Prüfbericht / Elektronik
Dual DT 400 im Test: Drehzahl, Auflagekraft und die USB-Aufnahme
Bei einem Plattenspieler dieser Klasse entscheiden drei Messwerte über das Ergebnis und über die Platte: Drehzahlgenauigkeit, Gleichlauf und Auflagekraft. Alle drei wurden nachgemessen, dazu das, was am USB-Ausgang ankommt.
BedingtDrehzahl unhörbar genau. Die feste Auflagekraft von 3,5 g liegt zu hoch.
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| Prüfpunkt | Messwert | Abweichung | Hörbar? | Befund |
|---|---|---|---|---|
| 33 1/3 Umdrehungen | 33,38 /min | +0,14 % | 2,4 Cent, nein | |
| 45 Umdrehungen | 45,11 /min | +0,24 % | 4,2 Cent, nein | |
| Gleichlaufschwankung | 0,25 % | – | an Klavier ja | |
| Auflagekraft, fest eingestellt | 3,5 g | Empfehlung 2 bis 3 g | als Verschleiß | |
| Rumpelabstand | −38 dB | – | in leisen Passagen |
Die Drehzahl stimmt, und das lässt sich in Cent umrechnen
Gezählt über 60 Umläufe lief der Teller mit 33,38 statt 33,333 Umdrehungen je Minute, also 0,14 % zu schnell. In der 45er-Stellung waren es 45,11 statt 45,00, das sind 0,24 %.
Eine Drehzahlabweichung verschiebt die Tonhöhe, und das lässt sich hörbar machen: 1200 mal der Zweierlogarithmus des Verhältnisses ergibt die Abweichung in Cent. Aus 0,14 % werden 2,4 Cent, aus 0,24 % 4,2.
Zur Einordnung: ein geübtes Gehör erkennt Tonhöhenunterschiede ab etwa 10 Cent, ein Halbton hat 100. Beide Werte liegen damit weit unter der Wahrnehmungsschwelle, und die Drehzahl ist an diesem Gerät kein Thema.
Gleichlauf ist das Thema
Nicht die mittlere Drehzahl hört man, sondern deren Schwankung. Gemessen über einen Prüfton von 3150 Hertz lag die Schwankung bei 0,25 %, und dieser Wert ist an Instrumenten mit langen, klaren Tönen wahrnehmbar.
Am deutlichsten war es an Klavieraufnahmen und an gehaltenen Streichertönen, wo ein leichtes Schweben entsteht. An Schlagzeug, Gesang und dichten Arrangements fiel derselbe Wert nicht auf.
Ursache ist der Riemenantrieb in Verbindung mit einem leichten Teller. Ein schwererer Teller speichert mehr Drehenergie und glättet die Schwankung, was der Grund ist, warum teurere Laufwerke bei gleichem Motor bessere Werte erreichen. Nachrüsten lässt sich das an diesem Gerät nicht.
3,5 Gramm sind zu viel für die Rille
Die Auflagekraft wurde mit einer digitalen Tonarmwaage auf Plattenhöhe gemessen und lag bei 3,5 Gramm, ohne Einstellmöglichkeit. Für Tonabnehmer dieser Bauart liegt die üblich empfohlene Spanne bei 2 bis 3 Gramm.
Zu hohe Auflagekraft hat zwei Folgen. Die Nadel drückt die Rillenflanke stärker, was den Abtrag beschleunigt, und die Nadel selbst verschleißt schneller.
Zu niedrige Auflagekraft ist allerdings schädlicher, weil die Nadel dann in der Rille springt und die Flanke schlägt.
In dieser Einordnung ist die feste Einstellung ein bewusster Kompromiss zugunsten der Betriebssicherheit. Für gelegentliches Hören ist sie unkritisch; wer eine wertvolle Sammlung regelmäßig abspielt, ist mit einem Laufwerk mit einstellbarem Gegengewicht besser bedient.
Was das Rumpeln bedeutet
Der Rumpelabstand lag bei minus 38 Dezibel, gemessen als Störspannung des laufenden Laufwerks gegen einen Bezugston. Dieses Geräusch entsteht durch Motor und Lager und kommt über den Teller in den Tonabnehmer.
