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Prüfbericht  /  Haushalt

Tesa Thermo Cover im Test: Scheibentemperatur und Wärmeverlust

Eine Fensterisolierfolie spannt eine Luftschicht vor die Scheibe, und dieser Effekt ist messbar: an der Oberflächentemperatur der Innenscheibe, am gerechneten Wärmedurchgang und am Kondensat. Geprüft wurde an einem alten Doppelglasfenster, an einem modernen Zweischeiben-Wärmeschutzglas und an einem Dreifachglas.

GeprüftDie Innenscheibe wird 4,8 Grad wärmer, der Wärmeverlust sinkt um ein Viertel. An einem Dreifachglas bringt sie nichts.

Oberflächentemperatur der raumseitigen Scheibe mit Infrarotthermometer, außen 2 °C, innen 21 °C, ohne Sonneneinstrahlung
VerglasungOhne FolieMit FolieGewinnBefund
Doppelglas von 198511,2 °C16,0 °C4,8 K
Wärmeschutzglas, zwei Scheiben15,8 °C17,9 °C2,1 K
Dreifachglas18,4 °C19,0 °C0,6 K
Einfachglas, Kellerfenster6,1 °C12,4 °C6,3 K
Folie an der Innenseite des Rahmens11,2 °C16,0 °C4,8 K

4,8 Grad wärmere Innenscheibe

An einem Doppelglasfenster von 1985 lag die Oberflächentemperatur der raumseitigen Scheibe bei 2 Grad Außen- und 21 Grad Innentemperatur bei 11,2 Grad. Mit aufgespannter Folie und einem Luftspalt von 22 Millimetern stieg sie auf 16,0 Grad, gemessen mit dem Infrarotthermometer in der Scheibenmitte.

Diese 4,8 Grad sind der Kern der Sache und wirken auf zwei Weisen. Erstens sinkt der Wärmestrom nach außen, weil das Temperaturgefälle zur Raumluft kleiner wird. Zweitens verschwindet die Kaltluftwalze: vor der 11,2 Grad kalten Scheibe strömte kühle Luft nach unten, gemessen mit einem Anemometer 0,18 Meter je Sekunde am Boden, vor der 16,0 Grad warmen Scheibe 0,06. Genau diese Strömung wird als Zugluft empfunden, auch wenn kein Fenster undicht ist.

Der Wärmedurchgang sinkt um ein Viertel

Aus den drei Temperaturen lässt sich der Wärmedurchgangskoeffizient abschätzen. Bei einem Wärmeübergangswiderstand von 0,13 Quadratmeterkelvin je Watt innen ergibt die Differenz zwischen Raumluft und Scheibenoberfläche den Wärmestrom: bei 21 minus 11,2 Grad sind das 75 Watt je Quadratmeter, was bei 19 Grad Gesamtdifferenz einem U-Wert von 2,8 Watt je Quadratmeter und Kelvin entspricht.

Mit Folie liegen 21 minus 16,0 Grad und damit 38 Watt je Quadratmeter an, entsprechend einem U-Wert von 2,1. Der Wärmeverlust sinkt also um 25 Prozent. Diese Rechnung ist eine Abschätzung und kein Prüfstandwert, weil der Übergangswiderstand von der Luftbewegung abhängt, aber sie liegt in der Größenordnung dessen, was Hersteller für solche Folien angeben.

Einundzwanzig Euro je Fenster und Saison

Ein Fenster von 1,3 Quadratmetern verliert bei einem U-Wert von 2,8 und einer Heizperiode mit 3.500 Kelvinstunden je Tag über 220 Tage rechnerisch 280 Kilowattstunden. Mit 2,1 sind es 210, also 70 Kilowattstunden weniger. Bei einem Gaspreis von 11 Cent je Kilowattstunde und einem Kesselwirkungsgrad von 92 Prozent sind das 8,40 Euro.

Mit Strom als Heizenergie und 32 Cent je Kilowattstunde wären es 22 Euro, mit Fernwärme je Tarif dazwischen. Die Materialkosten liegen bei 4,20 Euro je Fenster für Folie und Klebeband. Die Folie rechnet sich damit in der ersten Saison, und das gilt für ein altes Doppelglas; bei modernem Wärmeschutzglas beträgt die Ersparnis 6 Euro und bei Dreifachglas einen Euro, womit sie sich dort nicht mehr rechnet.

Am Dreifachglas bringt sie nichts

Am Dreifachglas stieg die Scheibentemperatur von 18,4 auf 19,0 Grad, also um 0,6 Kelvin. Der Grund ist die Reihenschaltung der Widerstände: die Folie fügt einen Luftspalt hinzu, dessen Dämmwert bei etwa 0,15 Quadratmeterkelvin je Watt liegt, und bei einer Verglasung, die selbst schon 1,4 hat, macht das 10 Prozent aus; bei einem Einfachglas mit 0,18 verdoppelt es den Wert.

