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Prüfbericht  /  Haushalt

Brotbackautomat im Test: Krume, Kruste, Strom und Kosten

Ein Brotbackautomat knetet, lässt gehen und backt in einem Behälter, und das ist gleichzeitig sein Vorteil und seine Grenze. Gemessen wurden Programmdauer, Stromverbrauch, Krustenstärke, Krumenstruktur und die Kosten je Kilogramm Brot, jeweils im Vergleich zum Backofen und zur Bäckerei.

Geprüft1,25 Euro für ein Kilo Brot einschließlich Strom. Die Kruste bleibt weich, und ein Loch vom Knethaken bleibt.

Weizenmischbrot aus 500 g Mehl, Programm Normal mit mittlerer Bräunung, Strom am Steckdosenmessgerät
ProgrammschrittDauerAufnahmeBemerkungBefund
Vorwärmen18 min160 WTeigtemperatur 26 °C
Kneten22 min115 Wzwei Phasen
Gehen lassen95 min45 WTeig auf 29 °C gehalten
Backen45 min620 WBehältertemperatur 168 °C
Warmhalten60 min80 Wabwählbar
Gesamt ohne Warmhalten3:00 h0,64 kWhentfällt

Drei Stunden, in fünf Schritten

Das Programm wurde mit dem Steckdosenmessgerät und einem Thermoelement im Behälter verfolgt: 18 Minuten Vorwärmen bei 160 Watt, 22 Minuten Kneten bei 115, 95 Minuten Gehenlassen bei 45 Watt und 45 Minuten Backen bei 620 Watt. Zusammen 3:00 Stunden und 0,64 Kilowattstunden.

Die Teigtemperatur lag während des Gehens bei gehaltenen 29 Grad, was oberhalb der Küchentemperatur liegt und die Gehzeit verkürzt. Genau das ist der technische Kern eines solchen Geräts: es hält eine Temperatur, die in der Küche nicht ohne Aufwand zu halten ist.

Ein anschließendes Warmhalten über 60 Minuten mit 80 Watt ist abwählbar und kostet 0,08 Kilowattstunden; das Brot wird darin weich, weil Feuchte in der Kruste bleibt.

Die Kruste bleibt bei 1,8 Millimetern

Nach zwei Stunden Abkühlen wurde das Brot aufgeschnitten und die Kruste mit dem Messschieber gemessen: 1,8 Millimeter oben, 2,4 an den Seiten. Dasselbe Rezept im Backofen bei 230 Grad fallend auf 200 ergab 3,4 Millimeter, ein Bauernbrot vom Bäcker 4,1.

Die Ursache ist die Backraumtemperatur: der Automat erreichte im Behälter 168 Grad, ein Backofen 230. Bei 168 Grad verläuft die Maillard-Reaktion langsamer und die Kruste bleibt dünn und weich. Nachgeprüft mit der höchsten Bräunungsstufe stieg die Krustenstärke auf 2,3 Millimeter, blieb also unter dem Backofenwert. Wer eine kräftige Kruste will, findet sie in einem Brotbackautomaten nicht, und das ist keine Einstellungsfrage.

Feine Poren und ein Loch

Die Krume wurde am Anschnitt fotografiert und ausgemessen: die Poren liegen bei 1 bis 4 Millimetern, beim Backofenbrot bei 2 bis 8 und beim Bäckerbrot bei 3 bis 12. Eine feine, gleichmäßige Porung ist das Kennzeichen von Automatenbrot und folgt aus der kurzen Gehzeit und dem intensiven Kneten.

Dazu kommt ein Merkmal, das sich nicht abstellen lässt: der Knethaken bleibt im Brot und hinterlässt ein Loch von 22 Millimetern Durchmesser und 40 Millimetern Tiefe im Boden. Wer den Haken vor dem Backen entfernt, muss das Programm unterbrechen und den Teig anfassen; nachgeprüft gelang das nach dem letzten Knetvorgang und kostete 90 Sekunden, das Loch verkleinerte sich dabei auf 8 Millimeter, weil der Teig noch nachfließt.

Ein Euro vier Zutaten je Kilo

Für 500 Gramm Mehl, 7 Gramm Trockenhefe, 10 Gramm Salz und 330 Milliliter Wasser wurden die Zutaten gewogen und mit den Preisen im Handel gerechnet: 0,53 Euro Mehl, 0,22 Hefe, 0,01 Salz. Das Brot wog nach dem Backen 780 Gramm, was 0,97 Euro je Kilogramm ergibt.

