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Prüfbericht  /  Tipps & Tricks

Elektroinstallation im Haushalt: was erlaubt ist und was sich messen lässt

An einer Elektroinstallation im Haushalt gibt es zwei getrennte Fragen: was man selbst tun darf und was man selbst prüfen kann. Die erste ist rechtlich beantwortet, die zweite mit einfachen Messgeräten. Geprüft wurden die Auslöseeigenschaften eines Fehlerstromschutzschalters, der Schleifenwiderstand einer Steckdose, die Spannung unter Last, die Belastbarkeit von Leitungsquerschnitten und die Aussagekraft der Prüfmittel, die im Baumarkt erhältlich sind.

GeprüftPrüfen und Lampen tauschen geht selbst. Alles hinter der Klemme braucht eine Elektrofachkraft.

Messungen an einem bestehenden Stromkreis mit einem Installationsprüfgerät; Werte als Mittel aus drei Messungen, Netzspannung 232 V
MessgrößeGemessenAnforderungBewertungBefund
Auslösestrom des Fehlerstromschutzschalters22 mAhöchstens 30 mAerfüllt
Auslösezeit bei Nennfehlerstrom24 mshöchstens 300 mserfüllt
Auslösezeit bei fünffachem Fehlerstrom9 mshöchstens 40 mserfüllt
Schleifenwiderstand an der Steckdose0,42 Ohmunter 1,5 Ohm bei 16 Aerfüllt
Isolationswiderstand des Stromkreisesüber 300 MOhmüber 1 MOhmerfüllt
Spannungsfall bei 10 A Last3,1 V, also 1,3 %unter 3 % ab Zählererfüllt
Drehfeldrichtung am Drehstromanschlussrechtsrechtserfüllt

Wo die Grenze der Eigenleistung liegt

Arbeiten an der festen elektrischen Anlage sind in Deutschland Fachkräften vorbehalten; maßgeblich sind die Anschlussbedingungen der Netzbetreiber, nach denen Errichtung, Änderung und Instandsetzung von einem in das Installateurverzeichnis eingetragenen Betrieb auszuführen sind. Was ohne Fachkraft geht, sind Arbeiten an Geräten und Steckvorrichtungen jenseits der festen Anlage: Leuchtmittel wechseln, ein Gerät mit Stecker anschließen, eine Steckerleitung an einem Gerät ersetzen.

Praktisch bedeutet die Grenze: alles, was hinter einer Klemme in einer Dose oder im Verteiler beginnt, ist die Anlage. Eine Lampe an vorhandene Klemmen anzuschließen wird häufig als Grenzfall behandelt; wer es tut, arbeitet an spannungsführenden Teilen und muss die fünf Sicherheitsregeln beherrschen. Für Versicherungs- und Haftungsfragen gilt zudem, dass ein Schaden aus einer nicht fachgerecht ausgeführten Arbeit zu Leistungskürzungen führen kann. Diese Punkte sind der Rechtslage und den Bedingungen entnommen und nicht dem Prüfaufbau.

Zweiundzwanzig Milliampere und 24 Millisekunden

Der Fehlerstromschutzschalter des Prüfobjekts löste bei 22 Milliampere aus; zulässig sind höchstens 30, weil das der Nennfehlerstrom ist und die Auslösung zwischen 50 und 100 Prozent davon erfolgen muss. Die Auslösezeit lag bei 24 Millisekunden bei Nennfehlerstrom und bei 9 Millisekunden beim fünffachen Wert.

Diese Zahlen erklären, warum der Schalter Leben retten kann: ein Strom von 30 Milliampere über den Körper wird bei einer Einwirkzeit unter etwa 100 Millisekunden in den meisten Fällen ohne Herzkammerflimmern überstanden, und der Schalter unterbricht in 24. Prüfbar ist die Funktion ohne Messgerät über die Prüftaste, die einen Fehlerstrom im Gerät erzeugt; sie sagt nichts über Auslösestrom und Zeit, sondern nur, dass die Mechanik arbeitet. Diese Prüfung dauert fünf Sekunden und gehört nach Empfehlung halbjährlich gemacht.

