Prüfbericht / Haushalt
Waschtrockner ohne Wärmepumpe: 62 Liter für einen Trockengang
Nicht jeder Waschtrockner trocknet gleich. Diese Bauart kondensiert die Feuchte mit Leitungswasser statt mit einer Wärmepumpe, und das ist der einzige Unterschied, der zählt: er kostet Wasser, Strom und Zeit. Alle drei wurden gemessen und den Werten eines Geräts mit Wärmepumpe gegenübergestellt.
Achtung62 Liter Kühlwasser je Trockengang. Bei 100 Trockengängen im Jahr sind das 6.200 Liter und 28 Euro allein für Wasser.
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| Vorgang | Strom | Wasser | Laufzeit | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Waschen 8 kg, 40 °C | 0,79 kWh | 51 l | 2:40 h | |
| Trocknen 5 kg, schranktrocken | 4,81 kWh | 62 l | 5:40 h | |
| Beides in einem Durchlauf, 5 kg | 5,60 kWh | 113 l | 8:20 h | |
| Gerät mit Wärmepumpe, 6 kg | 3,12 kWh | 61 l | 5:40 h | |
| Waschmaschine plus Wärmepumpentrockner, 5 kg | 2,18 kWh | 38 l | 4:20 h | |
| Nur Waschen, kein Trocknen | 0,79 kWh | 51 l | 2:40 h |
Zweiundsechzig Liter für fünf Kilogramm
Das Trocknen von fünf Kilogramm Wäsche verbrauchte 62 Liter Leitungswasser, abgelesen an einer Zwischenuhr im Zulauf. Das Wasser wird nicht in die Wäsche gegeben, sondern kühlt die feuchte Luft, damit sie ihre Feuchte abgibt, und läuft anschließend in den Abfluss.
Zum Vergleich braucht das Waschen von acht Kilogramm 51 Liter. Der Trockengang verbraucht also mehr Wasser als der Waschgang, und das ist die Zahl, die in Verkaufsgesprächen fehlt. Ein Wärmepumpentrockner als Einzelgerät braucht kein Wasser, ein Waschtrockner mit Wärmepumpe im geprüften Vergleich 7 Liter je Trockengang. Die 62 Liter sind damit kein Merkmal des Modells, sondern der Bauart.
4,81 Kilowattstunden fürs Trocknen
Der Trockengang verbrauchte 4,81 Kilowattstunden, der Waschgang 0,79, zusammen 5,60 je Durchlauf. Ein Waschtrockner mit Wärmepumpe kam im Vergleich auf 3,12 Kilowattstunden für sechs Kilogramm, zwei Einzelgeräte auf 2,18 für fünf.
Verantwortlich ist das Verfahren: eine Wärmepumpe nutzt die Wärme der abgekühlten Luft erneut, eine Kondensationstrocknung heizt jedes Mal frisch und wirft die Wärme mit dem Kühlwasser weg. Der Unterschied von 2,6 Kilowattstunden je Durchlauf ist damit systematisch und nicht durch eine Programmwahl zu verringern. Bei 100 Trockengängen im Jahr sind es 260 Kilowattstunden oder 83 Euro.
Acht Stunden zwanzig
Ein vollständiger Durchlauf aus Waschen und Trocknen dauerte 8:20 Stunden, davon 2:40 Waschen und 5:40 Trocknen. Das Gerät mit Wärmepumpe brauchte für die größere Menge 5:40 Stunden insgesamt, zwei Einzelgeräte 4:20 plus Umladen.
Fünf Stunden vierzig für fünf Kilogramm Trockenwäsche sind viel, und die Ursache ist dieselbe wie beim Verbrauch: die Kondensation mit Kühlwasser arbeitet mit einer geringeren Temperaturdifferenz und braucht deshalb länger. Praktisch heißt das ein Durchlauf am Tag, wenn das Gerät nicht nachts laufen soll, und für einen Haushalt mit fünf Ladungen in der Woche ist die Rechnung damit knapp.
230 Euro im Jahr
Bei 100 Trockengängen im Jahr, 32 Cent je Kilowattstunde und 4,50 Euro je Kubikmeter Wasser samt Abwasser kostet der Betrieb 230 Euro. Das Gerät mit Wärmepumpe liegt bei 127 Euro und zwei Einzelgeräte bei 87.
Die Differenz zum Wärmepumpen-Waschtrockner beträgt 103 Euro im Jahr. Bei einem Kaufpreisunterschied von 250 bis 400 Euro zwischen den Bauarten rechnet sich die Wärmepumpe damit nach zwei bis vier Jahren, und Geräte dieser Art laufen zehn bis fünfzehn. Wer selten trocknet, verschiebt die Rechnung: bei 20 Trockengängen im Jahr sind es 21 Euro Unterschied, und dann trägt der Aufpreis nicht.
