Prüfbericht / Elektronik
Leica D-Lux 7 im Test: Auflösung, Rauschen, Autofokus, Akku
Eine Kompaktkamera mit einem Sensor im Vierdrittel-Format ist ein Sonderfall: die Fläche ist achtmal größer als in einem Telefon und ein Viertel eines Kleinbildsensors. Was das praktisch bedeutet, wurde an einer Auflösungstafel, an einer Graukarte im Dunkeln und mit der Stoppuhr nachgemessen.
GeprüftBei Blende 4 löst sie 2.400 Linienpaare, bei ISO 3200 rauscht sie mit 3,4 Prozent. Der Akku hält 280 Aufnahmen.
Tabelle scrollen
| Blende | Bildmitte | Bildrand | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| f/1,7 | 1.800 | 1.240 | offen, weichster Rand | |
| f/2,8 | 2.180 | 1.760 | deutlich besser | |
| f/4,0 | 2.400 | 2.090 | beste Einstellung | |
| f/5,6 | 2.310 | 2.140 | gleichmäßig | |
| f/8,0 | 1.960 | 1.910 | Beugung sichtbar | |
| f/11 | 1.520 | 1.500 | Beugung deutlich |
2.400 Linienpaare bei Blende 4
Für die Auflösungsmessung wurde eine gedruckte Tafel mit Linienpaaren abnehmender Dichte im Abstand von 1,2 Metern aufgenommen, bei jedem Blendenwert einzeln scharfgestellt und am Bild ausgezählt, bis zu welcher Dichte die Linien getrennt bleiben. In der Bildmitte reicht das bei Blende 4 bis 2.400 Linienpaare je Bildhöhe, am Rand bis 2.090.
Bei offener Blende 1,7 sind es in der Mitte 1.800 und am Rand 1.240, also deutlich weniger. Ab Blende 8 sinkt der Wert wieder, weil die Beugung am Blendenrand die Auflösung begrenzt; bei Blende 11 sind es nur noch 1.520. Die nutzbare Spanne dieser Kamera liegt damit zwischen Blende 2,8 und 5,6, und Blende 1,7 ist eine Einstellung für wenig Licht, nicht für Schärfe.
Was der Sensor im Dunkeln bringt
Das Rauschen wurde als Standardabweichung der Helligkeit in einer gleichmäßig belichteten Graufläche bestimmt, jeweils an unbearbeiteten Aufnahmen: 0,7 Prozent bei ISO 200, 1,8 bei ISO 1600, 3,4 bei ISO 3200 und 6,9 bei ISO 6400.
Diese Werte sind die eigentliche Begründung für den größeren Sensor. Ein Telefonsensor mit einem Achtel der Fläche liegt bei derselben Empfindlichkeit etwa beim Dreifachen dieser Werte, weil weniger Licht auf jeden Bildpunkt fällt. Praktisch heißt das: in einem Innenraum mit 100 Lux, also normaler Wohnzimmerbeleuchtung, liefert diese Kamera bei ISO 1600 und einer dreißigstel Sekunde ein Bild, das bis A4 druckbar ist.
Blende 1,7 an einem kleineren Sensor
Die Angabe f/1,7 verspricht mehr, als sie an diesem Sensorformat liefert, und das lässt sich rechnen. Für die Schärfentiefe zählt die tatsächliche Öffnung: bei 50 Millimetern Bildwinkel entspricht das an diesem Sensor einer Brennweite von 25 Millimetern, und bei Blende 1,7 ergibt sich auf einen Meter Abstand eine Schärfentiefe von rund 6 Zentimetern.
An einem Kleinbildsensor mit 50 Millimetern echter Brennweite wären es bei Blende 1,7 nur etwa 3 Zentimeter. Wer den Hintergrund freistellen will, bekommt hier also die Wirkung von etwa Blende 3,4 am Kleinbild. Für die Lichtstärke gilt das nicht: die Belichtungszeit hängt nur an der Blendenzahl, und dort sind 1,7 echte 1,7.
0,22 Sekunden bis zur Schärfe
Der Autofokus wurde mit einer Aufnahme bei 240 Bildern je Sekunde gemessen, vom Druck auf den Auslöser bis zum Aufblitzen der Schärfebestätigung: 0,22 Sekunden bei Tageslicht, 0,48 Sekunden bei 20 Lux. In fünf von fünfzig Versuchen bei 20 Lux fand die Kamera die Schärfe nicht und musste erneut ausgelöst werden.
Die Zeit vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme beträgt 1,6 Sekunden, weil das Objektiv ausfahren muss. Bei einer Kamera, die man in der Jackentasche trägt, ist das die praktisch relevantere Zahl: eine Szene, die in einer Sekunde vorbei ist, wird damit nicht aufgenommen. Ein Telefon ist in dieser Hinsicht schneller.
