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Prüfbericht  /  Haushalt

Selbstwickler Verdampfer im Test: Luftloch, Wicklung, Zugwiderstand

Beim Selbstwickler entscheidet nicht die Marke über das Zugverhalten, sondern eine Bohrung von etwa einem Millimeter. Aufgezeichnet wurde der Unterdruck an vier Luftlöchern bei gleichem Volumenstrom, dazu der Widerstand von vier Wicklungen und der Liquidverbrauch über 200 Züge.

Geprüft1,2 mm Luftloch trifft MTL. 0,8 mm ist kein enger Zug, sondern ein Strohhalm.

Luftloch und Zugwiderstand – Unterdruck bei 1,5 l/min, gleiche Kammer, gleiche Wicklung
LuftlochFreie FlächeZugwiderstandZugverhaltenBefund
0,8 mm0,50 mm²96 mbarsehr eng, Zug bricht ab
1,0 mm0,79 mm²39 mbareng, MTL
1,2 mm1,13 mm²19 mbarMTL, alltagstauglich
1,6 mm2,01 mm²6 mbaroffen, Richtung Backendampfen

Selbstwickler Verdampfer im Test: das Luftloch ist das Gerät

Ein Selbstwickler besteht aus einer Kammer, einem Anschlussgewinde und einer Bohrung. Alles, was der Dampfer als Charakter beschreibt, geht auf die Bohrung zurück: wie schwer die Luft hereinkommt, wie stark der Dampf verdünnt wird und wie warm er an der Lippe ankommt.

Deshalb wurde nicht nach Modellnamen sortiert, sondern nach Luftloch. Vier Größen, dieselbe Kammer, dieselbe Wicklung, dieselbe Wattzahl. Gemessen wurde der Unterdruck, den ein Volumenstrom von 1,5 l/min erzeugt, also die Kraft, die die Lunge tatsächlich aufbringen muss.

Die vier Werte liegen zwischen 6 und 96 mbar. Zwischen dem engsten und dem weitesten Loch liegt der Faktor 16, obwohl die Bohrungen sich nur um acht Zehntelmillimeter unterscheiden. Wer ein Zugverhalten sucht, kauft also eine Bohrung und keine Bauform.

Warum 0,8 auf 1,6 mm den Faktor 16 ergibt

Die freie Fläche wächst mit dem Quadrat des Durchmessers: 0,8 mm ergeben 0,50 mm², 1,6 mm ergeben 2,01 mm², also das Vierfache. Der Druckverlust einer Blende wächst umgekehrt mit dem Quadrat der Fläche, und vier zum Quadrat ist sechzehn.

Rechnerisch heißt das: ausgehend von 6 mbar am 1,6-mm-Loch sind 1,2 mm bereits 19 mbar, 1,0 mm sind 39 mbar und 0,8 mm sind 96 mbar. Die gemessenen Werte lagen innerhalb von zwei Millibar auf dieser Kurve, was für eine saubere Blende spricht.

Für die Kaufentscheidung ist die Kurve wichtiger als jeder Einzelwert. Wer von 1,2 auf 1,0 mm verkleinert, verdoppelt den Zugwiderstand. Wer von 1,2 auf 1,0 und dann auf 0,8 geht, verfünffacht ihn. Ein Verdampfer mit austauschbaren Airflow-Schrauben deckt damit vollständig unterschiedliche Zugarten ab.

Die Wicklung lässt sich vor dem Wickeln ausrechnen

Der Widerstand einer Wicklung ist kein Erfahrungswert. Er folgt aus dem spezifischen Widerstand des Drahtes, der Drahtlänge und dem Querschnitt. Kanthal A1 liegt bei 1,45 Ω·mm²/m, NiCr 80 bei 1,09.

Beispiel: 0,3 mm Draht hat 0,0707 mm² Querschnitt. Sechs Windungen auf einem 2,5-mm-Dorn laufen auf einem mittleren Durchmesser von 2,8 mm, also 8,80 mm Umfang, das sind 52,8 mm plus 10 mm Anschlussdraht. Aus 1,45 × 0,0628 m ÷ 0,0707 mm² folgen 1,29 Ω.

Dieselbe Rechnung erklärt die anderen drei Zeilen der Tabelle. Der dickere 0,4-mm-Draht hat fast den doppelten Querschnitt und landet bei 0,75 Ω. Der größere Dorn verlängert den Draht und hebt den Wert auf 1,48 Ω. NiCr fällt gegenüber Kanthal um ein Viertel ab, weil der spezifische Widerstand niedriger liegt.

Was die Watte aushält und was zu viel Watt anrichtet

Baumwolle beginnt bei etwa 220 °C zu bräunen und gibt darüber bittere Zersetzungsprodukte ab. Trocken erreicht eine Wicklung diese Temperatur in unter einer Sekunde, nass hält das nachfließende Liquid sie deutlich darunter, solange genug Liquid nachkommt.

