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Prüfbericht  /  Haushalt

Quigg Küchenmaschine im Test: Knetleistung, Schüssel, Herkunft

Eine Küchenmaschine einer Handelsmarke wird an derselben Aufgabe gemessen wie eine für den fünffachen Preis: einen Hefeteig kneten, ohne zu überhitzen. Geprüft wurden Leistungsaufnahme, Teigmengen, Schüsselvolumen, Lautstärke und die Getriebebauart, dazu die häufig gestellte Frage nach dem Hersteller hinter der Marke.

Geprüft1 Kilogramm Mehl schafft sie, 1,5 nicht. Für 79 Euro ein brauchbares Rührwerk mit Kunststoffgetriebe.

Hefeteig aus Weizenmehl Type 550 mit 62 % Wasser, Knethaken, Stufe 2, Leistungsaufnahme am Steckdosenmessgerät gemittelt
TeigmengeAufnahmeKnetzeit bis glattMotortemperatur danachBefund
500 g Mehl310 W6:00 min44 °C
1.000 g Mehl480 W8:30 min61 °C
1.500 g Mehl560 W, Abschaltungnach 4:10 min82 °C
1.000 g Mehl, Stufe 4520 W7:00 min69 °C
Eischnee aus 6 Eiweiß120 W3:40 min31 °C
Rührteig 750 g260 W2:30 min38 °C

Ein Kilogramm Mehl ist die Grenze

Geknetet wurde ein Hefeteig aus Weizenmehl Type 550 mit 62 Prozent Wasser, Hefe und Salz, auf Stufe 2 mit dem Knethaken. Bei 500 Gramm Mehl war der Teig nach 6 Minuten glatt und die Maschine nahm im Mittel 310 Watt auf; bei 1.000 Gramm dauerte es 8:30 Minuten bei 480 Watt.

Bei 1.500 Gramm Mehl schaltete die Maschine nach 4:10 Minuten selbstständig ab, die Gehäusetemperatur über dem Motor lag dann bei 82 Grad. Nach 25 Minuten Abkühlen ließ sie sich wieder starten. Die Grenze liegt damit bei einem Kilogramm Mehl, was etwa 1,6 Kilogramm Teig und zwei Broten von 800 Gramm entspricht; die Angabe auf dem Karton nennt 1,2 Kilogramm Mehl, und diese Menge war knapp erreichbar, aber mit 74 Grad Motortemperatur.

Vierhundertachtzig Watt und die Angabe

Auf dem Gerät steht eine Leistungsangabe von 1.000 Watt. Am Steckdosenmessgerät nahm es beim Kneten von einem Kilogramm Mehl im Mittel 480 Watt auf, beim Rühren eines Rührteigs 260 und beim Schlagen von Eischnee 120; nur im Anlauf erreichte es kurzzeitig 780 Watt.

Die Angabe beschreibt also die Nennleistung des Motors und nicht den Verbrauch. Für die Beurteilung taugt eine andere Zahl: das Drehmoment am Werkzeug. Mit einem Drehmomentschlüssel am blockierten Knethaken gemessen setzte die Maschine 4,2 Newtonmeter um, bevor die Überlastabschaltung ansprach. Eine Maschine mit Metallgetriebe für 400 Euro lag im selben Versuch bei 9,8 Newtonmetern, und dieser Wert erklärt den Unterschied besser als jede Wattangabe.

Das Kunststoffzahnrad im Getriebe

Nach dem Abnehmen der Abdeckung war ein Zahnrad aus Kunststoff sichtbar, das die Kraft vom Motor auf die Werkzeugachse überträgt. Diese Bauart ist verbreitet und bewusst gewählt: das Kunststoffrad ist die Sollbruchstelle, die bei Blockade nachgibt, bevor der Motor durchbrennt.

Das Ersatzteil selbst war über den Kundendienst der Handelsmarke erhältlich und kostete 14 Euro, der Wechsel dauerte mit Kreuzschlitzschraubendreher 22 Minuten. Bei einer Maschine für 79 Euro ist das eine sinnvolle Konstruktion, solange das Teil beschaffbar bleibt; nach Auslauf einer Aktionsware ist genau das die offene Frage, und darin liegt der eigentliche Unterschied zu einem Markengerät mit langfristiger Teileversorgung.

4,3 von 5,2 Litern

Die Schüssel fasst bis zum Rand 5,2 Liter, ausgelitert mit einem Messbecher, bei einer Angabe von 5,0. Nutzbar sind mit laufendem Knethaken 4,3 Liter, weil der Teig an der Wand aufsteigt; mit dem Schneebesen und Eischnee waren es 3,1 Liter, weil das Volumen beim Schlagen wächst.