Null Komma zweiundvierzig Ohm

Der Schleifenwiderstand an einer Steckdose betrug 0,42 Ohm. Aus ihm folgt der Kurzschlussstrom: 232 Volt geteilt durch 0,42 Ohm ergeben 552 Ampere, und ein Leitungsschutzschalter mit 16 Ampere der Charakteristik B löst ab etwa 80 Ampere sofort aus.

Die Bedingung ist damit erfüllt, und sie ist der Kern des Schutzes bei einem Kurzschluss: der Strom muss groß genug sein, damit die Sicherung schnell auslöst. Bei einem zu hohen Schleifenwiderstand, etwa durch eine zu lange oder zu dünne Leitung, dauert die Auslösung länger, und die Leitung erwärmt sich. Nachgerechnet wäre bei 1,5 Quadratmillimetern Querschnitt und 16 Ampere Absicherung eine Länge von etwa 30 Metern die praktische Grenze, weil darüber der Spannungsfall zu groß wird.

Messbar ist dieser Wert nur mit einem Installationsprüfgerät, das ab 380 Euro kostet, und darin liegt der Grund, weshalb eine Abnahmeprüfung Sache der Fachkraft ist.

Warum der einpolige Prüfer täuscht

Zwei Prüfmittel wurden verglichen. Der einpolige Phasenprüfer für 3 Euro leuchtete an der Außenleiterklemme und blieb am Neutralleiter dunkel, zeigte aber an einer absichtlich unterbrochenen Leitung ebenfalls dunkel, obwohl über eine parallele Verbindung Spannung anlag; umgekehrt leuchtete er an einem freiliegenden Kabelende ohne Verbindung durch kapazitive Einkopplung.

Ein zweipoliger Spannungsprüfer für 12 Euro zeigte in beiden Fällen richtig an, weil er zwischen zwei Punkten messt und nicht über den Körper des Anwenders. Genau das ist der Unterschied: der einpolige Prüfer braucht einen Stromfluss durch den Benutzer, und seine Anzeige hängt von Schuhwerk und Untergrund ab. In der Fachwelt gilt er deshalb nicht als geeignetes Prüfmittel für die Feststellung der Spannungsfreiheit.

Wer eine Steckdose auswechselt, arbeitet nach den fünf Sicherheitsregeln, und die zweite davon lautet, gegen Wiedereinschalten zu sichern, was ein Kleber am Schalter nicht leistet, wohl aber ein Schloss.

Was der Steckdosenprüfer leistet

Ein Steckdosenprüfer mit Auslösetaste für 24 Euro wurde an zwölf Steckdosen eingesetzt. Er zeigte an drei Dosen richtig einen fehlenden Schutzleiter an und löste an neun Dosen den Fehlerstromschutzschalter aus; an drei Dosen ohne Schutzleiter konnte er das nicht, weil sein Prüfstrom über den Schutzleiter fließt.

Damit ist seine Aussagekraft benannt: er prüft, ob ein Schutzleiter vorhanden ist und ob die Auslösung funktioniert, und er ersetzt keine Messung von Widerstand und Auslösezeit. Für einen Altbau ist er trotzdem das nützlichste Gerät seiner Preisklasse, weil fehlende Schutzleiter dort häufig sind: von den zwölf geprüften Dosen hatten drei keinen, alle in einem Bereich mit Leitungen aus den 1960er Jahren. Ein solcher Befund ist ein Anlass für eine Fachkraft, und zwar unabhängig davon, ob bisher nichts passiert ist.

Drei Volt Spannungsfall bei zehn Ampere

Unter einer Last von 10 Ampere, erzeugt mit einem Heizlüfter, fiel die Spannung an der Steckdose von 232 auf 228,9 Volt, also um 3,1 Volt oder 1,3 Prozent. Zulässig sind ab dem Zähler 3 Prozent bei Beleuchtung und 5 Prozent bei anderen Verbrauchern.

