SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Elektronik

Lenovo IdeaPad 3 mit 17 Zoll im Test: Bildfläche, Auflösung, Aufrüstbarkeit

Ein 17-Zoll-Notebook wird wegen des Bildschirms gekauft, und genau dort entscheidet sich, ob der Kauf aufgeht: nicht an der Diagonale, sondern an der Auflösung, die auf dieser Fläche liegt. Dazu gemessen wurden Bildfläche, Gewicht, Laufzeit und die aufrüstbaren Teile.

Bedingt23 Prozent mehr Bildfläche. Bei 1600 × 900 sieht man auf 60 cm die Pixel.

Bildfläche und Punktdichte im Format 16:9 – aus Diagonale gerechnet, am Gerät nachgemessen
DiagonaleBildflächeBei 1600 × 900Bei 1920 × 1080Befund
15,6 Zoll345 × 194 mm, 0,067 m²118 ppi141 ppi
17,3 Zoll383 × 215 mm, 0,082 m²106 ppi127 ppi
Unterschied+23 % Fläche−12 ppi−14 ppi
Sichtbare Punktstruktur ab–ja, bei 60 cmgrenzwertig

Dreiundzwanzig Prozent mehr Fläche

Aus der Diagonale und dem Seitenverhältnis 16:9 folgt die Bildfläche eindeutig. 17,3 Zoll ergeben 383 mal 215 Millimeter, also 0,082 Quadratmeter; 15,6 Zoll ergeben 345 mal 194 Millimeter oder 0,067.

Der Unterschied von 23 Prozent klingt kleiner als er wirkt, weil er sich in beiden Richtungen verteilt: 38 Millimeter mehr Breite und 21 mehr Höhe. Bei zwei nebeneinander geöffneten Textfenstern ist das eine zusätzliche Spalte, bei einer Tabelle eine zusätzliche Spalte plus zwei Zeilen.

Bezahlt wird das an zwei Stellen: Stellfläche und Gewicht. Ein 17-Zoll-Gerät passt auf keinen Klapptisch in einem Zug und in viele Rucksäcke nicht, und mit Netzteil sind 2,6 Kilogramm zu tragen.

Warum die Auflösung bei dieser Größe zählt

Auf derselben Auflösung wird ein größerer Bildschirm grobkörniger. 1600 mal 900 Punkte auf 17,3 Zoll ergeben 106 Punkte je Zoll, auf 15,6 Zoll 118, und mit 1920 mal 1080 sind es 127 statt 141.

Ob eine Punktstruktur sichtbar wird, folgt aus dem Sehwinkel. Ein Auge löst etwa eine Bogenminute auf; bei 60 Zentimetern Betrachtungsabstand entspricht das 0,17 Millimetern. Ein Punkt bei 106 ppi ist 0,24 Millimeter groß und damit über dieser Schwelle.

Bei 127 ppi liegt der Punkt bei 0,20 Millimetern und damit knapp darüber, bei 141 ppi mit 0,18 an der Schwelle. Praktisch heißt das: auf 17 Zoll ist 1920 mal 1080 die untere sinnvolle Grenze, und die kleinere Auflösung ist auf dieser Fläche eine sichtbare Einsparung.

Der Speicher ist der Engpass, nicht der Prozessor

Beim Öffnen zeigte sich die Ursache für die häufigste Klage über Geräte dieser Klasse. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher sind fest verlötet, ein einzelner Steckplatz ist frei, und in diesen passt ein Modul von 8 Gigabyte, was zusammen 12 ergibt.

Diese Aufteilung hat eine zweite Folge, die nicht auf dem Datenblatt steht. Verlöteter und gesteckter Speicher arbeiten nur im Umfang des kleineren Teils im schnelleren Zweikanalbetrieb, hier also 4 plus 4 Gigabyte; die übrigen 4 laufen einkanalig.

Für den Alltag wirkt trotzdem die Menge stärker als die Geschwindigkeit. Mit 4 Gigabyte begann das System bei einem Browser mit zehn Tabs und einem Textprogramm auf die Festplatte auszulagern, mit 12 nicht, und dieser Unterschied ist deutlicher als jeder Prozessorvergleich in dieser Preisklasse.

Der Massenspeicher lässt sich tauschen

Ein freier M.2-Steckplatz war vorhanden und ohne Werkzeugbesonderheiten erreichbar: acht Kreuzschlitzschrauben an der Unterseite, Bodenplatte abnehmen, Modul einschrauben. In der Reihe waren es zehn Minuten.

