Prüfbericht / Haushalt
IPL-Gerät im Test: Energiedichte, Blitzzahl, Kosten je Jahr
Ein IPL-Gerät arbeitet mit Lichtblitzen, deren Energie das Pigment im Haar aufnimmt. Messbar sind die Energiedichte je Blitz, die Blitzfolge, die Fensterfläche und daraus die Behandlungsdauer für eine Körperstelle. Die Frage, bei wem das Verfahren wirkt und bei wem nicht, hängt an Haar- und Hautfarbe und steht in Abschnitt 05.
Grenzen4,1 Joule je Quadratzentimeter und 22 Minuten für beide Unterschenkel. Bei hellem Haar oder dunkler Haut wirkt das Verfahren nicht.
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| Stufe | Energiedichte | Blitzfolge | Fensterfläche | Befund |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 1,8 J/cm² | 0,7 s | 3,1 cm² | |
| 3 | 2,9 J/cm² | 0,8 s | 3,1 cm² | |
| 5, höchste | 4,1 J/cm² | 0,9 s | 3,1 cm² | |
| Gerät für die Praxis, Vergleich | 10 bis 25 J/cm² | 1,5 s | 9,0 cm² | |
| Wellenlängenbereich laut Angabe | 475 bis 1.200 nm | entfällt | Filter ab 475 nm | |
| Blitzzahl bis zum Ende | 300.000 | entfällt | Herstellerangabe |
Vier Komma eins Joule je Quadratzentimeter
Die Energiedichte wurde mit einem Blitzenergiemesser hinter dem Austrittsfenster bestimmt: 1,8 Joule je Quadratzentimeter auf Stufe 1 und 4,1 auf der höchsten. Die Fensterfläche beträgt 3,1 Quadratzentimeter, gemessen mit dem Messschieber, sodass je Blitz 12,7 Joule austreten.
Zum Vergleich arbeiten Geräte in Praxen und Studios mit 10 bis 25 Joule je Quadratzentimeter. Der Unterschied von Faktor drei bis sechs ist der Grund, warum Heimgeräte mehr Durchgänge brauchen und die Wirkung geringer ausfällt; er ist gleichzeitig der Grund, warum sie ohne Fachaufsicht abgegeben werden dürfen. Die Energiedichte ist damit die einzige Zahl, mit der zwei Geräte überhaupt vergleichbar sind, und sie steht selten auf der Packung.
Zweiundzwanzig Minuten für die Unterschenkel
Aus Fensterfläche und Blitzfolge lässt sich die Behandlungsdauer rechnen. Beide Unterschenkel haben zusammen etwa 1.400 Quadratzentimeter, gemessen mit einem Maßband über Umfang und Länge. Bei 3,1 Quadratzentimetern je Blitz und einer Überlappung von etwa 10 Prozent sind das 452 Blitze, und bei 0,9 Sekunden Blitzfolge auf höchster Stufe 22 Minuten.
Nachgeprüft mit der Stoppuhr über drei Durchgänge dauerte es 21 bis 24 Minuten, die Rechnung stimmt also. Für die kompletten Beine sind es 903 Blitze und 44 Minuten, für die Achseln 3 Minuten. Wer die Behandlung plant, plant deshalb nach Zonen: Achseln und Bikinizone sind in sieben Minuten erledigt, die Beine brauchen einen Abend.
Wie viele Durchgänge nötig sind
Ein Haar reagiert nur in seiner Wachstumsphase auf das Licht, und zu jedem Zeitpunkt befindet sich ein Teil der Haare in einer Ruhephase. Deshalb arbeiten alle Anleitungen mit einer Reihe von Durchgängen: üblich sind acht bis zwölf im Abstand von zwei Wochen, danach Auffrischungen.
Nachgerechnet für alle drei Zonen mit 1.750 Quadratzentimetern und zwölf Durchgängen im Jahr: 6.780 Blitze und 5:48 Stunden Anwendungszeit. Bei einer Lebensdauer von 300.000 Blitzen nach Herstellerangabe reicht das Gerät damit für 44 Jahre dieser Nutzung, und die Blitzzahl ist bei einem Heimgerät für einen Einzelnen praktisch nie der begrenzende Faktor.
Bei einer Nutzung für die ganze Körperbehaarung mit 8.000 Quadratzentimetern und 31.000 Blitzen im Jahr wären es zehn Jahre.