Wann diese Bauart passt
Die Rechnung hat eine Kehrseite, und sie ist der Grund, warum solche Geräte weiterhin verkauft werden. Der Anschaffungspreis lag bei 649 Euro gegen 1.049 für das Gerät mit Wärmepumpe. Bei einem Haushalt, der überwiegend wäscht und den Trockner nur im Winter oder bei Regen nutzt, also etwa 20-mal im Jahr, ist die Rechnung nach zehn Jahren offen.
Dazu kommen Bauhöhe und Platz: beide Bauarten brauchen dieselbe Nische. Und ein dritter, der sich messen ließ: die Wärmeabgabe an den Raum lag bei diesem Gerät während des Trockengangs bei einem Temperaturanstieg von 2,1 Grad und einem Feuchteanstieg von 48 auf 52 Prozent in einem Raum von 12 Quadratmetern, also niedriger als bei einer Wärmepumpe mit 3,4 Grad, weil die Wärme mit dem Kühlwasser abgeführt wird.
Fünf von acht Kilogramm
Die Waschbeladung beträgt 8 Kilogramm, die Trocknungsbeladung 5. Nachgeprüft mit 8 Kilogramm im Durchlaufprogramm lag die Restfeuchte am Ende bei 11,2 statt 2,0 Prozent, und das Programm lief 9:50 statt 8:20 Stunden.
Bei einem Verhältnis von fünf zu acht muss also vor dem Trocknen mehr als ein Drittel der Wäsche entnommen werden. Der Blick in die Trommel hilft dabei: ausgelitert fasst sie 58 Liter, und fünf Kilogramm Baumwollwäsche füllen sie im trockenen Zustand zu etwa 55 Prozent. Wer die Trommel beim Beladen für den Trockengang zur Hälfte gefüllt sieht, liegt richtig, und diese Sichtprobe ersetzt jede Waage.
Der Wasseranschluss und die Zeitschaltung
Weil die Kondensation Wasser braucht, muss der Zulauf während des Trockengangs offen sein. Nachgeprüft mit geschlossenem Absperrventil brach das Gerät nach 6 Minuten mit einer Fehlermeldung ab. Wer den Zulauf aus Gewohnheit nach dem Waschen zudreht, verhindert damit das Trocknen.
Bemerkbar wird das bei einem Aquastop-Ventil mit Zeitschaltung: an einer Steckdose mit Zeitschaltuhr, die nach vier Stunden abschaltet, endete der Durchlauf mitten im Trockengang und die Wäsche lag nass in der Trommel. Der Durchlauf braucht 8:20 Stunden ohne Unterbrechung, und für einen Nachtstromtarif mit fester Fensterzeit ist das die entscheidende Zahl.
Die Programme und was sie wirklich tun
Das Gerät bietet vier Trocknungsstufen an, und ihre Wirkung wurde durch Wiegen bestimmt: bügeltrocken ließ 12,4 Prozent Restfeuchte in der Wäsche, schranktrocken 2,0 Prozent, schranktrocken plus 0,9 und ein Zeitprogramm über 60 Minuten 21 Prozent. Die zugehörigen Verbräuche lagen bei 3,42, 4,81, 5,36 und 1,84 Kilowattstunden.
Aus diesen vier Zahlen ergibt sich die sparsamste Nutzung des Geräts: bügeltrocken statt schranktrocken spart 1,39 Kilowattstunden und 44 Cent je Durchgang, und die Wäsche trocknet in einer Stunde auf dem Bügel oder dem Ständer vollständig nach. Die Stufe schranktrocken plus kostet 0,55 Kilowattstunden mehr für 1,1 Prozentpunkte weniger Restfeuchte und ist damit die schlechteste Wahl im Programmangebot. Handtücher und Bettwäsche bleiben trotzdem bei schranktrocken, weil sie sonst muffig riechen, wenn sie gefaltet in den Schrank kommen.
Flusen im Kondensationsweg
Bei dieser Bauart gibt es kein zugängliches Flusensieb für den Trockengang; die Flusen werden mit dem Kühlwasser ausgeschwemmt. Nachgeprüft mit einem Filterbeutel im Abflussschlauch fanden sich nach einem Trockengang 2,4 Gramm Flusen im Abwasser.
Der Vorteil ist, dass keine Handreinigung nötig ist. Der Nachteil zeigte sich am Abfluss: nach zwölf Trockengängen war der Geruchsverschluss unter dem Waschbecken mit einem Flusenfilz belegt, und der Ablauf lief langsamer.
Wer das Gerät an einen gemeinsamen Ablauf mit einem Waschbecken hängt, prüft den Siphon deshalb halbjährlich; die Reinigung dauerte 8 Minuten und förderte 14 Gramm Filz heraus.
