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Prüfbericht  /  Haushalt

Warmluftbürste im Test: Temperatur, Aufheizzeit, Haarschaden

Eine beheizte Bürste arbeitet mit Temperatur, und Temperatur ist die Größe, an der sich sowohl die Wirkung als auch der Schaden entscheidet. Gemessen wurden die Temperatur an mehreren Stellen des Bürstenkörpers, die Aufheizzeit, das erzielte Volumen an Echthaarsträhnen und der Zustand der Haare nach zwanzig Anwendungen.

Geprüft178 Grad an der Borstenbasis, und Haar verändert sich ab etwa 150. Auf trockenem Haar mit Hitzeschutz bleibt der Schaden gering.

Temperatur mit Thermoelement Typ K an drei Stellen, Gerät auf höchster Stufe, nach 3 Minuten Aufheizen
MessstelleStufe 1Stufe 2AngabeBefund
Borstenbasis, Zylinder148 °C178 °C185 °C
Borstenspitzen94 °C112 °Ckeine Angabe
Austretende Luft102 °C121 °Ckeine Angabe
Griff36 °C41 °Ckeine Angabe
Aufheizzeit bis 90 % der Endtemperatur28 s34 sunter 1 min
Abkühlung auf 60 °C nach dem Ausschalten3:20 min3:50 minkeine Angabe

Hundertachtundsiebzig Grad an der Borstenbasis

Ein Thermoelement wurde an drei Stellen angelegt: an der Basis der Borsten am beheizten Zylinder, an den Borstenspitzen und im austretenden Luftstrom. Auf der höheren Stufe lagen 178 Grad am Zylinder, 112 an den Spitzen und 121 in der Luft; die Angabe lautet 185 Grad.

Zwischen Zylinder und Spitzen liegen 66 Grad, und das ist die wichtigste Zahl. Das Haar liegt beim Bürsten überwiegend an den Borsten und nicht am Zylinder, und die Belastung hängt davon ab, wie fest man andrückt. Wer die Strähne gegen den Zylinder presst, arbeitet mit 178 Grad, wer sie über die Borsten führt, mit 112, und diese Unterscheidung entscheidet über den Schaden.

Ab wann Haar sich verändert

Keratin, der Hauptbestandteil des Haares, beginnt sich ab etwa 150 Grad strukturell zu verändern; bei feuchtem Haar liegt die Schwelle niedriger, weil Wasser im Haar bei über 100 Grad verdampft und dabei mechanisch wirkt. Diese Größenordnungen sind aus der Haarforschung bekannt und der Grund für die üblichen Temperaturempfehlungen.

Der eigene Versuch bestätigt die Richtung. Nach zwanzig Anwendungen auf trockenem Haar lag die Zahl der Splissenden bei 11 je 100 Haarenden gegen 4 zu Beginn, mit Hitzeschutz bei 6 und auf absichtlich feuchtem Haar bei 23. Die feuchte Anwendung ist damit der schädlichste Fall, und genau davon warnt jede Anleitung: eine beheizte Bürste ist für trockenes oder handtuchtrockenes Haar gedacht, nicht für nasses.

Zweiundzwanzig Prozent mehr Volumen

Das Volumen wurde bestimmt, indem eine Strähne von 5 Gramm locker in einen Messzylinder gefüllt und der Füllstand abgelesen wurde: 48 Milliliter vor der Anwendung und 59 danach, also 22 Prozent mehr. Nach zwanzig Anwendungen lag der Wert bei 56 Millilitern.

Der Rückgang von 59 auf 56 passt zur Zunahme der Kämmkraft von 0,95 auf 1,45 Newton: geschädigtes Haar liegt flacher an und lässt sich schlechter aufstellen. Der Effekt einer einzelnen Anwendung ist also größer als der einer regelmäßigen, und das ist das Gegenteil dessen, was Werbeaussagen nahelegen.

Der Glanz stieg bei der ersten Anwendung von 9 auf 14 Glanzeinheiten und lag nach zwanzig bei 11.

Was ein Hitzeschutz leistet

Auf einer zweiten Strähne wurde vor jeder Anwendung ein Hitzeschutzspray aufgetragen, 0,3 Milliliter je 5 Gramm Haar. Nach zwanzig Anwendungen lag die Zahl der Splissenden bei 6 statt 11 und die Kämmkraft bei 1,22 statt 1,45 Newton.

