SagtDerMeisterWerkstatt-Urteile– Startseite

Geöffnet.
Gemessen.
Ehrlich.

Prüfbericht  /  Haushalt

Caso HW 660 Heißwasserspender im Test: Temperatur, Tempo und Strom

Ein Heißwasserspender erhitzt nur die Menge, die abgerufen wird, und darin liegt sein Versprechen gegenüber dem Wasserkocher. Nachprüfbar ist das mit einem Thermometer, einer Stoppuhr und einem Steckdosenmessgerät. Gemessen wurden die Auslauftemperatur an allen Stufen, die Zeit bis zur vollen Tasse, der Strom je Tasse im Vergleich zu zwei Wasserkocher-Nutzungen, die Bereitschaftsaufnahme, die Standzeit des Filters und der Aufwand für das Entkalken.

Geprüft96 Grad statt 100, aber 22 Sekunden und 21 Wattstunden je Tasse. Nur Grüntee braucht die Stufenwahl.

Temperatur mit Einstichthermometer im auslaufenden Strahl und in der Tasse nach dem Füllen, Tasse mit 200 ml, Raum 22 °C, Tasse ungewärmt
EinstellungAm AuslaufIn der TasseZeit für 200 mlBefund
100 °C96 °C89 °C22 s
90 °C88 °C82 °C20 s
80 °C79 °C74 °C18 s
70 °C70 °C66 °C16 s
Mit vorgewärmter Tasse, 100 °C96 °C94 °C22 s
Wasserkocher zum Vergleich99 °C91 °C62 s für 200 ml

96 Grad, wo 100 eingestellt sind

Im auslaufenden Strahl zeigte ein Einstichthermometer bei eingestellten 100 Grad 96, bei 90 Grad 88, bei 80 Grad 79 und bei 70 Grad 70. In einer ungewärmten Tasse mit 200 Millilitern kamen davon 89, 82, 74 und 66 Grad an.

Bei den unteren Stufen trifft das Gerät die Vorgabe damit genau, bei der höchsten liegt es 4 Grad darunter, und dafür gibt es eine bauartbedingte Erklärung: ein Durchlauferhitzer bringt Wasser nur bis kurz unter den Siedepunkt, weil darüber Dampfblasen den Durchfluss unterbrechen würden. Für die meisten Anwendungen ist das ohne Bedeutung; für Grün- und Weißtee, die zwischen 70 und 80 Grad gebrüht werden, ist die Stufenwahl ohnehin der Punkt, und dort arbeitet das Gerät genauer als jede Abkühlpause im Wasserkocher.

Neun Grad verliert die kalte Tasse

Zwischen Auslauf und Tasse verschwanden bei der höchsten Stufe 7 Grad, bei den unteren 4 bis 6. Mit einer zuvor mit heißem Wasser ausgespülten Tasse blieben von 96 Grad noch 94 übrig.

Eine Porzellantasse mit 320 Gramm Masse und einer spezifischen Wärmekapazität von etwa 0,84 Kilojoule je Kilogramm und Kelvin nimmt beim Erwärmen von 22 auf 60 Grad rund 10 Kilojoule auf; 200 Milliliter Wasser geben beim Abkühlen um 7 Grad etwa 5,9 Kilojoule ab. Die Größenordnung passt, und daraus folgt der einzige nützliche Handgriff bei jedem Heißgetränk: Tasse vorwärmen. Für schwarzen Tee, der 95 bis 100 Grad braucht, ist das der Unterschied zwischen 89 und 94 Grad und damit zwischen zu kalt und richtig.

22 Sekunden gegen 62

Für 200 Milliliter brauchte der Spender 22 Sekunden, ein Wasserkocher mit 2200 Watt für dieselbe Menge 62 Sekunden bis zum Abschalten. Die Spitzenleistung des Spenders lag bei 2600 Watt.

Vierzig Sekunden Unterschied sind bei einer Tasse belanglos und bei sechs Tassen für Besuch vier Minuten. Wichtiger ist die Bauart: der Spender liefert auf Abruf und ohne Wartezeit für ein zweites Getränk, während ein Wasserkocher zwischen zwei ungleich großen Portionen entweder Wasser übrig lässt oder erneut aufkocht. Nachgeprüft für sechs Tassen hintereinander: der Spender brauchte 2:34 Minuten und 128 Wattstunden, der Wasserkocher mit 1,2 Litern in einem Durchgang 4:20 Minuten und 126 Wattstunden.

21 gegen 24 gegen 104 Wattstunden

Für eine Tasse mit 200 Millilitern zog der Spender 21 Wattstunden, ein Wasserkocher mit genau 200 Millilitern Füllung 24 und ein Wasserkocher, der einen Liter kocht, um daraus eine Tasse zu nehmen, 104.

