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Prüfbericht  /  Haushalt

Bion 3 im Test: Dosierung, Referenzwerte, Preis je Tag

Ein Nahrungsergänzungsmittel lässt sich nicht auf Wirkung prüfen, aber vollständig nachrechnen: jede Angabe auf der Packung gegen die europäischen Referenzwerte, gegen die empfohlenen Höchstmengen und gegen den Preis. Genau das steht hier, dazu Tablettengewicht, Zerfallszeit und was die Bakterienzahl aussagt.

GeprüftDie Dosierungen liegen bei 50 bis 100 Prozent der Referenzwerte, keine über der Höchstmenge. 43 Cent am Tag.

Angaben je Tablette gegen die Nährstoffbezugswerte der EU-Kennzeichnung, Prozentwerte von der Packung nachgerechnet
NährstoffJe TabletteAnteil am ReferenzwertEmpfohlene HöchstmengeBefund
Vitamin C40 mg50 %keine Höchstmenge festgelegt
Vitamin D5 µg100 %20 µg täglich
Vitamin B61,4 mg100 %3,5 mg täglich
Folsäure100 µg50 %200 µg als Zusatz
Zink5 mg50 %6,5 mg als Zusatz
Selen27,5 µg50 %45 µg als Zusatz

Zwölf Vitamine zwischen 50 und 100 Prozent

Die Packung nennt für jeden Nährstoff eine Menge und einen Prozentwert, und dieser Prozentwert bezieht sich auf die Nährstoffbezugswerte der europäischen Kennzeichnung. Nachgerechnet stimmen alle Angaben: 40 Milligramm Vitamin C sind 50 Prozent von 80, 5 Mikrogramm Vitamin D sind 100 Prozent von 5, und 1,4 Milligramm Vitamin B6 sind 100 Prozent von 1,4.

Diese Bezugswerte sind Kennzeichnungsgrößen für einen durchschnittlichen Erwachsenen und keine individuellen Empfehlungen; die Empfehlungen der Fachgesellschaften weichen davon nach Alter, Geschlecht und Lebensumständen ab. Wer eine Tablette danach beurteilt, vergleicht also mit einem Etikettenmaßstab. Bei Vitamin D liegt der Bezugswert mit 5 Mikrogramm deutlich unter der Empfehlung der Fachgesellschaften von 20 Mikrogramm täglich, und diese Lücke ist die auffälligste Einzelzahl der Packung.

Keine Menge über der Höchstmenge

Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es Empfehlungen für Höchstmengen, die von Behörden und Instituten veröffentlicht werden, weil einige Vitamine und Mineralstoffe in höherer Dosierung unerwünschte Wirkungen haben. Nachgeprüft an sechs kritischen Nährstoffen liegt keine Menge dieser Tablette darüber: Zink 5 gegen 6,5 Milligramm, Selen 27,5 gegen 45 Mikrogramm, Folsäure 100 gegen 200 Mikrogramm, Vitamin B6 1,4 gegen 3,5 Milligramm, Vitamin D 5 gegen 20 Mikrogramm.

Selbstverständlich ist das nicht. Ein zweites Präparat aus demselben Regal enthielt 15 Milligramm Zink und 200 Mikrogramm Selen je Tablette und lag damit über beiden Werten, und bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Präparate addieren sich die Mengen. Wer zwei Produkte nimmt, rechnet die Werte zusammen, und genau diese Rechnung ist der praktische Nutzen einer solchen Tabelle.

Drei Milliarden Bakterien, und was die Zahl sagt

Die Packung nennt drei Milliarden Bakterien je Tablette aus drei Kulturen. Diese Zahl klingt hoch und ist es im Vergleich nicht: ein Becher Naturjoghurt mit 150 Gramm enthält je nach Produkt eine bis zehn Milliarden lebende Milchsäurebakterien, und im Darm eines Erwachsenen leben etwa dreißig Billionen, also den zehntausendfachen Wert.

Entscheidend ist bei solchen Kulturen nicht die Zahl, sondern der Stamm und der Nachweis, dass er lebend im Darm ankommt. Beides steht auf der Packung nicht in prüfbarer Form; genannt sind die Artnamen ohne Stammbezeichnung. Für die Wirkung einzelner Stämme gibt es unterschiedliche Studienlagen, und diese Unterscheidung lässt sich an einer Packung nicht nachvollziehen. Die Zahl allein ist damit kein Qualitätsmerkmal.

Zerfall in zwei Stufen

Die Tablette wiegt 1,42 Gramm und misst 19 mal 8 Millimeter. In 200 Millilitern Wasser bei 37 Grad unter leichtem Rühren löste sich die äußere Schicht nach 6 Minuten, der innere Kern erst nach 34 Minuten vollständig.

