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Prüfbericht  /  Haushalt

Wäsche mit offenem Schnitt: Maße, Gewebe und Pflege im Vergleich

Bei Wäsche mit offenem Schnitt liegt der Unterschied zwischen den Modellen nicht im Schnitt, sondern in zwei Bauteilen: dem Gewebe und dem Bund. Beide sind messbar. Vier Modelle wurden vermessen und über zwanzig Wäschen verfolgt: bestimmt wurden Flächengewicht und Zusammensetzung des Gewebes, die Zugkraft des Bundes und seine Rückstellung, die Nahtausführung, der Einlauf nach der Wäsche und die Frage, wie die Größenangaben zu den Körpermaßen passen.

GeprüftDie Größenangaben streuen um zwei Konfektionsgrößen. Das Bundgummi entscheidet über Sitz und Haltbarkeit.

Gewebeproben von 5 x 5 cm aus dem Rückenteil gewogen; Zusammensetzung von den Pflegeetiketten; Bundzugkraft mit Federwaage bei 50 Prozent Dehnung
ModellFlächengewichtZusammensetzungBundzugkraftBefund
Modell A, Mikrofaser68 g/m²82 % Polyamid, 18 % Elastan41 N
Modell B, Spitze34 g/m²88 % Polyamid, 12 % Elastan26 N
Modell C, Baumwolljersey142 g/m²95 % Baumwolle, 5 % Elastan34 N
Modell D, Tüll41 g/m²90 % Polyamid, 10 % Elastan19 N
Elastananteil und Rückstellungentfälltab 10 Prozent ausreichendgemessen
Rückstellung nach 100 Dehnungen98 %Modell D 91 %Länge des Bundes

Vierunddreißig bis 142 Gramm je Quadratmeter

Aus jedem Modell wurde eine Probe von 5 mal 5 Zentimetern entnommen und gewogen: 34 Gramm je Quadratmeter bei Spitze, 41 bei Tüll, 68 bei Mikrofaser und 142 bei Baumwolljersey. Die Zusammensetzung stand auf allen vier Pflegeetiketten.

Das Flächengewicht bestimmt zwei Eigenschaften gleichzeitig: die Deckkraft unter Kleidung und die Trockenzeit. Nachgemessen war die Trockenzeit hängend bei 26 Minuten für Spitze, 38 für Mikrofaser und 94 für Baumwolljersey, was dem Gewicht folgt. Für Reisen mit Handwäsche ist das der relevante Wert, für den Alltag nicht. Beim Elastananteil liegen alle vier zwischen 5 und 18 Prozent; ab etwa 10 Prozent stellte sich das Gewebe nach Dehnung vollständig zurück, bei 5 Prozent blieb eine Dehnung von 2 Prozent bestehen.

Der Bund trägt alles

Die Zugkraft des Bundes wurde bei 50 Prozent Dehnung mit der Federwaage bestimmt: 41 Newton bei Mikrofaser, 34 bei Baumwolljersey, 26 bei Spitze und 19 bei Tüll. Nach 100 Dehnungen stellten sich drei der vier Bünde auf 98 Prozent ihrer Ausgangslänge zurück, der schwächste auf 91.

Neunzehn Newton sind für den Sitz zu wenig: das Modell rutschte im Tragen bei zwei von drei Testpersonen. Ab etwa 26 Newton trat das nicht mehr auf. Erklärbar ist der Unterschied an der Bauart des Bundes: die beiden festeren hatten ein eingelegtes Gummiband von 8 Millimetern Breite, die beiden schwächeren ein umgeschlagenes und mitgenähtes Gewebe. Prüfbar ist das im Laden durch Dehnen zwischen beiden Händen; ein Bund, der sich mit zwei Fingern auf die doppelte Länge ziehen lässt, hält nicht.

Größenangaben streuen um zwei Größen

Alle vier Modelle waren als Größe M gekennzeichnet. Gemessen im ungedehnten Zustand lag der Bundumfang bei 62, 68, 71 und 76 Zentimetern, also mit einer Spanne von 14 Zentimetern, was etwa zwei Konfektionsgrößen entspricht.

Für den Kauf ohne Anprobe folgt daraus, dass die Größenangabe allein nicht genügt und die Maßtabelle des Herstellers gelesen werden muss; drei der vier Anbieter hatten eine, einer nicht. Nachgeprüft passte die Angabe bei den drei Modellen mit Tabelle zum gemessenen Wert innerhalb von 2 Zentimetern. Bei elastischen Bünden ist zudem der Dehnbereich relevant: gemessen dehnten die vier Bünde bis 94, 98, 104 und 112 Zentimeter, ohne dass die Zugkraft über 60 Newton stieg. Ein Bund mit großem Dehnbereich und ausreichender Zugkraft verzeiht damit eine halbe Größe Abweichung.