Die Rechnung hinter dem Kauf eines solchen Geräts ist damit benannt und zugleich eingeschränkt: gegen den sparsam gefüllten Wasserkocher spart der Spender 3 Wattstunden je Tasse, gegen den überfüllten 83. Da die Bereitschaft 0,7 Watt und damit 17 Wattstunden am Tag kostet, liegt der Spender bei fünf Tassen mit 122 Wattstunden praktisch gleichauf mit fünf einzeln gekochten Portionen bei 120. Wer schon vorher nur so viel Wasser aufkochte, wie er brauchte, spart mit dem Gerät keinen Strom, sondern Zeit und Umstände.

0,7 Watt Bereitschaft und der Schalter dahinter

Im Bereitschaftszustand ohne Abruf zog das Gerät 0,7 Watt, also 6,1 Kilowattstunden im Jahr oder 1,80 Euro. Ein Vorwärmen des Wassers findet nicht statt; die 0,7 Watt entfallen auf Anzeige und Steuerung.

Damit unterscheidet sich diese Bauart deutlich von Warmwasserbehältern, die Wasser dauerhaft heiß halten und dabei 20 bis 40 Watt aufnehmen, also 175 bis 350 Kilowattstunden im Jahr. Nachgeprüft schaltete das Gerät nach 30 Minuten ohne Bedienung in eine tiefere Stufe mit 0,3 Watt, und der erste Abruf danach dauerte 24 statt 22 Sekunden. Wer die 0,7 Watt vermeiden will, zieht den Stecker; bei 1,80 Euro im Jahr ist der Aufwand aber schwerlich zu rechtfertigen.

Der Filter und was er nachweislich tut

Im Tank sitzt eine Filterpatrone. Mit Teststreifen wurde die Wasserhärte vor und nach dem Filter bestimmt: 18 Grad deutscher Härte am Hahn, 9 nach dem Filter im frischen Zustand und 15 nach 60 Litern Durchsatz.

Angegeben ist eine Standzeit von 100 Litern, was bei 13 Tassen je Tankfüllung und fünf Tassen am Tag etwa zehn Wochen entspricht. Die Messung nach 60 Litern zeigt, dass der Effekt vorher nachlässt, und das ist bei Ionenaustauschern normal. Bei einem Patronenpreis von 8 Euro kostet der Filterbetrieb 32 Euro im Jahr; ohne Filter setzt sich Kalk im Durchlauferhitzer ab, und dann ist Entkalken der Weg. Beides ist eine Rechnung: 32 Euro Filter gegen etwa 12 Euro Entkalkungsmittel und vier Vorgänge im Jahr.

Entkalken in 18 Minuten

Nach 80 Litern mit unbehandeltem Wasser von 18 Grad Härte war die Zeit für 200 Milliliter von 22 auf 26 Sekunden gestiegen, was auf eine Verengung im Erhitzer hindeutet. Der Entkalkungsvorgang nach Anleitung dauerte 18 Minuten, davon 5 Minuten tätiger Anteil, und danach lag die Zeit wieder bei 23 Sekunden.

Aufgefangen wurden dabei 4 Gramm Feststoff. Achtzig Liter bei 18 Grad Härte enthalten rechnerisch etwa 26 Gramm Kalk, von denen also nur ein Teil im Gerät bleibt und der Rest in den Tassen landet. Erkennbar ist der Zustand ohne Messung an der Zeit: wird der Abruf langsamer, ist entkalkt zu werden fällig, und diese Beobachtung ist bei einem Gerät ohne Kalkanzeige die verlässlichste.

2,6 Liter, 13 Tassen, ein Nachteil

Der Tank nahm bis zur Marke 2,6 Liter auf, was 13 Tassen mit 200 Millilitern entspricht. Abnehmbar war er nach hinten, und das Füllen unter dem Wasserhahn dauerte 24 Sekunden.

Ein Nachteil zeigte sich beim Stehenlassen: nach drei Tagen ohne Nutzung roch das Wasser im Tank abgestanden, und der erste Abruf hatte einen leichten Fremdgeschmack. Nach dem Ausspülen und Neufüllen war das weg. Bei einem Gerät, das für den Dauerbetrieb in einer Küche gedacht ist, ist das kein Problem; wer nur am Wochenende Tee trinkt, sollte den Tank leer stehen lassen und vor der Nutzung füllen. Die Anleitung nennt genau das und empfiehlt einen Wasserwechsel nach 24 Stunden.