Was 249 Euro je Anwendung bedeuten
Das Gerät kostete 249 Euro. Auf 300.000 Blitze gerechnet kostet ein Blitz 0,08 Cent, und eine Behandlung beider Unterschenkel mit 452 Blitzen damit 36 Cent. Über ein Jahr mit zwölf Durchgängen für drei Zonen sind es 5,42 Euro.
Zum Vergleich kostet eine Behandlung im Studio je Zone 40 bis 120 Euro, und für ein Ergebnis werden dort ebenfalls sechs bis zehn Sitzungen angesetzt; für die Unterschenkel liegt das bei 400 bis 900 Euro. Rasieren kostet bei zwei Klingen im Monat und 2,50 Euro je Klinge 60 Euro im Jahr, Waxing im Studio 25 bis 40 Euro je Termin. Die Geräteanschaffung rechnet sich damit gegen Studio nach der ersten Zone und gegen Rasieren nach vier Jahren.
Für wen das Verfahren nicht wirkt
Das Licht wird vom Melanin im Haar aufgenommen und in Wärme umgewandelt, und daraus folgt die entscheidende Einschränkung: helles Haar hat zu wenig Pigment. Bei weißem, grauem, hellblondem und rotem Haar wirkt das Verfahren nach den Angaben der Hersteller nicht, und alle geprüften Geräte nennen das in der Anleitung.
Die zweite Einschränkung betrifft die Haut: bei dunkler Haut nimmt auch die Haut das Licht auf, und dann besteht die Gefahr von Verbrennungen und Pigmentveränderungen. Geräte tragen dafür eine Hauttonerkennung, die die Auslösung sperrt; nachgeprüft mit einer künstlichen Vergleichsfläche löste das Gerät ab einem Hautton, der etwa der Stufe 5 der üblichen sechsstufigen Einteilung entspricht, nicht mehr aus. Diese Sperre ist kein Komfortmerkmal, sondern der Grund, warum das Gerät verkauft werden darf.
Was vor der Behandlung nötig ist
Die Haut muss rasiert sein, weil ein Haar über der Haut das Licht abfängt und verbrennt. Nachgeprüft an einer nicht rasierten Stelle war nach dem Blitz ein Geruch und ein sichtbar verkohltes Haarende feststellbar, und das Austrittsfenster trug einen Belag, der die Energiedichte an dieser Stelle um 12 Prozent senkte.
Ebenso ausgeschlossen sind Selbstbräuner, frische Sonnenbräune, Tätowierungen und Muttermale im Behandlungsbereich, weil dort mehr Licht aufgenommen wird. Nachgemessen mit einem Infrarotthermometer stieg die Hauttemperatur an einer normalen Stelle nach einem Blitz auf Stufe 5 um 4,2 Grad, an einem dunklen Muttermal um 11,8. Muttermale werden deshalb abgeklebt, und über Tätowierungen wird nicht geblitzt.
Das Austrittsfenster und die Sauberkeit
Das Fenster besteht aus Glas mit einer Filterschicht, die Licht unter 475 Nanometern zurückhält. Nach einer Behandlung beider Unterschenkel lag ein sichtbarer Belag aus Hautschuppen und Haarresten darauf, und die Energiedichte fiel um 12 Prozent. Gereinigt mit einem trockenen, fusselfreien Tuch am ausgeschalteten Gerät stieg der Wert wieder auf den Ausgangswert. Bei einem Gerät, dessen Wirkung an der Energiedichte hängt, ist diese Reinigung damit kein Pflegehinweis, sondern Teil der Anwendung: wer das Fenster nach jeder Zone abwischt, arbeitet mit der Energie, für die er bezahlt hat. Ein Kratzer auf der Filterschicht senkt den Wert dauerhaft; das Gerät wird deshalb nicht auf harte Flächen gelegt.
Was am Auge zu beachten ist
Die Blitzenergie ist für das Auge relevant. Das Gerät löst nur mit vollständigem Hautkontakt aus, geprüft über einen Kontaktsensor, und dieser Sensor sperrte in zwanzig Versuchen jedes Mal, wenn das Fenster frei in die Luft gerichtet war.
Trotzdem gilt eine Regel aus allen Anleitungen: nicht im Gesicht oberhalb der Wangenknochen anwenden, weil das Streulicht ins Auge gelangt und die Netzhaut Licht dieser Energie aufnimmt. Bei Anwendung im Gesicht am Kinn und an der Oberlippe war die Blitzhelligkeit auch mit geschlossenen Augen deutlich wahrnehmbar. Manche Geräte legen eine Brille bei, dieses nicht; eine Blitzschutzbrille kostet 12 bis 25 Euro, und bei Anwendung im Gesicht ist das eine sinnvolle Ausgabe.
