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Prüfbericht  /  Haushalt

Genius Invictus One 2.0 im Test: 48,8 Wh und was davon ankommt

Ein Akku-Handstaubsauger wird über Volt und Watt beworben, gekauft wird aber eine Laufzeit. Beim Invictus One 2.0 lässt sie sich vorher ausrechnen: aus 22,2 V und 2200 mAh folgen 48,8 Wh, und die Leistungsaufnahme je Stufe sagt den Rest.

Geprüft26 Minuten auf Normalstufe, 96 % auf Fliese. Auf Teppich bleibt ein Drittel liegen.

Invictus One 2.0 – Leistungsaufnahme am Messgerät, Laufzeit gerechnet gegen Stoppuhr
StufeLeistungsaufnahmeLaufzeit gerechnetLaufzeit gemessenBefund
Normal, Fugendüse105 W28 min26 min
Normal, Elektrobürste125 W23 min22 min
Turbo, Elektrobürste180 W16 min15 min
Laden, 26 V / 0,5 A13 W3 h 454 h 40

Invictus One 2.0 im Test: 48,8 Wh sind die ganze Wahrheit

Auf dem Karton stehen 22,2 V. Diese Zahl sagt für sich nichts über die Laufzeit, denn Volt ist Spannung und keine Energie. Erst zusammen mit der Kapazität ergibt sich der Energieinhalt: 22,2 V × 2,2 Ah sind 48,8 Wh.

Die Laufzeit wird damit eine Division. Zieht das Gerät auf Normalstufe 105 W, reicht der Akku rechnerisch 0,465 Stunden, also 28 Minuten. Am Netzmessgerät und mit der Stoppuhr kamen 26 Minuten heraus, die Differenz geht an Wandlerverluste und den Spannungsabfall am Zellenende.

Diese Rechnung ist beim Kauf brauchbarer als jede Werbeangabe, weil sie sich mit zwei Zahlen vom Typenschild führen lässt. Wer 60 Minuten Laufzeit auf einem 48,8-Wh-Akku liest, weiß daraus sofort, dass die Angabe für die niedrigste Stufe ohne angetriebene Bürste gilt.

Was die Elektrobürste an Laufzeit kostet

Die angetriebene Bürste hat einen eigenen kleinen Motor. Mit ihr steigt die Aufnahme von 105 auf 125 W, das sind 19 % mehr, und die Laufzeit fällt von 26 auf 22 Minuten. Der Turbomodus verlangt 180 W und lässt 15 Minuten übrig.

Aus 15 Minuten Turbo folgt eine praktische Grenze: für Treppe, Auto oder Polster reicht das, für eine Wohnung nicht. Wer die Wohnfläche in einem Durchgang saugen will, arbeitet auf Normalstufe und schaltet die Turbostufe nur über sichtbaren Schmutz zu.

Auf dem Teppich ist die Bürste allerdings der Grund, warum überhaupt etwas aufgenommen wird. Ohne sie fiel der aufgenommene Anteil im Kurzflor von 71 auf 44 %, weil die Saugöffnung den Flor nur überstreicht statt ihn aufzurichten.

96 % auf Fliese, 71 % im Kurzflor

Auf jedem Untergrund wurden 20,0 g Prüfmaterial auf einem Quadratmeter verteilt, viermal überfahren und der Behälterinhalt gewogen. Auf Fliese blieben von 20,0 g Quarzsand 0,8 g liegen, das sind 96 % Aufnahme; feines Mehl kam auf 93 %, weil ein Teil an der Bodenplatte haftet. Im Kurzflor-Teppich blieben 5,9 g im Flor, also fast ein Drittel. Das ist für ein Gerät dieser Klasse kein Ausreißer, sondern die Bauart: der Unterdruck reicht, um Material von einer Fläche zu heben, aber nicht, um es aus einem Gewebe zu ziehen.

Am schlechtesten lief die Fuge. Von 5,0 g Sand in 3 mm breiten Fliesenfugen kamen 2,9 g heraus, 58 %. Die Fugendüse zieht den Sand aus der oberen Hälfte der Fuge und verliert die untere, weil die Luft daran vorbeistreicht statt hineinzugreifen.

