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Prüfbericht  /  Elektronik

Elektrische Stopfmaschine im Test: Tempo, Füllgewicht und Kosten

Eine elektrische Stopfmaschine presst Feinschnitt in eine vorgefertigte Hülse, und das Ergebnis hängt an drei Größen, die alle messbar sind: wie viel Tabak je Hülse eingebracht wird, wie stark dieser Wert schwankt und wie oft der Vorgang misslingt. Drei Geräte von 39 bis 149 Euro wurden mit je 200 Hülsen und demselben Tabak geprüft, dazu kamen Tempo mit der Stoppuhr, Geräuschpegel, Stromaufnahme und eine Kostenrechnung, in der die Tabaksteuer der größte Posten ist.

GeprüftDie Streuung des Füllgewichts liegt bei 8 Prozent. Der Preisvorteil kommt aus der Steuer, nicht aus dem Gerät.

Je 200 Hülsen mit demselben Feinschnitt bei 22 °C und 52 Prozent Luftfeuchte, Füllgewicht als Differenz aus fertiger und leerer Hülse auf einer Waage mit 0,01 g Auflösung
GerätFüllgewichtStreuungZeit je HülseBefund
Gerät A, 39 €0,68 g0,11 g11,2 s
Gerät B, 79 €0,73 g0,06 g9,4 s
Gerät C, 149 €0,76 g0,04 g7,1 s
Handstopfer zum Vergleich0,71 g0,14 g24,0 s
Fabrikware zum Vergleich0,72 g0,01 gentfällt

0,73 Gramm mit 8 Prozent Streuung

Bei jedem Gerät wurden 200 Hülsen gefüllt und 30 davon einzeln gewogen, die leere Hülse vorher abgezogen. Gerät B kam auf 0,73 Gramm Füllgewicht mit einer Standardabweichung von 0,06, also 8 Prozent. Gerät A lag bei 0,68 Gramm und 0,11 Streuung, Gerät C bei 0,76 und 0,04.

Wichtig ist an diesen Zahlen nicht das Mittel, sondern die Streuung, denn sie bestimmt, wie gleichmäßig das Ergebnis ist. Fabrikware liegt bei 0,01 Gramm, ein Handstopfer bei 0,14. Ein Gerät mit 0,04 Gramm Streuung liefert also ein Ergebnis, das näher an der Maschine als an der Hand liegt, und ein Gerät mit 0,11 tut das nicht. Bei einer Streuung von 0,11 Gramm auf 0,68 unterscheiden sich zwei Hülsen aus derselben Reihe um ein Drittel ihres Inhalts, und das ist beim Ziehen zu merken.

Sieben Ausfälle auf 200 Hülsen

Gezählt wurden zwei Arten von Ausfällen: gerissene Hülsen und Füllungen, die so locker waren, dass nachgestopft werden musste. Gerät B kam auf 4 plus 3, zusammen 7 von 200, Gerät A auf 9 plus 14, zusammen 23, Gerät C auf 2.

Elf Prozent Ausfall bei Gerät A entsprechen bei einem Beutel von 30 Gramm etwa vier verlorenen Hülsen und 2,4 Gramm Tabak, den man erneut in die Hand nimmt. Bei einem Anschaffungsunterschied von 40 Euro zwischen Gerät A und B ist dieser Punkt in wenigen Monaten eingespielt, sobald regelmäßig gestopft wird. Auffällig war zudem die Ursache: bei Gerät A saß die Hülsenaufnahme mit 0,4 Millimetern Spiel, sodass die Hülse beim Andrücken auswich; bei den beiden anderen Geräten war das Spiel unter 0,1 Millimeter.

9,4 Sekunden je Hülse, 32 Minuten je Beutel

Mit der Stoppuhr über je 50 Hülsen ohne Pause: Gerät A brauchte 11,2 Sekunden je Hülse, Gerät B 9,4 und Gerät C 7,1. Ein Handstopfer lag bei 24 Sekunden. Diese Zeiten enthalten das Nachlegen von Tabak und das Einsetzen der Hülse, also den vollständigen Arbeitsgang.

Ein Beutel mit 30 Gramm ergibt bei 0,73 Gramm je Hülse 41 Stück, was mit Gerät B 6:26 Minuten reine Arbeitszeit bedeutet, mit dem Handstopfer 16:24. Für 200 Stück, also etwa den Wochenbedarf eines Rauchers mit einer Packung je Tag, sind es 31 gegen 80 Minuten. Der Zeitgewinn ist damit der eigentliche Grund für ein elektrisches Gerät, und er ist bei den drei Geräten trotz Preisunterschied von 110 Euro nur 4 Sekunden je Hülse groß.

Woher der Preisunterschied wirklich kommt

Ein Beutel Feinschnitt mit 30 Gramm kostete 8,50 Euro, 100 Hülsen 1,20 Euro. Bei 0,73 Gramm je Hülse ergibt das 41 Zigaretten je Beutel und damit 20,7 Cent Tabak plus 1,2 Cent Hülse, zusammen 21,9 Cent. Bei einem Beutel mit 90 Gramm zu 24,50 Euro sinkt der Wert auf 13,4 Cent je Stück. Eine Packung mit 20 Fabrikzigaretten kostete 8,20 Euro, also 41 Cent je Stück.

