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Prüfbericht  /  Elektronik

Samsung Galaxy A22 5G im Test: Laufzeit, 90 Hertz und die Update-Frage

Bei einem Telefon dieser Klasse entscheiden nicht Kamerazahlen über die Zufriedenheit, sondern drei nachrechenbare Größen: was der Akku in Wattstunden hält, was die Anzeige davon nimmt und wie lange das Nachladen dauert.

Geprüft13 Stunden Bildschirmzeit bei 60 Hertz, knapp 11 bei 90. Zwei Stunden Ladezeit.

Bildschirmzeit je Bildwiederholrate – Aufnahme am Akku gemessen, Laufzeit aus 19,25 Wh gerechnet
BetriebAufnahmeRechnerischGestopptBefund
Lesen, 60 Hz, 200 cd/m²1,45 W13 h 1513 h 00
Lesen, 90 Hz, 200 cd/m²1,78 W10 h 5010 h 40
Video, 60 Hz, WLAN2,10 W9 h 108 h 50
Videotelefonie über Mobilfunk4,60 W4 h 103 h 55

Milliamperestunden sagen nichts, Wattstunden schon

Auf dem Datenblatt stehen 5.000 Milliamperestunden. Diese Zahl ist eine Ladungsmenge und wird erst mit der Zellspannung zu einer Energie: 5,0 Amperestunden mal 3,85 Volt ergeben 19,25 Wattstunden.

Mit dieser Zahl wird die Laufzeit eine Division. Beim Lesen mit 60 Hertz und 200 Candela Bildhelligkeit zog das Gerät 1,45 Watt, was rechnerisch 13 Stunden 15 ergibt; gestoppt wurden 13 Stunden.

Der Vergleich zweier Telefone gelingt nur über Wattstunden. Ein Gerät mit 4.500 Milliamperestunden und 3,87 Volt hat 17,4 Wattstunden, also 10 Prozent weniger, und diese 10 Prozent stehen nirgends, weil beide Hersteller Milliamperestunden angeben.

Die 90-Hertz-Anzeige kostet zwei Stunden

Dieselbe Leseaufgabe mit 90 statt 60 Hertz Bildwiederholrate hob die Aufnahme von 1,45 auf 1,78 Watt, also um 23 Prozent. Die Bildschirmzeit fiel damit von 13 Stunden auf 10 Stunden 40.

Der Aufpreis wird an einer Stelle sichtbar: beim Scrollen und beim Wischen zwischen Bildschirmen. An stehendem Text, in einer Video-Wiedergabe und in einer Kartenansicht ist der Unterschied nicht wahrnehmbar, weil dort keine schnelle Bewegung stattfindet.

Praktisch lohnt deshalb die automatische Umschaltung, wenn das Gerät sie anbietet, und andernfalls die Entscheidung nach dem eigenen Gebrauch. Wer das Telefon überwiegend zum Lesen und Telefonieren benutzt, gewinnt mit 60 Hertz zwei Stunden und verliert nichts.

Zwei Stunden fünf bis voll

Das Laden erreichte in der Spitze 14,6 Watt. Rechnerisch wären 19,25 Wattstunden damit in einer Stunde 20 aufgenommen; tatsächlich dauerte es 2 Stunden 5.

Der Grund ist die Ladekurve. Die volle Leistung liegt nur bis etwa 70 Prozent an, danach wird der Strom zurückgenommen, und die letzten 20 Prozent brauchten allein 40 Minuten. Dieses Verhalten schützt die Zelle und ist bei jedem Lithiumakku so.

Für den Alltag folgt daraus eine praktische Regel: zwanzig Minuten am Netz bringen bei diesem Gerät rund 20 Prozent, also gut zweieinhalb Stunden Bildschirmzeit. Die letzten Prozente lohnen die Wartezeit nicht, und für die Lebensdauer der Zelle ist ein Ladezustand zwischen 20 und 80 Prozent ohnehin günstiger.

Nach dreißig Minuten Last bleiben 78 Prozent

Unter dauerhafter Prozessorlast fiel die Rechenleistung nach 30 Minuten auf 78 Prozent des Anfangswerts, und das Gehäuse erreichte an der wärmsten Stelle 41 °C. Das ist für ein Gerät dieser Klasse ohne Kühlkörper zu erwarten.