Eins Komma drei Prozent sind ein guter Wert und zeigen eine kurze Leitung mit ausreichendem Querschnitt. Bemerkbar wird ein zu großer Spannungsfall an flackerndem Licht beim Anlaufen großer Verbraucher; gemessen an einer Verlängerungsleitung von 25 Metern mit 1,0 Quadratmillimetern Querschnitt fiel die Spannung bei denselben 10 Ampere um 11,4 Volt, also 4,9 Prozent, und die Leitung erwärmte sich in 30 Minuten auf 41 Grad. Kabeltrommeln tragen deshalb eine Angabe für abgewickelten und aufgewickelten Betrieb, und der Unterschied lag bei der Prüftrommel bei 3.500 gegen 1.100 Watt.

Sechzehn Ampere, 3,7 Kilowatt

Ein Stromkreis mit 1,5 Quadratmillimetern Querschnitt und 16 Ampere Absicherung trägt 3,7 Kilowatt. Nachgerechnet für einen Haushalt heißt das: ein Wasserkocher mit 2,2 Kilowatt und ein Heizlüfter mit 2,0 Kilowatt am selben Stromkreis überschreiten die Grenze um 500 Watt, und die Sicherung löst nach einiger Zeit aus.

Prüfbar ist die Zuordnung mit einem einfachen Verfahren: eine Steckdose belasten, die Sicherung nacheinander abschalten und notieren, welche welchen Raum betrifft. Bei zwölf Steckdosen und sechs Sicherungen dauerte das 22 Minuten und ergab eine Übersicht, die vorher nicht vorlag. Diese Arbeit ist zulässig, weil sie nur das Schalten von Sicherungen bedeutet, und sie beantwortet die Frage, warum eine Sicherung auslöst, häufiger als jede Messung. Bei drei der sechs Sicherungen hingen mehr Steckdosen als erwartet.

Wann eine Anlage geprüft werden muss

Für Wohngebäude gibt es keine allgemeine Pflicht zur wiederkehrenden Prüfung durch den Eigentümer; empfohlen werden Abstände von vier bis fünf Jahren, und für vermietete Objekte ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht eine Verantwortung, die im Streitfall eine dokumentierte Prüfung verlangt. Bei einem Eigentümerwechsel, nach einem Wasserschaden und vor dem Anschluss großer Verbraucher ist eine Prüfung sachlich geboten.

Eine solche Prüfung kostet bei einer Wohnung 150 bis 350 Euro und umfasst Sichtprüfung, Messung von Schleifen- und Isolationswiderstand, Prüfung der Fehlerstromschutzschalter und ein Protokoll. Nachgefragt bei drei Betrieben lagen die Preise bei 180, 240 und 320 Euro für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern. Die Zahl der Steckdosen bestimmt den Aufwand, und ein Termin dauerte 2 bis 3 Stunden.

Was Messwerte nicht ersetzen

Sieben Messwerte an einer Anlage sagen über den Zustand der Leitungen in der Wand, über Klemmstellen in Dosen und über die Belastung über Jahre nichts. Nachprüfbar waren Auslösestrom und zwei Auslösezeiten des Fehlerstromschutzschalters, Schleifen- und Isolationswiderstand, Spannungsfall unter Last, die Drehfeldrichtung, die Aussagekraft von drei Prüfmitteln und die Zuordnung der Sicherungen.

Was daraus für den Haushalt folgt, sind drei Handgriffe, die zulässig, kostenlos und wirksam sind: halbjährlich die Prüftaste am Fehlerstromschutzschalter drücken, die Sicherungen den Räumen zuordnen und die Leistung der angeschlossenen Geräte je Stromkreis überschlagen. Alles darüber gehört in die Hände einer Elektrofachkraft, und der Grund ist nicht Vorsicht, sondern die Zahl aus Abschnitt 02: 24 Millisekunden sind der Abstand zwischen einem Fehler und einem Unfall.

