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Prüfbericht  /  Elektronik

Vollautomatische Stopfmaschine im Test: Durchsatz, Störungen, Rechnung

Eine Vollautomatik nimmt Hülsen aus einem Magazin und Tabak aus einer Kammer und braucht keine Hand am Hebel. Was das an Zeit bringt und an Zuverlässigkeit kostet, wurde über je 200 Hülsen gegen zwei einfachere Bauarten gestellt.

BedingtZweieinhalbmal schneller als der Hebel, aber dreimal so viele Störungen.

Durchsatz über je 200 Hülsen, Feinschnitt derselben Marke, 22 °C, Zeit ohne Störungsbehebung
BauartHülsen je Minute200 Stück inStörungen je 200Befund
Handstopfer2,195 min0
Halbautomatisch, Hebel6,232 min4
Vollautomatisch, Magazin15,413 min11
Vollautomatisch, frisch gereinigt15,913 min3

Fünfzehn Hülsen je Minute, und dann steht sie

Über 200 Hülsen lief die Vollautomatik mit 15,4 Stück je Minute, die Hebelmaschine mit 6,2 und der Handstopfer mit 2,1. Bezogen auf reine Laufzeit ist die Automatik damit zweieinhalbmal so schnell wie der Hebel.

In dieselbe Reihe gehört die zweite Zahl. Auf 200 Hülsen kam die Automatik auf elf Störungen, die Hebelmaschine auf vier und der Handstopfer auf keine. Jede Störung kostete zwischen 20 Sekunden und zwei Minuten, je nachdem, ob eine Hülse geknickt war oder die Kammer geöffnet werden musste.

Rechnet man die Behebung ein, schrumpft der Vorsprung. 13 Minuten Laufzeit plus elf Störungen zu durchschnittlich 45 Sekunden ergeben 21 Minuten, gegen 32 plus vier Störungen, also 35. Der Faktor 2,5 wird damit zum Faktor 1,7.

Was die Störungen verursacht

Aufgeteilt nach Ursache waren von den elf Störungen sieben Hülsenfehler und vier Tabakfehler. Die Hülsenfehler entstanden im Magazin: zwei Hülsen wurden gleichzeitig gezogen oder eine verkantete am Auswurf.

Die Tabakfehler lagen an der Kammer. Feinschnitt bildet Brücken, und über der Förderschnecke entsteht ein Hohlraum, unter dem die Maschine leer arbeitet, ohne es zu bemerken.

Ein Aufschütteln der Kammer alle 50 Hülsen ließ diese Sorte Störung in einem Kontrolllauf vollständig verschwinden.

Der wichtigste Einzelfaktor war die Reinigung. Frisch gereinigt fiel die Zahl der Störungen von elf auf drei, also auf ein Viertel, bei praktisch gleichem Durchsatz. Wer die Automatik nach jedem Durchlauf ausbläst, hat ein anderes Gerät vor sich als jemand, der es nicht tut.

Magazin und Kammer bestimmen den Rhythmus

Das Hülsenmagazin des geprüften Geräts nahm 20 Hülsen auf, die Tabakkammer 80 Gramm. Bei einem Füllgewicht von 0,74 Gramm je Zigarette reicht die Kammer für etwa 108 Stück und das Magazin für 20.

Damit ist das Magazin und nicht die Kammer der begrenzende Teil: auf 200 Hülsen sind zehn Nachfüllvorgänge nötig. Jeder dauerte etwa 25 Sekunden, was in der Durchsatzmessung mitgezählt ist.

Für die Kaufentscheidung ist die Magazinkapazität deshalb wichtiger als jede Angabe zur Geschwindigkeit. Ein Gerät mit 40 Hülsen im Magazin halbiert die Unterbrechungen, und das ist bei dieser Bauart der Unterschied zwischen Automatik und beaufsichtigtem Betrieb.

Das Verschleißteil sitzt am Spreizer

In jeder Stopfmaschine schiebt ein Löffel oder ein Spreizer den Tabak in die Hülse, und dieses Teil verschleißt. Bei der Vollautomatik zeigte es nach etwa 4.000 Hülsen sichtbare Abnutzung an der Kante, bei der Hebelmaschine nach rund 6.000.

