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Prüfbericht  /  Elektronik

Kabellose Atmos-Rücklautsprecher im Test: Pegel, Deckenhöhe, Aufstellung

Ein nach oben gerichteter Lautsprecher erzeugt einen Höheneindruck über eine Reflexion an der Decke. Ob das funktioniert, entscheidet nicht der Lautsprecher, sondern der Raum, und beides lässt sich am Hörplatz messen.

BedingtDer Höhenkanal liegt 6 Dezibel zurück. Unter einer Schräge liegt er noch weiter.

Pegel je Kanal am Hörplatz bei gleichem Testsignal, Messmikrofon auf Ohrhöhe, 2,5 m Decke
KanalPegel am HörplatzBezugWahrnehmungBefund
Front, direkt85 dB0 dBBezugspegel
Rücklautsprecher, direkt84 dB−1 dBklar zu orten
Höhenkanal über Deckenreflexion78 dB−6 dBdiffus, oben
Höhenkanal, Schrägdecke 3,4 m71 dB−13 dBnicht ortbar

Der Höhenkanal kommt über die Decke

Ein Höhenkanal in einem Wohnzimmer-Aufbau ohne Deckenlautsprecher entsteht durch eine Reflexion: ein nach oben gerichteter Treiber strahlt gegen die Decke, und der Schall trifft von dort auf den Hörplatz.

Am Hörplatz lag dieser Kanal bei 78 Dezibel, während der direkt strahlende Rückkanal 84 und die Front 85 erreichte. Sechs Dezibel Unterschied entsprechen einem Viertel der Schallleistung.

Das ist keine Fehlfunktion, sondern der Weg: der Schall legt die doppelte Strecke zurück, und die Decke absorbiert einen Teil. Ein Höheneffekt aus einer Reflexion ist deshalb immer diffus und leiser als ein direkter Kanal, und wer ihn mit einem Deckenlautsprecher vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Die Decke entscheidet, nicht der Lautsprecher

Derselbe Aufbau wurde in vier Räumen gemessen. Bei 2,4 Metern glatter, waagerechter Decke lag der Höhenkanal bei 79 Dezibel, bei 2,8 Metern bei 77, bei 3,4 Metern bei 74 und unter einer holzverkleideten Schräge bei 71.

Der Verlauf folgt zwei Effekten. Mit der Höhe wächst der Weg, und mit dem Weg fällt der Pegel; eine Schräge lenkt die Reflexion aus dem Hörbereich heraus, und Holz absorbiert mehr als Putz.

Für die Kaufentscheidung ist das der wichtigste Punkt, und er lässt sich vorher prüfen: eine glatte, waagerechte Decke unter 3 Metern ist die Voraussetzung. Unter einer Dachschräge oder einer Akustikdecke ist Geld für Höhenkanäle nicht gut angelegt, und ein Aufbau mit zwei direkten Rückkanälen liefert dort mehr.

Wo die Lautsprecher stehen müssen

Für die direkten Rückkanäle gilt ein Winkel von 110 bis 120 Grad, gemessen von der Blickrichtung zum Bildschirm, und ein Abstand von 1,5 bis 2 Metern hinter dem Hörplatz. In dieser Anordnung lagen beide Rückkanäle innerhalb von 1 Dezibel gleich.

Werden sie stattdessen direkt neben das Sofa gestellt, entsteht ein Pegelunterschied zwischen den Sitzplätzen: gemessen 6 Dezibel zwischen dem Platz am Lautsprecher und dem in der Mitte. Der Eindruck kippt dann auf eine Seite.

Für den Höhenkanal kommt eine dritte Bedingung dazu: über dem Lautsprecher muss die Decke frei sein. Ein Regal, ein Deckenbalken oder eine Lampe direkt darüber verschiebt die Reflexion, und in der Messung kostete eine Hängelampe im Reflexionspunkt 4 Dezibel.

Kabellos heißt nicht ohne Kabel

Die Bezeichnung kabellos bezieht sich auf die Signalverbindung zur Basis. Beide Lautsprecher brauchen weiterhin eine Steckdose, und das ist bei der Aufstellung hinter dem Sofa die eigentliche Einschränkung.

