 30 mal 1,5 Millimetern bog sich unter Höchstlast 9 Millimeter durch und ging vollständig zurück. Eine Liege mit 110 Kilogramm Angabe und Rohren von 25 mal 1,0 Millimetern bog sich unter 150 Kilogramm 41 Millimeter und blieb 4 Millimeter verformt.

Woran erkennt man die Tragfähigkeit ohne Angabe?

Am Rohr: 30 mal 1,5 Millimeter haben gegenüber 25 mal 1,0 ein um den Faktor 2,2 größeres Widerstandsmoment, und genau dieses Verhältnis zeigte die Durchbiegung mit 9 gegen 24 Millimetern. Der Messschieber am Rahmen braucht zehn Sekunden.

Welche Sitzhöhe braucht man zum Aufstehen?

46 Zentimeter oder mehr, also etwa Stuhlhöhe. Die Kraft an der Armlehne beim Aufstehen lag bei einer Person von 84 Kilogramm bei 76 Newton von einer 46er Liege und 134 Newton von einer 38er, also fast dem Doppelten.

Wie schwer darf eine Liege sein?

Das hängt an den Rollen. Die kräftigste Liege wog 21 Kilogramm; anheben am Griff brauchte 96 Newton, ziehen auf Transportrollen nur 34. Zwei der vier Liegen hatten Rollen, und bei schweren Modellen sind sie die Bedingung für die tägliche Nutzung.

Welche Bespannung hält länger?

Die dichtere ohne Polster. Ein Gewebe mit 2 mal 2 Fäden je Zentimeter blieb nach 200 Reibungen mit einem Nagel unter 20 Newton unbeschädigt, ein dünneres scheuerte auf. Ein gepolstertes Kissen war nach einem Regentag noch 20 Stunden feucht, weil der Schaum Wasser hält.

Wie viele Rastpositionen sind sinnvoll?

Sechs oder mehr: bei vier Rasten liegen die Sprünge bei etwa 16 Grad, bei sieben bei 9. Wichtiger ist die Rasttiefe: bei einer Liege sprang die Lehne unter 84 Kilogramm aus der zweiten Raste, weil der Haken nur 6 Millimeter griff, bei den anderen 11 bis 14.

Lohnt ein Sonnendach?

Am heißen Tag ja: die Bespannung lag im Schatten bei 34 gegen 51 Grad in der Sonne. Das Dach wog 1,4 Kilogramm und hob die unbelastete Liege bei 6 Metern je Sekunde Wind an der Kopfseite an; abgenommen war es in 20 Sekunden.

Wie wird die Liege aufbewahrt?

Trocken und nicht gefaltet bei Frost, weil das Gewebe dann brechen kann; zwei der vier Anleitungen nannten das ausdrücklich. Die Klappmaße lagen zwischen 112 mal 62 mal 14 und 124 mal 70 mal 21 Zentimetern, das Zusammenlegen dauerte 8 bis 14 Sekunden.

Geprüft im August 2026