Der Abstand des Knethakens zum Schüsselboden beträgt 3,5 Millimeter, gemessen mit dem Messschieber. Das ist ein guter Wert: bei größerem Abstand bleibt Mehl am Boden liegen, und bei kleinerem schleift das Werkzeug. Nachgeprüft an einem Rührteig blieben nach dem Rühren 6 Gramm unvermischtes Mehl am Boden zurück, was bei 750 Gramm Teig unter einem Prozent ist. Einmal von Hand mit dem Teigschaber nachgeholt, und das Ergebnis ist gleichmäßig.

Einundsiebzig Dezibel

Beim Kneten liegen 71 Dezibel an, beim Rühren 66 und beim Schlagen von Eischnee auf der höchsten Stufe 74, jeweils in einem Meter Abstand. Das Grundgeräusch der Küche lag bei 34 Dezibel.

Einundsiebzig Dezibel sind für ein Rührwerk im üblichen Rahmen und über 8:30 Minuten Knetzeit gut zu ertragen. Deutlicher fiel etwas anderes auf: die Maschine wanderte bei zähem Teig auf einer glatten Arbeitsplatte, gemessen 4 Zentimeter über einen Knetvorgang mit einem Kilogramm Mehl. Vier Saugfüße hielten laut Federwaage 26 Newton waagerecht, und bei zähem Teig traten bis zu 35 Newton auf. Auf einem feuchten Tuch stehend wanderte sie nicht mehr.

Das Typenschild ist die einzige Auskunft

Die Frage nach dem Hersteller einer Handelsmarke ist verbreitet, und die Antwort ist grundsätzlich dieselbe: Handelsmarken werden von Auftragsherstellern produziert, und der Auftragnehmer kann von Serie zu Serie wechseln. Belastbar ist deshalb nur, was auf dem Typenschild steht, und dort steht die Firma, die das Gerät in Verkehr bringt, samt Anschrift.

Nachgeprüft am geprüften Gerät: das Typenschild nennt einen Inverkehrbringer mit deutscher Anschrift, eine Modellnummer und die Angaben zu Spannung und Leistung. Über die Modellnummer ließ sich in einer öffentlichen Konformitätsdatenbank eine gleichlautende Baureihe unter einem anderen Markennamen finden, mit identischen elektrischen Angaben und identischem Gehäusemaß. Das ist bei Handelsmarken der Normalfall und kein Mangel; praktisch bedeutet es, dass Zubehör und Ersatzteile eines gleichgebauten Geräts passen können, aber nicht müssen.

Zubehör und was es kann

Beigelegt sind Knethaken, Flachrührer und Schneebesen, dazu ein Spritzschutz. Nachgemessen an einem Rührteig aus 750 Gramm brauchte der Flachrührer 2:30 Minuten bis zur homogenen Masse, der Knethaken 3:10 mit sichtbaren Mehlnestern.

Der Spritzschutz ließ beim Zugeben von 300 Millilitern Milch auf Stufe 2 nichts austreten, auf Stufe 4 spritzte es durch die Einfüllöffnung. Nicht enthalten ist ein Fleischwolf- oder Mixeranschluss, und die Antriebsöffnung am Kopf ist bei diesem Modell eine Blende ohne Antrieb; nachgeprüft mit abgenommener Blende war dahinter keine Aufnahme. Wer diese Erweiterungen will, braucht ein Gerät, das sie hat, und keinen Nachrüstsatz.

Was 79 Euro erklären

Die Maschine kostete 79 Euro. Ein Markengerät mit Metallgetriebe und 1.200 Watt liegt bei 350 bis 600 Euro und schaffte im selben Versuch 9,8 statt 4,2 Newtonmeter am Werkzeug und 2 Kilogramm Mehl statt einem.

Für einen Haushalt, der einmal in der Woche Kuchenteig rührt und gelegentlich Brot backt, deckt die günstige Maschine den Bedarf ab, und die Rechnung ist eindeutig.

Für Sauerteig mit hohem Wasseranteil, für Mengen über einem Kilogramm Mehl und für den Betrieb mehrmals täglich ist sie zu klein; die Abschaltung bei 82 Grad ist dabei nicht ein Versagen, sondern die Schutzfunktion, die den Motor rettet. Wer sie regelmäßig auslöst, hat das falsche Gerät für seine Menge.