Jeder Lautsprecher zog im Betrieb 8 Watt und im Bereitschaftszustand 1,2 Watt. Zwei Geräte dauerhaft am Netz sind damit 21 Kilowattstunden im Jahr oder rund 7 €, und das ist unerheblich.

Erheblich ist der Kabelweg. Zwei Steckdosen an der Rückwand eines Wohnzimmers sind selten vorhanden, und eine Verlängerung unter dem Teppich ist die übliche Lösung. Wer den Aufwand vorher einplant, spart sich die Erkenntnis, dass die kabellose Lösung zwei Kabel braucht.

Der Funkweg und die Gleichzeitigkeit

Ein Rückkanal, der später kommt als die Front, zerstört die Ortung. Mit einem Impulssignal und zwei Mikrofonen lag der Versatz zwischen Front und Rücklautsprecher bei unter einer Millisekunde.

Das ist der Grund, warum solche Sätze nur mit der zugehörigen Basis arbeiten und nicht über eine allgemeine Funkverbindung: die Übertragung ist auf gleichzeitige Wiedergabe ausgelegt. Ein Aufbau über Bluetooth wäre mit rund 150 Millisekunden unbrauchbar.

Daraus ergeben sich zwei Punkte. Erstens sind diese Lautsprecher an ein System gebunden und nicht frei kombinierbar. Zweitens ist eine Verzögerung, die man hört, immer eine Einstellungsfrage in der Basis und nicht ein Fehler der Lautsprecher, und die Basis bietet dafür meist eine Verzögerung je Kanal an.

Was Atmos im Wohnzimmer tatsächlich ändert

Objektbasierter Ton legt Klänge nicht auf Kanäle, sondern auf Positionen im Raum, und die Wiedergabekette rechnet daraus, was die vorhandenen Lautsprecher können. Mit vier Bodenkanälen und zwei Höhenkanälen entstehen sechs Positionen.

Hörbar ist das vor allem bei zwei Arten von Inhalt: Regen, Hubschrauber und Umgebungsgeräusche, die von oben kommen sollen, und Musikaufnahmen, die dafür gemischt sind. Bei Dialogen und bei den meisten Fernsehinhalten ändert sich nichts, weil dort nichts oben stattfindet.

Deshalb ist der Nutzen an das Sehverhalten gebunden. Wer überwiegend Nachrichten und Serien sieht, gewinnt mit zwei direkten Rückkanälen deutlich mehr als mit Höhenkanälen; wer Kinofilme sieht, gewinnt beides.

Die Reihenfolge der Aufwertung

Nach der Wirkung je ausgegebenem Euro ergibt sich eine klare Reihenfolge, und sie beginnt nicht bei den Höhenkanälen. Der größte Sprung entsteht durch zwei direkte Rückkanäle: der Pegel hinten stieg von 61 Dezibel, den eine Bar allein am Hörplatz erzeugte, auf 84.

Der zweite Schritt ist ein Tieftonlautsprecher, der den Bereich unter 80 Hertz übernimmt. In der Messung fiel eine Bar ohne Tieftonlautsprecher bei 62 Hertz um 6 Dezibel ab, mit einem bei 34.

Der dritte Schritt sind die Höhenkanäle mit ihren gemessenen minus 6 Dezibel und der Abhängigkeit von der Decke. Wer die Reihenfolge einhält, hört bei jedem Schritt einen Unterschied; wer mit Schritt drei beginnt, sucht ihn.

Einmessen ist der Schritt, der nichts kostet

Nach dem Aufstellen lag der Pegelunterschied zwischen Front und Rückkanälen bei 4 Dezibel, obwohl beide Lautsprecher dieselbe Bauform hatten. Ursache waren Abstand und die Wand hinter den Rückkanälen.

Nach einem Einmessvorgang der Basis mit Mikrofon lagen sie innerhalb von 1 Dezibel. Steht kein Einmessvorgang zur Verfügung, lässt sich derselbe Abgleich mit einem Testsignal und einer Pegelmessung über eine Telefonanwendung erledigen, und die Genauigkeit reicht dafür aus.

Der zweite Punkt ist die Verzögerung je Kanal, die bei ungleichen Abständen nötig ist. Als Faustwert gilt eine Millisekunde je 34 Zentimeter Abstandsunterschied, und die Einstellung ist in der Basis in einer Minute erledigt.

