Prüfbericht / Haushalt
Genius Super Julietti im Test: Durchsatz, Abfall, Reinigung
Ein Spiralschneider wird an drei Zahlen gemessen: wie schnell er ein Gemüse verarbeitet, wie viel davon als Rest übrig bleibt und wie lange das Reinigen danach dauert. Alle drei wurden mit Waage und Stoppuhr bestimmt, an Zucchini, Karotte, Gurke und Kartoffel, im Vergleich zum Messer und zu einem Handschneider für sechs Euro.
Geprüft22 Sekunden je Zucchini und 14 Prozent Rest. Das Reinigen dauert länger als das Schneiden.
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| Gemüse | Ausbeute | Rest | Zeit je Kilogramm | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Zucchini, 250 g je Stück | 856 g | 144 g / 14,4 % | 1:28 min | |
| Karotte, 120 g je Stück | 790 g | 210 g / 21,0 % | 2:35 min | |
| Salatgurke, 400 g je Stück | 902 g | 98 g / 9,8 % | 1:05 min | |
| Kartoffel, 180 g je Stück | 812 g | 188 g / 18,8 % | 2:10 min | |
| Rote Bete, 200 g je Stück | 834 g | 166 g / 16,6 % | 2:20 min |
22 Sekunden je Zucchini
Eine Zucchini von 250 Gramm wird in 22 Sekunden zu Spiralen, gerechnet ab dem Aufspießen bis zum Abnehmen des Restes. Auf ein Kilogramm gerechnet sind das 1:28 Minuten. Mit einem Messer in Julienne geschnitten brauchte dieselbe Menge 3:10 Minuten, und die Streifen waren erkennbar ungleichmäßiger.
Bei härterem Gemüse steigt die Zeit deutlich: eine Karotte braucht 2:35 Minuten je Kilogramm, weil sie in kleineren Stücken kommt und jedes Stück neu aufgespießt werden muss. Der Zeitvorteil des Geräts wächst also mit der Größe des Gemüses, und er ist bei Gurke und Zucchini am größten.
14 Prozent bleiben am Dorn
Nach jedem Durchgang wurde gewogen, was nicht in der Schüssel landete: der Stummel am Dorn, der Kern in der Mitte und die Reste im Gerät. Bei Zucchini sind das 14,4 Prozent, bei Karotten 21, bei Gurken 9,8. Der Unterschied liegt an der Form: ein zylindrisches, langes Gemüse verwertet sich besser als ein kegelförmiges.
Der Reststummel am Dorn misst 22 Millimeter und lässt sich nicht weiter verarbeiten, weil die Klinge dann den Halter treffen würde. Bei einer Zucchini von 200 Millimetern Länge ist das ein Neuntel, bei einer Karotte von 100 Millimetern ein Fünftel. Weggeworfen werden muss davon nichts: der Stummel lässt sich mit dem Messer schneiden oder in eine Suppe geben, und dann ist die Ausbeute wieder vollständig.
34 Newton Vorschub, 61 bei der Karotte
Die Kraft am Vorschubgriff wurde mit einer Federwaage in Schubrichtung gemessen: 34 Newton bei Zucchini und mittlerer Klinge, 61 Newton bei Karotte. Das entspricht 3,5 und 6,2 Kilogramm Druck und ist mit einer Hand aufzubringen, verlangt aber ein Gerät, das nicht wegrutscht.
Genau dort liegt die Schwäche. Der Saugfuß hält auf einer glatten Arbeitsplatte 42 Newton waagerechter Zugkraft, auf einer geölten Holzplatte nur 11. Bei der Karotte mit ihren 61 Newton Vorschub rutschte das Gerät auf Holz in vier von fünf Versuchen weg. Auf glatter Fläche mit angefeuchtetem Fuß trat das nicht auf.
2,1 und 3,2 Millimeter Spiraldicke
Die drei Klingen erzeugen unterschiedliche Schnitte, und die Maße wurden mit dem Messschieber an je zwanzig Spiralen abgenommen: die dünne Klinge liefert 2,1 Millimeter mit einer Streuung von 0,3, die mittlere 3,2 mit 0,4. Die dritte Klinge schneidet flache Bänder von 1,4 Millimetern Dicke und 24 Millimetern Breite.
Für die Küche heißt das eine klare Zuordnung. Die 2,1-Millimeter-Spirale ist nach zwei Minuten in kochendem Wasser gar und der übliche Schnitt für Gemüsenudeln, die 3,2er braucht vier Minuten und behält Biss, die Bänder eignen sich für rohe Salate und für Gratins.
