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Prüfbericht  /  Elektronik

Oozoo Smartwatch Q00117 im Test: Modeuhr mit Sensoren

Eine Smartwatch, die zuerst eine Uhr sein will, macht bei den Sensoren Kompromisse. Am Ende waren es 4.000 handgezählte Schritte gegen die Anzeige und der Puls gegen einen Brustgurt, in Ruhe und unter Belastung.

BedingtSchritte auf 6 Prozent genau. Der Puls taugt nur im Ruhezustand.

Oozoo Smartwatch – Schrittzählung gegen Handzählung, Puls gegen Brustgurt, je drei Läufe
MessgrößeReferenzUhrAbweichungBefund
Gehen, 4.000 Schritte4.0003.762−6 %
Puls in Ruhe62 /min63 /min+1,6 %
Puls beim schnellen Gehen118 /min109 /min−7,6 %
Puls beim Laufen156 /min121 /min−22 %
AkkulaufzeitAngabe 7 d5,5 d−21 %

Oozoo Smartwatch im Test: Uhr zuerst, Sensor danach

Das Gerät sieht aus wie eine Armbanduhr und ist eine, mit einem runden Farbdisplay unter Mineralglas und einem Gehäuse aus Edelstahl. Die Sensorik ist die einer einfachen Fitnessuhr: Beschleunigungssensor für Schritte, optischer Pulssensor auf der Unterseite, Bluetooth für die Verbindung zum Telefon.

Diese Reihenfolge – Uhr zuerst – erklärt die Messergebnisse. Der Beschleunigungssensor arbeitet gut: bei 4.000 handgezählten Schritten zeigte die Uhr 3.762, also 6 Prozent zu wenig. Das ist für eine Schrittzählung ein brauchbarer Wert; Abweichungen von 10 Prozent sind in dieser Geräteklasse üblich.

Der Pulssensor ist der Kompromiss. In Ruhe stimmte er auf 1,6 Prozent, beim schnellen Gehen auf 7,6, und beim Laufen lag er 22 Prozent zu niedrig – 121 statt 156 Schläge. Das ist kein Defekt, sondern die Grenze eines optischen Sensors in einem Gehäuse, das nicht fest am Handgelenk sitzt.

Warum der Puls unter Belastung abfällt

Ein optischer Sensor misst, wie viel Licht das durchblutete Gewebe zurückwirft. Dafür muss er ohne Spalt auf der Haut liegen.

Bei Bewegung entstehen zwei Störungen: der Sensor hebt sich kurz ab, und die Muskelbewegung erzeugt ein Signal in derselben Größenordnung wie der Puls.

Gegen beides hilft dasselbe: das Band eng anlegen, zwei Finger breit oberhalb des Handgelenkknochens. In der Wiederholung mit engem Band verbesserte sich der Laufwert von 121 auf 138 Schläge, also von 22 auf 12 Prozent Abweichung – der Fehler liegt damit zur Hälfte am Tragen und zur Hälfte am Gerät.

Für eine Trainingssteuerung nach Pulszonen ist auch das zu ungenau. Wer nach Puls trainiert, braucht einen Brustgurt; er misst elektrisch statt optisch und ist von Bewegung praktisch unabhängig. Für die Ruhepulsmessung am Morgen und für einen Trend über Wochen taugt die Uhr.

Was die Schrittzählung wert ist

6 Prozent Abweichung heißen bei 10.000 Schritten am Tag rund 600 Schritte. Für den Zweck – ein Bewegungsziel im Blick behalten – ist das ohne Belang, weil der Vergleich mit dem eigenen Vortag gleich falsch ist und der Trend deshalb stimmt.

Systematisch untergezählt wurden zwei Situationen: Gehen mit einer Hand in der Tasche und Schieben eines Einkaufswagens. In beiden Fällen bewegt sich der Arm nicht, und ein Beschleunigungssensor am Handgelenk sieht nichts. Bei fünf Minuten Wagenschieben fehlten 84 Prozent der Schritte.

Überzählt wurde beim Autofahren auf schlechter Straße und beim Händewaschen – in beiden Fällen wenige Dutzend Schritte. Das gleicht die Untererfassung teilweise aus und ist der Grund, warum die Tagessumme oft besser stimmt als die einzelne Aktivität.

