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Prüfbericht  /  Haushalt

Miele WWD 660 WCS im Test: Verbrauch je Ladung und was TwinDos kostet

Eine Waschmaschine wird über Energieklassen verkauft und über zwei Zahlen bezahlt: Kilowattstunden und Liter je Ladung. Beide wurden für vier Programme gemessen, dazu die tatsächliche Dosiermenge des automatischen Waschmittelsystems und die Restfeuchte nach dem Schleudern.

Geprüft46 Cent je Eco-Ladung. Die Kartuschendosierung kostet 40 Cent mehr als Pulver.

Vier Programme gemessen – Strom am Zwischenzähler, Wasser an der Uhr, Kosten mit 35 ct/kWh und 4,50 €/m³
ProgrammDauerStromWasserKosten je LadungBefund
Eco 40-60, 8,0 kg3 h 390,72 kWh46 l46 ct
Baumwolle 60 °C, 8,0 kg2 h 051,42 kWh58 l76 ct
Pflegeleicht 40 °C, 4,0 kg1 h 280,58 kWh41 l39 ct
Kurzprogramm, 3,5 kg0 h 200,34 kWh32 l26 ct

Was eine Ladung tatsächlich kostet

Im Sparprogramm bei voller Beladung ergaben sich 0,72 kWh und 46 Liter. Bei 35 Cent je Kilowattstunde und 4,50 € je Kubikmeter für Frisch- und Abwasser zusammen sind das 25 Cent Strom und 21 Cent Wasser, also 46 Cent je Ladung. Bemerkenswert daran ist das Verhältnis. Wasser macht fast die Hälfte der Betriebskosten aus, taucht aber in keiner Energieklasse als Hauptargument auf.

Bei 200 Ladungen im Jahr sind es 42 € Wasser gegen 50 € Strom.

Auf das Kilogramm gerechnet liegt das Sparprogramm bei 0,09 kWh und 5,8 Liter. Das ist die einzige Zahl, mit der zwei Maschinen unterschiedlicher Füllmenge vergleichbar werden, und sie steht auf keinem Etikett.

Warum das Sparprogramm 3 Stunden 39 dauert

Das Sparprogramm brauchte fast doppelt so lange wie der 60-Grad-Durchlauf und verbrauchte dabei die Hälfte des Stroms. Das ist kein Widerspruch, sondern der Kern der Sache: Waschen ist ein Austausch von Zeit gegen Temperatur.

Schmutz löst sich über Temperatur, Mechanik, Chemie und Zeit. Wird die Temperatur gesenkt, muss eine der anderen drei Größen zunehmen, und Zeit ist die einzige, die nichts kostet. Deshalb wäscht das Programm bei gemessenen 43 °C statt bei 60 und lässt die Wäsche länger in der Lauge.

Aus der Messung folgt eine einfache Regel für den Alltag. Wer die Maschine über Nacht oder während der Arbeit laufen lässt, spart mit dem langen Programm 70 Cent Strom je zwei Ladungen. Wer die Wäsche in zwei Stunden braucht, zahlt diesen Betrag für die Zeit.

Die Dosierung des Zwei-Phasen-Systems, gewogen

Das automatische Waschmittelsystem arbeitet mit zwei Kartuschen, die getrennt dosiert werden. Über zehn Ladungen hinweg und aus der Gewichtsdifferenz der Kartuschen gab das Gerät bei voller Beladung im Mittel 32 ml aus der ersten und 16 ml aus der zweiten Phase ab.

Die Dosierung war dabei bemerkenswert konstant: die Streuung lag unter 3 ml, während dieselbe Wäsche von Hand mit einer Kappe zwischen 95 und 140 ml Flüssigwaschmittel erhielt. Der Vorteil des Systems liegt genau dort, nicht in der Waschleistung.

Bei halber Beladung fiel die Menge auf 19 und 9 ml, also proportional zur erkannten Wäschemenge. Damit erledigt das System die Aufgabe, an der die meisten Haushalte scheitern, und die Messung der Handdosierung in der zweiten Tabelle zeigt, was das wert ist.

58 gegen 18 Cent

Aus dieser Dosierung folgt die Reichweite. Ein 1,4-Liter-Behälter der ersten Phase reicht bei 32 ml für 43 Ladungen, die zweite Phase mit 16 ml für 87. Begrenzend ist die erste, und ein Satz aus beiden kostet damit 58 Cent je Ladung.