Bei normaler Lautstärke fällt der Wert nicht auf, weil das Rillenrauschen einer Schallplatte selbst darüber liegt. Hörbar wird er in leisen Passagen und in Pausen, und zwar als tieffrequentes Grollen aus dem Bass.
Ein Teil davon lässt sich am Aufstellort beheben, und das ist der einzige wirksame Eingriff. Auf einem federnden Untergrund oder auf demselben Regal wie der Lautsprecher stieg der gemessene Wert um bis zu 6 Dezibel, weil Trittschall und Lautsprecherschall zurückgekoppelt werden.
Die USB-Aufnahme liefert CD-Niveau
Am Rechner kam die Aufnahme mit 16 Bit bei 48 Kilohertz an, also mit dem Auflösungsniveau einer CD. Der Störabstand der Aufnahme lag bei 68 Dezibel.
Das ist mehr, als die Quelle hergibt. Eine gut erhaltene Schallplatte liefert 55 bis 65 Dezibel Störabstand, weshalb die Wandlung hier nicht der begrenzende Faktor ist. Eine höhere Auflösung würde das Rillenrauschen genauer aufzeichnen, nicht die Musik.
Rechnerisch belegt eine solche Aufnahme 1,54 Megabit je Sekunde, also 11,5 Megabyte je Minute oder rund 250 Megabyte für eine Plattenseite mit 22 Minuten. Wer eine Sammlung von hundert Platten digitalisiert, sollte 50 Gigabyte einplanen.
Der Pegel ist der Punkt, an dem Aufnahmen scheitern
Bei lauten Passagen erreichte die Aufnahme minus 2 Dezibel unter Vollaussteuerung. Das ist knapp, und bei einer stärker geschnittenen Platte, etwa einer Single aus den Siebzigern, war die Grenze überschritten und die Spitzen wurden abgeschnitten.
Hörbar ist das nicht als Lautstärke, sondern als Verzerrung an Beckenschlägen und lauten Stimmen. Rückgängig machen lässt es sich nicht, weil die Information in der Datei fehlt.
Praktikabel ist deshalb ein Testlauf: die lauteste Stelle der Platte anspielen und in der Aufnahmesoftware die Aussteuerungsanzeige beobachten. Bleibt sie unter minus 3 Dezibel, kann die ganze Seite aufgenommen werden. Anpassen lässt sich der Pegel am Gerät nicht, wohl aber in der Software vor der Wandlung, sofern sie einen Eingangsregler hat.
Der eingebaute Vorverstärker und der Anschluss
Das Gerät hat einen eingebauten Entzerrer-Vorverstärker, weshalb es an jeden Line-Eingang eines Verstärkers passt und keinen Phono-Eingang braucht. Wird es dennoch an einen Phono-Eingang gesteckt, verstärkt die Kette zweimal, und das Ergebnis ist übersteuert und dumpf.
Umgekehrt gilt: an einem alten Verstärker mit Phono-Eingang und ohne freien Line-Eingang muss der eingebaute Vorverstärker abgeschaltet werden, sofern ein Schalter vorhanden ist. Fehlt er, bleibt nur ein anderer Eingang.
Für Aktivlautsprecher mit Line-Eingang ist die Kombination unkompliziert, und das ist die häufigste Verwendung dieser Geräteklasse. Zwei Kabel, kein Verstärker, und die Lautstärke wird an den Lautsprechern geregelt.
Die Nadel ist das Verbrauchsteil
Eine Abtastnadel hält je nach Bauart 400 bis 1000 Spielstunden, und bei 22 Minuten je Plattenseite entspricht das 1000 bis 2700 Seiten. Danach ist die Verrundung der Spitze so weit fortgeschritten, dass sie die Rille beschädigt statt sie abzutasten.
Erkennbar ist das nicht an der Nadel, sondern am Klang: die Höhen werden schärfer und die Verzerrung an lauten Stellen steigt. Weil der Verfall langsam kommt, wird er im Alltag nicht bemerkt, und genau deshalb lohnt eine Notiz mit dem Einbaudatum.
Der Nadeleinschub ist bei diesen Geräten steckbar und für wenige Euro erhältlich. Wer das Gerät gebraucht kauft, sollte die Nadel als verbraucht ansehen und einrechnen: eine unbekannte Nadel auf einer wertvollen Platte ist die teuerste Ersparnis in dieser Kette.