Akkulaufzeit und die Angabe

Angegeben sind sieben Tage, gemessen wurden 5,5 – bei aktivierter Pulsmessung im Zehn-Minuten-Intervall, Benachrichtigungen an und etwa 30 Displayaktivierungen am Tag. Das ist eine typische Abweichung, weil Herstellerangaben mit ausgeschalteter Dauermessung und weniger Aktivierungen ermittelt werden.

Der größte Verbraucher ist die Pulsmessung. Mit Messung nur auf Abruf statt im Intervall hielt die Uhr 11 Tage; mit durchgehender Messung im Minutentakt 2,5. Wer die Laufzeit braucht, schaltet das Intervall hoch – der Trendwert bleibt dabei brauchbar.

Geladen wird über einen magnetischen Kontakt auf der Rückseite, nicht über USB-C. Das ist bei Uhren üblich und der Punkt, an dem ein verlorenes Kabel die Uhr unbrauchbar macht: es ist modellspezifisch und im Handel nicht überall zu bekommen. Ein Ersatzkabel gleich mitzukaufen ist bei solchen Geräten kein Übervorsicht.

Benachrichtigungen und was die App kann

Die Uhr zeigt eingehende Anrufe, Nachrichten und Kalendereinträge als Text, antworten kann sie nicht. Das ist die Grundfunktion in dieser Klasse und im Alltag der am häufigsten genutzte Teil – ein Blick aufs Handgelenk statt das Telefon aus der Tasche. Die Verbindung hielt im Test über Bluetooth zuverlässig bis etwa zehn Meter mit einer Wand dazwischen. Nach einem Neustart des Telefons verband sich die Uhr selbstständig wieder; bei zwei von zehn Versuchen dauerte es bis zu zwei Minuten.

Die App speichert Schritte, Puls und Schlafphasen und exportiert – das ist der Punkt, an dem solche Geräte sich unterscheiden. Ein Export in ein offenes Format oder eine Verbindung zu einer Gesundheitsplattform entscheidet darüber, ob die Daten nach einem Gerätewechsel erhalten bleiben. Wer über Jahre einen Trend führen will, sollte diesen Punkt vor dem Kauf klären.

Schlafmessung: was ein Handgelenkssensor sehen kann

Eine Uhr erkennt Schlaf aus Bewegungsruhe und Pulsverlauf. Damit lässt sich zuverlässig feststellen, wann jemand liegt und ruhig ist – die Einschlaf- und Aufwachzeit war im Vergleich mit Notizen auf etwa zehn Minuten genau.

Die Aufteilung in Schlafphasen ist etwas anderes. Leicht-, Tief- und Traumschlaf werden medizinisch über Hirnströme unterschieden, und ein Handgelenkssensor sieht davon nichts; die Angabe ist eine Schätzung aus Bewegung und Puls. Sie ist als Trend über Wochen brauchbar und als Nachtbewertung nicht.

Praktisch nützlich war eine unspektakuläre Zahl: die Gesamtliegezeit. Wer über zwei Wochen sieht, dass er im Schnitt 6:10 Stunden im Bett liegt und nicht die angenommenen sieben, hat daraus mehr gewonnen als aus jeder Phasenaufteilung.

Wasserdichtheit und Alltag

Angegeben ist der Schutz für Händewaschen und Regen. Das ist in dieser Klasse die übliche Auslegung und bedeutet: Duschen mit heißem Wasser und Schwimmen sind nicht abgedeckt – warmes Wasser dehnt Dichtungen und Wasserdruck beim Schwimmzug übersteigt den geprüften Bereich.

Das Mineralglas ist kratzfest genug für den Alltag und weniger hart als Saphir. Nach vier Monaten Tragen zeigte es zwei feine Kratzer, beide vom Anstoßen an Türrahmen. Das Edelstahlgehäuse war unauffällig, die Lünette an einer Kante blank gescheuert.

Der Sensorbereich auf der Rückseite braucht Pflege: Hautfett und Seifenreste bilden einen Film, der die optische Messung verschlechtert. Einmal in der Woche mit einem feuchten Tuch abwischen brachte in der Wiederholungsmessung eine messbar bessere Übereinstimmung beim Ruhepuls.

Für wen sie passt

Für alle, die eine Armbanduhr wollen und die Sensorik als Zugabe sehen: Benachrichtigungen, Schrittzahl, Ruhepuls, Liegezeit. In dieser Rolle funktioniert das Gerät, sieht dabei aus wie eine Uhr und hält fünf Tage – drei Eigenschaften, die eine Sportuhr nicht gleichzeitig hat.

