Prüfbericht / Haushalt
Küchenherd mit Holz im Test: Verbrauch, Betriebskosten, Emissionsvorgaben
Ein Küchenherd mit Holzfeuerung kocht, backt und heizt gleichzeitig, und alle drei Leistungen kommen aus demselben Brennstoff. Wie viel davon nötig ist, folgt aus Heizwert, Wirkungsgrad und Nennleistung, und daraus ergeben sich die Betriebskosten.
Geprüft2,6 Kilogramm Holz je Stunde. Der Preis liegt auf Gasniveau, nicht darunter.
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| Betrieb | Wärmeleistung | Holz je Stunde | Kosten je Stunde | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Nennlast | 8,0 kW | 2,56 kg | 1,00 € | |
| Halblast, nur Kochen | 4,0 kW | 1,28 kg | 0,50 € | |
| Anheizen, erste 20 min | – | 1,10 kg | 0,43 € | |
| Feuchtes Holz, 30 % Wassergehalt | 6,2 kW | 2,56 kg | 1,00 € |
Zweieinhalb Kilogramm in der Stunde
Trockenes Buchenholz mit 20 Prozent Wassergehalt hat einen Heizwert von etwa 4,0 Kilowattstunden je Kilogramm. Bei einem Wirkungsgrad von 78 Prozent kommen davon 3,12 Kilowattstunden als Nutzwärme an.
Für eine Nennleistung von 8 Kilowatt sind das 2,56 Kilogramm Holz je Stunde. Wer nur kocht und den Herd auf halber Last fährt, liegt bei 1,28 Kilogramm.
Über einen Kochvorgang von zwei Stunden auf halber Last sind das 2,6 Kilogramm, also etwa vier mittlere Holzscheite. Diese Rechnung ist der Ausgangspunkt für alles Weitere: Vorratsplanung, Lagerplatz und Kosten folgen aus ihr.
Feuchtes Holz kostet ein Viertel der Wärme
Wassergehalt ist der größte Einzelfaktor beim Brennholz. Bei 30 Prozent Wassergehalt sinkt der Heizwert auf etwa 3,2 Kilowattstunden je Kilogramm, weil das Wasser im Holz erst verdampfen muss und diese Energie im Rauch verschwindet.
Aus derselben Menge Holz werden damit 6,2 statt 8,0 Kilowatt, also 23 Prozent weniger. Bezahlt wird das Kilogramm trotzdem gleich, und deshalb ist feuchtes Holz nicht günstig, sondern teuer.
Prüfbar ist der Wassergehalt mit einem Holzfeuchtemessgerät für wenige Euro, gemessen an einer frisch gespaltenen Fläche im Inneren des Scheits. Als brennfertig gilt Holz unter 20 Prozent, und dafür braucht gespaltenes Laubholz an einem luftigen Platz zwei Jahre.
Auf Gasniveau, nicht darunter
Umgerechnet auf die Kilowattstunde Nutzwärme kostet Scheitholz bei 0,39 € je Kilogramm und 78 Prozent Wirkungsgrad 12,5 Cent. Erdgas liegt bei 0,11 € je Kilowattstunde und 92 Prozent Wirkungsgrad bei 12,0 Cent.
Damit ist gekauftes Scheitholz kein Sparbrennstoff, sondern gleich teuer wie Gas. Deutlich günstiger wird es nur bei sehr niedrigem Holzpreis: bei 10 Cent je Kilogramm, wie bei Selbstwerbung aus eigenem oder gepachtetem Wald, sinkt der Wert auf 3,2 Cent.
Die elektrische Herdplatte liegt mit 41 Cent je Kilowattstunde Nutzwärme deutlich darüber, und darin liegt der wirtschaftliche Sinn eines Holzherds beim Kochen. Beim Heizen konkurriert er dagegen mit der vorhandenen Heizung, und dort entscheidet der Holzpreis.
Wohin die Wärme geht
Ein Holzküchenherd verteilt seine Leistung auf drei Wege: die Kochplatte, den Backofen und den Raum. Bei den geprüften Bauarten waren das grob 30 Prozent auf die Platte, 20 in den Backofen und 50 in den Raum.
Das ist im Winter der Vorteil und im Sommer das Problem. Ein Herd mit 8 Kilowatt Nennleistung gibt bei einem Kochvorgang 4 Kilowatt in die Küche ab, und das entspricht der Heizlast eines gut gedämmten Wohnzimmers.
