Prüfbericht / Garten
Wanderhose und die Frage nach wasserdicht: Wassersäule und Trockenzeit
Wanderhosen werden als wasserabweisend beworben, gesucht wird aber nach wasserdicht, und dazwischen liegt ein Faktor von über hundert. Prüfbar ist das mit einem senkrechten Rohr voll Wasser über der gespannten Hose: die Höhe, bei der die erste Feuchtigkeit auf der Innenseite erscheint, ist die Wassersäule. Für drei Hosen wurde dieser Wert bestimmt, dazu Flächengewicht, Dehnung, Trockenzeit nach Durchnässung, Wärmeverlust im Wind, Abrieb und die Maße der Taschen.
Nicht wasserdicht11 Zentimeter Wassersäule sind ein Hundertfünfzigstel einer Regenhose. Wasserabweisend ist nicht wasserdicht.
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| Hose | Flächengewicht | Wassersäule | Einordnung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Softshell-Wanderhose | 268 g/m² | 11 cm | wasserabweisend | |
| Wanderhose Direktversand, gesucht als RVRC | 212 g/m² | 8 cm | wasserabweisend | |
| Winter-Wanderhose gefüttert | 384 g/m² | 14 cm | wasserabweisend | |
| Regenhose mit Membran | 168 g/m² | über 150 cm | Prüfung abgebrochen | |
| Angabe einer Regenhose | entfällt | 1500 mm Wassersäule | Herstellerangabe | |
| Jeans zum Vergleich | 420 g/m² | 3 cm | nicht abweisend |
Elf Zentimeter Wassersäule
Ein Rohr mit 40 Millimetern Innendurchmesser wurde auf die gespannte Probe gesetzt und schrittweise mit Wasser gefüllt. Bei der Softshell-Hose erschien die erste Feuchtigkeit auf der Innenseite bei 11 Zentimetern Wasserhöhe, bei der leichteren Hose bei 8 und bei der gefütterten Winterhose bei 14. Eine Regenhose mit Membran hielt über 150 Zentimeter, worauf die Prüfung abgebrochen wurde.
Umgerechnet entsprechen 11 Zentimeter Wassersäule 110 Millimetern in der Einheit, in der Hersteller diesen Wert angeben, und eine Regenhose nennt 1500 Millimeter. Der Abstand liegt damit beim Faktor 14 gegenüber dem gemessenen Regenhosenwert und beim Faktor 150 gegenüber der Herstellerangabe, weil der Prüfaufbau bei 150 Zentimetern endete. Eine Jeans hielt 3 Zentimeter. Die Wanderhosen sind damit zwischen Jeans und Regenhose einzuordnen, und zwar deutlich näher an der Jeans.
Was der Wert praktisch bedeutet
Elf Zentimeter Wassersäule reichen gegen Nieselregen, gegen Spritzwasser von nassem Gras und gegen ein paar Minuten Schauer. Nachgeprüft unter einer Gießkanne aus 50 Zentimetern Höhe war die Softshell-Hose nach 6 Minuten durchgeschlagen, die leichtere nach 4, die Winterhose nach 9 Minuten.
Der Grund für den frühen Durchtritt bei anhaltendem Regen ist der Druck, den auftreffende Tropfen und aufliegender Stoff erzeugen: Kniebeugung auf nassem Boden entspricht schon einer Wassersäule von einigen Zentimetern. Für eine Tagestour mit Regenwahrscheinlichkeit gehört daher eine Regenhose in den Rucksack, und das ändert die Auswahl der Wanderhose: sie muss nicht dicht sein, sondern schnell trocknen und im nassen Zustand erträglich bleiben.
Einundsechzig bis 146 Minuten Trockenzeit
Die Proben wurden durchnässt, abgetropft und bei 21 Grad und 45 Prozent Luftfeuchte bis zur Grifftrockenheit beobachtet: 61 Minuten bei der leichten Hose, 84 bei der Softshell, 146 bei der gefütterten Winterhose. Eine Jeans brauchte im gleichen Aufbau 310 Minuten.
Diese Zahl entscheidet auf einer Mehrtagestour mehr als die Wassersäule, weil eine Hose, die über Nacht nicht trocknet, am nächsten Morgen nass angezogen wird. Einundsechzig Minuten heißen, dass die Hose während des Weitergehens trocknet; 146 Minuten heißen, dass sie es nicht tut. Der Unterschied liegt am Material und am Flächengewicht: 212 gegen 384 Gramm je Quadratmeter, und die gefütterte Hose hält Feuchtigkeit zusätzlich im Futter.
Achtunddreißig Prozent Dehnung quer
An Streifen von 20 Zentimetern Länge wurde mit 2 Kilogramm Zuglast gedehnt: 38 Prozent in Querrichtung bei der Softshell, 31 bei der leichten und 18 bei der Winterhose; in Längsrichtung 12, 9 und 7 Prozent.
