Bereich / 01
Haushalt
Haushalt im Test: Küchengeräte, Reinigung, Bad und Werkstatt mit Messwerten
Alles, was den Alltag leichter macht. Oder schwerer.
Geprüfte Geräte
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Der größte Bereich, und warum er so breit ist
Haushalt heißt hier alles, was im Haus benutzt wird und nicht in einen der anderen fünf Bereiche gehört: Küchengeräte, Waschen und Trocknen, Reinigung, Bad, Pflege, Werkstatt und die Reparatur an der Wand. Das ergibt einhundertneunundsechzig Berichte, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben.
Zusammengehalten werden sie von zwei Größen, die überall vorkommen. Die erste ist Verbrauch je Vorgang: Strom und Wasser je Spülprogramm, Kilowattstunden je Waschgang, Milliliter Reiniger je Anwendung, Zentiliter Wasser je Tasse. Die zweite ist Standzeit: wie viele Liter ein Filter schafft, wie viele Rasuren eine Klinge, wie viele Zyklen ein Scharnier.
Aus diesen zwei Größen ergibt sich der Preis, mit dem ein Käufer rechnen kann, und der steht in fast jedem Bericht als eigene Tabelle: nicht der Kaufpreis, sondern die Kosten je Nutzung über die Lebensdauer.
Waschen, Spülen, Trocknen: das Programm ist das Gerät
Bei Waschmaschinen, Geschirrspülern und Trocknern entsteht der Unterschied im Programm, nicht im Typenschild. Zwei Geräte derselben Energieklasse verbrauchen unterschiedlich, weil das Sparprogramm eine Stunde länger läuft und dabei kälter arbeitet, und diese Verschiebung von Zeit gegen Strom ist die eigentliche Konstruktionsentscheidung.
Gemessen wird deshalb je Programm einzeln, mit Zwischenzähler und Wasseruhr: Kilowattstunden, Liter, Laufzeit, dazu die Bereitschaftsaufnahme nach Programmende. Bei mehreren Geräten war das Kurzprogramm der teuerste Weg zu sauberer Wäsche, obwohl es sich so nicht anhört.
Zum Vergleich steht bei den Geschirrspülern die Handwäsche in derselben Tabelle, mit Warmwasserkosten, Wasserverbrauch und dem Zeitaufwand am Becken. Diese Zeile beantwortet die Frage, die vor dem Gerätekauf steht, und sie fehlt in den meisten Vergleichen.
Kaffee, Fritteuse, Mixer: Leistung an der Steckdose
Küchengeräte werden über drei Dinge beurteilt: was sie aufnehmen, was sie in der angegebenen Zeit erreichen und was danach zu reinigen ist. Ein Kaffeevollautomat zieht für einen Bezug 0,022 Kilowattstunden und fürs morgendliche Aufheizen 0,031, im Ruhezustand 0,4 Watt, und damit ist der Strom an dieser Maschine der kleinste Posten.
Bei Heißluftfritteusen ist es das nutzbare Korbvolumen gegen die Angabe auf dem Karton. Vier Liter Nennvolumen bedeuten regelmäßig drei Liter, in die etwas hineinpasst, weil Heizspirale und Luftführung Raum brauchen. Diese Differenz steht in den Berichten als eigene Zeile mit Abweichung in Prozent.
Der dritte Punkt ist die Standzeit der Verbrauchsteile. Bei Kaffeemaschinen sind es Filterpatronen und ihr Preis je Liter enthärteten Wassers, bei Pfannensets die Beschichtung nach einer festen Zahl von Bratvorgängen, bei Mixern das Messerlager.
Reinigung: was ein Sauger wirklich aufnimmt
Bei Staubsaugern ist die Wattangabe seit Jahren keine Auskunft mehr, und die Energieklasse allein auch nicht. Aussagekräftig sind die aufgenommene Masse eines definierten Prüfguts auf Hartboden und auf Teppich, der Luftstrom am Rohr und die Laufzeit bei der Saugstufe, mit der man tatsächlich saugt.
Bei Akkugeräten kommt die Kurve dazu: viele halten die Nennsaugleistung nur in den ersten Minuten und fallen dann ab. Geprüft wird deshalb die Aufnahme am Anfang und nach drei Vierteln der Akkulaufzeit, weil der zweite Wert beschreibt, was am Ende des Zimmers noch passiert.
Bei Reinigungsmitteln und Tüchern wird die Dosierung nachgerechnet. Ein Konzentrat mit 20 Millilitern je Eimer ist billiger als eines mit fünf, wenn die Flasche halb so viel kostet, und diese Rechnung steht in den Berichten statt eines Urteils über den Duft.