Wo das auffällt, ist eine kurze Liste: längeres Spielen, Videoaufnahme über mehrere Minuten und Navigation bei direkter Sonne auf der Windschutzscheibe. Bei allem anderen wird die volle Leistung nur in Sekundenbruchteilen abgerufen, und dort greift die Absenkung nicht.

Die Absenkung selbst ist kein Fehler, sondern Schutz. Ein Telefon, das nicht absenkt, wird heiß, und Hitze ist der größte Feind der Akkukapazität: dauerhaft über 40 °C altert eine Zelle deutlich schneller als bei Raumtemperatur.

Was 5G in dieser Klasse tatsächlich bedeutet

Die Bezeichnung 5G sagt nichts darüber, welche Frequenzbänder ein Gerät unterstützt, und genau daran entscheidet sich, ob im eigenen Netz überhaupt eine Verbindung entsteht. Relevant sind in Deutschland vor allem die Bänder um 700 Megahertz, 1,8 Gigahertz und 3,6 Gigahertz.

In der Praxis kam der größte Unterschied nicht aus der Geschwindigkeit, sondern aus der Netzkapazität: an einem gut ausgebauten Standort lag der Durchsatz bei einem Mehrfachen von 4G, an einem schlecht ausgebauten fiel das Gerät auf 4G zurück und war dort so schnell wie ein Telefon ohne 5G.

Zusätzlich kostet 5G Energie. In der Videotelefonie über Mobilfunk zog das Gerät 4,60 Watt gegen 2,10 Watt bei Video über WLAN, was die Laufzeit von knapp neun auf vier Stunden drückt.

Die Nutzungsdauer hängt an den Updates

Bei einem Telefon dieser Preisklasse ist nicht die Hardware das Ende, sondern die Versorgung mit Sicherheitsaktualisierungen. Ein Gerät ohne Aktualisierungen bleibt funktionsfähig, wird aber für Bankgeschäfte und Zugangsverwaltung zum Risiko.

Vor dem Kauf lässt sich das prüfen, und zwar nicht am Prospekt, sondern an der Support-Seite des Herstellers, die für jedes Modell Zeitraum und Rhythmus nennt. Diese Angabe ist die einzige belastbare Aussage über die Nutzungsdauer.

Gerechnet ergibt das eine andere Preisbetrachtung. Ein Gerät für 220 € mit vier Jahren Versorgung kostet 55 € im Jahr, eines für 350 € mit sieben Jahren 50 €. Die Anschaffung ist damit die falsche Vergleichsgröße.

Speicher, Karte und was 128 Gigabyte reichen

Von 128 Gigabyte Speicher standen nach der Einrichtung 108 zur Verfügung. Der Rest gehört dem System und den vorinstallierten Anwendungen und lässt sich nicht zurückholen.

Wofür das reicht, ist eine Rechnung: ein Foto mit 12 Megapixeln belegt etwa 3,5 Megabyte, eine Minute Video in 1080p rund 90 Megabyte. 108 Gigabyte tragen damit entweder 30.000 Fotos oder 20 Stunden Video, in der Praxis eine Mischung daraus.

Ein Steckplatz für eine Speicherkarte war vorhanden, und das ist bei dieser Geräteklasse ein echtes Merkmal: Fotos und Video lassen sich auf die Karte auslegen, Anwendungen in der Regel nicht. Wer viel filmt, verlängert damit die Nutzbarkeit ohne Cloud-Abonnement.

203 Gramm sind spürbar

Auf der Waage lagen 203 Gramm, mit einer einfachen Hülle 232. Der große Akku ist der Hauptgrund: eine 19,25-Wattstunden-Zelle wiegt rund 75 Gramm.

Bemerkbar wird das in zwei Situationen: beim Halten mit einer Hand über längere Zeit und in der Hemd- oder Jackettasche. In der Hosentasche und beim Tippen mit zwei Händen ist der Unterschied zu einem 170-Gramm-Gerät nicht relevant.

Der Zusammenhang ist nicht auflösbar: Laufzeit kommt aus Akkugewicht. Ein leichteres Telefon derselben Klasse hat weniger Wattstunden, und wer 13 Stunden Bildschirmzeit will, trägt die 75 Gramm mit.

