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Prüfbericht  /  Haushalt

Eau de Parfum im Test: Haltbarkeit auf Haut und Papier, Preis je Milliliter

Bei einem Duft ist die Haltbarkeit die einzige Eigenschaft, die sich ohne Geschmacksurteil prüfen lässt. Verfolgt wurde ein Eau de Parfum über zwölf Stunden auf Haut und auf Papier, dazu die Verdunstung durch Wiegen.

GeprüftSieben Stunden auf der Haut, zwölf auf Papier. Der Unterschied ist die Wärme.

Wahrnehmbarkeit über die Zeit, zwei Personen unabhängig, zwei Sprühstöße auf Handgelenk und Papierstreifen
ZeitAuf der HautAuf PapierCharakterBefund
0 bis 30 minstarkstarkKopfnote, frisch-fruchtig
1 bis 3 hdeutlichdeutlichHerznote, blumig
4 bis 7 hnah wahrnehmbardeutlichBasisnote, warm-holzig
8 bis 12 hnicht mehrnah wahrnehmbarBasisnote, schwach

Sieben Stunden auf der Haut

Zwei Sprühstöße auf das Handgelenk wurden von zwei Personen unabhängig in Abständen beurteilt. Bis 30 Minuten war der Duft stark, bis drei Stunden deutlich, bis sieben Stunden aus der Nähe wahrnehmbar und danach nicht mehr.

Auf einem Papierstreifen, der neben der Person lag, war er nach zwölf Stunden noch aus der Nähe wahrnehmbar. Der Unterschied von fünf Stunden liegt an der Haut: sie ist warm, feucht und verstoffwechselt einen Teil der Duftstoffe.

Diese Differenz erklärt eine verbreitete Erfahrung. Ein Duft, der im Geschäft auf dem Teststreifen überzeugt, verhält sich auf der Haut anders, und die Entscheidung sollte deshalb immer auf der Haut fallen und nach mindestens zwei Stunden.

Drei Phasen, drei verschiedene Düfte

Ein Duft besteht aus Stoffen mit unterschiedlicher Flüchtigkeit, und daraus folgt der Verlauf. Die Kopfnote aus leichten Zitrus- und Fruchtnoten verdunstet innerhalb einer halben Stunde, die Herznote aus blumigen Anteilen hält Stunden, die Basisnote aus Hölzern, Harzen und Moschusartigen am längsten.

Nachvollzogen über die Verdunstung: ein Papierstreifen mit 0,10 Gramm Duft verlor in der ersten halben Stunde 41 Prozent des Gewichts, in den folgenden zwei Stunden weitere 22 und danach nur noch langsam.

Im Alltag bedeutet das, dass die ersten Minuten nach dem Aufsprühen über den Duft nichts aussagen. Wer im Geschäft nach zehn Sekunden entscheidet, beurteilt 41 Prozent des Inhalts, die nach einer halben Stunde weg sind.

Was die Klassenbezeichnung verspricht

Die Bezeichnungen von Eau de Cologne bis Extrait beschreiben den Anteil an Duftöl im Alkohol-Wasser-Gemisch: grob 3 bis 5 Prozent, 5 bis 15, 15 bis 20 und 20 bis 40. Diese Bereiche sind branchenüblich und nicht gesetzlich festgelegt.

Daraus folgt die erwartete Haltbarkeit, und in der Messung passte sie: ein Eau de Parfum bei sieben Stunden liegt genau in dem Bereich, den die Klasse nahelegt. Ein Eau de Toilette desselben Dufts hielt in einer Vergleichsmessung vier Stunden.

Für den Kauf ist das eine Rechnung. Wenn ein Eau de Parfum 1,05 € je Milliliter kostet und ein Eau de Toilette 0,72, ist das Parfum je Stunde Haltbarkeit günstiger: 15 Cent gegen 18. Wer den Duft leichter tragen will, greift trotzdem zum Toilettewasser, und dann ist der Preis nicht das Argument.

Wohin der Duft gehört

Die Haltbarkeit hängt an der Auftragsstelle, weil warme, gut durchblutete Stellen den Duft schneller freisetzen. Am Handgelenk hielt er sieben Stunden, in der Halsbeuge sechs und auf der Kleidung im Nacken über zwölf.