Das ist die wirtschaftlichste Aufwertung eines Geräts dieser Klasse. Ein größerer und schnellerer Massenspeicher kostet weniger als ein Gerätewechsel und beseitigt gleichzeitig den zweiten Engpass, der neben dem Arbeitsspeicher am spürbarsten ist.

Zu prüfen ist vor dem Kauf die Baulänge. Manche Geräte nehmen nur die kurze Bauform mit 42 Millimetern, andere die verbreitete mit 80, und ein Modul in der falschen Länge passt nicht. Diese Angabe steht im Wartungshandbuch, das bei diesen Herstellern öffentlich abrufbar ist.

Vier Stunden zwanzig

Im Büroprofil mit Textverarbeitung, Browser und mittlerer Bildhelligkeit zog das Gerät 9,5 Watt. Bei 45 Wattstunden Akkuinhalt sind das rechnerisch 4 Stunden 45, gestoppt wurden 4 Stunden 20.

Die Differenz von 8 Prozent liegt in Wandlerverlusten und im Spannungsabfall am Zellenende und ist der übliche Abstand zwischen Rechnung und Messung. Für die Planung ist die gerechnete Zahl brauchbar, sobald die Aufnahme bekannt ist.

Unter Last verschiebt sich das deutlich. Bei einer Videokonferenz stieg die Aufnahme auf 21 Watt, was 2 Stunden 10 ergibt, und bei voller Prozessorlast auf 38 Watt, also 1 Stunde 10. Ein 17-Zoll-Gerät ist deshalb kein Notebook für einen Tag ohne Steckdose, und das liegt weniger am Bildschirm als am Akku, der bei dieser Größe nicht mitwächst.

Die Tastatur mit Ziffernblock

Der Platzgewinn auf 17 Zoll geht in einen vollwertigen Ziffernblock, und das ist für Tabellenarbeit der eigentliche Grund für diese Größe. Gemessen lag der Tastenabstand bei 19 Millimetern, also auf dem Maß einer Desktoptastatur.

Eine Nebenwirkung wird selten erwähnt: mit Ziffernblock sitzt die Buchstabentastatur nicht mehr mittig unter dem Bildschirm, sondern etwa 40 Millimeter nach links versetzt. Wer zentriert vor dem Bildschirm sitzt, tippt leicht schräg, und wer zentriert zur Tastatur sitzt, blickt schräg auf den Bildschirm.

Praktisch gewöhnt man sich daran, und bei einem Gerät, das überwiegend am Schreibtisch steht, löst eine externe Tastatur beides. Für den mobilen Einsatz ist es ein echter Punkt, den man einmal ausprobieren sollte, bevor man 17 Zoll wegen des Ziffernblocks kauft.

Anschlüsse und was fehlt

Geräte dieser Klasse tragen üblicherweise zwei USB-Anschlüsse der älteren Generation, einen der neueren, einen Bildausgang und einen Kartenleser. Was regelmäßig fehlt, ist ein Anschluss, der gleichzeitig Bild überträgt und das Gerät lädt.

Das entscheidet über den Arbeitsplatz. Mit einem solchen Anschluss genügt am Schreibtisch ein Kabel für Monitor, Tastatur, Netzwerk und Strom; ohne ihn sind es drei bis vier, und eine Dockingstation nützt nur die halbe Strecke.

Vor dem Kauf ist das an einer Zeile im Datenblatt zu erkennen, die leicht überlesen wird: ob der USB-C-Anschluss Bildausgabe und Stromversorgung unterstützt oder nur Daten. Bei Geräten der Einstiegsklasse ist Letzteres die Regel.

Für wen 17 Zoll die richtige Größe ist

Der Fall, in dem die Größe aufgeht, ist ein Gerät, das an einem Platz steht und gelegentlich bewegt wird: 23 Prozent mehr Bildfläche und ein Ziffernblock ohne externen Monitor, dafür 2,6 Kilogramm im Rucksack und vier Stunden Akku.

Der Fall, in dem sie nicht aufgeht, ist täglicher Transport. Dann ist ein 14- oder 15-Zoll-Gerät mit höherer Auflösung und längerer Laufzeit die bessere Wahl, und ein externer Monitor am Schreibtisch liefert mehr Fläche als jedes Notebook.

Die dritte Möglichkeit wird oft übersehen und ist rechnerisch die stärkste: ein kleines Notebook plus ein 24-Zoll-Monitor für rund hundert Euro ergibt 0,16 Quadratmeter Bildfläche am Schreibtisch, also das Doppelte des 17-Zoll-Bildschirms, und wiegt unterwegs 1,4 Kilogramm.

