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Prüfbericht  /  Elektronik

Asus VivoBook 15 F515EA-EJ076T im Test: gemessen statt Datenblatt

Ein 15-Zoll-Notebook für unter 500 Euro wird nicht am Prozessor entschieden, sondern am Display und am Akku. Herausgekommen sind 248 Candela Helligkeit, 62 Prozent sRGB und 6:10 Stunden im Büroprofil – und ein RAM-Slot, der nur die Hälfte des Speichers erreicht.

BedingtSolide für Büro und Schule. Das Display ist die Schwachstelle.

Asus VivoBook 15 F515EA-EJ076T – gemessen bei 22 °C, Windows-Profil „Ausbalanciert“
MesspunktAngabeGemessenBewertungBefund
Displayhelligkeit, Mitteohne248 cd/m²knapp
Farbraum sRGBohne62 %niedrig
Akku, Büroprofilohne6:10 hbrauchbar
Dauerlast, CPU-Takt4,1 GHz2,4 GHzDrosselung
Lüfter unter Last, 1 mohne43 dBhörbar
Gewicht mit Netzteil1,80 kg2,07 kg+15 %

Asus VivoBook 15 im Test: wofür das Gerät gebaut ist

Die Modellnummer sagt alles über die Ausrichtung. F515EA steht für das 15-Zoll-Gehäuse mit Tiger-Lake-Plattform, EJ076T für die Ausstattung mit Zweikern-Prozessor der i3-Klasse, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 512-Gigabyte-SSD. Das ist die Konfiguration für Textarbeit, Browser, Videokonferenz und Streaming.

Für diese Aufgaben ist die Rechenleistung nicht der Engpass. Im Alltagstest mit zwanzig Browsertabs, einem Textdokument und einer Videokonferenz blieb die Auslastung unter 40 Prozent, und der Arbeitsspeicher war mit 6,2 von 8 Gigabyte der erste Wert, der knapp wurde.

Der Engpass ist das Display, und zwar messbar: 248 Candela pro Quadratmeter und 62 Prozent des sRGB-Farbraums. Zum Vergleich gelten 300 Candela als brauchbare Untergrenze für einen Platz am Fenster und 95 Prozent sRGB als Voraussetzung für Bildbearbeitung.

Was ist ein VivoBook eigentlich

VivoBook ist bei Asus die Serie unterhalb der ZenBook-Reihe: Kunststoffgehäuse statt Aluminium, Standardausstattung, Preisbereich zwischen 400 und 900 Euro. Darüber liegt ZenBook mit Metallgehäuse und höherwertigen Displays, darunter nichts mehr – Asus führt keine günstigere Notebookserie.

Innerhalb der Serie sagt der Name wenig. VivoBook 15, VivoBook Go 14, VivoBook Pro 15 OLED und VivoBook S sind Geräte mit völlig verschiedenen Displays, Prozessoren und Gehäusen; das Pro-Modell mit OLED-Panel spielt in einer anderen Klasse als das hier geprüfte. Wer nach Erfahrungen sucht, braucht deshalb die vollständige Typnummer.

Sie steht auf dem Aufkleber an der Unterseite und in Windows unter Systeminformationen. Zwei Geräte mit derselben Bezeichnung VivoBook 15 können sich in Displayhelligkeit und Prozessor um den Faktor zwei unterscheiden, und die Bewertung aus einem Testbericht ohne Typnummer ist damit nicht übertragbar.

Display: 248 Candela und 62 Prozent sRGB

Gemessen wurde mit einem Kolorimeter an neun Punkten. Die Mitte erreichte 248 Candela, die dunkelste Ecke 214 – eine Ausleuchtung von 86 Prozent, was für diese Klasse normal ist. Der Schwarzwert lag bei 0,29 Candela, daraus ergibt sich ein Kontrast von rund 855:1. Für den Alltag bedeutet das: in einem normal beleuchteten Raum ist das Panel ausreichend, am Fenster nicht.

Bei direktem Tageslicht von der Seite spiegelt die matte Oberfläche zwar kaum, aber die Helligkeit reicht nicht gegen das Umgebungslicht an, und der Bildschirm wirkt grau.

Der Farbraum von 62 Prozent sRGB ist der zweite Punkt und der wichtigere für jede Arbeit mit Bildern. Farben werden nicht falsch, sondern flau; ein gesättigtes Rot erscheint als Ziegelrot. Für Text, Tabellen und Video ist das ohne Belang, für Bildbearbeitung oder Farbabstimmung disqualifiziert es das Gerät.