Dieser zweistufige Aufbau ist die Begründung der Bezeichnung Depot: die Vitamine der Außenschicht stehen früh zur Verfügung, der Kern gibt über längere Zeit ab. Ob das im Verdauungstrakt einen Unterschied macht, lässt sich in einem Wasserglas nicht klären, weil dort weder Magensäure noch Bewegung noch Enzyme wirken. Belegbar ist aus dem Versuch nur, dass die Tablette tatsächlich zwei Schichten mit unterschiedlichem Zerfallsverhalten hat und dass sie nicht geteilt werden sollte, weil das Teilen den Kern öffnet.

Dreiundvierzig Cent am Tag

Die Packung mit 30 Tabletten kostete 12,90 Euro, also 43 Cent je Tag bei der angegebenen Einnahme von einer Tablette. Die Großpackung mit 90 Tabletten lag bei 29,90 Euro und damit bei 33 Cent.

Ein Multivitaminpräparat aus dem Drogerieregal mit vergleichbaren Vitaminmengen kostete 4,95 Euro für 60 Tabletten, also 8 Cent am Tag. Nachgerechnet enthielt es 11 der 12 Vitamine in Mengen zwischen 50 und 100 Prozent der Bezugswerte, aber keine Bakterienkulturen und kein Selen. Der Aufpreis von 35 Cent am Tag entspricht 128 Euro im Jahr und kauft die Kulturen, das Selen und den Depotaufbau. Ob das für einen Einzelnen sinnvoll ist, ist keine Rechenfrage.

Was ein Nahrungsergänzungsmittel ist

Rechtlich sind solche Produkte Lebensmittel und keine Arzneimittel. Sie werden nicht auf Wirksamkeit geprüft, sondern beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt, und die Kennzeichnung muss Nährstoffmengen, Verzehrempfehlung, einen Hinweis auf die Nichtüberschreitung der empfohlenen Menge und den Satz enthalten, dass sie keinen Ersatz für eine ausgewogene Ernährung darstellen.

Erlaubt sind nur zugelassene gesundheitsbezogene Angaben aus einer europäischen Liste, etwa dass Vitamin C zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt. Solche Sätze bedeuten, dass der Nährstoff für diese Funktion nötig ist, und nicht, dass eine zusätzliche Zufuhr sie verbessert. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Satz auf jeder solchen Packung, und sie steht nirgends darauf.

Wann eine Zufuhr belegt sinnvoll ist

Für einige Situationen ist eine gezielte Zufuhr fachlich empfohlen, und sie hat mit Multipräparaten wenig zu tun: Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft, Vitamin D bei Säuglingen und bei geringer Sonnenexposition, Vitamin B12 bei veganer Ernährung, Jod je nach Ernährungsweise, Eisen bei nachgewiesenem Mangel.

In diesen Fällen wird ein einzelner Nährstoff in einer bestimmten Menge zugeführt, und die stimmt selten mit dem überein, was eine Multitablette enthält: die hier geprüfte liefert 100 Mikrogramm Folsäure, empfohlen sind bei Kinderwunsch 400 Mikrogramm zusätzlich. Wer aus einem konkreten Grund ergänzt, klärt Präparat und Menge in der hausärztlichen Praxis, und dort wird bei Verdacht auf einen Mangel auch gemessen, statt vorsorglich zu ergänzen.

Ab 50, für Sportler, für Kinder

Von derselben Reihe gibt es Varianten mit Zusatzbezeichnungen für Altersgruppen und Anlässe. Nachgerechnet unterscheiden sich zwei davon von der Grundvariante in wenigen Positionen: die Ausführung für ältere Menschen enthielt 10 statt 5 Mikrogramm Vitamin D und 2,5 statt 1,4 Milligramm Vitamin B6, die Ausführung für sportlich Aktive 200 statt 40 Milligramm Vitamin C und zusätzlich Magnesium mit 56 Milligramm.

Beide Änderungen liegen weiter innerhalb der empfohlenen Höchstmengen, und die höhere Vitamin-D-Menge ist bei geringer Sonnenexposition sachlich begründet. Der Aufpreis betrug 3 bis 5 Euro je Packung, also 10 bis 17 Cent am Tag. Wer eine solche Variante erwägt, vergleicht die Tabelle auf den beiden Packungen Position für Position: in beiden Fällen unterschieden sich zwei bis drei Zeilen, und alles andere war gleich. Für Kinder sind solche Präparate eine eigene Frage, weil die Referenzwerte niedriger liegen und die Höchstmengen entsprechend früher erreicht sind.

Wechselwirkungen und Zeitpunkt

Zwei Punkte auf der Packung sind praktisch relevant. Die Einnahme wird zu einer Mahlzeit empfohlen, weil die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K Fett zur Aufnahme brauchen; nachgerechnet enthält die Tablette drei davon. Und Mineralstoffe können die Aufnahme bestimmter Arzneimittel beeinflussen: Zink und Calcium binden zum Beispiel Tetracyclin-Antibiotika und Schilddrüsenhormone.

Der übliche Abstand dafür beträgt zwei bis vier Stunden, und er steht in der Packungsbeilage des jeweiligen Arzneimittels. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, klärt die Kombination in der Apotheke; dort wird das mit einer Datenbank geprüft und dauert fünf Minuten. Das ist die einzige Vorsichtsmaßnahme, die bei einem Präparat innerhalb der Höchstmengen tatsächlich nötig ist.