Pulver aus dem Messbecher kostet bei 75 g je Ladung 18 Cent, Flüssigwaschmittel aus der Kappe 24 Cent. Die Differenz von 40 Cent je Ladung ergibt bei 200 Ladungen im Jahr 80 € und liegt damit in derselben Größenordnung wie die gesamten Stromkosten.

Die vierte Zeile relativiert das teilweise. Wer Pulver nach Gefühl dosiert und dabei bei 130 g landet, was in der Messreihe der übliche Wert ohne Messbecher war, zahlt 31 Cent und wäscht mit zu viel Waschmittel. Gegen diese Praxis rechnet sich das System näher, gegen einen benutzten Messbecher nicht.

Restfeuchte 53 Prozent und die Trocknerrechnung

Die Restfeuchte wurde durch Wiegen bestimmt: Wäsche trocken gewogen, gewaschen, nach dem Schleudern erneut gewogen. Bei 1400 Umdrehungen blieben 53 % der Trockenmasse als Wasser in der Wäsche, bei 8 kg also 4,24 kg.

Diese Zahl entscheidet über die Trocknerkosten. Ein Wärmepumpentrockner braucht etwa 0,7 kWh je Kilogramm verdampftem Wasser, aus 4,24 kg werden damit 2,97 kWh oder 1,04 €. Wird mit 1600 Umdrehungen geschleudert, sinkt die Restfeuchte auf 48 % und der Trockner braucht 2,69 kWh.

Die 0,28 kWh Differenz kosten 10 Cent, die zusätzliche Schleuderdrehzahl kostet 0,03 kWh. Wer einen Trockner benutzt, schleudert also so hoch, wie die Wäsche es erlaubt; wer auf der Leine trocknet, spart mit hoher Drehzahl nur Zeit.

Acht Kilogramm auf der Waage

Die Nennfüllmenge bezieht sich auf trockene Baumwollwäsche. Gewogen ergaben 8 kg einen Berg, der die Trommel zu etwa 80 % füllte, was der Faustregel entspricht: eine Handbreit Platz über der Wäsche.

Praktisch erreicht kaum ein Haushalt diesen Wert. Ein voller Wäschekorb Buntwäsche wog in der Reihe 4,6 kg, weil Hemden und Unterwäsche viel Volumen bei wenig Masse haben. Die Nennfüllmenge wird deshalb fast nur mit Handtüchern und Bettwäsche ausgeschöpft.

Das hat Folgen für die Kostenrechnung. Bei 4,6 kg im Sparprogramm flossen 0,49 kWh und 39 Liter, also 0,11 kWh und 8,5 Liter je Kilogramm. Eine halb gefüllte Maschine wäscht damit rund 20 % teurer je Kilogramm als eine volle, und genau darin liegt der größte Sparhebel im Alltag.

48 Dezibel waschen, 72 schleudern

In einem Meter Abstand lag der Waschvorgang bei 48 dB(A) und der Schleudergang bei 72 dB(A). Der Waschwert ist im Nebenraum nicht mehr wahrnehmbar, der Schleuderwert schon, und in einer Wohnung über einer Holzbalkendecke überträgt sich vor allem der Körperschall.

Wirksam war dagegen weniger die Matte als die Ausrichtung. Auf einem nicht sauber ausnivellierten Untergrund stieg der Schleuderwert um 4 dB(A), und die Maschine wanderte über acht Wochen mehrere Zentimeter. Nach dem Ausrichten mit der Wasserwaage blieb sie stehen.

Der zweite Punkt sind die Transportsicherungen. Bleiben sie beim Aufstellen drin, arbeitet das Federsystem nicht, und der Schaden entsteht nicht sofort, sondern nach Monaten. Ihre vier Schrauben sitzen auf der Rückseite und gehören in eine Schublade, nicht in den Müll: für einen Umzug sind sie nötig.

Was vor dem Kauf zu prüfen ist

Drei Punkte entscheiden sich am Aufstellort und nicht am Gerät. Erstens die Türöffnungsrichtung im Verhältnis zur Wand, weil eine Tür, die gegen die Wand aufgeht, das Beladen dauerhaft erschwert. Zweitens die Nische: die Gerätetiefe ohne Schläuche ist die falsche Zahl, gerechnet wird mit 10 cm Zuschlag hinten.

Drittens der Zulauf. Ein Wasserschutzsystem mit Ventil direkt am Hahn ist bei einer Maschine, die unbeaufsichtigt läuft, das wichtigste Einzelmerkmal, und es ist bei einem Umzug in eine Wohnung ohne Bodenablauf der Unterschied zwischen einem Ärgernis und einem Schaden.

