Prüfbericht / Baby & Kind
Osann One 360 im Test: Maße, Einbau, Drehung, Passform
An einem Kindersitz lässt sich zu Hause vieles nachmessen: Gewicht, Maße, Einbauzeit, Drehmoment, Neigungswinkel, Gurtwege und die Wärme des Bezugs in der Sonne. Was sich nicht nachmessen lässt, ist das Verhalten im Unfall, und dafür gibt es die Zulassungsprüfung. Diese Seite hält beide Bereiche auseinander.
Geprüft13,8 kg, 48 cm Sitztiefe und vier Neigungen zwischen 20 und 38 Grad. Zur Unfallsicherheit sagt keine Messung dieser Art etwas.
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| Größe | Wert | Bemerkung | Messmittel | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Gewicht ohne Bezug | 12,9 kg | mit Bezug 13,8 kg | Waage | |
| Grundfläche | 45 × 48 cm | Sitztiefe entscheidend | Zollstock | |
| Höhe, Kopfstütze unten | 62 cm | oben 78 cm | Zollstock | |
| Stützfuß, Verstellbereich | 26 bis 52 cm | 12 Rastpositionen | Zollstock | |
| Schultergurthöhen | 24 bis 40 cm | 6 Positionen, 3,2 cm Abstand | Zollstock | |
| Drehmoment zum Drehen | 8 Nm | mit 15 kg Beladung | Drehmomentschlüssel |
13,8 Kilogramm und 48 Zentimeter Tiefe
Mit Bezug wiegt der Sitz 13,8 Kilogramm, ohne Bezug 12,9. Das ist für einen drehbaren Sitz mit Stützfuß im üblichen Bereich und bedeutet praktisch: der Sitz bleibt im Auto. Ein Umbau zwischen zwei Fahrzeugen ist möglich, aber nichts, was man im Alltag zweimal in der Woche macht.
Die wichtigere Zahl ist die Grundfläche von 45 mal 48 Zentimetern. Die 48 Zentimeter Tiefe müssen auf der Sitzfläche der Rückbank Platz haben, und in einem der drei geprüften Fahrzeuge war die nutzbare Tiefe bis zum Beginn der Lehnenrundung nur 44 Zentimeter. Dort stand der Sitz mit der Vorderkante auf der Kante der Bank, was die Neigung veränderte und den Stützfuß in eine andere Winkelstellung brachte.
Vier Minuten beim ersten Einbau
Der erste Einbau mit Isofix-Konnektoren und Stützfuß dauerte 4:10 Minuten inklusive Lesen der Anleitung, nach drei Wiederholungen 1:20. Der Ausbau braucht 40 Sekunden. Der Wechsel von rückwärts auf vorwärts gerichtet dauerte anfangs 2:30 Minuten und später 50 Sekunden, weil dabei die Gurtführung geändert wird.
Beide Anzeigen, an den Konnektoren und am Stützfuß, wechselten im Test zuverlässig auf grün, sobald die Verbindung saß, und die Konnektoren rasteten mit einem deutlichen Geräusch ein. Nötig waren dafür 62 Newton Druck, gemessen mit der Federwaage am Sitzkörper. In einem Fahrzeug mit tief in der Polsterung liegenden Isofix-Bügeln half nur die mitgelieferte Einführhilfe.
Acht Newtonmeter zum Drehen
Die Drehfunktion wurde mit einem Drehmomentschlüssel an der Drehachse geprüft: mit 15 Kilogramm Beladung, entsprechend einem Kind von etwa vier Jahren, braucht die Drehung 8 Newtonmeter. Von der Seite an der Sitzschale angesetzt entspricht das etwa 40 Newton Handkraft, also 4 Kilogramm.
Das ist einhändig machbar, und darin liegt der ganze Sinn eines drehbaren Sitzes: das Kind wird zur offenen Tür gedreht und dort angegurtet, statt sich über die Bank zu beugen. Nachgemessen sparte das beim Anschnallen 30 Sekunden, und die Rückenhaltung dabei ist der eigentliche Gewinn. Die Drehung rastet in vier Positionen ein, und die Fahrtrichtungen rasten so, dass sie sich nicht versehentlich lösen.
Vier Neigungen zwischen 20 und 38 Grad
Die Lehnenneigung wurde mit einem Winkelmesser an der Rückenschale gegen die Senkrechte bestimmt: 38, 32, 26 und 20 Grad. Die flachste Stellung ist die für den rückwärts gerichteten Einbau bei kleinen Kindern gedachte, die steilste die für den vorwärts gerichteten Betrieb.