Akkulaufzeit im Büroprofil

Der Akku hat 37 Wattstunden, was für ein 15-Zoll-Gerät wenig ist. Gemessen im Büroprofil – Textverarbeitung, Browser mit zehn Tabs, Display auf 150 Candela, WLAN an – hielt er 6:10 Stunden. Bei Videowiedergabe über den Browser waren es 5:20, unter Dauerlast 1:35.

Die 6:10 Stunden sind ein brauchbarer Wert, weil das Gerät sparsam ist und nicht weil der Akku groß wäre. Ein ganzer Tag ohne Steckdose geht damit nicht, ein Vormittag schon. Das Netzteil liefert 45 Watt und lädt von 10 auf 80 Prozent in 68 Minuten.

Ein Detail, das im Datenblatt fehlt: geladen wird über einen runden Hohlstecker, nicht über USB-C. Der USB-C-Anschluss am Gerät führt Daten und Bild, aber keine Ladefunktion. Wer ein Notebook mit einem Powerbank- oder Universalnetzteil laden will, muss das vor dem Kauf prüfen – bei dieser Baureihe geht es nicht.

Dauerlast: von 4,1 auf 2,4 Gigahertz

Unter Vollauslastung beider Kerne fiel der Takt innerhalb von 90 Sekunden von 4,1 auf 2,4 Gigahertz und blieb dort stabil. Das ist keine Fehlfunktion, sondern die Auslegung: das Kühlsystem besteht aus einer Heatpipe und einem Lüfter, und es ist für kurze Lastspitzen gebaut, nicht für Dauerbetrieb.

Für die vorgesehenen Aufgaben ist das folgenlos, weil sie in Lastspitzen anfallen: eine Seite rendern, eine Datei öffnen, ein Video dekodieren. Bemerkbar wird die Drosselung bei allem, was Minuten läuft – ein längerer Videoexport, ein Archiv entpacken, eine große Tabelle neu berechnen.

Die Oberflächentemperatur blieb dabei im Rahmen: 38 Grad an der Handballenauflage, 47 Grad in der Mitte über der Tastatur, 51 Grad an der heißesten Stelle der Unterseite. Auf dem Schoß ist das unter Last unangenehm, im Bürobetrieb nicht.

Aufrüsten: ein Slot, halber Speicher

Hier liegt die wichtigste Information für einen Kauf, und sie steht nirgends deutlich. Von den 8 Gigabyte Arbeitsspeicher sind 4 fest auf der Platine verlötet, die anderen 4 stecken im einzigen SO-DIMM-Slot.

Wer aufrüsten will, tauscht also das Modul: 4 verlötet plus 16 im Slot ergeben 20 Gigabyte.

Das funktioniert und kostet einen Teil der Leistung. Läuft ungleich viel Speicher auf zwei Kanälen, arbeitet nur der überlappende Bereich im Dual-Channel-Betrieb; im Test lag die Grafikleistung mit 4 plus 16 Gigabyte um 9 Prozent unter der mit 8 plus 8. Für Büroaufgaben ist der Zugewinn an Kapazität die deutlich wichtigere Größe.

Die SSD sitzt in einem M.2-2280-Slot und lässt sich vollständig tauschen; ein zweiter Slot ist nicht vorhanden. Die Bodenplatte ist mit zehn Kreuzschrauben befestigt, davon eine unter dem Gummifuß hinten links – wer sie übersieht, hebelt die Platte und bricht die Rastnasen.

Tastatur, Trackpad und Anschlüsse

Die Tastatur hat einen Hub von 1,4 Millimetern, einen sauber definierten Druckpunkt und ein vollständiges Zahlenfeld. Beleuchtet ist sie in dieser Ausstattung nicht, was bei einem Gerät für Schule und Büro der spürbarste Verzicht ist. Die Pfeiltasten sind halbhoch und dadurch gedrängt.

Das Trackpad ist mit 105 mal 65 Millimetern angemessen groß, die Oberfläche ist Kunststoff und kein Glas. Gesten funktionieren zuverlässig; nach etwa vier Monaten Nutzung war eine glänzende Stelle an der Auflagefläche entstanden, ohne Einfluss auf die Funktion.

An Anschlüssen sind vorhanden: ein USB-C ohne Ladefunktion, ein USB-A mit 3.2 Gen 1, zwei USB-A mit 2.0, HDMI, Kombibuchse für Headset, Kartenleser für microSD und der Netzteilanschluss. Ein Ethernet-Port fehlt, WLAN arbeitet nach Wi-Fi 5 und nicht Wi-Fi 6 – gemessen 421 Megabit pro Sekunde an einem Wi-Fi-6-Router.

Für wen sich das Gerät lohnt

Für Schule, Studium und Bürotätigkeit ist es die passende Klasse: leise im Normalbetrieb, sparsam, vollständige Tastatur, genug Speicher nach einem Aufrüsten. Wer hauptsächlich schreibt, recherchiert und Videokonferenzen führt, wird an dem Gerät nichts vermissen außer der Tastaturbeleuchtung.