Der Unterschied entsteht nicht durch schlechteres Material, sondern durch die Taktzahl: dasselbe Teil arbeitet in derselben Zeit zweieinhalbmal so oft. Merkbar wird der Verschleiß daran, dass die Füllung ungleichmäßig wird und der Ausschuss steigt.

Vor dem Kauf lohnt deshalb die Frage nach diesem Ersatzteil. Bei zwei Geräten war es einzeln erhältlich und in fünf Minuten getauscht, bei einem dritten nicht, und dann ist die Maschine nach etwa 4.000 Zigaretten ein Fall für den Restmüll.

Ab welcher Menge sich die Automatik rechnet

Die Zeitersparnis beträgt 19 Minuten je 200 Hülsen. Bei 200 Hülsen wöchentlich sind das 16 Stunden im Jahr für einen Aufpreis von 95 €, also knapp 6 € je gesparte Stunde. Bei 50 Hülsen wöchentlich ändert sich das Bild: dann sind es vier Stunden im Jahr, und der Aufpreis kostet 24 € je gesparte Stunde. In dieser Größenordnung ist die Hebelmaschine die vernünftigere Wahl, zumal sie seltener stört.

Ein zweiter Aspekt fällt in derselben Rechnung an. Die Automatik verlangt mehr Reinigung und ein Verschleißteil früher, was den Aufpreis über die Jahre erhöht. Der Umschlagpunkt liegt damit ungefähr bei 150 Hülsen in der Woche, und darunter zahlt man für Bequemlichkeit und nicht für Zeit.

Geräusch und Aufstellung

Auf einem Meter Abstand lag der Schalldruck bei 72 dB(A) über die 13 Minuten Laufzeit. Das ist deutlich mehr als bei der Hebelmaschine, die nur beim Zug am Hebel Geräusch macht, und in einer Wohnung mit dünnen Wänden auffällig.

Ein Teil davon kommt aus dem Gehäuse und ein Teil aus der Arbeitsplatte. Auf einer Silikonmatte statt direkt auf Holz fielen 4 dB(A) weg, weil die Platte weniger mitschwingt.

Zusätzlich verteilt die Automatik Tabakstaub. Über 200 Hülsen sammelte sich in der Umgebung des Geräts eine sichtbare Menge, die bei der Hebelmaschine deutlich geringer ausfiel. Eine untergelegte Zeitung erspart das Wischen.

Was ein Netzteil und was ein Akku bedeutet

Das geprüfte Gerät lief am Netzteil und zog 42 Watt. Über 13 Minuten sind das 0,009 Kilowattstunden, also weniger als ein halber Cent für 200 Hülsen, und damit ist der Strom in dieser Rechnung ohne Bedeutung.

Akkuvarianten existieren und haben denselben Nachteil wie jedes akkubetriebene Werkzeug: bei sinkender Spannung fällt die Kraft, und die Maschine hört nicht auf, sondern arbeitet schlechter. In einem Vergleichslauf mit halb geladenem Akku stieg der Anteil unvollständig gefüllter Hülsen deutlich.

Für ein Gerät, das an einem Platz steht, ist das Netzteil deshalb die richtige Wahl. Der Akku lohnt nur, wenn das Gerät regelmäßig an Orten ohne Steckdose benutzt wird, und das ist bei dieser Gerätegattung die Ausnahme.

Filterhülsen, Länge und was nicht passt

Vollautomaten sind auf eine Hülsenlänge eingerichtet, meist auf die Standardlänge von 84 Millimetern. Extra lange Hülsen mit 100 Millimetern liefen in dem geprüften Gerät nicht durch das Magazin, und das ist keine Einstellungsfrage.

Auch die Hülsenqualität wirkt stärker als bei einfacheren Bauarten. Bei einer günstigen Hülsenmarke lag die Störungszahl je 200 bei 17 statt bei elf, weil der Papierrand am Filterübergang unregelmäßiger war und im Magazin verkantete.

Wer eine Automatik kauft, sollte deshalb bei einer Hülsenmarke bleiben, die durchläuft, und den Preisunterschied gegenrechnen. Sechs Störungen weniger je 200 Hülsen sind viereinhalb Minuten, und die sind mehr wert als der Cent je hundert Hülsen, der zwischen den Marken liegt.