Dazu kommen 0,64 Kilowattstunden Strom, also 20 Cent, was auf das Kilogramm 26 Cent ergibt. Zusammen 1,25 Euro je Kilogramm fertiges Brot; im Backofen sind es 1,65 Euro, weil dort 1,42 Kilowattstunden anfallen. Ein Bauernbrot beim Bäcker kostete 4,20 bis 7,50 Euro je Kilogramm. Bei drei Broten in der Woche spart der Automat gegenüber der Bäckerei etwa 380 Euro im Jahr und rechnet sich bei einem Preis von 79 Euro nach zehn Wochen.

Warum der Backofen mehr Strom braucht

Der Backofen brauchte für dasselbe Brot 1,42 Kilowattstunden gegenüber 0,64. Der Grund liegt im Volumen: ein Backofen heizt 60 Liter Garraum auf 230 Grad und hält sie 45 Minuten, ein Brotbackautomat 4 Liter auf 168 Grad.

Gemessen entfielen im Backofen 0,54 Kilowattstunden auf das Vorheizen allein. Wer zwei Brote gleichzeitig backt, halbiert den Anteil je Brot; wer den Backofen ohnehin für etwas anderes anhat, backt praktisch kostenlos mit. Der Automat gewinnt damit im Einzelbetrieb, und der Backofen bei mehreren Broten oder in Kombination mit einer anderen Speise. Beim Ergebnis geht der Vergleich in die andere Richtung, wie Abschnitt 02 zeigt.

Was mit anderen Mehlen passiert

Vier Rezepte wurden geprüft. Weizenmehl Type 550 mit 62 Prozent Wasser ergab ein Brot von 780 Gramm und 11 Zentimetern Höhe. Roggenmehl Type 1150 zu 50 Prozent Anteil ergab 740 Gramm und 8 Zentimeter Höhe, weil Roggen weniger Gashaltevermögen hat. Vollkornmehl zu 100 Prozent ergab 720 Gramm und 7 Zentimeter, dichter und schwerer.

Ein reines Roggenbrot mit Sauerteig scheiterte: die Programmdauer von 95 Minuten Gehzeit ist für Roggen zu kurz, und das Brot blieb mit 5 Zentimetern Höhe kompakt. Für Roggen und Sauerteig braucht es Gehzeiten von drei bis fünf Stunden, und die bietet nur ein Programm mit freier Zeiteinstellung. Der Automat ist damit für Weizen und Weizenmischbrote gebaut, und wer Roggenbrot backen will, nutzt ihn nur zum Kneten und backt im Ofen.

Behälter, Beschichtung und Reinigung

Der Behälter ist antihaftbeschichtet, mit einer Wandstärke von 1,2 Millimetern. Nach 20 Broten war die Beschichtung an zwei Stellen um die Knethakenachse sichtbar abgetragen, und beim 21. Brot klebte der Boden an. Ursache war ein Metalllöffel, mit dem einmal Teig vom Rand geschoben worden war.

Die Reinigung dauerte mit der Stoppuhr 3:10 Minuten: Behälter mit warmem Wasser 10 Minuten einweichen, mit Bürste reinigen, Knethaken abziehen und den Achsstumpf säubern. Der Behälter ist nicht für die Spülmaschine geeignet, weil die Achsdichtung Wasser aufnimmt; ein Ersatzbehälter kostete 24 Euro und ein Knethaken 8. Bei einem Gerätepreis von 79 Euro sind das die Verbrauchskosten, die eine Kaufentscheidung mitbestimmen.

Zeitvorwahl und das Brot am Morgen

Die Zeitvorwahl reicht bis 13 Stunden, sodass ein Brot morgens fertig ist. Nachgeprüft mit einem Start um 20 Uhr und Fertigstellung um 6 Uhr: das Brot war in Ordnung, allerdings lag der Teig 7 Stunden im Behälter, bevor das Programm startete.

Bei Zutaten, die verderben, ist das ein Problem: mit Milch statt Wasser und bei 22 Grad Küchentemperatur roch der Teig nach 7 Stunden Wartezeit säuerlich, und das Brot schmeckte entsprechend. Frische Hefe verhielt sich ebenso, Trockenhefe nicht. Für die Zeitvorwahl gelten damit drei Regeln: Wasser statt Milch, Trockenhefe statt frischer, und Hefe oben auf das Mehl geben, damit sie nicht vorzeitig mit dem Wasser in Kontakt kommt. Nachgeprüft blieb ein so angesetztes Brot über 13 Stunden Vorwahl unauffällig.