Gegen den Kauf spricht jede Arbeit mit Farbe. 62 Prozent sRGB sind für Fotobearbeitung, Layout und alles, was farbverbindlich sein muss, zu wenig – und ein Display lässt sich anders als Speicher nicht nachrüsten. Wer regelmäßig am Fenster arbeitet, sollte ebenfalls zu einem helleren Panel greifen.

Als zweites Gerät neben einem Desktop ist es sinnvoll, als einziges Gerät für einen vollen Tag ohne Steckdose nicht. 37 Wattstunden sind die Grenze, und sie ist nicht durch Einstellungen zu verschieben.

Kolorimeter, Taktverlauf, Ausbau

Display mit einem Kolorimeter an neun Punkten, Farbraum als Volumenabdeckung gegen sRGB, Kontrast aus Weiß- und Schwarzmessung in der Mitte. Akkulaufzeiten bei 150 Candela Displayhelligkeit und aktivem WLAN, jeweils bis zur automatischen Abschaltung, drei Durchläufe je Profil.

Taktverlauf und Temperaturen über 30 Minuten Vollauslastung protokolliert, Oberflächenwerte mit einem Infrarot-Thermometer an neun Punkten nach 20 Minuten Last. Lüftergeräusch mit einem Schallpegelmesser in einem Meter Abstand auf Displayhöhe, Grundgeräusch des Raums 28 Dezibel.

Die Speicherkonfiguration wurde durch Ausbau geprüft und nicht aus dem Datenblatt übernommen; die Angabe zum verlöteten Anteil steht in keiner öffentlichen Spezifikation. Gemessen wurde ein Exemplar; die Exemplarstreuung bei der Displayhelligkeit liegt in dieser Klasse erfahrungsgemäß bei plus/minus 20 Candela.

Häufige Fragen

Wie hell ist das Display?

248 Candela pro Quadratmeter in der Mitte, 214 in der dunkelsten Ecke, Ausleuchtung 86 Prozent. Für einen normal beleuchteten Raum reicht das; am Fenster wirkt der Bildschirm grau, weil 300 Candela als brauchbare Untergrenze gelten.

Taugt das VivoBook 15 für Bildbearbeitung?

Nein. Der Farbraum deckt 62 Prozent von sRGB ab; für farbverbindliche Arbeit werden 95 Prozent erwartet. Farben werden nicht falsch, sondern flau – und ein Display lässt sich anders als der Speicher nicht nachrüsten.

Wie lange hält der Akku?

6:10 Stunden im Büroprofil, 5:20 bei Videowiedergabe im Browser, 1:35 unter Dauerlast. Der Akku hat 37 Wattstunden; ein Vormittag ohne Steckdose geht, ein voller Tag nicht.

Lässt sich das Gerät über USB-C laden?

Nein. Der USB-C-Anschluss führt Daten und Bild, aber keine Ladefunktion; geladen wird über einen runden Hohlstecker mit dem 45-Watt-Netzteil. Von 10 auf 80 Prozent dauert es 68 Minuten.

Wie viel Arbeitsspeicher kann ich einbauen?

Von den 8 Gigabyte sind 4 verlötet, 4 stecken im einzigen SO-DIMM-Slot. Mit einem 16-GB-Modul ergeben sich 20 Gigabyte. Die Grafikleistung lag mit 4 plus 16 GB um 9 Prozent unter der mit 8 plus 8, weil nur der überlappende Bereich im Dual-Channel-Betrieb arbeitet.

Warum fällt der Takt unter Last?

Weil das Kühlsystem aus einer Heatpipe und einem Lüfter für Lastspitzen ausgelegt ist. Nach 90 Sekunden Vollauslastung sinkt der Takt von 4,1 auf 2,4 Gigahertz und bleibt dort stabil. Für Bürobetrieb folgenlos, spürbar bei Videoexport oder großen Archiven.

Wird das Gerät heiß?

Unter Last 38 Grad an der Handballenauflage, 47 Grad über der Tastaturmitte und 51 Grad an der heißesten Stelle der Unterseite. Auf dem Schoß ist das unangenehm, im Bürobetrieb nicht spürbar. Der Lüfter erreicht dabei 43 Dezibel in einem Meter.

Warum brauche ich die vollständige Typnummer?

Weil VivoBook 15, VivoBook Go 14 und VivoBook Pro 15 OLED völlig verschiedene Geräte sind und sich auch innerhalb einer Bezeichnung Display und Prozessor um den Faktor zwei unterscheiden können. Die Nummer steht auf dem Aufkleber an der Unterseite.

Geprüft im Juli 2026