Messgerät am Akku, Stoppuhr, feste Bildhelligkeit

Die Aufnahme wurde über Strom und Spannung am Akkuanschluss erfasst, nicht am Netzteil, damit Ladeverluste die Werte nicht verfälschen. Die Bildhelligkeit war für alle Läufe auf 200 Candela je Quadratmeter eingestellt und mit einem Leuchtdichtemesser kontrolliert.

Jeder Betriebsfall lief bis zur Abschaltung, gemessen mit Stoppuhr, ein Durchlauf je Fall. Für den Lastversuch lief ein Rechendurchlauf über 30 Minuten, die Leistung wurde alle fünf Minuten protokolliert und die Gehäusetemperatur mit einem Kontaktfühler abgenommen.

Nicht bewertet wurden Kameraqualität und Bildschirmfarbtreue, die eine Testkammer und ein Kolorimeter verlangen. Die Aussage zur Nutzungsdauer beruht auf den veröffentlichten Support-Zeiträumen und nicht auf eigener Beobachtung.

Laden und Leistung – Netzteil und Akku am Messgerät, Dauerlast über 30 Minuten
PrüfpunktWertUmrechnungBefund
Akkuinhalt5.000 mAh bei 3,85 V19,25 Wh
Ladeleistung, Spitze14,6 Wrechnerisch 1 h 20
Ladezeit auf 100 %2 h 05letzte 20 % dauern 40 min
Leistungseinbruch nach 30 min Lastauf 78 %Gehäuse 41 °C
Gewicht203 gmit Hülle 232 g

Häufige Fragen

Wie lange hält der Akku?

13 Stunden Bildschirmzeit beim Lesen mit 60 Hertz, 10 Stunden 40 mit 90 Hertz, 8 Stunden 50 bei Video über WLAN und 3 Stunden 55 bei Videotelefonie über Mobilfunk. Grundlage sind 19,25 Wattstunden aus 5.000 mAh bei 3,85 Volt.

Was kostet die 90-Hertz-Anzeige?

23 Prozent mehr Aufnahme, also 1,78 statt 1,45 Watt, und damit zwei Stunden Bildschirmzeit. Sichtbar ist der Vorteil beim Scrollen und Wischen, nicht an stehendem Text, in Videos oder in Kartenansichten.

Wie lange lädt das Telefon?

2 Stunden 5 bis voll, bei 14,6 Watt Spitzenleistung. Rechnerisch wären es eine Stunde 20; die letzten 20 Prozent brauchen allein 40 Minuten. Zwanzig Minuten am Netz bringen rund 20 Prozent, also gut zweieinhalb Stunden Bildschirmzeit.

Bricht die Leistung unter Last ein?

Ja, nach 30 Minuten auf 78 Prozent, bei 41 °C am Gehäuse. Das ist Schutz und kein Fehler. Auffällig wird es beim Spielen, bei längerer Videoaufnahme und bei Navigation in direkter Sonne.

Was bringt 5G in dieser Klasse?

Das hängt am Ausbau, nicht am Gerät. An einem gut ausgebauten Standort ein Mehrfaches von 4G, an einem schlechten fiel das Telefon auf 4G zurück. Zusätzlich kostet Mobilfunk Energie: 4,60 gegen 2,10 Watt bei Video über WLAN.

Wovon hängt die Nutzungsdauer ab?

Von den Sicherheitsaktualisierungen, nicht von der Hardware. Der Zeitraum steht auf der Support-Seite des Herstellers. Gerechnet: 220 € bei vier Jahren sind 55 € im Jahr, 350 € bei sieben Jahren 50 €.

Wie viel Speicher bleibt von 128 Gigabyte?

108 nach der Einrichtung. Das trägt etwa 30.000 Fotos mit je 3,5 Megabyte oder 20 Stunden Video in 1080p mit 90 Megabyte je Minute. Ein Kartensteckplatz war vorhanden, taugt aber für Medien und nicht für Anwendungen.

Ist das Telefon zu schwer?

203 Gramm, mit Hülle 232. Davon entfallen rund 75 Gramm auf den Akku. Spürbar beim einhändigen Halten über längere Zeit und in der Hemdtasche; die Laufzeit kommt aber genau aus diesem Gewicht.

Geprüft im August 2026