Prüfbericht / Haushalt
Schwarze Haarfarbe im Test: Grauabdeckung über sechs Wäschen
Schwarz ist die Farbe, bei der Grauabdeckung am einfachsten und Auswaschen am sichtbarsten ist. Vier Produkte wurden an grauen Echthaarsträhnen aufgetragen und über sechs Wäschen am Farbmessgerät verfolgt, dazu kamen pH-Werte, Aufhellwirkung und die Frage, was Blauschwarz von Naturschwarz unterscheidet.
GeprüftAlle vier deckten Grau vollständig ab. Der Unterschied zeigt sich nach sechs Wäschen: 24 gegen 31 Helligkeitspunkte.
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| Produkt | Direkt nach dem Färben | Nach 3 Wäschen | Nach 6 Wäschen | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Oxidationsfarbe mit Ammoniak | 18 | 21 | 24 | |
| Oxidationsfarbe ohne Ammoniak | 19 | 23 | 27 | |
| Intensivtönung | 22 | 27 | 31 | |
| Blauschwarz mit Ammoniak | 17 | 20 | 23 | |
| Ungefärbte graue Strähne | 78 | 78 | 78 |
Von 78 auf 18 Helligkeitspunkte
Graue Echthaarsträhnen mit einer Ausgangshelligkeit von 78 auf der Skala von 0 bis 100 wurden nach Anleitung gefärbt und nach dem Trocknen an fünf Punkten gemessen. Alle vier Produkte brachten die Strähne auf 17 bis 22, also auf Werte, die als Schwarz gelesen werden; naturschwarzes Haar liegt bei etwa 16.
Grauabdeckung ist bei Schwarz damit kein Unterscheidungsmerkmal: jedes der vier Produkte deckte vollständig ab, weil der Abstand zwischen Grau und Schwarz so groß ist, dass auch eine unvollständige Pigmentierung als Schwarz erscheint. Bei Braun- und Blondtönen ist das anders, dort bleiben graue Haare als hellere Fasern erkennbar. Der Unterschied zwischen den vier Produkten zeigt sich erst beim Auswaschen.
Nach sechs Wäschen trennt sich das Feld
Nach jeder Wäsche mit einem Standardshampoo wurde erneut gemessen. Nach drei Wäschen lagen die Werte bei 20 bis 27, nach sechs bei 23 bis 31. Die Oxidationsfarbe mit Ammoniak hielt am besten, die Intensivtönung wusch am stärksten aus.
Der Unterschied von 8 Punkten zwischen der besten und der schlechtesten ist mit dem Auge sichtbar: eine Strähne mit 31 wirkt anthrazit statt schwarz, besonders im Sonnenlicht. Ursache ist die Art der Pigmentierung: eine Oxidationsfarbe bildet die Farbstoffe im Haar selbst, eine Tönung lagert sie außen an. Wer schwarz färbt und nicht alle vier Wochen nachfärben will, greift zur Oxidationsfarbe, und wer die Entscheidung offenhalten will, zur Tönung.
Was Ammoniak leistet
Die angemischte Farbe mit Ammoniak hatte einen pH-Wert von 9,8, die ammoniakfreie 9,1 und die Tönung 8,4, jeweils unverdünnt gemessen. Ammoniak erhöht den pH-Wert und öffnet damit die Schuppenschicht, sodass die Farbvorstufen in das Haar gelangen; ammoniakfreie Produkte verwenden dafür andere alkalische Stoffe, meist Ethanolamin.
Messbar ist der Unterschied im Halt: nach sechs Wäschen lagen 24 gegen 27 Punkte, also drei Punkte zugunsten der Ammoniakvariante. Messbar ist auch der Preis dafür: die Kämmkraft der Strähne stieg bei der Ammoniakvariante von 1,2 auf 1,9 Newton, bei der ammoniakfreien auf 1,6. Ammoniakfrei bedeutet also nicht schonend im Sinne von pH-neutral, sondern nur ohne diesen einen Stoff und mit etwas geringerer Wirkung in beide Richtungen.
Blauschwarz ist messbar blau
Der Farbton wurde über den Blau- und Rotanteil bestimmt. Das als Blauschwarz angebotene Produkt lag beim Blauanteil bei minus 2,8, die drei anderen zwischen minus 0,4 und plus 0,3; naturschwarzes Haar liegt bei plus 1,1, hat also einen leicht warmen Ton.