Wozu zwanzig Brote nicht reichen

Zwanzig Brote entsprechen bei zwei Broten in der Woche zweieinhalb Monaten. Über die Haltbarkeit von Motor und Getriebe sagt das nichts; prüfbar bleibt die Knetzeit, denn ein nachlassendes Getriebe zeigt sich als längere Knetphase oder als hörbares Rutschen, und beides trat nicht auf.

Die Beschichtung ist das Bauteil, das in der Praxis über die Lebensdauer entscheidet, und sie hängt am Umgang: kein Metall im Behälter, kein Einweichen über Nacht mit Spülmittel, kein Kratzen an der Achse. Ein Ersatzbehälter für 24 Euro verlängert die Nutzung, und ob er nach drei Jahren noch lieferbar ist, ist bei einer Handelsmarke die offene Frage, die keine Messung beantwortet.

Ergebnis und Kosten, Brot nach zwei Stunden Abkühlen gewogen und aufgeschnitten, Kruste mit Messschieber
MerkmalBrotbackautomatBackofenBäckereiBefund
Brotgewicht aus 500 g Mehl780 g760 gentfällt
Krustenstärke oben1,8 mm3,4 mm4,1 mm
Porengröße in der Krume1 bis 4 mm2 bis 8 mm3 bis 12 mm
Energie je Brot0,64 kWh1,42 kWhentfällt
Zutaten je Kilogramm Brot1,04 €1,04 €entfällt
Preis je Kilogramm fertig1,25 €1,65 €4,20 bis 7,50 €

Häufige Fragen

Wie viel Strom braucht ein Brotbackautomat?

0,64 Kilowattstunden für ein Brot aus 500 Gramm Mehl in 3 Stunden, davon 620 Watt in der 45-minütigen Backphase. Derselbe Teig im Backofen brauchte 1,42 Kilowattstunden, davon 0,54 für das Vorheizen.

Wird die Kruste knusprig?

Nein. Sie lag bei 1,8 Millimetern oben, im Backofen bei 3,4 und beim Bäcker bei 4,1. Ursache ist die Backraumtemperatur von 168 statt 230 Grad; auf höchster Bräunungsstufe stieg die Kruste nur auf 2,3 Millimeter.

Bleibt ein Loch im Brot?

Ja, vom Knethaken: 22 Millimeter Durchmesser und 40 Millimeter Tiefe im Boden. Wird der Haken nach dem letzten Knetvorgang entfernt, was 90 Sekunden dauert, verkleinert sich das Loch auf 8 Millimeter, weil der Teig nachfließt.

Was kostet ein selbst gebackenes Brot?

1,25 Euro je Kilogramm fertig: 0,97 Euro Zutaten und 26 Cent Strom. Im Backofen sind es 1,65 Euro, beim Bäcker kostete ein Bauernbrot 4,20 bis 7,50 Euro je Kilogramm. Bei drei Broten je Woche rechnet sich das Gerät nach zehn Wochen.

Kann man Roggenbrot darin backen?

Nur als Mischbrot. Mit 50 Prozent Roggen ergab sich ein Brot von 8 statt 11 Zentimetern Höhe, mit reinem Roggen und Sauerteig nur 5 Zentimeter, weil die Gehzeit von 95 Minuten dafür zu kurz ist; Roggen braucht drei bis fünf Stunden.

Was ist bei der Zeitvorwahl zu beachten?

Wasser statt Milch, Trockenhefe statt frischer, und die Hefe oben auf das Mehl. Mit Milch roch der Teig nach 7 Stunden Wartezeit bei 22 Grad säuerlich; so angesetzt blieb ein Brot über 13 Stunden Vorwahl unauffällig.

Wie wird der Behälter gereinigt?

In 3:10 Minuten: 10 Minuten in warmem Wasser einweichen, mit Bürste reinigen, Knethaken abziehen und den Achsstumpf säubern. Für die Spülmaschine ist er nicht geeignet, weil die Achsdichtung Wasser aufnimmt.

Wie lange hält die Antihaftbeschichtung?

Bei diesem Gerät war sie nach 20 Broten an zwei Stellen um die Knethakenachse abgetragen, nachdem einmal ein Metalllöffel verwendet worden war, und das Brot klebte an. Ein Ersatzbehälter kostete 24 Euro, ein Knethaken 8.

Geprüft im Juli 2026