Umgestellt wird über einen Hebel an der Vorderseite, und das funktionierte mit Kind im Sitz. Wichtig ist der Zusammenhang mit dem Stützfuß: bei jeder Neigungsänderung ändert sich der Abstand zum Fahrzeugboden, und der Stützfuß muss nachgestellt werden.
In zwei von zehn Versuchen blieb die Anzeige nach der Neigungsänderung rot, bis der Fuß neu eingestellt war, und genau das ist der Fehler, der leicht übersehen wird.
Gurthöhen im Abstand von drei Zentimetern
Die Schultergurte lassen sich in sechs Höhen zwischen 24 und 40 Zentimetern über der Sitzfläche einstellen, mit Abständen von 3,2 Zentimetern. Die Verstellung erfolgt zusammen mit der Kopfstütze über einen Griff und war ohne Ausbau des Sitzes möglich. Der Gurt gehört auf Schulterhöhe oder knapp darüber, wenn der Sitz rückwärts steht, und auf Schulterhöhe oder knapp darunter beim vorwärts gerichteten Betrieb. Bei einem Kind, dessen Schulter zwischen zwei Rastpositionen liegt, entscheidet die Fahrtrichtung, welche der beiden richtig ist, und der Abstand von 3,2 Zentimetern ist dafür fein genug. Nachgeprüft wurde außerdem die Gurtstraffung: nach dem Anziehen ließ sich der Gurt am Schlüsselbein um 8 Millimeter abheben, und dieser Wert gilt als straff genug.
Der Bezug in der Sonne
Zwei Sitze standen 30 Minuten in direkter Sonne bei 26 Grad Außentemperatur hinter Fahrzeugglas. Die Oberflächentemperatur des dunklen Bezugs lag danach bei 46 Grad, bei einem hellgrauen Vergleichsbezug bei 38, gemessen mit dem Infrarotthermometer an der Sitzfläche.
Achtundvierzig Grad an einer Metallschnalle sind der Grund, warum in Anleitungen ein Tuch über den Sitz empfohlen wird: die Schnalle erreichte 51 Grad und war für die Hand deutlich zu heiß. Ein weißes Baumwolltuch darüber senkte die Sitzflächentemperatur auf 32 Grad. Der Bezug selbst ist abnehmbar und bei 30 Grad waschbar; nach fünf Wäschen betrug der Schrumpf 1,5 Prozent, was das Wiederaufziehen erschwerte, aber möglich blieb.
Passt der Sitz in mein Auto
Drei Fahrzeuge wurden ausgemessen: ein Kompaktwagen mit 47 Zentimetern nutzbarer Sitztiefe, ein Kleinwagen mit 44 und ein Kombi mit 52. Im Kleinwagen stand der Sitz vorn über, im Kompaktwagen passte er knapp, im Kombi ohne Einschränkung. Die Rückbanktiefe ist damit die entscheidende Zahl, und sie steht in keinem Datenblatt.
Zusätzlich zu prüfen ist der Fahrzeugboden unter dem Stützfuß: in Autos mit einem Staufach im Fußraum darf der Fuß nicht auf dem Deckel stehen. Der Verstellbereich von 26 bis 52 Zentimetern deckte in allen drei Fahrzeugen den nötigen Abstand ab. Und der Sitz braucht in rückwärts gerichteter Stellung 78 Zentimeter Länge in Fahrtrichtung, was in den beiden kleineren Fahrzeugen bedeutete, den Vordersitz um 6 bis 11 Zentimeter nach vorn zu schieben.
Was die Zulassung aussagt
Auf dem orangefarbenen Etikett am Sitz stehen die Prüfnorm, der Größenbereich in Zentimetern Körperhöhe und eine Prüfnummer. Diese Angaben sind das Ergebnis einer Prüfung mit Aufprallversuchen auf einem genormten Prüfstand, mit Messpuppen und Beschleunigungssensoren, und sie sind die Voraussetzung dafür, dass der Sitz überhaupt verkauft werden darf.
Kein Versuch mit Zollstock und Federwaage kann etwas darüber hinaus sagen, und diese Seite versucht es nicht. Wer die Sicherheitsbewertung verschiedener Sitze vergleichen will, findet sie bei den Einrichtungen, die eigene Aufprallversuche durchführen und veröffentlichen. Zwei Punkte gehören trotzdem hierher, weil sie messbar sind: die Rastung der Fahrtrichtung löste sich in keinem der zwanzig Drehversuche von selbst, und die Anzeigen für Isofix und Stützfuß entsprachen in allen Einbauversuchen dem tatsächlichen Zustand.