Bad, Pflege und der Preis je Anwendung
Ein großer Teil dieses Bereichs sind Cremes, Shampoos, Zahnpflege und Nahrungsergänzung. Solche Produkte lassen sich nicht auf Wirksamkeit prüfen, ohne eine Studie zu führen, und der Bericht behauptet das auch nicht. Geprüft wird, was ohne Studie belegbar ist: die Deklaration, die Menge je Packung, der Preis je Anwendung und die Zahl der Anwendungen, die eine Packung wirklich hergibt.
Diese Rechnung dreht die Preisordnung im Regal regelmäßig um. Ein Produkt für 9,50 Euro mit zehn Anwendungen ist teurer als eines für 5,95 mit fünfundzwanzig, und bei einer Tagescreme entscheidet die Menge je Anwendung stärker über die Jahreskosten als der Preis auf dem Tiegel.
Bei Zahnpflege, Blutdruckmessgeräten und Hilfsmitteln wie einer Hallux-Schiene steht zusätzlich die rechtliche Einordnung dabei, weil Kosmetikum, Medizinprodukt und Arzneimittel verschiedene Nachweise verlangen und ein Käufer daran erkennt, was er erwarten darf.
Werkstatt und Wand: Aushärten, Dichten, Bohren
Der letzte Teil dieses Bereichs gehört zur Instandhaltung: Kleber, Dichtmassen, Putze, Wandfarben, Bohrmaschinen und Bandsägen. Bei Klebstoffen und Dichtmassen ist die entscheidende Größe die Aushärtezeit unter realer Feuchte, nicht die Angabe für Laborbedingungen, und bei Silikon zusätzlich die Beständigkeit gegen Reiniger.
Bei Wandfarben ist es das Deckvermögen in Quadratmetern je Liter über einem definierten Untergrund, gemessen mit zwei Anstrichen. Eine Nikotinsperre wird zusätzlich daran beurteilt, ob nach vier Wochen etwas durchschlägt, denn genau dort scheitert ein Anstrich, der frisch tadellos aussah.
Bei Maschinen für die Werkstatt zählen Rundlauf und Tischplanheit mehr als die Motorleistung. Eine Tischbohrmaschine mit 0,15 Millimetern Rundlaufabweichung bohrt sauberer als eine mit mehr Watt und doppeltem Spiel, und das ist mit einer Messuhr nachprüfbar.
Häufige Fragen
Welches Spülprogramm ist wirklich das günstigste?
Fast immer das Sparprogramm, obwohl es am längsten läuft. Es arbeitet mit niedrigerer Temperatur und längerer Einwirkzeit, und die Temperatur kostet den Strom, nicht die Zeit. Bei den geprüften Geräten lag das Kurzprogramm regelmäßig deutlich über dem Sparprogramm, bei gleichem Ergebnis nur bei leicht verschmutztem Geschirr.
Stimmt das angegebene Volumen einer Heißluftfritteuse?
Als Nennvolumen ja, als nutzbarer Raum nein. Heizspirale, Ventilator und Luftführung brauchen Platz, und der Korb lässt sich nur bis zur Marke füllen. Bei geprüften Geräten lag der nutzbare Inhalt rund ein Viertel unter der Angabe, was für eine Portionsplanung entscheidend ist.
Was sagt die Wattzahl eines Staubsaugers aus?
Nur, was er an der Steckdose aufnimmt. Über die aufgenommene Staubmenge sagt sie nichts, weil Düse, Luftführung und Filter dazwischenliegen. Aussagekräftig sind die Aufnahme eines definierten Prüfguts auf Hartboden und Teppich sowie der Luftstrom am Rohr.
Lohnt sich eine Filterpatrone im Kaffeevollautomaten?
Bei hartem Wasser ja, aber der Preis je Liter entscheidet über die Marke. Zwischen einer Originalpatrone und einem Nachbau lag in der Messreihe der Faktor drei je Liter enthärteten Wassers, bei vergleichbarer Standzeit und Resthärte. Wer keine Patrone verwendet, muss häufiger entkalken.
Wie rechnet man den Preis je Anwendung bei Pflegeprodukten?
Packungspreis geteilt durch die Zahl der Anwendungen, die die Menge hergibt, nicht durch die Zahl auf der Packung. Dazu wird die Menge je Anwendung abgewogen, meist ein bis zwei Gramm bei Creme und fünf bis acht Milliliter bei Shampoo. Erst diese Zahl macht zwei Produkte vergleichbar.
Woran erkennt man eine gute Tischbohrmaschine?
An Rundlauf und Tischplanheit, beides mit einer Messuhr prüfbar. Ein Rundlauf unter 0,2 Millimetern und eine plane Tischfläche bringen mehr Genauigkeit als zusätzliche Motorleistung. Spiel in der Pinole zeigt sich am schrägen Bohrloch, nicht am Datenblatt.
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