Prüfbericht / Garten
Enders Boston Black Pro 3 SIKR Turbo im Test: Hitze, Verteilung, Verbrauch
Drei Hauptbrenner und eine Sear-Zone sind eine gute Auslegung, wenn die Verteilung stimmt. Der Rost wurde an neun Punkten abgetastet, bei geschlossenem Deckel und im direkten Betrieb, dazu der Gasverbrauch über eine Stunde.
BestandenDie Turbo-Zone erreicht 780 Grad. Der Rost hat 40 Kelvin Spanne.
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| Prüfpunkt | Angabe | Gemessen | Bewertung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Aufheizen auf 250 °C, Deckel zu | ohne | 8:40 min | gut | |
| Temperaturspanne über den Rost | ohne | 40 K | brauchbar | |
| Turbo-Zone, Spitze am Rost | ohne | 780 °C | hoch | |
| Gasverbrauch, alle Brenner voll | ohne | 1.020 g/h | erwartbar | |
| Deckeltemperatur außen | ohne | 68 °C | heiß | |
| Rostgewicht je Hälfte | ohne | 3,4 kg | Guss |
Enders Boston Black Pro 3 SIKR Turbo im Test: die Zonen
Der Grill hat drei parallele Hauptbrenner unter dem Rost und eine separate Sear-Zone auf der rechten Seite. Diese Aufteilung ist der eigentliche Grund, einen solchen Grill zu kaufen: mit drei Brennern lässt sich indirekt garen, mit der Sear-Zone scharf angebraten werden, und beides gleichzeitig.
Gemessen an neun Punkten über dem Rost bei geschlossenem Deckel und mittlerer Einstellung lag die Spanne bei 40 Kelvin: 232 Grad in der Mitte, 268 über dem rechten und 228 über dem linken Brenner. Für einen Gasgrill dieser Größe ist das brauchbar; die Ursache der Ungleichheit ist die Position der Zündbrücke, nicht die Brennerleistung.
Die Turbo-Zone erreichte am Rost 780 Grad, gemessen mit einem Thermoelement direkt auf dem Gussrost nach vier Minuten Vorheizen. Das ist die Temperatur, ab der eine Kruste in Sekunden entsteht, und sie ist der Unterschied zwischen einem Steak vom Grill und einem aus der Pfanne.
Aufheizen und was der Deckel dabei tut
Mit geschlossenem Deckel und allen Brennern auf voll standen nach 8:40 Minuten 250 Grad am Deckelthermometer an. Bei offenem Deckel wird dieser Wert nie erreicht, und das ist keine Schwäche: ein Gasgrill arbeitet mit Umluft, sobald der Deckel zu ist, und ohne Deckel ist er eine Kochstelle.
Das Deckelthermometer selbst ist ungenauer als der eigene Anspruch: gegen ein Thermoelement auf Rosthöhe zeigte es im Mittel 18 Kelvin zu hoch, weil es die heiße Luft unter der Deckelkuppel misst und nicht die Temperatur am Gargut. Wer nach Rezept arbeitet, sollte diese Differenz einmal für seinen Grill bestimmen.
Nach dem Ausschalten hielt die Kammer noch etwa acht Minuten über 150 Grad. Das reicht, um Gemüse nachziehen zu lassen, und es ist der Grund, warum der Rost nach dem Grillen am besten sofort gebürstet wird – bei 150 Grad löst sich alles, bei 40 Grad nichts.
Temperaturverteilung: 40 Kelvin und wie man sie nutzt
Eine völlig gleichmäßige Fläche gibt es bei keinem Gasgrill, und sie wäre auch nicht wünschenswert. Wichtig ist, dass die Ungleichheit vorhersagbar ist: hier war die rechte Seite konstant die heißeste, mit etwa 36 Kelvin über der linken. Diese Verteilung war über zehn Durchgänge stabil.
Genutzt wird das als Zonenkonzept. Anbraten in der Turbo-Zone, Nachziehen auf der linken Seite bei ausgeschaltetem Brenner darunter, Warmhalten auf der Warmhalteebene. Damit lassen sich vier Steaks unterschiedlichen Garzustands gleichzeitig fertigstellen – der praktische Grund für drei getrennte Brenner.
Der einfachste Test für den eigenen Grill braucht Toastbrot: acht Scheiben gleichmäßig auf den Rost, Deckel zu, drei Minuten, dann ansehen. Die Bräunung zeichnet das Temperaturbild vollständig ab, und man weiß danach ohne Messgerät, wo die heißen Stellen liegen.
Gasverbrauch und Kosten je Stunde
Gewogen wurde die Flasche vor und nach jeweils einer Stunde Betrieb. Alle Brenner voll verbrauchten 1.020 Gramm je Stunde, zwei Brenner auf mittlerer Stufe 440, ein Brenner im indirekten Betrieb 260, die Turbo-Zone allein 380.