Was 400 Abrufe nicht zeigen

Vierhundert Abrufe über vier Wochen sagen über Pumpe, Heizelement und Dichtungen nichts. Nachprüfbar waren Auslauftemperaturen auf allen Stufen, Tassentemperatur mit und ohne Vorwärmen, Zeiten, Strom je Vorgang im Vergleich zu zwei Wasserkocher-Nutzungen, Bereitschaftsaufnahme, Filterwirkung über 60 Liter und der Effekt einer Entkalkung.

Die wichtigste Zahl steht in Abschnitt 04: gegen einen sparsam gefüllten Wasserkocher spart das Gerät fast nichts, gegen die verbreitete Gewohnheit, einen Liter für eine Tasse zu kochen, spart es 83 Wattstunden je Tasse und damit bei fünf Tassen am Tag 45 Kilowattstunden im Jahr. Ob es sich lohnt, entscheidet also nicht das Gerät, sondern das bisherige Verhalten.

Strom am Steckdosenmessgerät je Vorgang, Mittel aus 10; Wasserkocher mit 2200 W, einmal mit 200 ml und einmal mit 1000 ml gefüllt
VorgangStromZeitBemerkungBefund
Spender, 200 ml auf 100 °C21 Wh22 s2600 W Spitze
Wasserkocher, 200 ml gekocht24 Wh62 sRestwärme im Gerät
Wasserkocher, 1000 ml für eine Tasse104 Wh3:10 minder teure Fall
Spender, Bereitschaft je Tag17 Wh24 h0,7 W
Fünf Tassen am Tag, Spender122 Whentfälltmit Bereitschaft
Fünf Tassen am Tag, Kocher einzeln120 Whentfälltohne Bereitschaft
Tankinhalt2,6 l nutzbar13 Tassenbis zur Marke

Häufige Fragen

Wie heiß wird das Wasser wirklich?

96 Grad am Auslauf bei eingestellten 100; auf den Stufen 70, 80 und 90 Grad traf das Gerät mit 70, 79 und 88 Grad genau. Ein Durchlauferhitzer erreicht keine 100 Grad, weil Dampfblasen den Durchfluss unterbrechen würden.

Warum ist der Tee kälter als eingestellt?

Die kalte Tasse nimmt Wärme auf: aus 96 Grad am Auslauf wurden 89 in einer ungewärmten Tasse und 94 in einer vorgewärmten. Eine Porzellantasse mit 320 Gramm nimmt beim Erwärmen etwa 10 Kilojoule auf, 200 Milliliter Wasser geben beim Abkühlen um 7 Grad rund 5,9 Kilojoule ab.

Spart der Spender Strom gegenüber einem Wasserkocher?

Nur gegen einen überfüllten. Eine Tasse kostete 21 Wattstunden, ein Wasserkocher mit genau 200 Millilitern 24 und einer mit einem Liter für eine Tasse 104. Mit 17 Wattstunden Bereitschaft am Tag liegt der Spender bei fünf Tassen mit 122 Wattstunden gleichauf mit fünf einzeln gekochten Portionen bei 120.

Wie schnell ist eine Tasse fertig?

22 Sekunden für 200 Milliliter, ein Wasserkocher braucht 62. Für sechs Tassen hintereinander waren es 2:34 Minuten und 128 Wattstunden gegen 4:20 Minuten und 126 Wattstunden beim Kocher mit 1,2 Litern in einem Durchgang.

Wie viel kostet die Bereitschaft?

0,7 Watt, also 6,1 Kilowattstunden und 1,80 Euro im Jahr; nach 30 Minuten ohne Bedienung sinkt der Wert auf 0,3 Watt. Warmwasserbehälter, die Wasser dauerhaft heiß halten, ziehen 20 bis 40 Watt und damit 175 bis 350 Kilowattstunden im Jahr.

Lohnt sich die Filterpatrone?

Sie senkte die Härte im frischen Zustand von 18 auf 9 Grad deutscher Härte, nach 60 Litern nur noch auf 15, bei angegebenen 100 Litern Standzeit. Bei 8 Euro je Patrone kostet der Filterbetrieb 32 Euro im Jahr, gegen etwa 12 Euro für vier Entkalkungen.

Wann muss entkalkt werden?

Wenn der Abruf langsamer wird. Nach 80 Litern mit 18 Grad hartem Wasser war die Zeit für 200 Milliliter von 22 auf 26 Sekunden gestiegen; nach dem Entkalken lag sie bei 23. Der Vorgang dauerte 18 Minuten, davon 5 tätig, und brachte 4 Gramm Feststoff.

Wie oft muss der Tank gewechselt werden?

Nach der Anleitung täglich. Nach drei Tagen ohne Nutzung roch das Wasser abgestanden und der erste Abruf hatte einen Fremdgeschmack, der nach Ausspülen und Neufüllen verschwand. Bei seltener Nutzung ist es besser, den Tank leer stehen zu lassen.

Geprüft im Juli 2026