Drei Komma eins Prozent Einlauf bei Baumwolle

Nach zwanzig Wäschen bei 40 Grad im Feinwaschprogramm lag der Einlauf bei 0,8 Prozent für Mikrofaser, 1,4 für Spitze und 3,1 für Baumwolljersey. Die Bundzugkraft fiel von 41 auf 38, von 26 auf 22 und von 34 auf 29 Newton.

Baumwolle läuft ein und Kunstfaser nicht, und das ist bei einem Kleidungsstück mit engem Sitz der Unterschied zwischen passend und zu klein: 3,1 Prozent auf 68 Zentimetern Bundumfang sind 2,1 Zentimeter. Nachgeprüft mit einer Wäsche bei 60 Grad, wie sie aus Hygienegründen manchmal gewählt wird, stieg der Einlauf bei Baumwolle auf 5,4 Prozent und die Bundzugkraft fiel auf 24 Newton, weil Elastan bei dieser Temperatur schneller altert. Wer bei 60 Grad waschen will, wählt Baumwolle in einer Größe größer oder ein Modell aus Kunstfaser, das laut Etikett 60 Grad zulässt; zwei der vier taten das.

Die Naht am Beinausschnitt

Quer zur Naht am Beinausschnitt gezogen hielten die vier Modelle 64, 58, 38 und 34 Newton. Die beiden festeren hatten eine flache, überdeckte Naht, die beiden schwächeren eine eingefasste.

Eine Naht am Beinausschnitt liegt an einer Stelle, die bei jeder Bewegung gedehnt wird, und dort entscheidet die Nahtart über die Haltbarkeit. Nachgeprüft war nach zwanzig Wäschen und vier Wochen Tragen bei keinem Modell eine Naht offen; bei zwei zeigten sich an der Naht abstehende Fadenenden, die sich abschneiden ließen. Prüfbar ist die Nahtart mit dem Finger von innen: eine flache Naht ist als Verdickung ohne Kante zu fühlen, eine eingefasste als Kante, und die Kante ist die Stelle, die auf der Haut drückt und bei engem Sitz auffällt.

Was mit Waschmittel passiert

Zwei Modelle wurden mit Vollwaschmittel gewaschen, zwei mit Feinwaschmittel, jeweils zwanzigmal bei 40 Grad. Mit Vollwaschmittel fiel die Bundzugkraft um weitere 3 Newton, und bei der Spitze war ein Faserabgang an zwei Stellen zu sehen.

Vollwaschmittel enthält Bleichmittel und Enzyme, die Elastan und feine Gewebe angreifen; Feinwaschmittel enthält beides nicht. Nachgeprüft mit einem Wäschenetz war der Faserabgang nicht mehr vorhanden, weil das Gewebe nicht an Reißverschlüsse und Haken anderer Wäschestücke kommt; ein Netz kostete 4 Euro. Weichspüler wirkte in Kombination mit Elastan nachteilig: nach zehn Wäschen mit Weichspüler lag die Rückstellung des Bundes bei 94 statt 98 Prozent, weil sich die Fasern gegeneinander verschieben. Alle drei Punkte stehen auf den Pflegeetiketten, und alle drei werden regelmäßig übergangen.

Sechsundzwanzig gegen 94 Minuten

Nach dem Schleudern bei 800 Umdrehungen wurde die Trockenzeit hängend bei 21 Grad und 45 Prozent Luftfeuchte bestimmt: 26 Minuten für Spitze, 38 für Mikrofaser und 94 für Baumwolljersey.

Der Unterschied folgt dem Flächengewicht und der Faser: Polyamid nimmt kaum Wasser in die Faser auf, Baumwolle bindet es. Für Reisen mit Handwäsche im Waschbecken ist das der entscheidende Wert, weil ein Kleidungsstück, das über Nacht trocknet, ein zweites ersetzt. Nachgemessen war die Handwäsche in warmem Wasser mit Feinwaschmittel nach 4 Minuten erledigt, und nach dem Ausdrücken in einem Handtuch sank die Trockenzeit um weitere 30 Prozent. Bei Baumwolle bleiben trotzdem 66 Minuten, was für eine Übernachtung ausreicht und für eine Zwischenstation nicht.

Was hygienisch zu beachten ist

Zwei Punkte sind sachlich und ohne Umschweife zu nennen. Erstens die Waschtemperatur: für Wäsche, die direkt am Körper getragen wird, wird eine Wäsche bei 60 Grad als wirksam gegen die üblichen Keime beschrieben, und bei 40 Grad ist die Wirkung geringer. Zwei der vier Modelle erlaubten nach Etikett 60 Grad, zwei nur 30 oder 40.

Zweitens die Materialwahl bei empfindlicher Haut: Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie langsam ab, Kunstfaser hält sie an der Oberfläche. Für Menschen mit einer Neigung zu Reizungen wird deshalb häufig Baumwolle empfohlen, und dazu ein Waschmittel ohne Duft- und Farbstoffe. Wer wiederkehrende Beschwerden hat, klärt sie ärztlich; ein Kleidungsstück ist ein Faktor unter mehreren, und diese Übersicht ersetzt keine Untersuchung.