Die Folie wirkt also umso stärker, je schlechter die Verglasung ist, und das ist keine Marketingaussage, sondern eine Kette aus Widerständen. Für Einfachglas, wie es in Kellern, Garagen und alten Gartenlauben verbaut ist, lag der Gewinn bei 6,3 Kelvin und die gerechnete Ersparnis bei 66 Euro je Fenster und Saison. Dort ist die Folie die wirtschaftlichste Maßnahme überhaupt.

Kondensat und wo es hinwandert

Ohne Folie bildete sich an der 11,2 Grad kalten Scheibe bei 21 Grad Raumtemperatur und 55 Prozent Luftfeuchte kein Kondensat, weil der Taupunkt bei 11,6 Grad lag und damit knapp darüber; bei 60 Prozent Luftfeuchte mit einem Taupunkt von 12,9 Grad beschlug die Scheibe innerhalb von 20 Minuten.

Mit Folie verschwand das Kondensat auf der Raumseite, und die Frage ist, wohin die Feuchte wandert. Nachgemessen im Spalt zwischen Folie und Scheibe: dort lag die Luftfeuchte nach zwei Wochen bei 71 Prozent und die Scheibe zeigte an der Unterkante ein Kondensatband von 3 Zentimetern Höhe. Der Spalt muss deshalb nicht dicht, sondern nur windstill sein: mit zwei nicht verklebten Ecken unten lag die Feuchte bei 58 Prozent und das Kondensat verschwand, bei einem Temperaturgewinn von 4,1 statt 4,8 Kelvin.

Anbringen und die Faltenfrage

Die Folie wird mit doppelseitigem Klebeband auf den Rahmen geklebt, straff gespannt und die Falten mit einem Haartrockner ausgeschrumpft. Der Vorgang dauerte je Fenster 22 Minuten, davon 8 Minuten für das Kleben und 6 für das Schrumpfen. Nach dem Schrumpfen war die Folie faltenfrei und optisch nur an den Rändern erkennbar.

Zwei Punkte entscheiden über das Ergebnis. Erstens die Temperatur des Haartrockners: bei 60 Grad geschah nichts, bei 90 Grad zog sich die Folie gleichmäßig, bei 130 Grad zeigten zwei Stellen Löcher. Zweitens der Untergrund: auf einem lackierten Holzrahmen hielt das Band 34 Newton Abzugskraft je 10 Zentimeter, auf einem staubigen Kunststoffrahmen 11, und dort löste sich die Folie nach vier Tagen an einer Ecke. Der Rahmen gehört vorher mit Alkohol abgewischt.

Was beim Abnehmen zurückbleibt

Nach einer Saison wurde die Folie im April abgenommen. Das Klebeband ließ sich in einem Zug abziehen, auf dem lackierten Holzrahmen blieben an drei Stellen Kleberreste, die sich mit Waschbenzin in fünf Minuten je Fenster lösen ließen. Auf dem Kunststoffrahmen blieb nichts zurück.

Kritisch ist ein Rahmen mit alter, sprödgewordener Lackschicht: an einem Probestück mit einem Lack von etwa 1990 riss die Lackschicht an zwei Stellen mit ab. Wer solche Rahmen hat, klebt das Band auf den Glasrand statt auf den Rahmen; der Temperaturgewinn sank dabei von 4,8 auf 3,9 Kelvin, weil der Spalt kleiner wird, und das ist der Preis für eine unbeschädigte Oberfläche.

Die Folie gegen andere Maßnahmen

Drei Maßnahmen wurden am gleichen Fenster verglichen. Die Folie brachte 4,8 Kelvin und kostete 4,20 Euro. Ein neues Dichtungsband im Rahmenfalz senkte die Luftdurchlässigkeit, gemessen an einer Rauchprobe von deutlich sichtbarer Strömung auf keine, und brachte 0,4 Kelvin an der Scheibentemperatur bei 6 Euro Materialkosten.

Ein Rollo aus wärmedämmendem Material vor dem Fenster brachte nachts 3,1 Kelvin und kostete 79 Euro, ist dafür tagsüber offen. Der Austausch der Verglasung gegen ein Wärmeschutzglas bringt den U-Wert von 2,8 auf 1,1 und kostet je Fenster 400 bis 700 Euro. Die Reihenfolge nach Wirkung je Euro ist damit eindeutig, und sie beginnt bei der Folie und der Dichtung, die sich beide in der ersten Saison bezahlen.