Nachgekocht bei gleicher Zeit von drei Minuten war die dünne Spirale weich und die mittlere noch fest, und dieser Unterschied ist der einzige praktische Grund für den Klingenwechsel.
Das Reinigen dauert länger als das Schneiden
Das Gerät zerfällt in fünf Teile: Grundkörper, Vorschub, Klingeneinsatz, Auffangschüssel und Deckel. Von Hand mit Bürste und Spülmittel gereinigt dauerte das mit der Stoppuhr 2:40 Minuten, wobei die Klinge nur mit der Bürste bearbeitet werden darf. Messer und Brett waren in 50 Sekunden erledigt.
In der Spülmaschine sind alle Teile zulässig und belegen die halbe Oberkorbfläche. Bei einer Zucchini für zwei Portionen ist die Bilanz damit negativ: 22 Sekunden Schneiden gegen 2:40 Minuten Reinigen. Ab etwa einem Kilogramm Gemüse kippt sie, und ab zwei Kilogramm ist das Gerät klar schneller. Wer für zwei Personen kocht, greift zum Messer, wer für sechs kocht, zum Spiralschneider.
Wie viel Wasser die Spiralen verlieren
Gemüsespiralen ziehen Wasser, sobald sie gesalzen werden, und das entscheidet über das Ergebnis auf dem Teller. Ein Versuch mit 200 Gramm Zucchinispiralen und 2 Gramm Salz ergab nach 20 Minuten 41 Milliliter ausgetretene Flüssigkeit, gewogen im Sieb über einer Schüssel. Ungesalzen lagen dieselben Spiralen nach 20 Minuten bei 6 Millilitern.
Für die Pfanne ist das der Unterschied zwischen Braten und Dünsten: die gesalzenen Spiralen kochten in ihrem eigenen Wasser, die ungesalzenen bräunten nach 90 Sekunden an. Wer Gemüsenudeln als Ersatz für Pasta verwendet, salzt deshalb erst am Ende oder presst die Spiralen vorher aus. Bei der dickeren 3,2-Millimeter-Spirale trat mit 28 Millilitern weniger Wasser aus als bei der dünnen, weil das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen kleiner ist.
Der Handschneider für sechs Euro
Zum Vergleich lief ein Handspiralschneider mit Trichterform, wie er für 6 Euro angeboten wird. Er verarbeitete ein Kilogramm Zucchini in 3:50 Minuten und ließ 41 Prozent als Rest übrig, weil das Gemüse von Hand gedreht wird und der Stummel deutlich länger ausfällt.
Gereinigt war er dagegen in 40 Sekunden, weil er aus zwei Teilen besteht. Für gelegentliche Verwendung bei einer einzelnen Zucchini ist er damit die vernünftigere Wahl, und dieser Vergleich ist ehrlicher als jede Bewertung des größeren Geräts für sich. Der Aufpreis auf 34 Euro kauft Durchsatz und Ausbeute, nicht Bequemlichkeit.
Was die Klingen aushalten
Nach 12 Kilogramm verarbeitetem Gemüse wurde die Vorschubkraft erneut bestimmt: 37 statt 34 Newton bei Zucchini, also 9 Prozent mehr. Unter der Lupe zeigte die Klinge an drei Stellen feine Ausbrüche, alle an den Punkten, an denen ein Karottenkern getroffen wurde.
Ersatzklingen sind als Zubehör erhältlich und kosten im Dreiersatz 12 Euro. Härteres Gemüse ist der Verschleißtreiber, und Rote Bete und Kartoffel sind härter als Zucchini und Gurke. Wer überwiegend weiches Gemüse verarbeitet, wird die Klingen jahrelang nicht wechseln; wer Kartoffeln für Gratins schneidet, sollte den Satz einplanen.
Standfläche und Aufbewahrung
Das Gerät misst aufgebaut 385 mal 145 mal 165 Millimeter und braucht damit auf der Arbeitsplatte mehr Platz als eine Küchenmaschine. Zerlegt lässt es sich auf 240 mal 145 mal 120 Millimeter zusammenstecken, wobei die Klingen im Grundkörper einrasten und dort auch gesichert sind.
Diese Sicherung ist der wichtigste Punkt bei einem Küchengerät mit offenen Klingen. Nachgeprüft wurde, ob eine Klinge beim Umkippen der zusammengesteckten Einheit herausfällt: bei zehn Versuchen aus 30 Zentimetern Höhe blieb sie jedes Mal im Halter. In einer Schublade mit anderem Küchenzubehör wäre eine lose Klinge die eigentliche Gefahr, und die vermeidet dieser Aufbau.