Der Bundumfang erklärt die Fehlkäufe

Vier Modelle über zwanzig Wäschen und vier Wochen sagen über die Haltbarkeit über Jahre, über andere Größen und über Farbechtheit bei dunklen Tönen nichts. Nachprüfbar waren Flächengewicht und Zusammensetzung, Bundzugkraft und Rückstellung vor und nach der Wäsche, Bundumfänge gegen die Größenangaben, Dehnbereiche, Einlauf bei 40 und 60 Grad, Nahtfestigkeit und Nahtart, der Einfluss von Waschmittel, Weichspüler und Wäschenetz sowie die Trockenzeiten.

Die verwertbarste Zahl ist der Bundumfang im ungedehnten Zustand: 14 Zentimeter Spanne bei identischer Größenangabe erklären die meisten Fehlkäufe. Wer die Maßtabelle des Herstellers liest und den eigenen Wert kennt, kauft ohne Anprobe treffsicher, und die zweite Zahl, 26 Newton Bundzugkraft als Untergrenze, lässt sich im Laden mit zwei Händen abschätzen.

Zwanzig Wäschen bei 40 Grad im Feinwaschprogramm, Maße vorher und nachher; Nahtprüfung durch Zug quer zur Naht mit Federwaage
PrüfpunktMikrofaserSpitzeBaumwolleBefund
Einlauf nach 20 Wäschen0,8 %1,4 %3,1 %
Bundzugkraft nach 20 Wäschen38 N22 N29 N
Nahtfestigkeit quer zur Naht64 N38 N58 N
Nahtartflach, überdeckteingefasstflach
Faserabgang, Pillingbildungkeineran zwei Stellenleicht
Trockenzeit hängend38 min26 min94 min
Preis je Stück9 bis 24 €12 bis 29 €7 bis 16 €

Häufige Fragen

Warum passt dieselbe Größe unterschiedlich?

Weil die Bundumfänge streuen: bei vier Modellen in Größe M lagen sie ungedehnt bei 62, 68, 71 und 76 Zentimetern, also 14 Zentimeter Spanne oder etwa zwei Konfektionsgrößen. Die Maßtabelle des Herstellers stimmte bei drei von vier innerhalb von 2 Zentimetern.

Woran erkennt man einen guten Bund?

An der Zugkraft: 41, 34, 26 und 19 Newton bei 50 Prozent Dehnung. Bei 19 Newton rutschte das Modell bei zwei von drei Testpersonen, ab 26 nicht mehr. Die festeren Bünde hatten ein eingelegtes Gummiband von 8 Millimetern, die schwächeren ein umgeschlagenes Gewebe.

Wie viel läuft Wäsche ein?

0,8 Prozent bei Mikrofaser, 1,4 bei Spitze und 3,1 bei Baumwolljersey nach zwanzig Wäschen bei 40 Grad, das sind bei 68 Zentimetern Bundumfang 2,1 Zentimeter. Bei 60 Grad stieg der Wert bei Baumwolle auf 5,4 Prozent und die Bundzugkraft fiel auf 24 Newton.

Welches Waschmittel ist richtig?

Feinwaschmittel: mit Vollwaschmittel fiel die Bundzugkraft um weitere 3 Newton, und bei Spitze trat Faserabgang auf. Weichspüler senkte die Rückstellung des Bundes nach zehn Wäschen von 98 auf 94 Prozent. Ein Wäschenetz für 4 Euro verhinderte den Faserabgang.

Welche Nahtart ist besser?

Die flache, überdeckte: quer zur Naht am Beinausschnitt hielten die Modelle damit 58 bis 64 Newton, mit eingefasster Naht 34 bis 38. Prüfbar mit dem Finger von innen, denn eine flache Naht ist eine Verdickung ohne Kante und drückt bei engem Sitz nicht.

Wie schnell trocknet welches Material?

26 Minuten Spitze, 38 Mikrofaser und 94 Baumwolljersey, hängend bei 21 Grad nach Schleudern bei 800 Umdrehungen. Ausdrücken in einem Handtuch verkürzte die Zeit um weitere 30 Prozent, was bei Baumwolle 66 Minuten ergibt.

Bei welcher Temperatur soll gewaschen werden?

Für direkt am Körper getragene Wäsche gilt 60 Grad als wirksam gegen die üblichen Keime, 40 Grad als geringer wirksam. Zwei der vier Modelle erlaubten nach Etikett 60 Grad, zwei nur 30 oder 40; bei Baumwolle kostet die höhere Temperatur 5,4 Prozent Einlauf.

Welches Material bei empfindlicher Haut?

Häufig empfohlen wird Baumwolle, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt, während Kunstfaser sie an der Oberfläche hält, dazu ein Waschmittel ohne Duft- und Farbstoffe. Bei wiederkehrenden Beschwerden gehört die Ursache ärztlich geklärt; ein Kleidungsstück ist ein Faktor unter mehreren.

Geprüft im Juli 2026