Was zwölf Durchläufe nicht klären
Zwölf vollständige Durchläufe sind bei zwei Ladungen in der Woche sechs Wochen. Zur Haltbarkeit sagt das nichts; prüfbar bleibt der Verbrauch, und die 4,81 Kilowattstunden je Trockengang sind der Ausgangswert. Ein Anstieg deutet bei dieser Bauart meist auf eine verkalkte oder verschmutzte Kondensationsfläche hin, und die ist bei diesem Modell nicht zugänglich.
Nicht beurteilt wurde die Wäscheschonung. Die Trommellufttemperatur lag bei dieser Bauart bei gemessenen 72 Grad gegen 50 Grad bei einer Wärmepumpe, und im Abwasserfilter fanden sich nach einem Trockengang 2,4 Gramm Flusen gegen 1,8 Gramm im Flusensieb des Wärmepumpengeräts. Beides deutet in dieselbe Richtung, belegt aber keine Faserschädigung, weil dafür genormte Prüfgewebe nötig wären.
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| Bauart | Strom je Durchlauf | Wasser je Durchlauf | Kosten im Jahr | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Kondensation mit Kühlwasser | 1,79 € | 0,51 € | 230 € | |
| Waschtrockner mit Wärmepumpe | 1,00 € | 0,27 € | 127 € | |
| Zwei Einzelgeräte mit Wärmepumpe | 0,70 € | 0,17 € | 87 € | |
| Nur waschen, Wäsche auf dem Ständer | 0,25 € | 0,23 € | 48 € | |
| Differenz Kondensation zu Wärmepumpe | 0,79 € | 0,24 € | 103 € |
Häufige Fragen
Wie viel Wasser braucht ein Waschtrockner ohne Wärmepumpe?
62 Liter für das Trocknen von fünf Kilogramm, zusätzlich zu 51 Litern für das Waschen von acht Kilogramm. Der Trockengang verbraucht damit mehr Wasser als der Waschgang; ein Waschtrockner mit Wärmepumpe kam auf 7 Liter, ein Wärmepumpentrockner als Einzelgerät auf null.
Wie viel Strom kostet ein Durchlauf?
5,60 Kilowattstunden für Waschen und Trocknen, davon 4,81 für das Trocknen allein. Ein Waschtrockner mit Wärmepumpe brauchte 3,12 für die größere Menge, zwei Einzelgeräte 2,18.
Wie lange dauert ein Durchlauf?
8:20 Stunden, davon 2:40 Waschen und 5:40 Trocknen. Das Gerät mit Wärmepumpe brauchte insgesamt 5:40 Stunden für sechs Kilogramm, zwei Einzelgeräte 4:20 plus Umladen.
Was kostet der Betrieb im Jahr?
230 Euro bei 100 Trockengängen, 32 Cent je Kilowattstunde und 4,50 Euro je Kubikmeter Wasser. Ein Waschtrockner mit Wärmepumpe liegt bei 127 Euro, zwei Einzelgeräte bei 87. Die Differenz von 103 Euro im Jahr trägt einen Aufpreis von 250 bis 400 Euro nach zwei bis vier Jahren.
Wann ist diese Bauart trotzdem sinnvoll?
Bei seltener Trocknung. Der Anschaffungspreis lag bei 649 gegen 1.049 Euro, und bei 20 Trockengängen im Jahr beträgt die Betriebsdifferenz nur 21 Euro. Zudem gab das Gerät weniger Wärme und Feuchte an den Raum ab: 2,1 statt 3,4 Grad Anstieg.
Wie viel Wäsche kann getrocknet werden?
5 von 8 Kilogramm Waschbeladung. Mit 8 Kilogramm im Durchlauf lag die Restfeuchte bei 11,2 statt 2,0 Prozent und das Programm lief 9:50 Stunden. Fünf Kilogramm trockene Baumwollwäsche füllen die 58-Liter-Trommel zu etwa 55 Prozent.
Muss der Wasserzulauf beim Trocknen offen sein?
Ja. Mit geschlossenem Absperrventil brach das Gerät nach 6 Minuten mit einer Fehlermeldung ab. Auch eine Zeitschaltuhr, die nach vier Stunden abschaltet, unterbrach den Durchlauf mitten im Trockengang.
Muss man ein Flusensieb reinigen?
Für den Trockengang nicht, die Flusen gehen mit dem Kühlwasser ab: 2,4 Gramm je Trockengang im Abwasser. Dafür belegte sich nach zwölf Trockengängen der Geruchsverschluss unter dem Waschbecken, und die Reinigung förderte 14 Gramm Filz heraus.
Geprüft im Juli 2026