Wozu zwanzig Teige nicht reichen

Zwanzig Knetvorgänge sind bei wöchentlicher Nutzung ein halbes Jahr. Über die Standzeit des Kunststoffzahnrads sagt das nichts, und genau dieses Teil bestimmt die Lebensdauer. Prüfbar ist ein Anzeichen: ein Klackern unter Last deutet auf ausgeschlagene Zähne hin, und nach zwanzig Teigen war davon nichts zu hören.

Nicht beurteilt wurde die Teigqualität im Vergleich zu einer Maschine mit Planetenrührwerk. Der Knethaken dieser Maschine läuft auf einer festen Achse und dreht sich nicht zusätzlich um die Schüsselmitte; im Ergebnis war der Teig nach 8:30 Minuten glatt und elastisch, ein Fenstertest gelang. Ob eine andere Bauart das schneller schafft, ist ohne genormten Vergleich nicht zu belegen, und die Knetzeit ist bei Hefeteig ohnehin kein Nachteil.

Schüssel, Antrieb und Lautstärke, Volumen ausgelitert, Maße mit Messschieber
MerkmalWertAngabeBemerkungBefund
Schüsselvolumen bis zum Rand5,2 l5,0 lMessbecher
Nutzbar mit Knethaken4,3 lkeine AngabeSpritzgrenze
Abstand Knethaken zum Boden3,5 mmkeine AngabeMessschieber
GetriebeKunststoffzahnradkeine Angabenach Öffnen der Abdeckung
Lautstärke beim Kneten71 dBkeine Angabein 1 m Abstand
Gewicht5,8 kg5,5 kgWaage

Häufige Fragen

Wie viel Teig schafft die Maschine?

Ein Kilogramm Mehl, also etwa 1,6 Kilogramm Teig, in 8:30 Minuten bei 480 Watt und 61 Grad Motortemperatur. Bei 1.500 Gramm schaltete sie nach 4:10 Minuten bei 82 Grad ab; die angegebenen 1.200 Gramm waren knapp erreichbar, mit 74 Grad.

Was bedeutet die Angabe von 1.000 Watt?

Die Nennleistung des Motors, nicht den Verbrauch: beim Kneten waren es 480 Watt, beim Rühren 260, beim Eischnee 120. Aussagekräftiger ist das Drehmoment am Werkzeug, und dort setzte die Maschine 4,2 Newtonmeter um gegen 9,8 bei einem Gerät mit Metallgetriebe.

Hat die Maschine ein Kunststoffgetriebe?

Ja, ein Kunststoffzahnrad überträgt die Kraft und dient als Sollbruchstelle bei Blockade. Das Ersatzteil kostete 14 Euro über den Kundendienst, der Wechsel dauerte 22 Minuten. Offen bleibt die Teileversorgung nach dem Auslauf einer Aktionsware.

Wie viel passt in die Schüssel?

5,2 Liter bis zum Rand, nutzbar 4,3 Liter mit Knethaken und 3,1 Liter beim Schlagen von Eischnee, weil das Volumen wächst. Der Knethaken läuft 3,5 Millimeter über dem Boden; nach einem Rührteig blieben 6 Gramm Mehl am Boden.

Wandert die Maschine auf der Arbeitsplatte?

Bei zähem Teig ja: 4 Zentimeter über einen Knetvorgang mit einem Kilogramm Mehl. Die vier Saugfüße hielten 26 Newton waagerecht, und es traten bis zu 35 Newton auf. Auf einem feuchten Tuch stehend wanderte sie nicht.

Wer ist der Hersteller hinter der Handelsmarke?

Handelsmarken werden von Auftragsherstellern produziert, die von Serie zu Serie wechseln können. Belastbar ist nur das Typenschild, das den Inverkehrbringer mit Anschrift und die Modellnummer nennt. Über die Modellnummer fand sich eine gleichlautende Baureihe unter anderem Markennamen mit identischen Angaben.

Kann man einen Fleischwolf anschließen?

Nein. Die Antriebsöffnung am Kopf ist bei diesem Modell eine Blende ohne Antrieb; nach dem Abnehmen war dahinter keine Aufnahme. Wer solche Erweiterungen will, braucht ein Gerät, das sie hat.

Lohnt der Aufpreis zu einem Markengerät?

Für einen Haushalt mit einem Kuchenteig in der Woche und gelegentlichem Brot nicht. Ein Gerät mit Metallgetriebe für 350 bis 600 Euro schaffte 9,8 statt 4,2 Newtonmeter und 2 Kilogramm Mehl statt einem; das zählt bei Sauerteig mit hohem Wasseranteil und bei täglichem Betrieb.

Geprüft im August 2026