Bei einer 11-Kilogramm-Flasche und 24,90 Euro Füllpreis ergibt das 2,31 Euro je Stunde im Volllastbetrieb und 59 Cent im indirekten. Eine Flasche hält damit zwischen 11 und 42 Stunden – für eine Grillsaison mit zwanzig Abenden genügt in der Regel eine Füllung.
Der größte Einfluss ist nicht die Einstellung, sondern der Deckel. Bei offenem Deckel und gleicher Reglerstellung war der Verbrauch identisch, die erreichte Temperatur am Gargut aber rund 90 Kelvin niedriger. Offen zu grillen kostet also dasselbe Gas für ein schlechteres Ergebnis, außer beim direkten Anbraten.
Gussrost: Vorteil und Preis
Die Roste bestehen aus emailliertem Guss und wiegen 3,4 Kilogramm je Hälfte. Das ist der Grund für die Branding-Streifen: Masse speichert Wärme, und ein schwerer Rost gibt beim Auflegen des Fleisches nicht nach. Gemessen fiel die Rosttemperatur beim Auflegen von 780 auf 690 Grad, bei einem dünnen Stahlrost wären es unter 500.
Bezahlt wird das mit Pflege. Emaillierter Guss verträgt keine Drahtbürste mit Stahlborsten – sie schlägt die Emaille an, und an der Stelle rostet es unter der Schicht weiter. Eine Messingbürste oder ein Holzschaber im heißen Zustand sind die richtigen Werkzeuge.
Nach zwei Saisons zeigte ein Rost an zwei Stellen Abplatzungen, jeweils an einer Kante. Ersatzroste waren einzeln lieferbar und kosteten etwa ein Achtel des Grillpreises – ein Punkt, der bei einem Gerät dieser Klasse zur Kaufentscheidung gehört, weil ein Rost das Verbrauchsteil mit der kürzesten Lebensdauer ist.
Sicherheit: Deckeltemperatur, Regler, Schlauch
Die Deckelaußenseite erreichte 68 Grad, und das ist der Wert, der im Datenblatt fehlt und im Alltag zählt: ab etwa 60 Grad zieht man die Hand zurück. Der Griff selbst blieb mit 41 Grad unproblematisch, weil er abgesetzt montiert ist – neben dem Griff ist der Deckel heiß.
Regler und Schlauch sind die Teile mit Ablaufdatum. Der Druckregler ist zehn Jahre nach Herstellungsdatum zu tauschen, der Schlauch nach den Angaben des Herstellers und bei jedem sichtbaren Riss; beide tragen ein eingeprägtes Datum.
Das ist keine Formalie, sondern der häufigste Mangel an einem Gasgrill, der jahrelang auf der Terrasse steht.
Der Dichtheitstest gehört an den Anfang jeder Saison: Anschluss herstellen, Flaschenventil öffnen, Brennerventile geschlossen halten, alle Verbindungen mit Seifenwasser einstreichen. Blasenbildung heißt undicht, und undicht heißt nicht anzünden – die Prüfung dauert zwei Minuten.
Aufbau, Standfestigkeit und Winter
Der Aufbau dauerte zu zwei Personen etwa 90 Minuten, allein deutlich länger, weil der Korpus beim Verschrauben der Seitenteile gehalten werden muss. Die Anleitung war brauchbar, die Schraubensortierung nicht: zwei Größen unterscheiden sich um zwei Millimeter Länge und liegen in derselben Tüte.
Auf einer Terrassenplatte stand der Grill sicher; auf Rasen sinken die beiden Räder ein, und dann steht die Arbeitsfläche schief. Die feststellbaren Räder hielten am Hang, solange die Bremse einrastet – bei zwei von zehn Betätigungen musste nachgedrückt werden.
Für den Winter gilt: Abdeckhaube ja, aber nicht luftdicht. Unter einer dichten Plane kondensiert Feuchtigkeit, und dann rostet es innen schneller als im Freien. Bewährt hat sich, die Flasche abzunehmen, den Grill trocken abzudecken und die Haube unten offen zu lassen.
Was der Grill nicht leistet
Er raucht nicht. Ohne Räucherbox entsteht kein Rauchgeschmack, weil kein Feststoff verbrennt; was am Gasgrill nach Rauch schmeckt, ist verdampftes Fett, das auf den Flammverteiler tropft. Wer echten Rauchgeschmack möchte, braucht eine Box mit Holzchips über einem Brenner – die Wirkung war im Test deutlich, aber schwächer als bei einem Kohlegrill. Er ist auch kein Backofen, obwohl indirektes Garen funktioniert.
Die Temperatur unten am Rost und oben unter dem Deckel unterscheidet sich stärker als in einem Ofen mit Umluft; ein Kuchen wird unten dunkel, bevor er oben durch ist, und ein Brot braucht einen Pizzastein als Puffer.