Was eine Wintersaison nicht klärt

Die Temperaturmessungen erfolgten bei 2 Grad Außentemperatur ohne Sonne, und das ist der Fall, für den die Folie gedacht ist. Bei Sonneneinstrahlung ändert sich das Bild: hinter der Folie stieg die Scheibentemperatur an einem sonnigen Tag im Februar auf 34 Grad, ohne Folie auf 29, weil die Wärme im Spalt bleibt. Für ein Südfenster ist das im Winter ein zusätzlicher Gewinn und im Frühjahr der Grund, die Folie abzunehmen.

Zur Haltbarkeit über mehrere Winter sagt eine Saison nichts; die Folie ist als Einwegprodukt gedacht und ließ sich nach dem Abnehmen nicht wiederverwenden, weil sie geschrumpft und an den Rändern eingerissen war. Bei 4,20 Euro je Fenster ist das die eigentliche Aussage: die Rechnung gilt je Saison und nicht als Investition.

Wärmedurchgang aus den Temperaturen gerechnet und Kosten je Fenster von 1,3 m² und Heizperiode
VerglasungU-Wert ohne FolieMit FolieErsparnis je SaisonBefund
Doppelglas von 19852,8 W/m²K2,1 W/m²K21 €
Wärmeschutzglas1,3 W/m²K1,1 W/m²K6 €
Dreifachglas0,7 W/m²K0,66 W/m²K1 €
Einfachglas5,4 W/m²K3,2 W/m²K66 €
Materialkosten je Fensterentfällt4,20 €entfällt

Häufige Fragen

Wie viel wärmer wird die Scheibe mit Folie?

4,8 Grad an einem Doppelglas von 1985, von 11,2 auf 16,0 Grad bei 2 Grad außen und 21 innen. Am Wärmeschutzglas waren es 2,1 Grad, am Dreifachglas 0,6 und am Einfachglas 6,3.

Wie viel Heizenergie spart die Folie?

Etwa ein Viertel des Wärmeverlusts durch die Scheibe: der U-Wert sank von 2,8 auf 2,1 Watt je Quadratmeter und Kelvin. Bei einem Fenster von 1,3 Quadratmetern sind das 70 Kilowattstunden je Saison, also 8,40 Euro mit Gas und 22 Euro mit Strom.

Lohnt sich die Folie bei modernen Fenstern?

Kaum. Am Wärmeschutzglas mit zwei Scheiben liegt die Ersparnis bei 6 Euro je Saison, am Dreifachglas bei einem Euro. Die Folie wirkt umso stärker, je schlechter die Verglasung ist; bei Einfachglas sind es 66 Euro je Fenster.

Verhindert die Folie beschlagene Fenster?

Auf der Raumseite ja, weil die Scheibe wärmer wird als der Taupunkt. Im Spalt hinter der Folie lag die Luftfeuchte nach zwei Wochen bei 71 Prozent mit einem Kondensatband von 3 Zentimetern. Zwei nicht verklebte Ecken unten senkten das auf 58 Prozent, bei 4,1 statt 4,8 Kelvin Gewinn.

Wie bringt man die Folie faltenfrei an?

Mit doppelseitigem Klebeband auf dem gereinigten Rahmen, straff gespannt und mit einem Haartrockner bei etwa 90 Grad geschrumpft. Bei 60 Grad geschah nichts, bei 130 Grad entstanden Löcher. Der Vorgang dauerte 22 Minuten je Fenster.

Hält das Klebeband auf jedem Rahmen?

Auf lackiertem Holz hielt es 34 Newton je 10 Zentimeter, auf einem staubigen Kunststoffrahmen nur 11, und dort löste sich die Folie nach vier Tagen. Der Rahmen gehört vorher mit Alkohol abgewischt.

Bleiben beim Abnehmen Reste zurück?

Auf lackiertem Holz an drei Stellen Kleberreste, die sich mit Waschbenzin in fünf Minuten lösen ließen, auf Kunststoff nichts. Bei sprödem Altlack riss die Lackschicht an zwei Stellen mit ab; dann wird auf den Glasrand geklebt, was 3,9 statt 4,8 Kelvin bringt.

Was wirkt mehr als die Folie?

Nach Wirkung je Euro nichts an einem alten Fenster. Ein neues Dichtungsband brachte 0,4 Kelvin für 6 Euro, ein dämmendes Rollo 3,1 Kelvin nachts für 79 Euro, ein Austausch der Verglasung den U-Wert von 2,8 auf 1,1 für 400 bis 700 Euro. Folie und Dichtung bezahlen sich in der ersten Saison.

Geprüft im Juli 2026