Von 41 auf 13,4 Cent kommt man fast vollständig aus der Steuer: Fabrikzigaretten und Feinschnitt werden in Deutschland unterschiedlich besteuert, und die Tabaksteuer ist bei Fertigzigaretten je Gramm Tabak deutlich höher. Genau daran ändert das Gerät nichts, und genau darauf zielt die Steuererhöhung des Tabaksteuergesetzes, die den Abstand in mehreren Stufen verkleinert. Wer die Wirtschaftlichkeit eines Gerätes rechnet, rechnet also mit einem Abstand, der über die Jahre kleiner wird, und nicht mit einem festen Vorteil.

Amortisation nach 290 Zigaretten

Gerät B zu 79 Euro gegen einen Handstopfer zu 4 Euro gerechnet: der Unterschied von 75 Euro ist nicht über den Materialpreis zu holen, weil beide denselben Tabak und dieselben Hülsen verwenden. Was das Gerät liefert, ist Zeit und ein niedrigerer Ausfall.

Rechnet man nur den Ausfall, spart Gerät B gegenüber Gerät A 16 Hülsen und 1,7 Gramm Tabak je 200 Stopfvorgänge, also etwa 60 Cent; der Preisunterschied von 40 Euro ist damit nach etwa 13.000 Hülsen eingespielt, was bei 200 je Woche gut 15 Monate dauert. Rechnet man die Zeit mit, dreht sich das Bild: 4 Sekunden je Hülse sind bei 200 je Woche 13 Minuten, im Jahr 11 Stunden. Belastbar ist die erste Rechnung, die zweite hängt daran, was jemand seine eigene Zeit wert ist.

Der Tabak muss die richtige Feuchte haben

Derselbe Feinschnitt wurde in drei Zuständen gestopft: frisch aus dem Beutel, 24 Stunden offen gelagert und mit einem Befeuchterstein zwei Tage konditioniert. Das Füllgewicht lag bei 0,73, 0,66 und 0,79 Gramm, die Ausfälle bei 7, 19 und 5 von 200.

Trockener Tabak rieselt durch und wird nicht gefasst, zu feuchter Tabak verklebt die Förderschnecke. Praktisch bedeutet das: ein angebrochener Beutel gehört verschlossen, und ein Befeuchter im Vorratsbehälter verbessert das Ergebnis stärker als ein teureres Gerät. Bei Gerät A stieg die Ausfallquote mit trockenem Tabak auf 34 von 200, bei Gerät C auf 11; die Empfindlichkeit gegen Feuchte ist also ebenfalls eine Eigenschaft der Bauart und nicht nur des Tabaks.

66 Dezibel und drei Minuten Reinigung

Mit dem Schallpegelmesser in einem Meter Abstand lag Gerät B beim Stopfen bei 66 Dezibel, Gerät A bei 71 und Gerät C bei 62. Zum Vergleich: eine Kaffeemühle liegt bei 75 bis 85 Dezibel, ein Gespräch bei 60.

Nach jeweils 200 Hülsen wurde gereinigt, mit Pinsel und Sauger: Gerät B brauchte 3:10 Minuten, Gerät A 6:40 und Gerät C 2:20. Der Unterschied lag an der Zugänglichkeit; bei Gerät C ließ sich die Kammer ohne Werkzeug herausnehmen, bei Gerät A musste mit dem Pinsel durch eine Öffnung von 12 Millimetern gearbeitet werden. Zurückgewogen wurden dabei 0,9 bis 3,1 Gramm Tabak, der im Gerät geblieben war, also bis zu einem Zehntel eines 30-Gramm-Beutels.

Was rechtlich gilt

Das Stopfen von Zigaretten aus versteuertem Feinschnitt für den eigenen Bedarf ist in Deutschland zulässig; die Steuer ist mit dem Kauf des Tabaks bereits entrichtet und an der Steuerbanderole auf dem Beutel zu erkennen. Nicht zulässig ist das Weitergeben gegen Bezahlung, weil damit ein Tabakerzeugnis in Verkehr gebracht wird, was den Regeln des Tabaksteuergesetzes und des Tabakerzeugnisgesetzes unterliegt.

Ebenfalls gebunden ist der Verkauf der Geräte selbst nicht, wohl aber die Abgabe von Tabak und Hülsen an Minderjährige. Die gesetzlichen Warnhinweise stehen auf der Verpackung des Tabaks und gelten unabhängig davon, in welcher Form er geraucht wird; ein Stopfgerät verändert daran nichts. Diese Punkte sind der Rechtslage entnommen und nicht dem Prüfaufbau; verbindlich ist im Zweifel der Wortlaut der Vorschriften.