Messmikrofon auf Ohrhöhe, vier Räume

Der Pegel je Kanal entstand mit einem Messmikrofon auf Ohrhöhe am Hörplatz und einem Rauschsignal, das die Basis einzeln auf jeden Kanal legte. Angegeben ist der Mittelwert über 30 Sekunden, drei Wiederholungen je Kanal.

Die Deckenreihe lief in vier Räumen mit demselben Aufbau, gleicher Sitzposition und gleichem Lautsprecherabstand: Decken von 2,4, 2,8 und 3,4 Metern sowie eine holzverkleidete Schräge. Der Höheneindruck wurde zusätzlich von zwei Personen unabhängig beurteilt.

Der Klang im Sinne einer Höreinschätzung ist in dieser Reihe nicht enthalten, und offen bleibt die Verbindungsstabilität über Wochen. Die Werte gelten für diese Räume; die Deckenreflexion ist die raumabhängigste Größe der ganzen Kette.

Deckenhöhe und Neigung gegen die Höhenwirkung, gleicher Aufbau, Beurteilung durch zwei Hörer
DeckePegel des HöhenkanalsHöheneindruckBewertungBefund
2,4 m, glatt und waagerecht79 dBdeutlichgeeignet
2,8 m, glatt und waagerecht77 dBvorhandengeeignet
3,4 m, waagerecht74 dBschwachgrenzwertig
Schräge, Holzverkleidung71 dBnicht ortbarungeeignet

Häufige Fragen

Wie laut ist der Höhenkanal am Hörplatz?

78 Dezibel gegen 84 beim direkten Rückkanal und 85 bei der Front, also 6 Dezibel und damit ein Viertel der Schallleistung. Der Schall legt über die Deckenreflexion die doppelte Strecke zurück.

Welche Decke ist nötig?

Glatt, waagerecht und unter 3 Metern. Gemessen 79 Dezibel bei 2,4 Metern, 77 bei 2,8, 74 bei 3,4 und 71 unter einer holzverkleideten Schräge, wo der Höhenkanal nicht mehr ortbar war.

Wo werden die Rücklautsprecher aufgestellt?

In 110 bis 120 Grad zur Blickrichtung und 1,5 bis 2 Meter hinter dem Hörplatz. Direkt neben dem Sofa entstanden 6 Dezibel Unterschied zwischen den Sitzplätzen. Über dem Lautsprecher muss die Decke frei sein: eine Hängelampe im Reflexionspunkt kostete 4 Dezibel.

Brauchen kabellose Lautsprecher Strom?

Ja, jeder eine Steckdose. Kabellos bezieht sich auf die Signalverbindung. Gemessen 8 Watt im Betrieb und 1,2 im Bereitschaftszustand, also rund 7 € im Jahr für beide.

Lassen sich die Lautsprecher an einer anderen Anlage nutzen?

Nein, sie sind an die zugehörige Basis gebunden. Der Versatz zwischen Front und hinten lag bei unter einer Millisekunde, was eine allgemeine Funkverbindung nicht leistet: über Bluetooth wären es rund 150 Millisekunden.

Wann hört man den Höhenkanal überhaupt?

Bei Umgebungsgeräuschen wie Regen und Hubschrauber und bei entsprechend gemischter Musik. Bei Dialogen und den meisten Fernsehinhalten ändert sich nichts, weil dort oben nichts stattfindet.

Was lohnt sich zuerst?

Zwei direkte Rückkanäle: der Pegel hinten stieg von 61 auf 84 Dezibel. Dann ein Tieftonlautsprecher, mit dem der Abfall von 62 auf 34 Hertz rutschte. Höhenkanäle sind der dritte Schritt.

Muss der Satz eingemessen werden?

Ja. Nach dem Aufstellen lagen 4 Dezibel Unterschied zwischen Front und hinten, nach dem Einmessen unter 1. Ohne Einmessfunktion genügen ein Testsignal und eine Pegelmessung; für die Verzögerung gilt eine Millisekunde je 34 Zentimeter Abstandsunterschied.

Geprüft im Juli 2026