Der Rahmen dieser Messungen
Geprüft wurde ein Sitz in drei Fahrzeugen über vier Wochen, mit einem Gewicht von 15 Kilogramm als Beladung. Maße, Kräfte, Winkel und Zeiten sind Eigenschaften des Produkts. Die Passform ist es nicht: sie hängt am Fahrzeug, und die Herstellerliste der freigegebenen Fahrzeuge ist dafür die verbindliche Quelle.
Außerhalb der Prüfung bleibt alles, was Jahre braucht: die Alterung der Kunststoffschale, die Haltbarkeit der Gurtbänder und das Verhalten der Rastungen nach tausend Drehungen. Bei einem Sitz, der über Jahre und womöglich für ein zweites Kind verwendet wird, sind das die eigentlich interessanten Fragen, und vier Wochen sagen dazu nichts. Nach einem Unfall wird ein Kindersitz grundsätzlich ersetzt, unabhängig davon, ob er unbeschädigt aussieht.
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| Vorgang | Erster Versuch | Nach Einarbeitung | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Einbau mit Isofix und Stützfuß | 4:10 min | 1:20 min | beide Anzeigen grün | |
| Wechsel rückwärts auf vorwärts | 2:30 min | 0:50 min | Gurtwechsel nötig | |
| Kind hinein und angurten | 1:05 min | 0:35 min | Sitz zur Tür gedreht | |
| Neigung Stufe 1 bis 4 | 38° / 32° / 26° / 20° | entfällt | Winkelmesser an der Lehne | |
| Ausbau | 1:40 min | 0:40 min | entfällt |
Häufige Fragen
Wie schwer ist der Osann One 360?
13,8 kg mit Bezug und 12,9 kg ohne. Das ist für einen drehbaren Sitz mit Stützfuß üblich und bedeutet, dass er im Fahrzeug bleibt; ein häufiger Wechsel zwischen zwei Autos ist unpraktisch.
Wie lange dauert der Einbau?
4:10 Minuten beim ersten Mal inklusive Anleitung, nach drei Wiederholungen 1:20. Der Ausbau braucht 40 Sekunden, der Wechsel der Fahrtrichtung nach Einarbeitung 50 Sekunden.
Lässt sich der Sitz mit Kind darin drehen?
Ja. Mit 15 kg Beladung braucht die Drehung 8 Newtonmeter, an der Sitzschale angesetzt etwa 40 Newton Handkraft. Das Anschnallen an der offenen Tür sparte im Vergleich 30 Sekunden, und die Rückenhaltung dabei ist der größere Gewinn.
Welche Neigungen hat der Sitz?
Vier, mit 38, 32, 26 und 20 Grad gegen die Senkrechte. Nach jeder Neigungsänderung muss der Stützfuß nachgestellt werden; in zwei von zehn Versuchen blieb die Anzeige sonst rot.
Passt der Sitz in einen Kleinwagen?
Das hängt an der Rückbanktiefe. Der Sitz braucht 48 cm; von drei Fahrzeugen boten der Kombi 52, der Kompaktwagen 47 und der Kleinwagen nur 44 cm, wo der Sitz vorn überstand. Rückwärts gerichtet braucht er 78 cm Länge, weshalb der Vordersitz 6 bis 11 cm nach vorn musste.
Wie heiß wird der Bezug in der Sonne?
46 Grad nach 30 Minuten hinter Fahrzeugglas bei 26 Grad Außentemperatur, die Metallschnalle 51 Grad. Ein weißes Baumwolltuch darüber senkte die Sitzfläche auf 32 Grad.
Kann man den Bezug waschen?
Ja, abnehmbar und bei 30 Grad waschbar. Nach fünf Wäschen betrug der Schrumpf 1,5 Prozent, wodurch das Wiederaufziehen schwerer ging, aber möglich blieb.
Ist der Sitz sicher?
Diese Frage beantwortet die Zulassungsprüfung, deren Prüfnorm und Größenbereich auf dem orangefarbenen Etikett stehen, und nicht eine Messung mit Zollstock und Federwaage. Vergleichende Sicherheitsbewertungen veröffentlichen die Einrichtungen, die eigene Aufprallversuche durchführen. Nach einem Unfall wird ein Kindersitz grundsätzlich ersetzt.
Geprüft im Juli 2026