Und die Turbo-Zone ersetzt keinen Beefer. 780 Grad am Rost sind hoch, aber die Hitze kommt von unten – ein Oberhitzegrill arbeitet mit über 800 Grad von oben und braucht kein Wenden. Für eine Kruste bei zwei Zentimeter Fleischdicke genügt die Sear-Zone; bei fünf Zentimetern beginnt der Unterschied.
Thermoelemente über dem Rost
Temperaturen mit Thermoelementen Typ K direkt auf dem Rost an neun Punkten im Raster, jeweils nach zehn Minuten Einlaufzeit bei geschlossenem Deckel; die Spanne ist die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt. Die Spitzentemperatur der Sear-Zone wurde nach vier Minuten Vorheizen an drei Stellen gemessen und der höchste Wert genannt.
Der Gasverbrauch ist gewogen: die Flasche vor und nach je einer Stunde Betrieb auf einer Waage mit 5-Gramm-Auflösung, drei Durchgänge je Betriebsart, Mittelwert. Außentemperatur 20 Grad, windstill – Wind ist der größte Störfaktor in dieser Messung und verändert den Verbrauch erheblich.
Nicht erfasst wurde Betrieb bei Temperaturen unter 10 Grad, wo der Flaschendruck sinkt und die Leistung nachlässt, und die Alterung über mehr als zwei Saisons. Die Angaben zu Rostabplatzungen und Radbremse stammen aus dem Gebrauch von zwei Sommern und sind Beobachtungen an einem Exemplar.
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| Betriebsart | Verbrauch | Laufzeit je Flasche | Kosten je Stunde | Befund |
|---|---|---|---|---|
| alle Brenner voll | 1.020 g/h | 10,8 h | 2,31 € | |
| zwei Brenner, mittel | 440 g/h | 25,0 h | 1,00 € | |
| indirekt, ein Brenner | 260 g/h | 42,3 h | 0,59 € | |
| Turbo-Zone allein | 380 g/h | 28,9 h | 0,86 € |
Häufige Fragen
Wie heiß wird die Turbo-Zone?
780 Grad am Rost, gemessen mit einem Thermoelement nach vier Minuten Vorheizen. Beim Auflegen des Fleisches fiel die Rosttemperatur auf 690 Grad – bei einem dünnen Stahlrost wären es unter 500 gewesen, weshalb der schwere Gussrost hier den Unterschied macht.
Wie lange braucht der Grill auf 250 Grad?
8:40 Minuten mit geschlossenem Deckel und allen Brennern auf voll. Bei offenem Deckel wird der Wert nie erreicht: ein Gasgrill arbeitet mit Umluft, ohne Deckel ist er eine Kochstelle.
Stimmt das Deckelthermometer?
Es zeigte im Mittel 18 Kelvin zu hoch, weil es die Luft unter der Kuppel misst und nicht die Temperatur am Gargut. Wer nach Rezept arbeitet, sollte diese Differenz einmal für seinen Grill bestimmen.
Wie ungleichmäßig ist die Hitze über dem Rost?
40 Kelvin Spanne bei mittlerer Einstellung: 232 Grad in der Mitte, 268 rechts, 228 links. Die Verteilung war über zehn Durchgänge stabil, also planbar. Selbst prüfen lässt sich das mit acht Scheiben Toastbrot, Deckel zu, drei Minuten – die Bräunung zeichnet das Bild ab.
Wie viel Gas verbraucht der Grill?
1.020 Gramm je Stunde mit allen Brennern voll, 440 mit zwei Brennern auf mittlerer Stufe, 260 im indirekten Betrieb. Bei 24,90 Euro für eine 11-Kilo-Füllung sind das 2,31 bis 0,59 Euro je Stunde; eine Flasche hält 11 bis 42 Stunden.
Lohnt es, mit offenem Deckel zu grillen?
Nur beim direkten Anbraten. Bei gleicher Reglerstellung war der Verbrauch mit offenem Deckel identisch, die Temperatur am Gargut aber rund 90 Kelvin niedriger – gleiches Gas für ein schlechteres Ergebnis.
Wie wird ein Gussrost richtig gereinigt?
Im heißen Zustand mit Messingbürste oder Holzschaber. Keine Stahlborsten: sie schlagen die Emaille an, und darunter rostet es weiter. Am besten sofort nach dem Grillen – bei 150 Grad löst sich alles, bei 40 Grad nichts.
Wann müssen Schlauch und Regler getauscht werden?
Der Druckregler zehn Jahre nach dem eingeprägten Herstellungsdatum, der Schlauch nach Herstellerangabe und bei jedem sichtbaren Riss. Das ist der häufigste Mangel an einem Grill, der jahrelang draußen steht. Dichtheitstest zu Saisonbeginn mit Seifenwasser: Blasen heißen undicht, und dann nicht anzünden.
Geprüft im August 2026