Dehnung in Querrichtung ist die Größe, die beim Steigen zählt, weil dort der Stoff über Knie und Gesäß gespannt wird. Achtunddreißig Prozent entsprechen einer Hose, die bei einem hohen Schritt nicht am Knie zieht; nachgeprüft an einem Schritt auf eine 50 Zentimeter hohe Stufe war bei der Winterhose mit 18 Prozent ein Ziehen am Knie spürbar, bei den anderen nicht. Wer eine Hose fürs Klettern oder für steile Wege sucht, prüft daher die Querdehnung, und das geht im Laden mit beiden Händen am Hosenbein.
Wind kostet zwei bis sieben Kelvin
Über einer Heizplatte mit 34 Grad wurde die Außentemperatur der Probe mit und ohne Ventilator bei 4 Metern je Sekunde bestimmt. Der Wärmeverlust wuchs bei der Winterhose um 2,1 Kelvin, bei der Softshell um 4,2 und bei der leichten Hose um 6,8.
Die Reihenfolge folgt der Dichte des Gewebes, und daraus ergibt sich die Aufgabenteilung: die leichte Hose ist für warme Tage und schnelles Gehen, die Softshell für kühle Tage mit Wind, die gefütterte für Winterwanderungen im Stehen und Warten. Bei einer Winterhose ist zusätzlich das Futter zu prüfen: ein Fleecefutter fügte im Aufbau 3,4 Kelvin Dämmung hinzu und verlängerte die Trockenzeit um 62 Minuten, was die Rechnung aus Abschnitt 03 mitbestimmt.
Perlen nach zwanzig Wäschen
Alle drei Hosen wurden zwanzigmal bei 30 Grad gewaschen und danach mit Wassertropfen geprüft. Bei zwei Hosen perlten die Tropfen weiterhin ab, bei der Winterhose blieben sie an drei von zehn Stellen liegen und zogen ein.
Die wasserabweisende Wirkung stammt von einer Ausrüstung auf der Faser, die sich mit der Zeit abnutzt. Wieder aufgefrischt wurde sie mit einem Imprägniermittel zum Einwaschen und anschließendem Trocknen bei 40 Grad im Trockner, wonach die Tropfen an allen zehn Stellen wieder abperlten. Ohne Wärmebehandlung wirkte das Mittel nur an vier von zehn Stellen, was auf dem Etikett stand und beim Nachbehandeln regelmäßig übersehen wird. Die Wassersäule aus Abschnitt 01 änderte sich dabei nicht, denn sie hängt am Gewebe und nicht an der Ausrüstung.
Zweihundertzehn bis 420 Reibungen
Mit Schleifpapier der Körnung 240 unter 500 Gramm Andruck wurde gerieben, bis der erste Faden brach: 210 Reibungen bei der leichten Hose, 340 bei der Softshell, 420 bei der Winterhose.
Die Reihenfolge entspricht dem Flächengewicht, und daraus folgt der Zielkonflikt dieser Produktgruppe: leicht und schnell trocknend heißt weniger widerstandsfähig. Für Wege mit Felskontakt, Gestrüpp und Sitzen auf Steinen ist der Wert von 210 knapp; verstärkte Einsätze am Gesäß und an den Knien, die zwei der drei Hosen hatten, verschieben das an den Stellen, an denen es zählt. Nachgesehen war bei einer Hose der Beinabschluss unten mit einem zusätzlichen Band verstärkt, das nach der Abriebprüfung unbeschädigt war und die Stelle schützt, an der Steigeisen und Schuhkanten reiben.
Was die Taschen hergeben
Die Taschen wurden ausgemessen und mit einem Mobiltelefon von 160 mal 76 Millimetern befüllt. Die Oberschenkeltaschen hatten 18, 21 und 16 Zentimeter nutzbare Tiefe; in zwei von drei blieb das Telefon beim Steigen an Ort und Stelle, in der flachsten rutschte es beim Hinsetzen heraus.
Prüfbar ist das ohne Messschieber, indem man sich im Laden hinsetzt und aufsteht. Weiter geprüft wurden die Reißverschlüsse: alle Taschen hatten welche, und alle drei Hosen hatten mindestens eine Tasche, die sich mit einer Hand öffnen ließ, während die andere den Wanderstock hielt. Bei einer Hose lag die Gesäßtasche so, dass ein Rucksackhüftgurt darauf drückte, was mit einem Gegenstand darin nach zwei Stunden unangenehm wurde, und diese Lage ist ohne Rucksack im Laden nicht zu erkennen.