Herde mit Wasseranschluss leiten einen Teil der Wärme in einen Speicher und entlasten die Küche. Dafür brauchen sie eine hydraulische Einbindung mit Pumpe, thermischer Ablaufsicherung und Speicher, und das ist eine Heizungsinstallation und keine Herdaufstellung.
Der Backofen und die Temperaturführung
Der Backofen eines Holzherds hat keinen Thermostaten; die Temperatur folgt dem Feuer. An einem geprüften Herd stieg sie nach dem Anheizen innerhalb von 25 Minuten auf 230 °C und fiel über die folgenden 40 Minuten auf 170. Gebacken wird deshalb in Phasen: Brot in den ersten Minuten bei hoher Temperatur, Kuchen im fallenden Bereich, Aufläufe und Schmorgerichte im Nachlauf. Das ist eine andere Arbeitsweise als bei einem geregelten Ofen und der Grund, warum ein Backthermometer im Ofen zur Grundausstattung gehört.
Steuerbar ist die Temperatur über Luftzufuhr und über die Position des Bratrosts. Eine geöffnete Sekundärluft senkte die Ofentemperatur in der Beobachtung um 20 Kelvin, weil sie den Abbrand beschleunigt und die Wärme schneller in den Schornstein führt.
Emissionsvorgaben und die Übergangsfristen
Für Feuerungsanlagen gilt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen mit Grenzwerten für Staub und Kohlenmonoxid. Für neue Geräte gelten die Werte der zweiten Stufe, und ein Neugerät muss sie beim Einbau nachweisen.
Für Altgeräte bestehen Übergangsfristen, gestaffelt nach dem Datum der Typprüfung. Sie sind für Geräte mit Typprüfung bis 2010 abgelaufen, und betroffene Geräte mussten nachgerüstet oder ersetzt werden.
Für Küchenherde gilt dabei eine Besonderheit: die Verordnung nimmt Küchenherde und Backöfen unter 15 Kilowatt Nennwärmeleistung von der Nachrüstpflicht aus, ebenso Anlagen, die die einzige Heizquelle einer Wohnung sind. Ob diese Ausnahme im Einzelfall greift, entscheidet nicht der Verkäufer, sondern der zuständige Bezirksschornsteinfeger, und dessen Auskunft gehört vor jeden Kauf.
Was beim Gebrauchtkauf zu klären ist
Ein gebrauchter Herd ist häufig gut erhalten, weil Guss und Stahl langlebig sind. Zu klären sind vier Punkte, und keiner davon ist der Zustand der Emaille.
Erstens die Typprüfung mit Datum und Kennzeichnung, weil sie über die Zulässigkeit entscheidet. Zweitens die Verfügbarkeit von Verschleißteilen: Roste, Feuerraumsteine, Dichtschnüre und Ofenglas.
Drittens der Anschlussdurchmesser des Rauchrohrs, üblich 120 oder 150 Millimeter, weil er zum Schornstein passen muss.
Viertens der Schornstein selbst. Er muss zum Gerät passen, und die erforderliche Höhe und der Querschnitt folgen aus der Leistung; ein für eine Gasheizung ausgelegter Schornstein ist für Festbrennstoffe häufig nicht geeignet. Auch das prüft der Schornsteinfeger, und zwar bevor gekauft wird und nicht danach.
Aufstellung, Abstände und Luft
Drei Bedingungen sind an jedem Aufstellort zu erfüllen. Der Abstand zu brennbaren Bauteilen folgt aus dem Typenschild und liegt seitlich häufig bei 20 bis 40 Zentimetern; der Boden vor der Feuerraumtür braucht eine nicht brennbare Fläche.
Die zweite Bedingung ist Verbrennungsluft. Ein Herd mit 8 Kilowatt verbrennt rund 20 Kubikmeter Luft je Stunde, und in einer dichten Wohnung mit Lüftungsanlage oder Dunstabzug entsteht Unterdruck. Dann zieht der Schornstein nicht, und Rauch tritt in den Raum.
Wirksam ist eine Zuluftöffnung oder ein Gerät mit raumluftunabhängigem Anschluss. Bei gleichzeitigem Betrieb einer Dunstabzugshaube ist zusätzlich ein Fensterkontaktschalter oder ein Unterdruckwächter nötig, und in Neubauten ist das die Regel und nicht die Ausnahme.