Was eine Nachrechnung nicht leisten kann

Alle Zahlen dieser Seite stammen von der Packung, aus veröffentlichten Referenz- und Höchstmengen und aus drei eigenen Messungen an Gewicht, Maßen und Zerfall. Der tatsächliche Gehalt der Tabletten wurde nicht analysiert, weil dafür ein Labor nötig ist; angegebene und tatsächliche Gehalte können abweichen, und Hersteller planen üblicherweise einen Überschuss ein, damit der Wert über die Haltbarkeit gehalten wird.

Zur Wirkung sagt diese Seite nichts, und das ist keine Zurückhaltung, sondern die Sachlage: Wirksamkeitsaussagen setzen kontrollierte Studien voraus, und für Multipräparate bei gesunden Erwachsenen mit ausgewogener Ernährung ist die Studienlage übersichtlich. Wer wissen will, ob ihm etwas fehlt, lässt es in der Praxis bestimmen, und diese Messung ist die einzige, die eine Antwort gibt.

Tablette und Kosten, Gewicht auf der Feinwaage, Zerfall in 200 ml Wasser bei 37 °C unter leichtem Rühren
GrößeWertBemerkungVergleichBefund
Tablettengewicht1,42 gFeinwaageentfällt
Länge und Breite19 × 8 mmMessschieberschluckbar
Zerfall der Außenschicht6 minin Wasser bei 37 °Centfällt
Zerfall vollständig34 minDepotkernentfällt
Bakterien je Tablette3 Mrd.PackungsangabeJoghurtbecher 1 bis 10 Mrd.
Preis je Tag43 ct12,90 € für 30 StückDrogerie-Multivitamin 8 ct

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Vitaminmengen in Bion 3?

Zwischen 50 und 100 Prozent der Nährstoffbezugswerte der EU-Kennzeichnung, und alle Angaben auf der Packung stimmen mit dieser Rechnung. Bei Vitamin D liegt der Bezugswert mit 5 Mikrogramm allerdings deutlich unter der Empfehlung der Fachgesellschaften von 20 Mikrogramm.

Liegt eine Dosierung über den Höchstmengen?

Nein. Zink 5 gegen empfohlene 6,5 Milligramm, Selen 27,5 gegen 45 Mikrogramm, Folsäure 100 gegen 200 Mikrogramm, Vitamin B6 1,4 gegen 3,5 Milligramm, Vitamin D 5 gegen 20 Mikrogramm. Bei mehreren Präparaten gleichzeitig addieren sich die Mengen.

Sind drei Milliarden Bakterien viel?

Nein. Ein Becher Naturjoghurt mit 150 Gramm enthält eine bis zehn Milliarden lebende Milchsäurebakterien, und im Darm eines Erwachsenen leben etwa dreißig Billionen. Entscheidend wäre der Stamm, und der ist auf der Packung nicht in prüfbarer Form genannt.

Was bedeutet der Depotaufbau?

Die Tablette hat zwei Schichten: in 200 Millilitern Wasser bei 37 Grad löste sich die äußere nach 6 Minuten, der Kern erst nach 34. Ob das im Verdauungstrakt einen Unterschied macht, lässt sich im Wasserglas nicht klären. Geteilt werden sollte sie nicht, weil das den Kern öffnet.

Was kostet die tägliche Einnahme?

43 Cent bei 12,90 Euro für 30 Tabletten, 33 Cent bei der 90er-Packung für 29,90 Euro. Ein Drogerie-Multivitaminpräparat mit 11 der 12 Vitamine in vergleichbaren Mengen kostete 8 Cent am Tag, allerdings ohne Kulturen und ohne Selen.

Ist ein Nahrungsergänzungsmittel ein Arzneimittel?

Nein, rechtlich ein Lebensmittel. Es wird nicht auf Wirksamkeit geprüft, sondern beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt. Zugelassene Angaben wie der Beitrag von Vitamin C zum Immunsystem bedeuten, dass der Nährstoff dafür nötig ist, nicht dass eine zusätzliche Zufuhr etwas verbessert.

Wann ist eine Ergänzung fachlich empfohlen?

Bei bestimmten Situationen und dann meist als einzelner Nährstoff: Folsäure bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft mit 400 Mikrogramm zusätzlich, Vitamin D bei Säuglingen und geringer Sonnenexposition, Vitamin B12 bei veganer Ernährung, Eisen bei nachgewiesenem Mangel. Die geprüfte Tablette enthält 100 Mikrogramm Folsäure.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Ja, Mineralstoffe können die Aufnahme bestimmter Arzneimittel beeinflussen; Zink und Calcium binden zum Beispiel Tetracyclin-Antibiotika und Schilddrüsenhormone. Üblich ist ein Abstand von zwei bis vier Stunden, und die Kombination lässt sich in der Apotheke in fünf Minuten prüfen.

Geprüft im August 2026