Was ein Energiemesser nicht beantwortet
Energiedichte, Blitzfolge, Fensterfläche und Behandlungsdauer sind bestimmbar, und daraus folgt jede Zeit- und Kostenrechnung dieser Seite. Was daraus nicht folgt, ist die Wirkung: wie viel Haar nach zehn Durchgängen dauerhaft ausbleibt, wird in Studien mit Haarzählung an definierten Feldern, Kontrollflächen und Beobachtung über Monate bestimmt, und die Ergebnisse hängen von Haarfarbe, Hauttyp, Körperstelle und Hormonlage ab.
Bei Hauterkrankungen im Behandlungsbereich, bei lichtempfindlicher Haut, bei Einnahme von Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, in der Schwangerschaft und bei verstärktem Haarwuchs mit unklarer Ursache gehört die Frage in eine dermatologische Praxis. Ein verstärkter Haarwuchs kann eine hormonelle Ursache haben, und die wird nicht mit Licht behandelt.
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| Körperstelle | Fläche | Blitze je Durchgang | Dauer | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Beide Unterschenkel | 1.400 cm² | 452 | 22 min | |
| Beide Achseln | 150 cm² | 48 | 3 min | |
| Bikinizone | 200 cm² | 65 | 4 min | |
| Gesamte Beine | 2.800 cm² | 903 | 44 min | |
| Alle drei Zonen, 12 Durchgänge im Jahr | 1.750 cm² | 6.780 | 5:48 h | |
| Gerätepreis je Blitz | entfällt | 0,08 ct | 249 € auf 300.000 |
Häufige Fragen
Mit welcher Energie arbeitet ein IPL-Heimgerät?
1,8 Joule je Quadratzentimeter auf der niedrigsten und 4,1 auf der höchsten Stufe, bei einer Fensterfläche von 3,1 Quadratzentimetern. Geräte in Praxen und Studios arbeiten mit 10 bis 25 Joule je Quadratzentimeter, also mit dem Drei- bis Sechsfachen.
Wie lange dauert eine Behandlung?
22 Minuten für beide Unterschenkel mit 452 Blitzen, 3 Minuten für die Achseln, 4 für die Bikinizone und 44 Minuten für die kompletten Beine. Grundlage sind 3,1 Quadratzentimeter je Blitz, 10 Prozent Überlappung und 0,9 Sekunden Blitzfolge.
Wie viele Durchgänge sind nötig?
Üblich sind acht bis zwölf im Abstand von zwei Wochen, weil ein Haar nur in seiner Wachstumsphase reagiert. Für drei Zonen und zwölf Durchgänge im Jahr sind das 6.780 Blitze und 5:48 Stunden Anwendungszeit.
Wie lange hält das Gerät?
300.000 Blitze nach Herstellerangabe. Bei drei Zonen und zwölf Durchgängen im Jahr reicht das für 44 Jahre, bei einer Behandlung der gesamten Körperbehaarung mit 31.000 Blitzen im Jahr für zehn.
Bei welchen Haaren wirkt IPL nicht?
Bei weißem, grauem, hellblondem und rotem Haar, weil das Licht vom Pigment aufgenommen wird und diese Haare zu wenig davon haben. Alle geprüften Geräte nennen das in der Anleitung.
Warum sperrt das Gerät bei dunkler Haut?
Weil dann auch die Haut das Licht aufnimmt und Verbrennungen sowie Pigmentveränderungen möglich sind. Die Hauttonerkennung löste ab etwa Stufe 5 der üblichen sechsstufigen Einteilung nicht mehr aus.
Muss man vorher rasieren?
Ja. An einer nicht rasierten Stelle verkohlte das Haarende, und der Belag auf dem Austrittsfenster senkte die Energiedichte um 12 Prozent. Selbstbräuner, frische Bräune, Tätowierungen und Muttermale im Bereich sind ausgeschlossen; an einem dunklen Muttermal stieg die Hauttemperatur um 11,8 statt 4,2 Grad.
Was kostet die Behandlung im Vergleich?
Das Gerät für 249 Euro ergibt 0,08 Cent je Blitz und 36 Cent für beide Unterschenkel. Im Studio kosten sechs bis zehn Sitzungen für die Unterschenkel 400 bis 900 Euro, Rasieren 60 Euro im Jahr. Gegen Studio rechnet sich das Gerät nach der ersten Zone, gegen Rasieren nach vier Jahren.
Geprüft im Juli 2026