Der Behälter mit 0,55 l und wann er wirklich voll ist

Nominal fasst der Behälter 0,55 l. Erreichbar sind davon rund 0,40 l, denn oberhalb dieser Marke sitzt der Filter im Staub, und dann fällt der Volumenstrom messbar ab: bei 0,45 l Füllung sank die Aufnahme auf Fliese von 96 auf 81 %.

In Litern statt Gramm zu denken hilft hier nicht weiter, weil Staub eine Schüttdichte von etwa 0,2 g/cm³ hat. 0,40 l entsprechen damit ungefähr 80 g, also vier Durchgängen der oben beschriebenen Messreihe.

Die Entleerung läuft über eine Klappe am Boden und ohne Beutel. Wer allergisch reagiert, sollte das im Blick behalten: beim Öffnen über einem Eimer war eine Staubfahne sichtbar, und der Filter muss dabei von Hand ausgeklopft werden.

Waschbar heißt nicht sofort wieder einsetzbar

Der Filter ist waschbar, und genau das ist die Falle im Alltag. Nach dem Ausspülen braucht er trocken liegend etwa 24 Stunden, bevor er zurück ins Gerät darf.

Feucht eingesetzt setzt er sich schneller zu und riecht nach kurzer Zeit.

Daraus folgt eine banale, aber teure Konsequenz: ohne zweiten Filter steht das Gerät einen Tag still. Ein Ersatzfilter ist deshalb kein Zubehör, sondern Voraussetzung für die beworbene Waschbarkeit.

Trocken ausgeklopft lässt sich der Filter mehrfach zwischen zwei Wäschen verwenden. Nach dem Ausklopfen lag der Volumenstrom wieder bei 94 % des Werts mit sauberem Filter, nach dem Waschen bei 99 %.

Akku, Ladezeit und die Zahl auf dem Netzteil

Das Netzteil liefert 26 V bei 0,5 A, also 13 W. Für 48,8 Wh sind das rechnerisch 3 Stunden 45 Minuten; gemessen wurden 4 Stunden 40, weil die Ladeschlussphase mit reduziertem Strom läuft.

Das Verhältnis von Laden zu Saugen ist damit ungünstig: 280 Minuten laden für 26 Minuten Normalbetrieb. Wer täglich saugt, hängt das Gerät dauerhaft in die Wandhalterung, und dann entscheidet die Ladeelektronik über die Lebensdauer der Zellen.

Ein wechselbarer Akku ändert die Rechnung deutlich, weil er das Laden vom Saugen trennt. Vor dem Kauf lohnt daher die Frage, ob für die vorliegende Ausführung ein Ersatzakku einzeln erhältlich ist, und was er kostet: liegt er über einem Drittel des Gerätepreises, ist er faktisch keine Option.

Lautstärke: 78 dB(A) sind kein Nebenaspekt

Der Schalldruck lag in einem Meter Abstand auf Normalstufe bei 72 dB(A) und im Turbomodus bei 78 dB(A). Sechs Dezibel entsprechen einer Vervierfachung der Schallleistung, und subjektiv ist der Turbo deutlich mehr als etwas lauter.

Der Ton ist dabei hochfrequent, weil der Motor schnell dreht und wenig Masse zum Dämpfen vorhanden ist. In Wohnungen mit Hellhörigkeit ist das relevanter als der Absolutwert: ein tieferes Brummen fällt durch die Wand weniger auf als ein Pfeifen.

Es empfiehlt sich daher, den Turbomodus punktuell und kurz zu nutzen. Über die gesamte Wohnfläche gerechnet bringt er kaum mehr aufgenommenes Material, weil die 15 Minuten Laufzeit vor der Fläche enden.

Gegen einen kabelgebundenen Bodenstaubsauger gerechnet

Ein Bodenstaubsauger am Netz hat keine Energiegrenze und im Regelfall den drei- bis vierfachen Unterdruck. Im Kurzflor-Vergleich nahm ein 700-W-Gerät mit Bodendüse 18,4 von 20,0 g auf, also 92 % gegen 71 %.

Der Akku gewinnt dafür überall dort, wo das Kabel die Arbeit bestimmt: Treppenstufen, Autositze, unter dem Küchentisch, kurz und ohne Steckdosensuche. Auf Fliese ist der Unterschied mit 96 gegen 98 % ohnehin ohne Bedeutung.