Was 600 Hülsen nicht zeigen

Sechshundert Hülsen über drei Geräte sagen über Motorlager, Getriebe und Verschleiß der Stopfnadel nichts. Prüfbar war, dass bei keinem Gerät ein Leistungsabfall auftrat und dass die Stopfnadel bei allen drei nach 200 Vorgängen ohne Grat war.

Offen bleibt die Frage nach Ersatzteilen, und die entscheidet über die Nutzungsdauer: die Stopfnadel und die Hülsenaufnahme sind die Teile, die brechen, und nur bei Gerät C waren beide einzeln als Ersatzteil gelistet. Bei den anderen zwei ist ein Defekt an diesen Teilen ein Grund für ein neues Gerät, was bei 39 Euro hinnehmbar und bei 79 Euro ärgerlich ist.

Ausfälle auf 200 Hülsen je Gerät, Geräusch mit Schallpegelmesser in 1 m Abstand, Leistung am Steckdosenmessgerät, Reinigung mit der Stoppuhr
PrüfpunktGerät AGerät BGerät CBefund
Gerissene Hülsen941
Zu lockere Füllung, nachgestopft1431
Ausfälle zusammen23 von 2007 von 2002 von 200
Geräusch beim Stopfen71 dB(A)66 dB(A)62 dB(A)
Leistung im Betrieb38 W45 W62 W
Reinigung nach 200 Hülsen6:40 min3:10 min2:20 min
Tabakverlust im Gerät3,1 g1,4 g0,9 g

Häufige Fragen

Wie schnell arbeitet eine elektrische Stopfmaschine?

Zwischen 7,1 und 11,2 Sekunden je Hülse einschließlich Nachlegen und Einsetzen, gegen 24 Sekunden mit einem Handstopfer. Ein Beutel mit 30 Gramm ergibt 41 Hülsen, was mit einem mittleren Gerät 6:26 Minuten reine Arbeitszeit bedeutet.

Wie gleichmäßig wird gefüllt?

Das Füllgewicht lag bei 0,68 bis 0,76 Gramm, entscheidend ist aber die Streuung: 0,04 Gramm beim teuersten Gerät, 0,11 beim günstigsten, 0,14 beim Handstopfer und 0,01 bei Fabrikware. Bei 0,11 Gramm unterscheiden sich zwei Hülsen aus derselben Reihe um ein Drittel ihres Inhalts.

Wie oft geht eine Hülse kaputt?

Bei 200 Hülsen je Gerät: 2 Ausfälle beim teuersten, 7 beim mittleren und 23 beim günstigsten, gerechnet aus gerissenen Hülsen und zu locker gefüllten. Die Ursache beim günstigsten Gerät war 0,4 Millimeter Spiel in der Hülsenaufnahme, gegen unter 0,1 bei den anderen.

Was kostet eine selbst gestopfte Zigarette?

21,9 Cent bei einem Beutel mit 30 Gramm zu 8,50 Euro und 13,4 Cent bei 90 Gramm zu 24,50 Euro, jeweils bei 0,73 Gramm Füllgewicht plus 1,2 Cent für die Hülse. Eine Fabrikzigarette kostete 41 Cent.

Woher kommt der Preisunterschied?

Fast vollständig aus der unterschiedlichen Besteuerung von Feinschnitt und Fertigzigaretten. Das Gerät selbst senkt keinen Preis. Die Stufen des Tabaksteuergesetzes verkleinern den Abstand über die Jahre, weshalb eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit einem schrumpfenden Vorteil rechnen sollte.

Welche Rolle spielt die Feuchte des Tabaks?

Eine große. Derselbe Feinschnitt ergab frisch 0,73 Gramm bei 7 Ausfällen, nach 24 Stunden offen 0,66 Gramm bei 19 Ausfällen und konditioniert 0,79 Gramm bei 5. Ein Befeuchter im Vorratsbehälter verbessert das Ergebnis stärker als ein teureres Gerät.

Wie laut sind die Geräte?

62 bis 71 Dezibel in einem Meter Abstand beim Stopfen. Ein Gespräch liegt bei 60 Dezibel, eine Kaffeemühle bei 75 bis 85. Der Betrieb ist damit hörbar, aber nicht störend laut.

Ist das Stopfen für den Eigenbedarf erlaubt?

Ja, aus versteuertem Feinschnitt, erkennbar an der Steuerbanderole auf dem Beutel. Nicht erlaubt ist das Weitergeben gegen Bezahlung, weil damit ein Tabakerzeugnis in Verkehr gebracht wird. Die gesetzlichen Warnhinweise auf der Tabakverpackung gelten unabhängig von der Zubereitungsform.

Wie viel Aufwand ist die Reinigung?

2:20 bis 6:40 Minuten nach je 200 Hülsen, je nach Zugänglichkeit der Kammer. Zurückgewogen wurden 0,9 bis 3,1 Gramm Tabak, die im Gerät geblieben waren, also beim schlechtesten Gerät ein Zehntel eines 30-Gramm-Beutels.

Geprüft im Juli 2026