Minus 2,8 sind im direkten Vergleich als kühler, bläulicher Schimmer erkennbar, allein betrachtet fällt es kaum auf und im Sonnenlicht deutlicher als bei Kunstlicht. Wer einen sichtbaren Blaustich will, braucht eine Farbe mit direktziehenden blauen Pigmenten, und die sind an einem Wert um minus 6 erkennbar.
Umgekehrt ist ein Rotanteil von plus 1,2 bei der Tönung der Grund, warum ausgewaschenes Schwarz rötlich wirkt: die blauen Anteile verschwinden zuerst.
Warum Schwarz nicht zurückgeht
Eine schwarz gefärbte Strähne wurde mit einem Blondiermittel behandelt, um die Umkehrbarkeit zu prüfen. Nach einer Anwendung lag die Helligkeit bei 34 und der Ton war rotbraun, nach einer zweiten bei 46 und orange. Eine ungefärbte graue Strähne erreichte mit einer Anwendung 88.
Schwarze Oxidationsfarbe bildet große Farbstoffmoleküle im Haar, die sich nicht mehr auswaschen und beim Blondieren nur teilweise zerstört werden; zurück bleiben die roten Anteile. Wer von Schwarz zu Blond will, braucht mehrere Behandlungen mit Zwischenpausen und einer Tönung darüber, und das ist der Grund, warum Friseurbetriebe davon abraten oder es in mehreren Terminen ansetzen. Vor der Entscheidung für Schwarz gehört diese Einbahnstraße mitbedacht.
Nachwachsen und der Ansatz
Haar wächst etwa 1,0 bis 1,3 Zentimeter im Monat. Bei einem Grauanteil von 50 Prozent und schwarzem Deckhaar ist ein Ansatz von 5 Millimetern schon sichtbar, was nach etwa zwei Wochen erreicht ist; bei 20 Prozent Grauanteil fällt derselbe Ansatz kaum auf. Nachgemessen an einer Strähne mit angesetztem grauem Abschnitt: bei 5 Millimetern grauem Ansatz lag der Helligkeitsunterschied zur gefärbten Länge bei 59 Punkten, und das ist der größtmögliche Kontrast überhaupt.
Aus dieser Zahl folgt der Pflegeaufwand: Schwarz auf stark ergrautem Haar verlangt ein Nachfärben des Ansatzes alle zwei bis drei Wochen, und dieser Rhythmus ist die eigentliche Entscheidung, nicht die Wahl der Marke.
Was eine Anwendung kostet
Die vier Produkte kosteten zwischen 4,95 und 12,90 Euro je Packung. Gewogen enthielt eine Packung 108 bis 122 Gramm angemischte Masse, und für kurzes Haar wurden 42 Gramm verbraucht, für mittellanges 78 und für langes 115.
Bei mittellangem Haar reicht eine Packung damit für eine Anwendung, bei kurzem für zwei, wenn die angemischte Masse geteilt und der Rest verworfen wird; aufbewahren lässt sich angemischte Oxidationsfarbe nicht, weil die Reaktion mit dem Wasserstoffperoxid sofort beginnt. Für einen Ansatz allein waren 24 Gramm nötig, also ein Fünftel einer Packung. Über ein Jahr mit Ansatzfärbung alle drei Wochen und Vollfärbung alle drei Monate ergeben sich 8 Packungen und damit 40 bis 103 Euro.
Der Test vor dem Färben
In jeder Packungsbeilage stehen zwei Prüfungen, und beide haben einen messbaren Zweck. Der Verträglichkeitstest 48 Stunden vor der Anwendung dient dem Erkennen einer Kontaktallergie gegen die Farbvorstufen, von denen einige zu den stärkeren Kontaktallergenen gehören; die Reaktion tritt typischerweise nach 24 bis 48 Stunden auf und nicht sofort.
Die zweite Prüfung ist die Probesträhne, und sie beantwortet eine andere Frage: wie das Ergebnis auf dem eigenen Haar aussieht. Nachgemessen an drei Strähnen unterschiedlicher Vorbehandlung mit derselben Farbe lagen die Ergebnisse bei 18, 22 und 26 Helligkeitspunkten, weil vorgeschädigtes Haar mehr Farbe aufnimmt und blondiertes anders reagiert. Acht Punkte Unterschied bei identischem Produkt sind der Grund, warum diese fünf Minuten sich lohnen.