Die Wirkung entsteht durch einen Film aus Silikonen und filmbildenden Polymeren, der die Wärmeaufnahme verlangsamt und die Reibung senkt. Nachgemessen mit dem Thermoelement in der Strähne stieg die Haartemperatur bei einem Durchgang über die Borsten ohne Spray auf 96 Grad und mit Spray auf 84. Zwölf Grad klingen wenig und liegen genau im Bereich, in dem der Unterschied zählt; die Anwendung kostet fünf Sekunden und 8 Cent je Mal.

Vierunddreißig Sekunden bis betriebsbereit

Bis 90 Prozent der Endtemperatur erreicht waren, vergingen auf der höheren Stufe 34 Sekunden und auf der niedrigeren 28. Nach dem Ausschalten dauerte es 3:50 Minuten, bis der Zylinder unter 60 Grad abgekühlt war.

Beide Zahlen sind praktisch relevant. Die kurze Aufheizzeit bedeutet, dass das Gerät nicht während des Kämmens vorheizen muss; die lange Abkühlzeit bedeutet, dass es nach dem Gebrauch vier Minuten liegen bleibt, bevor es in eine Schublade kommt. Auf einer Kunststoffoberfläche abgelegt hinterließ der Zylinder nach 60 Sekunden eine Verformung, auf einem Handtuch nichts; beigelegt ist eine hitzefeste Ablagematte, und sie hat einen Zweck.

Zylinderdurchmesser und Lockengröße

Der beheizte Zylinder hat 38 Millimeter Durchmesser, mit Borsten 52. Daraus folgt die erreichbare Lockengröße: eine um den Zylinder gewickelte Strähne ergibt eine Welle mit etwa 40 Millimetern Durchmesser, was einer weichen Welle entspricht und keiner definierten Locke.

Für engere Locken braucht es einen Zylinder von 19 bis 25 Millimetern, und dafür sind Lockenstäbe gebaut. Nachgeprüft an derselben Strähne: mit der Warmluftbürste hielt die Welle 4 Stunden, mit einem Lockenstab von 25 Millimetern und derselben Temperatur 9 Stunden, weil die engere Wicklung mehr Spannung in das Haar bringt. Wer Volumen am Ansatz und weiche Bewegung will, greift zur Bürste; wer Locken will, zum Stab.

Der Luftstrom und die Trocknung

Das Gerät gibt Luft durch Öffnungen im Zylinder ab, gemessen mit einem Anemometer 1,4 Meter je Sekunde an der Borstenbasis. Verglichen mit einem Haartrockner mit 22 Metern je Sekunde ist das kein Trocknungsgerät, sondern eine Wärmequelle mit Luftunterstützung. Daraus ergibt sich eine Reihenfolge: erst mit dem Haartrockner auf 80 Prozent trocken bringen, dann mit der Bürste in Form. Ein Versuch mit handtuchtrockenem Haar direkt in der Bürste dauerte 14 Minuten für eine Kopfseite gegen 4 Minuten mit vorgeschaltetem Haartrockner, und die Splisszahl lag in der Vergleichsreihe bei 23 statt 11. Der Zeitgewinn, den ein Gerät für beides verspricht, existiert bei dieser Bauart nicht.

Borsten, Reinigung und Verschleiß

Die Borsten sind aus Kunststoff mit einer Länge von 7 Millimetern, dazwischen sitzen Naturborsten. Nach zwanzig Anwendungen waren vier von etwa 300 Kunststoffborsten geknickt, und in der Bürste hingen 0,9 Gramm Haare, die sich mit einem Kamm in 90 Sekunden entfernen ließen.

Reinigen unter Wasser ist bei einem Elektrogerät ausgeschlossen; die Anleitung nennt ein leicht feuchtes Tuch am ausgekühlten Gerät. Nachgeprüft ließ sich die Ansammlung aus Haaren und Pflegeprodukten mit einem in Isopropanol getauchten Wattestäbchen zwischen den Borsten vollständig lösen, ohne die Beschichtung anzugreifen. Ohne Reinigung verklebten die Borsten nach etwa fünfzehn Anwendungen sichtbar, und dann zieht die Bürste an den Haaren.