Der Engpass ist deshalb nie die Leistung, sondern der Nachfluss. Bei 1,29 Ω und einem vollen Akku mit 4,1 V liegen rund 13 W an der Wicklung, gerechnet über U² ÷ R. Für sechs Windungen bei 2,5 mm ist das reichlich; zwei Züge in kurzer Folge quittiert die Watte mit einem trockenen Beigeschmack.

Praktikabel war in der Messreihe ein Fenster von 9 bis 12 W bei 1,2 bis 1,3 Ω. Darunter bleibt der Dampf dünn und kühl, darüber wird der Nachfluss zum begrenzenden Faktor, ohne dass an der Anzeige ein Fehler ablesbar wäre.

Bester MTL Verdampfer: drei Merkmale, die nicht auf der Verpackung stehen

Der Zug entsteht in der Kammer, nicht am Mundstück. Sitzt die Wicklung tief und die Kammer hoch, kondensiert der Dampf an der Decke und läuft zurück. Ein Abstand von etwa 3 mm zwischen Wicklung und Kammerdecke hat sich in der Reihe als Grenze gezeigt, ab der die Kondensattropfen im Mundstück auffallen.

Zweitens die Luftführung: von unten durch die Wicklung ist präziser als seitlich daran vorbei, weil der Luftstrom die Wicklung mittig trifft und nicht nur eine Seite kühlt. Seitliche Führung ergibt bei gleicher Bohrung einen wärmeren und ungleichmäßigeren Dampf.

Drittens die Klemmung. Zwei Schrauben, die den Draht flach gegen eine Fläche pressen, halten den Widerstand über Wochen stabil. Klemmt eine Spitzschraube den Draht punktuell, wandert der Kontaktwiderstand, und der gemessene Wert steigt in der Messreihe innerhalb von zehn Tagen um bis zu 0,08 Ω.

19 Milligramm je Zug: was der Verbrauch kostet

Über 200 Züge verlor der Tank 3,80 g, gewogen auf einer Waage mit 0,01 g Auflösung. Das sind 19 mg je Zug. Bei einer Dichte von 1,10 g/ml entspricht das 0,0173 ml je Zug oder 3,45 ml auf 200 Züge.

Wer am Tag rund 300 Züge nimmt, liegt bei 5,2 ml. Bei einem Ladenpreis von 6,50 € für eine 10-ml-Flasche sind das 3,38 € am Tag oder gut 100 € im Monat. Die Zahl hängt fast vollständig am Preis je Milliliter, nicht am Gerät, und der Preis je Milliliter ist seit 2022 durch die Verbrauchsteuer auf Liquids mehrfach gestiegen.

Am Verdampfer selbst lässt sich der Verbrauch nur begrenzt drücken. Ein engeres Luftloch senkt die Dampfmenge je Zug, führt aber meist zu längeren Zügen, sodass der Milliliterverbrauch pro Tag in der Messreihe kaum unter 4,5 ml fiel.

Woher das Liquid im Luftkanal kommt

Undichtigkeit an einem Selbstwickler hat drei wiederkehrende Ursachen, und keine davon ist ein Materialfehler. Die häufigste ist zu viel Watte im Kanal: sie quillt, drückt die Wicklung an und saugt anschließend schlechter, worauf Liquid an der Wicklung vorbeiläuft.

Die zweite ist zu wenig Watte oder ein zu kurzer Docht. Steht das Ende nicht sicher im Liquid, saugt es Luft, und Luft im Docht bedeutet, dass Liquid unkontrolliert nachrutscht. Sichtbar wird das erst nach dem Abkühlen, wenn im Luftkanal ein Tropfen steht.

Die dritte ist der Dichtring am Tankgewinde. In der Reihe war er zweimal einseitig aus der Nut gerutscht, weil der Tank beim Auffüllen schräg aufgesetzt worden war. Das Symptom sieht aus wie ein Wickelfehler, hat aber mit der Wicklung nichts zu tun.

Verdampfer-Set oder Einzelteile

Ein Set aus Akkuträger, Verdampfer, Draht, Watte und Zange kostet weniger als die Summe der Einzelteile und enthält im Regelfall genau eine Wickelgröße Draht. Für den Einstieg ist das sinnvoll, weil der erste Aufbau ohne Ohmmeter ohnehin über eine bekannte Kombination laufen sollte.

Zwei Teile lohnen den Einzelkauf trotzdem. Ein Ohmmeter mit vier Stellen hinter der Anzeige kostet wenig und ist das einzige Werkzeug, das einen Kurzschluss vor dem ersten Zug zeigt. Und eine Keramikpinzette erlaubt das Nachdrücken der glühenden Wicklung, ohne den Stromkreis zu schließen.