Zum Preis gehört ein vierter Punkt, der sich nicht messen lässt: der Zeitraum, für den Ersatzteile erhältlich sind. Bei einer Maschine, die 15 Jahre laufen soll, entscheidet er darüber, ob nach zehn Jahren eine Pumpe getauscht oder ein Gerät ersetzt wird, und er ist beim Hersteller erfragbar.

Zwischenzähler, Wasseruhr und die Wäsche auf der Waage

Der Strom wurde mit einem Zwischenzähler mit 0,01-kWh-Auflösung gemessen, jeweils über den vollständigen Programmablauf einschließlich Standby bis zum Öffnen der Tür. Das Wasser lief über eine geeichte Zwischenuhr im Zulauf.

Die Beladung wurde vor jedem Durchlauf auf 0,1 kg gewogen und bestand aus derselben Mischung aus Handtüchern und Bettwäsche, konditioniert bei Raumklima. Jedes Programm lief zweimal; die Abweichung zwischen den Durchläufen blieb bei Strom unter 4 % und bei Wasser unter 2 Litern.

Die Waschleistung selbst blieb außen vor. Dafür braucht es genormte Anschmutzstreifen und eine optische Auswertung, und ohne beides wird über Sauberkeit hier nichts behauptet. Ebenfalls nicht geprüft wurde die Haltbarkeit, für die eine Messreihe über Wochen zu kurz ist.

Waschmittelkosten je 8-kg-Ladung – Dosiermenge gewogen, Packungsgröße durch Verbrauch geteilt
WaschmittelMenge je LadungPackung reicht fürKosten je LadungBefund
Zwei-Phasen-Kartuschen32 + 16 ml43 Ladungen58 ct
Flüssigwaschmittel, Kappe110 ml45 Ladungen24 ct
Pulver, Messbecher75 g100 Ladungen18 ct
Pulver, nach Gefühl dosiert130 g58 Ladungen31 ct

Häufige Fragen

Was verbraucht die Maschine je Ladung?

Im Sparprogramm bei 8 kg 0,72 kWh und 46 Liter. Bei 35 ct/kWh und 4,50 €/m³ für Frisch- und Abwasser sind das 46 Cent je Ladung, davon 21 Cent für Wasser.

Warum dauert das Sparprogramm über drei Stunden?

Weil es Zeit gegen Temperatur tauscht: es sind 43 °C statt 60. Der 60-Grad-Durchlauf war mit 2 h 05 halb so lang und brauchte mit 1,42 kWh doppelt so viel Strom.

Wie viel Waschmittel dosiert das System?

Bei voller Beladung 32 ml aus der ersten und 16 ml aus der zweiten Phase, gemessen über zehn Ladungen mit einer Streuung unter 3 ml. Bei halber Beladung 19 und 9 ml. Von Hand dosiert schwankte dieselbe Wäsche zwischen 95 und 140 ml.

Was kostet das Kartuschensystem gegenüber Pulver?

58 gegen 18 Cent je Ladung. Ein 1,4-Liter-Behälter der ersten Phase reicht bei 32 ml für 43 Ladungen. Bei 200 Ladungen im Jahr sind das 80 € Mehrkosten, also etwa so viel wie der gesamte Strom.

Wie viel Restfeuchte bleibt nach dem Schleudern?

53 % der Trockenmasse bei 1400 Umdrehungen, bei 8 kg also 4,24 kg Wasser. Ein Wärmepumpentrockner braucht dafür 2,97 kWh. Mit 1600 Umdrehungen sinkt die Restfeuchte auf 48 % und der Trockner auf 2,69 kWh.

Lohnt es, die Maschine nur halb zu füllen?

Nein. Bei 4,6 kg flossen 0,49 kWh und 39 Liter, also 0,11 kWh je Kilogramm gegen 0,09 kWh bei voller Ladung. Eine halb gefüllte Maschine wäscht rund 20 % teurer je Kilogramm.

Wie laut ist die Maschine?

48 dB(A) beim Waschen und 72 dB(A) beim Schleudern, in einem Meter Abstand. Auf einem nicht ausnivellierten Untergrund stieg der Schleuderwert um 4 dB(A), und das Gerät wanderte über Wochen mehrere Zentimeter.

Was ist beim Aufstellen wichtig?

Transportsicherungen entfernen und aufbewahren, mit der Wasserwaage ausrichten und die Nischentiefe mit 10 cm Zuschlag hinten rechnen. Bei unbeaufsichtigtem Betrieb ist ein Wasserschutzventil direkt am Hahn das wichtigste Einzelmerkmal.

Geprüft im Juli 2026