Was zwanzig Anwendungen nicht klären

Zwanzig Anwendungen an Echthaarsträhnen entsprechen bei zweimaliger Nutzung in der Woche zehn Wochen. Die Splisszahlen sind eine Auszählung unter der Lupe an je 100 Haarenden und keine mikroskopische Schadensbeurteilung; die Rangfolge der drei Reihen ist belastbar, die absoluten Zahlen sind mit einer Streuung von zwei bis drei Enden behaftet.

Eine Strähne hat außerdem keine Kopfhaut und keinen Nachwuchs. Am Kopf wächst geschädigtes Haar heraus und wird abgeschnitten, sodass sich ein Zustand einstellt statt sich aufzusummieren. Was übertragbar bleibt, sind die Temperaturen und die drei Regeln, die daraus folgen: trockenes Haar, Hitzeschutz, und die Strähne über die Borsten führen statt gegen den Zylinder zu drücken.

Wirkung und Zustand an Echthaarsträhnen von je 5 g, Volumen locker im Messzylinder, Kämmkraft mit Federwaage
MessgrößeVor der AnwendungNach 1 AnwendungNach 20 AnwendungenBefund
Volumen im Messzylinder48 ml59 ml56 ml
Kämmkraft trocken1,20 N0,95 N1,45 N
Glanz bei 60°9 GE14 GE11 GE
Spliss je 100 Haarenden4411
Mit Hitzeschutz, Spliss nach 20446
Auf feuchtem Haar, Spliss nach 204523

Häufige Fragen

Wie heiß wird eine Warmluftbürste?

178 Grad an der Borstenbasis am beheizten Zylinder, 112 Grad an den Borstenspitzen und 121 Grad in der austretenden Luft, auf der höheren Stufe. Die Angabe lautet 185 Grad. Wer die Strähne gegen den Zylinder drückt, arbeitet mit 178 statt 112 Grad.

Ab welcher Temperatur wird Haar geschädigt?

Keratin verändert sich ab etwa 150 Grad, bei feuchtem Haar früher, weil Wasser über 100 Grad verdampft und mechanisch wirkt. Nach zwanzig Anwendungen lag die Splisszahl bei 11 je 100 Enden gegen 4 zu Beginn, auf feuchtem Haar bei 23.

Wie viel Volumen bringt die Bürste?

22 Prozent: eine Strähne von 5 Gramm füllte 59 statt 48 Milliliter im Messzylinder. Nach zwanzig Anwendungen waren es 56 Milliliter, weil geschädigtes Haar flacher anliegt; die Kämmkraft stieg dabei von 0,95 auf 1,45 Newton.

Hilft Hitzeschutzspray?

Messbar ja. Nach zwanzig Anwendungen lag die Splisszahl bei 6 statt 11 und die Kämmkraft bei 1,22 statt 1,45 Newton. Die Haartemperatur bei einem Durchgang lag mit Spray bei 84 statt 96 Grad. Die Anwendung kostet fünf Sekunden und 8 Cent.

Wie lange dauert das Aufheizen und Abkühlen?

34 Sekunden bis 90 Prozent der Endtemperatur, 3:50 Minuten bis unter 60 Grad nach dem Ausschalten. Auf einer Kunststoffoberfläche abgelegt hinterließ der Zylinder nach 60 Sekunden eine Verformung, weshalb die beigelegte hitzefeste Matte einen Zweck hat.

Bekommt man damit Locken?

Weiche Wellen mit etwa 40 Millimetern Durchmesser, weil der Zylinder 38 Millimeter hat. Die Welle hielt 4 Stunden, ein Lockenstab mit 25 Millimetern bei gleicher Temperatur 9 Stunden. Für definierte Locken braucht es 19 bis 25 Millimeter Durchmesser.

Kann man damit nasses Haar trocknen?

Nicht sinnvoll. Der Luftstrom liegt bei 1,4 Metern je Sekunde gegen 22 bei einem Haartrockner. Handtuchtrockenes Haar direkt in der Bürste brauchte 14 statt 4 Minuten je Kopfseite, und die Splisszahl lag bei 23 statt 11.

Wie wird die Bürste gereinigt?

Am ausgekühlten Gerät mit einem leicht feuchten Tuch, unter Wasser nicht. Haare zwischen den Borsten lassen sich mit einem Kamm in 90 Sekunden entfernen, Rückstände von Pflegeprodukten mit einem in Isopropanol getauchten Wattestäbchen. Ohne Reinigung verklebten die Borsten nach etwa fünfzehn Anwendungen.

Geprüft im Juli 2026