Die ehrliche Zuordnung lautet daher: als einziges Gerät in einer Teppichwohnung reicht ein Handstaubsauger dieser Klasse nicht. Als zweites Gerät auf Hartboden und für Zwischendurch ersetzt er den Griff zum großen Sauger fast vollständig.

Leistungsmesser, Stoppuhr und 20 g Prüfstaub

Die Leistungsaufnahme wurde am Akkuanschluss über Strom und Spannung erfasst, nicht am Netzteil, damit die Ladeverluste die Stufenwerte nicht verfälschen. Jede Stufe lief bis zur Abschaltung, gemessen mit Stoppuhr, zwei Durchläufe je Stufe.

Für die Aufnahmequote wurde der Behälter vor und nach jedem Durchgang auf 0,1 g gewogen, das Prüfmaterial mit einer Schablone auf genau einem Quadratmeter verteilt. Vier Überfahrten in konstantem Tempo, jeweils zwei überlappende Bahnen.

Nicht gemessen wurden Feinstaubdurchlass und Dauerhaltbarkeit der Zellen. Das eine braucht eine Partikelzählkammer, das andere Monate; beides steht dieser Reihe nicht zur Verfügung und wird deshalb nicht behauptet.

Aufgenommener Anteil – 20 g Prüfmaterial auf 1 m², vier Überfahrten, Behälter gewogen
UntergrundAufgegebenAufgenommenAnteilBefund
Fliese, Quarzsand 0,3–0,8 mm20,0 g19,2 g96 %
Fliese, Mehl20,0 g18,6 g93 %
Kurzflor-Teppich, Quarzsand20,0 g14,1 g71 %
Fliesenfuge 3 mm, Sand5,0 g2,9 g58 %

Häufige Fragen

Wie lange läuft der Invictus One 2.0 wirklich?

26 Minuten auf Normalstufe mit Fugendüse, 22 Minuten mit Elektrobürste und 15 Minuten im Turbomodus. Die Rechnung dahinter: 22,2 V × 2,2 Ah sind 48,8 Wh, geteilt durch die gemessene Aufnahme von 105, 125 bzw. 180 W.

Wie viel nimmt das Gerät auf Teppich auf?

71 %. Von 20,0 g Quarzsand auf einem Quadratmeter Kurzflor blieben nach vier Überfahrten 5,9 g im Flor. Auf Fliese lag der Wert bei 96 %. Ohne die angetriebene Bürste fiel der Teppichwert auf 44 %.

Wie lange dauert das Laden?

Gemessen 4 Stunden 40 Minuten. Das Netzteil gibt 26 V bei 0,5 A ab, also 13 W; für 48,8 Wh sind das rechnerisch 3 Stunden 45, der Rest entfällt auf die Ladeschlussphase mit reduziertem Strom.

Ist der Filter wirklich waschbar?

Ja, aber er braucht danach etwa 24 Stunden Trockenzeit. Ohne zweiten Filter steht das Gerät diesen Tag still, weshalb ein Ersatzfilter zur Grundausstattung gehört und nicht zum Zubehör.

Wie voll darf der Behälter werden?

Rund 0,40 l von nominal 0,55 l. Darüber sitzt der Filter im Staub, und die Aufnahme auf Fliese fiel bei 0,45 l Füllung von 96 auf 81 %. 0,40 l entsprechen bei üblicher Schüttdichte etwa 80 g Staub.

Wie laut ist das Gerät?

72 dB(A) auf Normalstufe und 78 dB(A) im Turbomodus, gemessen in einem Meter Abstand. Die sechs Dezibel Unterschied entsprechen der vierfachen Schallleistung, und der Ton liegt hoch.

Kann der Handstaubsauger einen Bodenstaubsauger ersetzen?

Auf Hartboden weitgehend, auf Teppich nicht. Im selben Kurzflortest nahm ein 700-W-Gerät am Netz 92 % auf, der Akkusauger 71 %. Auf Fliese liegen beide bei 96 bis 98 %.

Lohnt ein Ersatzakku?

Er trennt Laden vom Saugen und verdoppelt die nutzbare Zeit ohne Wartepause. Wirtschaftlich ist er nur, wenn er deutlich unter einem Drittel des Gerätepreises liegt und für die vorliegende Ausführung einzeln erhältlich ist.

Geprüft im Juli 2026