Zweihundert Hülsen je Bauart, Stoppuhr, Störungen protokolliert

Jede Bauart verarbeitete 200 Hülsen desselben Herstellers mit Feinschnitt derselben Marke und Charge, bei 22 °C und 45 Prozent Luftfeuchte. Die Zeit lief von der ersten bis zur letzten Hülse, Nachfüllen des Magazins eingeschlossen, Störungsbehebung ausgeschlossen und getrennt protokolliert.

Als Störung zählte jeder Eingriff, der über das Nachfüllen hinausging: geknickte Hülse, doppelter Einzug, leerlaufende Förderung, verkantete Hülse am Auswurf. Der Kontrolllauf frisch gereinigt lief mit derselben Hülsen- und Tabakcharge.

Zur Haltbarkeit über Jahre steht hier nichts; die Verschleißangaben beruhen auf je einem Gerät und dem Zeitpunkt, an dem die Kante des Spreizers sichtbar abgenutzt war. Über den Tabak selbst und über den Geschmack sagt diese Reihe nichts.

Was die Automatik kostet – Kaufpreise zum Prüfzeitpunkt, Zeit aus der Durchsatzmessung
PositionHalbautomatischVollautomatischDifferenzBefund
Kaufpreis25 €120 €95 €
Zeit für 200 Stück32 min13 min19 min
Bei 200 Stück je Woche28 h im Jahr11 h im Jahr17 h
Verschleißteil fällig nach6.000 Stück4.000 Stück–

Häufige Fragen

Wie schnell ist eine vollautomatische Stopfmaschine?

15,4 Hülsen je Minute, also 200 Stück in 13 Minuten Laufzeit. Eine Hebelmaschine kam auf 6,2 je Minute und 32 Minuten, ein Handstopfer auf 2,1 und 95 Minuten.

Stört eine Automatik häufiger?

Ja, deutlich: elf Störungen je 200 Hülsen gegen vier bei der Hebelmaschine und keine beim Handstopfer. Mit Behebungszeit schrumpft der Geschwindigkeitsvorsprung vom Faktor 2,5 auf 1,7.

Was lässt sich gegen die Störungen tun?

Reinigen. Frisch gereinigt fielen die Störungen von elf auf drei je 200 Hülsen bei gleichem Durchsatz. Ein Aufschütteln der Tabakkammer alle 50 Hülsen beseitigte zusätzlich die Störungen durch Brückenbildung.

Wie oft muss nachgefüllt werden?

Das Magazin fasste 20 Hülsen, die Tabakkammer 80 Gramm, also etwa 108 Zigaretten bei 0,74 Gramm Füllgewicht. Auf 200 Hülsen sind damit zehn Nachfüllvorgänge nötig, jeder etwa 25 Sekunden.

Ab wann lohnt sich der Aufpreis?

Ab etwa 150 Hülsen in der Woche. Bei 200 Hülsen wöchentlich sind 16 Stunden im Jahr gespart, für 95 € Aufpreis also knapp 6 € je Stunde. Bei 50 Hülsen wöchentlich sind es 24 € je gesparte Stunde.

Welches Teil verschleißt?

Der Löffel oder Spreizer, der den Tabak in die Hülse schiebt: sichtbare Abnutzung nach etwa 4.000 Hülsen gegen 6.000 bei der Hebelmaschine, weil er in derselben Zeit zweieinhalbmal so oft arbeitet. Vor dem Kauf die Ersatzteilverfügbarkeit klären.

Passen alle Hülsen?

Nein. Das geprüfte Gerät war auf die Standardlänge von 84 Millimetern eingerichtet, extra lange Hülsen mit 100 Millimetern liefen nicht durch das Magazin. Bei einer günstigen Hülsenmarke stiegen die Störungen von elf auf 17 je 200.

Wie laut ist das Gerät?

72 dB(A) in einem Meter Abstand über die gesamte Laufzeit, gegen ein kurzes Geräusch beim Hebel. Auf einer Silikonmatte statt direkt auf Holz fielen 4 dB(A) weg.

Geprüft im Juli 2026