Auf Kleidung hält ein Duft am längsten und entfaltet sich dabei anders, weil die Wärme fehlt. Zwei Einschränkungen kommen dazu: helle Seide und Wolle können Flecken behalten, und in Kleidung bleibt ein Duft nach einem Wechsel des Parfums monatelang.

Der verbreitete Ratschlag, die Handgelenke aneinander zu reiben, hat sich in der Beobachtung als schädlich gezeigt: gerieben war der Duft nach vier statt sieben Stunden nicht mehr wahrnehmbar, weil die Reibung Wärme erzeugt und die Kopfnote zerstört.

Die Menge ist kleiner als vermutet

Ein Sprühstoß gab gewogen 0,11 Gramm ab. Zwei Stöße sind damit 0,22 Gramm, und eine 50-Milliliter-Flasche mit rund 43 Gramm Inhalt reicht für 195 Anwendungen.

Bei täglicher Anwendung sind das sechs bis sieben Monate, bei einem Preis von 52 € also 27 Cent am Tag. Wer vier Stöße nimmt, halbiert die Reichweite und verdoppelt den Tagespreis.

Vier Stöße machen den Duft außerdem nicht länger haltbar, sondern in der Nähe stärker. Die Haltbarkeit hing in der Beobachtung an der Auftragsstelle und an der Klasse, nicht an der Menge: mit vier Stößen war der Duft nach denselben sieben Stunden nicht mehr wahrnehmbar.

Lagerung: Licht und Wärme kosten am meisten

Duftstoffe zerfallen unter Licht, Wärme und Sauerstoff. Eine Flasche im Badezimmerfenster ist die ungünstigste Aufbewahrung, die sich in einer Wohnung finden lässt: dort wirken alle drei zusammen.

Beobachtet an zwei Flaschen desselben Dufts über sechs Monate war die im Fenster gelagerte in der Kopfnote deutlich verändert und in der Farbe dunkler; die im geschlossenen Schrank nicht unterscheidbar von einer neuen.

Die Regel ist deshalb kurz: dunkel, kühl, in der Originalverpackung und aufrecht. Eine angebrochene Flasche hält so mehrere Jahre; im Fenster ist ein Duft nach einem Sommer ein anderer.

Warum derselbe Duft auf zwei Personen verschieden riecht

Die Haut liefert die Bedingungen, unter denen ein Duft verdunstet: Temperatur, Feuchte, pH-Wert und Talgmenge. Eine trockene, kühle Haut hält Duftstoffe schlechter als eine leicht fettige, weil das Duftöl in der Fettschicht gebunden wird.

In der Beobachtung lag der Unterschied zwischen zwei Personen mit demselben Duft bei drei Stunden Haltbarkeit. Das ist mehr als der Unterschied zwischen zwei Konzentrationsklassen.

Praktisch folgt daraus die Empfehlung, vor dem Kauf auf eingecremter Haut zu testen, wenn die Haut trocken ist. Eine unparfümierte Feuchtigkeitscreme unter dem Duft verlängerte die Haltbarkeit in der Beobachtung um etwa eine Stunde.

Wie ein Duft im Geschäft geprüft wird

Drei Regeln machen aus einem Kaufimpuls eine Entscheidung. Erstens auf die Haut sprühen und nicht auf Papier, weil die Differenz fünf Stunden beträgt und der Verlauf anders ist.

Zweitens nicht mehr als zwei Düfte gleichzeitig prüfen. Der Geruchssinn ermüdet, und nach dem dritten Duft ist eine Unterscheidung nicht mehr verlässlich; Kaffeebohnen helfen dabei nachweislich nicht.

Drittens mindestens zwei Stunden warten. Wer im Laden entscheidet, kauft die Kopfnote, und die ist nach einer halben Stunde zu 41 Prozent verdunstet. Eine Probe zum Mitnehmen ist deshalb mehr wert als jede Beratung.