Was an einer Strähne endet
Eine Strähne hat keine Kopfhaut, und genau dort treten die Reaktionen auf, die bei Haarfarben zählen. Brennen, Rötung und Juckreiz während oder nach der Anwendung sind Anlass, sofort auszuwaschen und bei stärkeren Beschwerden eine Praxis aufzusuchen; eine einmal aufgetretene Reaktion auf Farbvorstufen bleibt bestehen und schließt diese Produktgruppe künftig aus.
Ebenso außerhalb dieser Messreihe liegt das Ergebnis am Kopf: dort wirkt die Farbe an Ansatz und Längen unterschiedlich lange, und die Kopfwärme beschleunigt die Reaktion. Was die Strähnen liefern, ist der Vergleich zwischen den Produkten unter gleichen Bedingungen, und der ist eindeutig: Oxidationsfarbe hält, Tönung wäscht aus, und Blauschwarz ist um knapp drei Farbeinheiten kühler.
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| Produkt | Blauanteil b* | Rotanteil a* | pH angemischt | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Oxidationsfarbe mit Ammoniak | −0,4 | +0,6 | 9,8 | |
| Oxidationsfarbe ohne Ammoniak | −0,2 | +0,9 | 9,1 | |
| Intensivtönung | +0,3 | +1,2 | 8,4 | |
| Blauschwarz mit Ammoniak | −2,8 | +0,3 | 9,9 | |
| Naturschwarzes Haar zum Vergleich | +1,1 | +1,4 | entfällt |
Häufige Fragen
Deckt schwarze Haarfarbe graue Haare ab?
Vollständig, und zwar bei allen vier geprüften Produkten: von einer Ausgangshelligkeit von 78 auf 17 bis 22, während naturschwarzes Haar bei etwa 16 liegt. Bei Schwarz ist Grauabdeckung deshalb kein Unterscheidungsmerkmal, bei Braun- und Blondtönen schon.
Wie schnell wäscht sich Schwarz aus?
Nach sechs Wäschen lag die Oxidationsfarbe mit Ammoniak bei 24 Helligkeitspunkten, die ammoniakfreie bei 27 und die Intensivtönung bei 31. Acht Punkte Unterschied sind sichtbar: 31 wirkt anthrazit statt schwarz.
Ist ammoniakfreie Farbe schonender?
Etwas, aber nicht pH-neutral. Die angemischte Farbe lag bei pH 9,1 gegen 9,8 mit Ammoniak, und die Kämmkraft stieg auf 1,6 statt 1,9 Newton. Dafür wäscht sie schneller aus: 27 gegen 24 Punkte nach sechs Wäschen.
Was unterscheidet Blauschwarz von Schwarz?
Ein messbarer Blauanteil von minus 2,8 gegen minus 0,4 bis plus 0,3 bei den anderen; naturschwarzes Haar liegt bei plus 1,1 und ist damit leicht warm. Im direkten Vergleich ist der kühle Schimmer erkennbar, allein betrachtet kaum.
Kann man schwarz gefärbtes Haar wieder aufhellen?
Nur schwer. Nach einer Blondierung lag die Helligkeit bei 34 und der Ton war rotbraun, nach einer zweiten bei 46 und orange; eine ungefärbte graue Strähne erreichte mit einer Anwendung 88. Große Farbstoffmoleküle bleiben im Haar, zurück bleiben die roten Anteile.
Wie oft muss der Ansatz nachgefärbt werden?
Bei stark ergrautem Haar alle zwei bis drei Wochen. Haar wächst 1,0 bis 1,3 Zentimeter im Monat, und bei 5 Millimetern grauem Ansatz beträgt der Helligkeitsunterschied zur gefärbten Länge 59 Punkte, also der größtmögliche Kontrast.
Wie viel Farbe braucht man?
42 Gramm angemischte Masse für kurzes Haar, 78 für mittellanges, 115 für langes und 24 für einen Ansatz. Eine Packung enthält 108 bis 122 Gramm; angemischte Oxidationsfarbe lässt sich nicht aufbewahren, weil die Reaktion sofort beginnt.
Wozu dient die Probesträhne?
Sie zeigt das Ergebnis auf dem eigenen Haar. Mit derselben Farbe lagen drei unterschiedlich vorbehandelte Strähnen bei 18, 22 und 26 Helligkeitspunkten, weil vorgeschädigtes Haar mehr Farbe aufnimmt. Der Verträglichkeitstest 48 Stunden vorher dient dagegen dem Erkennen einer Kontaktallergie gegen die Farbvorstufen.
Geprüft im Juli 2026