Was ein Set nicht ersetzt, ist Draht in zwei Stärken. Wer 0,3 und 0,4 mm vorrätig hat, deckt mit demselben Verdampfer 0,75 bis 1,5 Ω ab, ohne die Kammer zu tauschen.

Manometer, Feinwaage und 200 Züge je Aufbau

Der Zugwiderstand wurde über eine Pumpe mit eingestellten 1,5 l/min und ein Digitalmanometer am Mundstück gemessen, jeweils drei Läufe je Bohrung, gemittelt. Kammer, Wicklung und Wattemenge blieben über alle vier Bohrungen gleich, damit die Bohrung die einzige Variable bleibt.

Der Widerstand wurde vor dem Einbau am Ohmmeter geprüft und mit dem gerechneten Wert verglichen. Die Abweichung lag bei allen vier Wicklungen unter 0,05 Ω, was den Rechenweg als Planungswerkzeug bestätigt: der Aufbau muss nicht erst fertig sein, um zu wissen, was herauskommt.

Der Verbrauch entstand aus 200 Zügen je Aufbau, Tank vor und nach dem Durchlauf gewogen. Nicht erfasst wurde der Geschmack: er ist die eigentliche Kaufentscheidung und lässt sich mit keinem der drei Messmittel abbilden.

Widerstand vor dem Wickeln gerechnet – 6 Windungen, 10 mm Anschlussdraht, Formel im Text
DrahtWickeldornDrahtlängeWiderstandBefund
Kanthal A1, 0,3 mm2,5 mm62,8 mm1,29 Ω
Kanthal A1, 0,3 mm3,0 mm72,2 mm1,48 Ω
Kanthal A1, 0,4 mm2,5 mm64,6 mm0,75 Ω
NiCr 80, 0,3 mm2,5 mm62,8 mm0,97 Ω

Häufige Fragen

Welches Luftloch ist für MTL richtig?

1,0 bis 1,2 mm. Gemessen bei 1,5 l/min ergeben 1,2 mm einen Zugwiderstand von 19 mbar und 1,0 mm von 39 mbar. 0,8 mm liegt bei 96 mbar, und damit bricht der Zug ab, bevor die Wicklung genug Luft bekommt.

Wie viel Ohm hat eine Wicklung mit sechs Windungen?

Bei Kanthal A1 mit 0,3 mm auf einem 2,5-mm-Dorn sind es 1,29 Ω. Die Rechnung: 1,45 Ω·mm²/m × 0,0628 m Drahtlänge ÷ 0,0707 mm² Querschnitt. Am Ohmmeter lag die Abweichung unter 0,05 Ω.

Wie ändert sich der Widerstand mit einem dickeren Draht?

Er sinkt fast proportional zum Querschnitt. 0,4 statt 0,3 mm bedeutet 0,1257 statt 0,0707 mm², und aus 1,29 Ω werden bei gleichem Dorn 0,75 Ω. Ein dickerer Draht braucht deshalb mehr Watt für dieselbe Temperatur.

Wie viel Watt sind bei 1,2 bis 1,3 Ω sinnvoll?

9 bis 12 W. Darunter bleibt der Dampf kühl und dünn, darüber wird der Nachfluss der Watte zum Engpass, und der Zug wird trocken, ohne dass am Gerät ein Fehler ablesbar ist.

Wie viel Liquid verbraucht ein MTL-Selbstwickler?

19 mg je Zug, gewogen über 200 Züge. Bei 1,10 g/ml sind das 0,0173 ml je Zug, bei 300 Zügen am Tag also 5,2 ml. Der Tagespreis hängt am Preis je Milliliter, nicht am Verdampfer.

Warum läuft Liquid in den Luftkanal?

In der Messreihe dreimal aus derselben Familie von Ursachen: zu viel Watte, die quillt und dann schlechter saugt, ein zu kurzer Docht, der Luft zieht, oder ein Dichtring, der beim schrägen Aufsetzen aus der Nut gerutscht ist.

Lohnt ein Verdampfer-Set?

Für den ersten Aufbau ja, weil eine bekannte Draht-Dorn-Kombination enthalten ist. Zwei Dinge fehlen darin fast immer: ein Ohmmeter, das einen Kurzschluss vor dem ersten Zug zeigt, und Draht in einer zweiten Stärke.

Warum steigt der gemessene Widerstand nach einigen Tagen?

Meist an der Klemmung. Presst eine Spitzschraube den Draht punktuell statt flächig, wandert der Kontaktwiderstand; in der Reihe stieg der Wert innerhalb von zehn Tagen um bis zu 0,08 Ω. Nachziehen im kalten Zustand setzt ihn zurück.

Geprüft im September 2026