280 Aufnahmen je Ladung
Der Akku hielt im Test 280 Aufnahmen, gerechnet bei gemischter Nutzung mit Bildkontrolle und gelegentlichem Zoomen. Die Herstellerangabe nach dem branchenüblichen Verfahren lautet 320. Mit dem elektronischen Sucher statt des Bildschirms waren es 240, im Videobetrieb 62 Minuten.
Aufgeladen wird über die Kamera per USB, was 2:10 Stunden dauert und 6,4 Wattstunden aus der Steckdose zieht. Ein zweiter Akku kostet 55 bis 80 Euro und ist bei einer Kamera mit 280 Aufnahmen je Ladung kein Zubehör, sondern Voraussetzung für einen Tagesausflug. Laden während der Fahrt aus einer Powerbank funktionierte, wobei die Kamera dabei nicht betriebsbereit ist.
403 Gramm in der Jackentasche
Mit Akku, Speicherkarte und Objektivdeckel wiegt die Kamera 403 Gramm. Die Maße betragen 118 mal 66 mal 64 Millimeter, wobei die 64 Millimeter Tiefe das eingefahrene Objektiv einschließen und die eigentliche Frage entscheiden: eine Jackentasche nimmt sie auf, eine Hosentasche nicht.
Zum Vergleich wiegt eine Systemkamera mit gleich großem Sensor und einem lichtstarken Standardzoom zwischen 700 und 900 Gramm bei einer Tiefe von 110 bis 140 Millimetern. Das ist der Handel, den diese Bauart anbietet: gleicher Sensor, ein Drittel des Gewichts, festes Objektiv mit 24 bis 75 Millimetern Bildwinkel.
Der Zoombereich und was er abdeckt
Das Objektiv deckt Bildwinkel von 24 bis 75 Millimetern ab, was einem Zoomfaktor von 3,1 entspricht. An einer Wand aus zwei Metern Abstand erfasst die kurze Stellung eine Breite von 1,74 Metern, die lange 0,56 Meter. Die Lichtstärke fällt dabei von 1,7 auf 2,8, also um 1,4 Blendenstufen.
Für Innenräume und Straßenaufnahmen ist das der übliche und ausreichende Bereich; für ein Kind auf einem Spielplatz in dreißig Metern Entfernung ist er zu kurz. Eine digitale Vergrößerung auf 150 Millimeter, wie sie das Menü anbietet, schneidet aus dem Bild einen Ausschnitt und verliert entsprechend Auflösung: an der Tafel blieben statt 2.400 nur 1.180 Linienpaare, also weniger als die halbe Detailmenge. Damit ist die digitale Stufe kein Ersatz für Brennweite, sondern nur eine Vorschau auf den späteren Bildausschnitt.
Sucher, Bildschirm und Bedienung
Der elektronische Sucher hat nach Angabe 2,76 Millionen Bildpunkte und war in direkter Sonne bei 60.000 Lux ablesbar, wo der Bildschirm mit 480 Candela je Quadratmeter Spitzenhelligkeit an seine Grenze kam. Der Bildschirm ist fest verbaut und lässt sich nicht klappen, was Aufnahmen über Kopf und knapp über dem Boden erschwert.
Blende, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur liegen auf eigenen mechanischen Rädern, und Blende sowie Zeit lassen sich damit auch bei ausgeschalteter Kamera einstellen. Eine Änderung von Blende 4 auf 8 brauchte damit 0,9 Sekunden, über ein Menü wären es drei Bedienschritte. Für eine Kamera, die man ohne Hinsehen bedienen will, ist das der praktische Unterschied.
Der Preis und das Datenblatt
Die Kamera kostete zum Prüfzeitpunkt 1.190 Euro. Ein Modell eines anderen Herstellers stimmt in den nachprüfbaren technischen Angaben überein: Sensorformat, effektive Auflösung von 17 Megapixeln, Objektiv mit 24 bis 75 Millimetern Bildwinkel und Lichtstärke 1,7 bis 2,8, Suchergröße und Gehäusemaße. Es kostete 790 Euro.
Nachgemessen an beiden Kameras ergaben sich in Auflösung und Rauschen Unterschiede innerhalb der Messstreuung von zwei Prozent. Unterschiedlich sind die Bildverarbeitung im Kameraprofil, die Gehäuseoberfläche, die mitgelieferte Software und die Garantiedauer. Wer nach messbarer Bildqualität je Euro sucht, findet in diesen Zahlen eine klare Antwort; wer eine bestimmte Kamera will, entscheidet nach anderen Kriterien, und das ist ebenfalls in Ordnung.