Umläufe gezählt, Tonarmwaage, Prüfschallplatte
Die Drehzahl wurde nicht mit einer Stroboskopscheibe geschätzt, sondern über die Zeit für 60 vollständige Umläufe genommen, dreimal je Stellung. Aus der Zeit folgt die Drehzahl mit einer Auflösung von 0,01 Umdrehungen je Minute. Auflagekraft und Rumpelabstand entstanden mit einer digitalen Tonarmwaage auf Plattenhöhe und mit einer Prüfschallplatte mit Leerrille und 3150-Hertz-Ton, ausgewertet am Rechner. Die USB-Aufnahme wurde in derselben Software auf Auflösung, Störabstand und Spitzenpegel untersucht.
Über den Klang im Sinne einer Höreinschätzung sagt diese Reihe nichts, und offen bleibt die Langzeitstabilität von Riemen und Lager. Die Angabe zur Nadelstandzeit ist eine Größenordnung aus Herstellerangaben und keine eigene Messung.
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| Prüfpunkt | Messwert | Bezug | Befund |
|---|---|---|---|
| Auflösung | 16 Bit / 48 kHz | entspricht CD-Niveau | |
| Störabstand der Aufnahme | 68 dB | die Platte selbst liefert 55 bis 65 | |
| Übersteuerung bei lauten Rillen | −2 dBFS | Pegel vor der Aufnahme prüfen | |
| Datenrate | 1,54 Mbit/s | 11,5 MB je Minute unkomprimiert |
Häufige Fragen
Läuft der Plattenspieler mit der richtigen Drehzahl?
Ja. Über 60 Umläufe gezählt waren es 33,38 statt 33,333 und 45,11 statt 45,00 Umdrehungen. Umgerechnet sind das 2,4 und 4,2 Cent Tonhöhenfehler, während ein geübtes Gehör erst ab etwa 10 Cent unterscheidet.
Was ist mit dem Gleichlauf?
0,25 Prozent Schwankung, gemessen über einen 3150-Hertz-Prüfton. Das ist an Klavier und gehaltenen Streichertönen als leichtes Schweben wahrnehmbar, an Schlagzeug und dichten Arrangements nicht. Ursache ist der leichte Teller am Riemenantrieb.
Ist die Auflagekraft von 3,5 Gramm zu hoch?
Für die üblich empfohlene Spanne von 2 bis 3 Gramm ja, und sie ist nicht einstellbar. Höhere Auflagekraft beschleunigt Rillen- und Nadelverschleiß; zu niedrige wäre schädlicher, weil die Nadel dann in der Rille springt.
Was liefert die USB-Aufnahme?
16 Bit bei 48 Kilohertz und 68 Dezibel Störabstand, also CD-Niveau. Eine gut erhaltene Platte liefert 55 bis 65 Dezibel, weshalb die Wandlung nicht der begrenzende Faktor ist.
Wie viel Speicher braucht eine digitalisierte Sammlung?
11,5 Megabyte je Minute unkomprimiert, also rund 250 Megabyte für eine Plattenseite mit 22 Minuten. Für hundert Platten sind etwa 50 Gigabyte einzuplanen.
Warum verzerren manche Aufnahmen?
Weil der Pegel bei lauten Rillen minus 2 Dezibel unter Vollaussteuerung erreicht. Bei stärker geschnittenen Platten werden die Spitzen abgeschnitten, hörbar an Becken und lauten Stimmen. Vorher die lauteste Stelle anspielen und die Anzeige prüfen.
Braucht der Plattenspieler einen Phono-Eingang?
Nein, er hat einen eingebauten Entzerrer-Vorverstärker und passt an jeden Line-Eingang. An einen Phono-Eingang gesteckt verstärkt die Kette zweimal, und das Ergebnis ist übersteuert und dumpf.
Wann muss die Nadel getauscht werden?
Nach 400 bis 1000 Spielstunden, also 1000 bis 2700 Plattenseiten. Erkennbar ist der Verschleiß am Klang, nicht an der Nadel: schärfere Höhen und mehr Verzerrung an lauten Stellen. Bei Gebrauchtkauf gilt die Nadel als verbraucht.
Geprüft im Juli 2026