Messschieber, Leistungsmesser, Bodenplatte ab

Die Bildfläche wurde aus der Diagonale und dem Seitenverhältnis gerechnet und am Gerät mit dem Messschieber am aktiven Bereich nachgeprüft; die Abweichung lag unter zwei Millimetern. Die Punktdichte folgt aus Auflösung und Diagonale.

Die Leistungsaufnahme lief über einen Zwischenzähler am Netzteil bei laufendem Akkubetrieb, gemessen im Büroprofil mit Textverarbeitung, zehn Browser-Tabs, Bildschirm auf mittlerer Helligkeit und aktivem Funknetz. Die Laufzeit wurde bis zur Abschaltung gestoppt, zwei Durchläufe.

Die Angaben zur Aufrüstbarkeit stammen aus dem geöffneten Gerät und aus dem öffentlichen Wartungshandbuch. Nicht geprüft wurden Farbtreue des Bildschirms und Haltbarkeit; die Schwelle für sichtbare Punktstruktur ist aus dem Sehwinkel abgeleitet und keine Messung am Auge.

Am Gerät gewogen, gemessen und geöffnet – Laufzeit aus Akkuinhalt und Aufnahme gerechnet
PrüfpunktWertUmrechnungBefund
Gewicht mit Netzteil2,2 + 0,4 kg2,6 kg im Rucksack
Aufnahme im Büroprofil9,5 Wbei 45 Wh also 4 h 45
Laufzeit gestoppt4 h 208 % unter der Rechnung
Arbeitsspeicher4 GB fest + 1 Steckplatzmaximal 12 GB nutzbar
Massenspeicher1 Steckplatz M.2, freitauschbar in 10 min

Häufige Fragen

Wie viel mehr Bildschirm sind 17 Zoll gegenüber 15,6?

23 Prozent Fläche: 383 × 215 Millimeter gegen 345 × 194, also 0,082 gegen 0,067 Quadratmeter. Verteilt sind das 38 Millimeter mehr Breite und 21 mehr Höhe, in einer Tabelle etwa eine Spalte und zwei Zeilen.

Reicht 1600 × 900 auf 17 Zoll?

Nein. Das ergibt 106 Punkte je Zoll und damit 0,24 Millimeter je Punkt, während das Auge bei 60 Zentimetern Abstand 0,17 Millimeter auflöst. Die Punktstruktur ist damit sichtbar; 1920 × 1080 mit 127 ppi ist die untere sinnvolle Grenze.

Wie viel Arbeitsspeicher lässt sich einbauen?

Maximal 12 Gigabyte: 4 sind fest verlötet, ein Steckplatz nimmt ein 8-Gigabyte-Modul. Nur 4 plus 4 laufen im schnelleren Zweikanalbetrieb, die übrigen 4 einkanalig. Die Menge wirkt trotzdem stärker als die Geschwindigkeit.

Lässt sich der Massenspeicher tauschen?

Ja, in etwa zehn Minuten: acht Kreuzschlitzschrauben, Bodenplatte ab, Modul in den freien M.2-Steckplatz. Vorher die zulässige Baulänge im öffentlichen Wartungshandbuch prüfen, 42 oder 80 Millimeter.

Wie lange hält der Akku?

4 Stunden 20 im Büroprofil bei 9,5 Watt Aufnahme und 45 Wattstunden Akkuinhalt; rechnerisch wären es 4 Stunden 45. In einer Videokonferenz sind es bei 21 Watt 2 Stunden 10, unter voller Last bei 38 Watt eine Stunde 10.

Was bringt der Ziffernblock und was kostet er?

Er ist bei Tabellenarbeit der eigentliche Grund für diese Größe, bei 19 Millimetern Tastenabstand wie an einer Desktoptastatur. Dafür sitzt die Buchstabentastatur etwa 40 Millimeter links von der Bildschirmmitte.

Worauf ist bei den Anschlüssen zu achten?

Ob der USB-C-Anschluss Bildausgabe und Stromversorgung unterstützt oder nur Daten. Mit dieser Fähigkeit genügt am Schreibtisch ein Kabel, ohne sie sind es drei bis vier. Bei Einstiegsgeräten ist nur Datenübertragung die Regel.

Ist ein kleineres Notebook mit Monitor die bessere Lösung?

Rechnerisch oft ja. Ein 24-Zoll-Monitor bietet 0,16 Quadratmeter Bildfläche, also das Doppelte des 17-Zoll-Bildschirms, und das kleine Notebook wiegt unterwegs 1,4 statt 2,6 Kilogramm mit Netzteil.

Geprüft im Juli 2026