Was die Tafel nicht beantwortet
Eine Auflösungstafel bei 1,2 Metern Abstand prüft eine flache Fläche im Nahbereich. Wie ein Objektiv bei fünf Metern oder gegen Unendlich zeichnet, kann davon abweichen, und die Randabschattung bei offener Blende wurde nicht bestimmt. Die Rangfolge der Blendenwerte ist von dieser Einschränkung nicht betroffen.
Nicht Teil dieser Prüfung war die Beurteilung der Farbwiedergabe, weil sie ohne genormte Lichtquelle und Farbtafel nicht objektiv ist, und ebenso nicht die Videoqualität über die reine Laufzeit hinaus. Wer eine Kamera für Video sucht, findet in der fehlenden Klappmöglichkeit des Bildschirms und dem fest verbauten Mikrofon ohne externe Buchse zwei Punkte, die man vor dem Kauf kennt.
Tabelle scrollen
| Empfindlichkeit | Rauschen | Feine Strukturen | Verwendbar für | Befund |
|---|---|---|---|---|
| ISO 200 | 0,7 % | vollständig | alles | |
| ISO 800 | 1,4 % | vollständig | alles | |
| ISO 1600 | 1,8 % | leicht geglättet | Druck bis A4 | |
| ISO 3200 | 3,4 % | erkennbar geglättet | Bildschirm, kleiner Druck | |
| ISO 6400 | 6,9 % | verloren | Notfall | |
| ISO 12800 | 11,2 % | verloren | unbrauchbar |
Häufige Fragen
Wie scharf zeichnet die Leica D-Lux 7?
In der Bildmitte bis 2.400 Linienpaare je Bildhöhe bei Blende 4, am Rand 2.090. Bei offener Blende 1,7 sind es 1.800 und 1.240, ab Blende 8 sinkt der Wert wegen der Beugung wieder. Die nutzbare Spanne liegt zwischen Blende 2,8 und 5,6.
Wie gut ist die Kamera bei wenig Licht?
Bis ISO 1600 unauffällig mit 1,8 Prozent Rauschen, bei ISO 3200 mit 3,4 Prozent für Bildschirm und kleinen Druck brauchbar, ab ISO 6400 mit 6,9 Prozent nur im Notfall. In einem Wohnzimmer mit 100 Lux liefert sie bei ISO 1600 ein bis A4 druckbares Bild.
Stellt Blende 1,7 den Hintergrund frei?
Wie etwa Blende 3,4 an einem Kleinbildsensor. Bei 50 Millimetern Bildwinkel und einem Meter Abstand beträgt die Schärfentiefe rund 6 Zentimeter, am Kleinbild wären es bei gleicher Blendenzahl 3. Für die Belichtungszeit gilt die Einschränkung nicht.
Wie schnell ist der Autofokus?
0,22 Sekunden bei Tageslicht und 0,48 bei 20 Lux, gemessen mit einer Aufnahme bei 240 Bildern je Sekunde. In fünf von fünfzig Versuchen bei 20 Lux fand die Kamera die Schärfe nicht. Vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme dauert es 1,6 Sekunden.
Wie viele Aufnahmen hält der Akku?
280 bei gemischter Nutzung, 240 mit dem elektronischen Sucher, 62 Minuten Video. Die Herstellerangabe lautet 320. Laden über USB dauert 2:10 Stunden; ein zweiter Akku kostet 55 bis 80 Euro.
Passt die Kamera in die Tasche?
In eine Jackentasche ja, in eine Hosentasche nicht. Sie wiegt mit Akku und Karte 403 Gramm und misst 118 mal 66 mal 64 Millimeter. Eine Systemkamera mit gleich großem Sensor und lichtstarkem Zoom liegt bei 700 bis 900 Gramm.
Ist der Sucher in der Sonne brauchbar?
Ja. Er war bei 60.000 Lux ablesbar, während der Bildschirm mit 480 Candela je Quadratmeter Spitzenhelligkeit an seine Grenze kam. Der Bildschirm ist fest verbaut und lässt sich nicht klappen.
Warum kostet eine technisch vergleichbare Kamera weniger?
Ein Modell eines anderen Herstellers stimmt in Sensorformat, 17 Megapixeln, Objektivdaten und Gehäusemaßen mit dieser Kamera überein und kostete 790 statt 1.190 Euro. Auflösung und Rauschen unterschieden sich innerhalb der Messstreuung von zwei Prozent; unterschiedlich sind Bildprofil, Oberfläche, Software und Garantiedauer.
Geprüft im September 2026