Nicht geeignet ist sie für Training nach Pulszonen, für Schwimmen und für alles, was auf genaue Werte unter Belastung angewiesen ist. 22 Prozent Abweichung beim Laufen sind kein Randfall, sondern die Bauart – und mit engem Band bleiben 12 Prozent.

Wer beides will, braucht zwei Geräte oder einen Brustgurt zur Uhr. Ein Gurt kostet einen Bruchteil einer Sportuhr, koppelt sich mit den meisten Apps und löst genau das Problem, das diese Uhr hat.

Handzählung und Brustgurt als Referenz

Die Schrittzählung gegen Handzählung mit einem mechanischen Zähler über je 4.000 Schritte in drei Läufen: normaler Gang auf Asphalt, mit einer Hand in der Tasche und beim Schieben eines Einkaufswagens. Angegeben ist der Wert des normalen Gangs; die Sonderfälle stehen im Text.

Der Puls wurde gegen einen Brustgurt mit elektrischer Messung verglichen, gleichzeitig aufgezeichnet, in drei Zuständen: Ruhe im Sitzen nach fünf Minuten, schnelles Gehen und Laufen. Angegeben ist der Mittelwert über je drei Minuten stabiler Belastung.

Ungeprüft blieb die Genauigkeit der Schlafphasen – dafür wäre eine Schlaflaboraufzeichnung nötig. Die Angaben zu Einschlaf- und Aufwachzeit beruhen auf handschriftlichen Notizen und sind auf etwa zehn Minuten belastbar, nicht genauer.

Häufige Fragen

Wie genau zählt die Oozoo Smartwatch Schritte?

Bei 4.000 handgezählten Schritten zeigte sie 3.762, also 6 Prozent zu wenig – für diese Klasse ein guter Wert. Systematisch fehlen Schritte, wenn der Arm sich nicht bewegt: beim Schieben eines Einkaufswagens fehlten 84 Prozent.

Taugt die Pulsmessung?

In Ruhe ja (1,6 Prozent Abweichung), unter Belastung nicht: beim Laufen zeigte sie 121 statt 156 Schläge, also 22 Prozent zu niedrig. Mit eng angelegtem Band verbesserte sich das auf 12 Prozent – der Fehler liegt zur Hälfte am Tragen.

Wie sollte das Band sitzen?

Eng und zwei Finger breit oberhalb des Handgelenkknochens. Ein optischer Sensor muss ohne Spalt auf der Haut liegen; hebt er sich bei Bewegung ab, misst er Muskelbewegung statt Puls.

Wie lange hält der Akku?

5,5 Tage bei Pulsmessung im Zehn-Minuten-Intervall statt der angegebenen sieben. Mit Messung nur auf Abruf 11 Tage, mit Messung im Minutentakt 2,5. Geladen wird über einen modellspezifischen Magnetkontakt – ein Ersatzkabel mitzukaufen lohnt.

Kann ich mit der Uhr schwimmen?

Nein. Angegeben ist Schutz für Händewaschen und Regen; warmes Duschwasser dehnt Dichtungen, und der Wasserdruck beim Schwimmzug übersteigt den geprüften Bereich.

Wie belastbar ist die Schlafmessung?

Einschlaf- und Aufwachzeit auf etwa zehn Minuten genau – das ist brauchbar. Die Aufteilung in Schlafphasen ist eine Schätzung aus Bewegung und Puls; ein Handgelenkssensor sieht keine Hirnströme. Nützlicher ist die schlichte Gesamtliegezeit.

Warum wird die Messung mit der Zeit schlechter?

Weil Hautfett und Seifenreste einen Film auf dem Sensorfenster bilden. Einmal wöchentlich mit einem feuchten Tuch abwischen brachte in der Wiederholungsmessung eine messbar bessere Übereinstimmung beim Ruhepuls.

Was brauche ich, wenn ich nach Puls trainieren will?

Einen Brustgurt. Er misst elektrisch statt optisch, ist von Bewegung praktisch unabhängig, kostet einen Bruchteil einer Sportuhr und koppelt sich mit den meisten Apps – und er löst genau die Schwäche dieser Uhr.

Geprüft im Juli 2026