Wozu drei Hosen nicht reichen
Drei Hosen über vier Wochen sagen über Nahtfestigkeit nach einer Saison, über Farbechtheit und über die Streuung innerhalb einer Serie nichts. Nachprüfbar waren Wassersäule, Durchschlagzeit unter der Gießkanne, Trockenzeit, Dehnung in beiden Richtungen, Wärmeverlust im Wind, Abrieb, Wirkung der Imprägnierung nach zwanzig Wäschen und die Taschenmaße.
Übertragbar über die drei Prüfmuster hinaus ist die Einordnung: eine Wanderhose hält 8 bis 14 Zentimeter Wassersäule, eine Regenhose über 150. Wer nach einer wasserdichten Wanderhose sucht, sucht damit zwei Kleidungsstücke, und die Wanderhose wird nach Trockenzeit, Dehnung und Winddichte gewählt, nicht nach einer Dichtheit, die sie bauartbedingt nicht hat.
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| Prüfpunkt | Softshell | Direktversand | Winterhose | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Dehnung in Längsrichtung | 12 % | 9 % | 7 % | |
| Dehnung in Querrichtung | 38 % | 31 % | 18 % | |
| Trockenzeit nach Durchnässung | 84 min | 61 min | 146 min | |
| Wärmeverlust bei 4 m/s Wind | plus 4,2 K | plus 6,8 K | plus 2,1 K | |
| Abrieb, Fadenbruch nach | 340 Reibungen | 210 Reibungen | 420 Reibungen | |
| Perlen nach 20 Wäschen | nein | nein | teilweise | |
| Oberschenkeltasche, nutzbare Tiefe | 18 cm | 21 cm | 16 cm |
Häufige Fragen
Ist eine Wanderhose wasserdicht?
Nein. Die drei Prüfmuster hielten 8, 11 und 14 Zentimeter Wassersäule, eine Regenhose über 150; eine Jeans hielt 3 Zentimeter. Unter einer Gießkanne schlugen die Hosen nach 4 bis 9 Minuten durch.
Wie prüft man das selbst?
Mit einem senkrechten Rohr von etwa 40 Millimetern Innendurchmesser auf dem gespannten Stoff, das schrittweise mit Wasser gefüllt wird; die Wasserhöhe bei der ersten Feuchtigkeit innen ist die Wassersäule. Ein Zentimeter Wasserhöhe entspricht 10 Millimetern in der Einheit der Herstellerangaben.
Welche Eigenschaft zählt stattdessen?
Die Trockenzeit: 61 Minuten bei der leichten Hose, 84 bei der Softshell, 146 bei der gefütterten und 310 bei einer Jeans, jeweils von durchnässt bis grifftrocken bei 21 Grad. Eine Hose, die während des Gehens trocknet, ist auf Tour wichtiger als eine, die kurz dicht hält.
Wie viel Dehnung braucht eine Wanderhose?
In Querrichtung möglichst viel: 38 Prozent bei der Softshell, 31 bei der leichten und 18 bei der Winterhose. Bei 18 Prozent war ein Schritt auf eine 50 Zentimeter hohe Stufe am Knie spürbar spannend. Im Laden lässt sich das mit beiden Händen am Hosenbein prüfen.
Welche Hose für Wind und Kälte?
Die dichter gewebte: bei 4 Metern je Sekunde Wind stieg der Wärmeverlust bei der Winterhose um 2,1 Kelvin, bei der Softshell um 4,2 und bei der leichten um 6,8. Ein Fleecefutter fügte 3,4 Kelvin Dämmung hinzu, verlängerte die Trockenzeit aber um 62 Minuten.
Hält die wasserabweisende Wirkung?
Bei zwei von drei Hosen perlten die Tropfen nach zwanzig Wäschen bei 30 Grad weiterhin ab, bei der Winterhose an drei von zehn Stellen nicht mehr. Ein Imprägniermittel zum Einwaschen stellte die Wirkung wieder her, aber nur mit anschließendem Trocknen bei 40 Grad; ohne Wärme wirkte es an vier von zehn Stellen.
Wie widerstandsfähig ist der Stoff?
Unter Schleifpapier der Körnung 240 mit 500 Gramm Andruck brach der erste Faden nach 210 Reibungen bei der leichten Hose, 340 bei der Softshell und 420 bei der Winterhose. Verstärkte Einsätze an Gesäß und Knien, die zwei Hosen hatten, verschieben das an den entscheidenden Stellen.
Worauf ist bei den Taschen zu achten?
Auf die Tiefe und die Lage. Die Oberschenkeltaschen hatten 16 bis 21 Zentimeter nutzbare Tiefe; aus der flachsten rutschte ein Mobiltelefon beim Hinsetzen heraus. Eine Gesäßtasche lag unter dem Rucksackhüftgurt, was mit Inhalt nach zwei Stunden unangenehm wurde und ohne Rucksack im Laden nicht auffällt.
Geprüft im August 2026