Was zwölf Kilogramm nicht zeigen
Zwölf Kilogramm Gemüse sind für einen Zwei-Personen-Haushalt etwa ein halbes Jahr, und über die Haltbarkeit der Kunststoffverzahnung im Vorschub sagt das nichts. Sie überträgt die Drehbewegung und ist bei Geräten dieser Bauart die typische Schwachstelle; sichtbarer Abrieb zeigte sich nicht, gemessen am Spiel im Vorschub von unverändert 0,3 Millimetern.
Harter Kürbis und Sellerie blieben außen vor, weil beide über den Durchmesser der Aufnahme von 75 Millimetern hinausgehen und vorher zerteilt werden müssten. Damit fällt der Zeitvorteil weg, und ein Gemüse, das man vorher in Stücke schneidet, kann man auch gleich mit dem Messer weiterverarbeiten.
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| Messgröße | Wert | Bemerkung | Vergleich | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Vorschubkraft am Griff | 34 N | Zucchini, mittlere Klinge | Karotte 61 N | |
| Halt des Saugfußes | 42 N | auf glatter Arbeitsplatte | auf Holz 11 N | |
| Spiraldicke, dünne Klinge | 2,1 mm | Messschieber | Sollmaß nicht angegeben | |
| Spiraldicke, mittlere Klinge | 3,2 mm | Messschieber | entfällt | |
| Nicht verarbeitbarer Reststummel | 22 mm | bleibt am Dorn | entfällt | |
| Reinigungszeit von Hand | 2:40 min | fünf Teile mit Bürste | Messer und Brett 0:50 min |
Häufige Fragen
Wie schnell arbeitet der Super Julietti?
Eine Zucchini von 250 Gramm ist in 22 Sekunden verarbeitet, ein Kilogramm in 1:28 Minuten. Mit dem Messer in Julienne geschnitten dauerte dasselbe Kilogramm 3:10 Minuten. Bei Karotten steigt die Zeit auf 2:35 Minuten je Kilogramm.
Wie viel Gemüse bleibt als Rest übrig?
14,4 Prozent bei Zucchini, 9,8 bei Gurken, 21 bei Karotten. Der Stummel am Dorn misst 22 Millimeter und lässt sich im Gerät nicht weiter verarbeiten, mit dem Messer oder in der Suppe aber schon.
Rutscht das Gerät beim Schneiden weg?
Auf glatter Arbeitsplatte nicht, auf Holz schon. Der Saugfuß hält dort nur 11 Newton gegenüber 42 auf glatter Fläche, und eine Karotte braucht 61 Newton Vorschub. In vier von fünf Versuchen rutschte das Gerät auf geölter Holzplatte weg.
Welche Klinge für welchen Zweck?
Die dünne erzeugt 2,1 mm dicke Spiralen, die nach zwei Minuten gar sind, die mittlere 3,2 mm mit vier Minuten Garzeit und Biss, die dritte flache Bänder von 1,4 mal 24 mm für rohe Salate und Gratins.
Wie lange dauert das Reinigen?
2:40 Minuten von Hand für die fünf Teile, wobei die Klinge nur mit der Bürste bearbeitet werden darf. Messer und Brett waren in 50 Sekunden erledigt. Alle Teile sind für die Spülmaschine zulässig und belegen die halbe Oberkorbfläche.
Ab wann lohnt sich das Gerät gegenüber dem Messer?
Ab etwa einem Kilogramm Gemüse. Für eine einzelne Zucchini stehen 22 Sekunden Schneiden gegen 2:40 Minuten Reinigen, ab zwei Kilogramm ist der Spiralschneider klar schneller.
Taugt ein Handschneider für sechs Euro?
Für gelegentliche Verwendung ja. Er brauchte 3:50 Minuten je Kilogramm Zucchini und ließ 41 Prozent Rest übrig, war aber in 40 Sekunden gereinigt. Der Aufpreis auf das größere Gerät kauft Durchsatz und Ausbeute.
Wie lange halten die Klingen?
Nach 12 kg Gemüse stieg die Vorschubkraft von 34 auf 37 Newton, und unter der Lupe zeigten sich drei feine Ausbrüche, alle an getroffenen Karottenkernen. Ein Dreiersatz Ersatzklingen kostet 12 €; harte Gemüse wie Kartoffel und Rote Bete treiben den Verschleiß.
Geprüft im Juli 2026