Belastbarkeit von Leitungen nach Querschnitt bei Verlegung in der Wand, Werte aus den Tabellen der Errichtungsnormen; Prüfmittel im Vergleich
PositionWertBedeutungBemerkungBefund
1,5 mm² in der Wand16 A Absicherung3,7 kWSteckdosen und Licht
2,5 mm² in der Wand20 A Absicherung4,6 kWeinzelne Geräte
Leitungslänge bei 1,5 mm² und 16 Ahöchstens etwa 30 mSpannungsfallgerechnet
Spannungsprüfer mit zwei Polen12 €Spannung vorhanden ja/neinbrauchbar
Einpoliger Phasenprüfer3 €unzuverlässigkann täuschen
Steckdosenprüfer mit Auslösetaste24 €prüft Schutzleiter und Auslösungbrauchbar
Installationsprüfgerätab 380 €vollständige PrüfungWerkzeug der Fachkraft

Häufige Fragen

Was darf man an der Elektroinstallation selbst machen?

Arbeiten an Geräten und Steckvorrichtungen jenseits der festen Anlage: Leuchtmittel wechseln, Geräte mit Stecker anschließen, eine Steckerleitung an einem Gerät ersetzen. Errichtung, Änderung und Instandsetzung der festen Anlage sind nach den Anschlussbedingungen der Netzbetreiber eingetragenen Fachbetrieben vorbehalten.

Wie prüft man den Fehlerstromschutzschalter?

Mit der Prüftaste, halbjährlich, in fünf Sekunden. Sie zeigt, dass die Mechanik arbeitet, nicht bei welchem Strom und wie schnell. Gemessen löste der Schalter bei 22 Milliampere aus, mit 24 Millisekunden bei Nennfehlerstrom und 9 Millisekunden beim fünffachen Wert.

Warum ist der einpolige Phasenprüfer unzuverlässig?

Weil er einen Stromfluss durch den Benutzer braucht und damit von Schuhwerk und Untergrund abhängt. Im Versuch blieb er an einer spannungsführenden, aber unterbrochenen Leitung dunkel und leuchtete an einem freien Kabelende ohne Verbindung. Ein zweipoliger Spannungsprüfer für 12 Euro zeigte beides richtig.

Was zeigt ein Steckdosenprüfer?

Ob ein Schutzleiter vorhanden ist und ob die Auslösung funktioniert. An zwölf Dosen fand er drei ohne Schutzleiter und löste an den übrigen neun aus; an den drei ohne Schutzleiter konnte er nicht auslösen, weil sein Prüfstrom darüber fließt. Widerstand und Auslösezeit messt er nicht.

Wie viel Leistung trägt ein Stromkreis?

3,7 Kilowatt bei 1,5 Quadratmillimetern Querschnitt und 16 Ampere, 4,6 Kilowatt bei 2,5 Quadratmillimetern und 20 Ampere. Ein Wasserkocher mit 2,2 und ein Heizlüfter mit 2,0 Kilowatt am selben Kreis überschreiten die Grenze um 500 Watt.

Was kostet eine zu lange Verlängerungsleitung?

Spannung: an 25 Metern mit 1,0 Quadratmillimetern fiel die Spannung bei 10 Ampere um 11,4 Volt oder 4,9 Prozent, und die Leitung erwärmte sich in 30 Minuten auf 41 Grad. Kabeltrommeln tragen deshalb zwei Angaben; bei der Prüftrommel 3.500 Watt abgewickelt und 1.100 aufgewickelt.

Wie ordnet man Sicherungen den Räumen zu?

Eine Steckdose belasten, die Sicherungen nacheinander abschalten und notieren. Bei zwölf Steckdosen und sechs Sicherungen dauerte das 22 Minuten; an drei der sechs hingen mehr Dosen als erwartet. Das Schalten von Sicherungen ist zulässig und beantwortet die häufigste Frage.

Muss eine Wohnungsanlage regelmäßig geprüft werden?

Für selbst genutzte Wohngebäude gibt es keine allgemeine Pflicht; empfohlen werden vier bis fünf Jahre, und bei Vermietung ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht eine dokumentierte Verantwortung. Eine Prüfung kostete bei drei Betrieben 180 bis 320 Euro für 70 Quadratmeter und dauerte 2 bis 3 Stunden.

Geprüft im Juli 2026