Wie gerechnet und gemessen wurde
Die Verbrauchsrechnung benutzt den Heizwert von trockenem Buchenholz mit 4,0 Kilowattstunden je Kilogramm, den Wirkungsgrad von 78 Prozent aus der Geräteklasse und die Nennleistung vom Typenschild. Jede Zeile ist eine Division und mit eigenen Werten wiederholbar.
Die Temperaturen im Backofen stammen von einem Thermoelement Typ K in Ofenmitte, aufgezeichnet im Minutenraster über zwei Anheizvorgänge. Die Leistungsverteilung auf Platte, Ofen und Raum ist eine Größenordnung aus Herstellerangaben und keine eigene Messung.
Die Angaben zu Grenzwerten, Fristen und Ausnahmen stützen sich auf die geltende Verordnung. Verbindlich ist im Einzelfall die Beurteilung des zuständigen Bezirksschornsteinfegers, und diese Seite ersetzt sie nicht.
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| Wärmequelle | Preis Brennstoff | Wirkungsgrad | Je kWh Nutzwärme | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Scheitholz, 0,39 €/kg | 0,098 €/kWh | 78 % | 0,125 € | |
| Erdgas | 0,11 €/kWh | 92 % | 0,120 € | |
| Strom, Herdplatte | 0,35 €/kWh | 85 % | 0,412 € | |
| Scheitholz aus eigenem Wald | 0,10 €/kg | 78 % | 0,032 € |
Häufige Fragen
Wie viel Holz braucht ein Küchenherd je Stunde?
2,56 Kilogramm bei 8 Kilowatt Nennleistung, gerechnet aus 4,0 Kilowattstunden Heizwert je Kilogramm und 78 Prozent Wirkungsgrad. Auf halber Last zum Kochen sind es 1,28 Kilogramm.
Was kostet Heizen mit Holz gegenüber Gas?
Etwa gleich viel: 12,5 Cent je Kilowattstunde Nutzwärme bei 0,39 € je Kilogramm Scheitholz gegen 12,0 Cent bei Erdgas. Deutlich günstiger wird es nur bei Selbstwerbung mit rund 10 Cent je Kilogramm, dann sind es 3,2 Cent.
Wie stark wirkt feuchtes Holz?
Bei 30 Prozent Wassergehalt fällt der Heizwert auf etwa 3,2 Kilowattstunden je Kilogramm, aus 8 Kilowatt werden 6,2, also 23 Prozent weniger. Brennfertig ist Holz unter 20 Prozent, wofür gespaltenes Laubholz zwei Jahre braucht.
Wohin geht die Wärme?
Grob 30 Prozent auf die Kochplatte, 20 in den Backofen und 50 in den Raum. Bei 8 Kilowatt sind das 4 Kilowatt in die Küche, was der Heizlast eines gut gedämmten Wohnzimmers entspricht.
Wie backt man ohne Thermostat?
In Phasen. Nach dem Anheizen stieg die Ofentemperatur in 25 Minuten auf 230 °C und fiel über 40 Minuten auf 170: Brot zuerst, Kuchen im fallenden Bereich, Schmorgerichte im Nachlauf. Ein Backthermometer im Ofen gehört dazu.
Gelten für Küchenherde die Nachrüstfristen?
Die Verordnung nimmt Küchenherde und Backöfen unter 15 Kilowatt von der Nachrüstpflicht aus, ebenso Anlagen als einzige Heizquelle einer Wohnung. Ob die Ausnahme im Einzelfall greift, entscheidet der zuständige Bezirksschornsteinfeger.
Was ist beim gebrauchten Herd zu prüfen?
Typprüfung mit Datum, Verfügbarkeit von Rosten, Feuerraumsteinen und Dichtungen, Anschlussdurchmesser des Rauchrohrs von 120 oder 150 Millimetern und die Eignung des Schornsteins. Letzteres prüft der Schornsteinfeger vor dem Kauf.
Braucht der Herd zusätzliche Luft?
Ja. Ein Gerät mit 8 Kilowatt verbrennt rund 20 Kubikmeter Luft je Stunde; in dichten Wohnungen entsteht Unterdruck und Rauch tritt in den Raum. Nötig sind eine Zuluftöffnung oder ein raumluftunabhängiger Anschluss, bei Dunstabzug zusätzlich ein Unterdruckwächter.
Geprüft im August 2026