Zwei Beurteiler, Feinwaage, zwölf Stunden

Die Wahrnehmbarkeit wurde von zwei Personen unabhängig in vier Stufen beurteilt: stark, deutlich, nur aus der Nähe, nicht mehr. Beurteilt wurde in Abständen von 30 Minuten in den ersten drei Stunden und danach stündlich, an derselben Person und am mitgeführten Papierstreifen.

Die Verdunstung entstand aus Wiegungen eines Papierstreifens mit 0,10 Gramm Duft auf einer Waage mit 0,001 Gramm Auflösung, bei 22 °C und 45 Prozent Luftfeuchte. Die Sprühmenge wurde über zehn Wiegungen der Flasche bestimmt.

Der Duft selbst wird hier nicht beurteilt: das ist eine Frage der Vorliebe, und dafür gibt es keine Messgröße. Nicht geprüft wurden Verträglichkeit und die Übereinstimmung der Klassenangabe mit dem tatsächlichen Ölanteil, für die ein Labor nötig wäre.

Konzentrationsklassen und Preis je Milliliter – Etikettangaben, Angebotspreise zum Prüfzeitpunkt
KlasseAnteil DuftölErwartete HaltbarkeitPreis je mlBefund
Eau de Cologne3 bis 5 %2 bis 3 h0,45 €
Eau de Toilette5 bis 15 %3 bis 5 h0,72 €
Eau de Parfum15 bis 20 %6 bis 8 h1,05 €
Extrait de Parfum20 bis 40 %über 8 h2,90 €

Häufige Fragen

Wie lange hält ein Eau de Parfum?

Sieben Stunden auf der Haut, davon 30 Minuten stark und drei Stunden deutlich. Auf einem Papierstreifen waren es zwölf Stunden; der Unterschied kommt von Wärme, Feuchte und Stoffwechsel der Haut.

Warum riecht ein Duft im Laden anders als zu Hause?

Weil im Laden meist auf Papier getestet wird und weil die Kopfnote nach einer halben Stunde zu 41 Prozent verdunstet ist. Ein Papierstreifen mit 0,10 Gramm Duft verlor in der ersten halben Stunde genau diesen Anteil an Gewicht.

Was bedeuten die Klassenbezeichnungen?

Den Anteil an Duftöl: etwa 3 bis 5 Prozent bei Eau de Cologne, 5 bis 15 bei Eau de Toilette, 15 bis 20 bei Eau de Parfum und 20 bis 40 bei Extrait. Die Bereiche sind branchenüblich und nicht gesetzlich festgelegt.

Ist ein Eau de Parfum teurer als ein Eau de Toilette?

Je Milliliter ja, je Stunde Haltbarkeit nicht: 1,05 € je Milliliter bei sieben Stunden sind 15 Cent je Stunde, 0,72 € bei vier Stunden sind 18 Cent.

Wohin wird Parfum aufgetragen?

An warme Stellen für Entfaltung, auf Kleidung für Haltbarkeit: Handgelenk sieben Stunden, Halsbeuge sechs, Kleidung im Nacken über zwölf. Handgelenke aneinander zu reiben verkürzte die Haltbarkeit auf vier Stunden.

Wie weit reicht eine Flasche?

195 Anwendungen bei 50 Millilitern und zwei Sprühstößen von je 0,11 Gramm, also sechs bis sieben Monate täglich oder 27 Cent am Tag bei 52 €. Vier Stöße halbieren die Reichweite, ohne die Haltbarkeit zu verlängern.

Wie wird Parfum gelagert?

Dunkel, kühl, in der Originalverpackung und aufrecht. Zwei Flaschen desselben Dufts über sechs Monate: die im Fenster gelagerte war in der Kopfnote deutlich verändert und dunkler, die im Schrank nicht von einer neuen unterscheidbar.

Warum hält derselbe Duft bei anderen länger?

Wegen Hauttemperatur, Feuchte und Talgmenge: der Unterschied zwischen zwei Personen betrug drei Stunden, mehr als zwischen zwei Konzentrationsklassen. Eine unparfümierte Feuchtigkeitscreme darunter brachte etwa eine Stunde.

Geprüft im Juli 2026