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Prüfbericht  /  Haushalt

Pferdefutter für Senioren im Test: Ration, Zucker und Kosten je Tag

Ein Futter für alte Pferde soll das leisten, was schlechte Zähne nicht mehr können: Struktur, die sich ohne Mahlen aufnehmen lässt, und Energie in einer Form, die den Dünndarm nicht überfordert. Beides ist an der Deklaration und mit einer Küchenwaage nachprüfbar. Für vier Produkte wurden Energiegehalt, Zucker und Stärke, Rohfaser und Mineralstoffe aus der Kennzeichnung gelesen, der Tagesbedarf eines 550 Kilogramm schweren Pferdes nachgerechnet und Einweichzeit, Wasseraufnahme und Partikelgröße gemessen.

GeprüftEin Seniormüsli deckt ein Fünftel des Energiebedarfs. Die Grundlage bleibt das Raufutter.

Angaben von den Säcken der Prüfmuster abgelesen; Energie als verdauliche Energie nach Herstellerangabe, Zucker und Stärke addiert
ProduktEnergieZucker plus StärkeRohfaserBefund
Müsli A, getreidefrei9,4 MJ/kg6,8 %18,5 %
Müsli B, mit Getreide11,2 MJ/kg24,1 %9,2 %
Mash C, zum Einweichen10,1 MJ/kg9,4 %16,1 %
Pellets D, Grundfutter9,8 MJ/kg11,2 %14,8 %
Heu, mittlere Qualität7,5 MJ/kg8 bis 12 %28 bis 32 %
Heucobs zum Einweichen8,2 MJ/kg7 bis 10 %26 %

59 Megajoule am Tag, und woher sie kommen

Der Erhaltungsbedarf eines Pferdes wird über das metabolische Körpergewicht gerechnet: 0,52 Megajoule verdauliche Energie je Kilogramm hoch 0,75. Für ein Pferd mit 550 Kilogramm ergibt das 0,52 mal 113,6, also 59 Megajoule am Tag. Leichte Arbeit erhöht den Wert um 15 bis 25 Prozent.

Zehn Kilogramm Heu mittlerer Qualität liefern bei 7,5 Megajoule je Kilogramm 75 Megajoule und decken den Erhaltungsbedarf allein. Zwei Kilogramm Seniormüsli mit 9,4 bis 11,2 Megajoule liefern 19 bis 22 Megajoule, also ein Drittel des Bedarfs, und die üblich empfohlene Menge von 1 bis 1,5 Kilogramm je Mahlzeit entspricht einem Fünftel. Ein Seniormüsli ist damit eine Ergänzung, und die Frage bei einem alten Pferd ist zuerst, ob es genug Raufutter aufnimmt, und erst danach, welches Müsli in den Trog kommt.

Von 6,8 auf 24,1 Prozent Zucker und Stärke

Zucker und Stärke wurden aus der Deklaration addiert, weil beide im Dünndarm zu Glukose führen. Das getreidefreie Müsli lag bei 6,8 Prozent, das Müsli mit Getreide bei 24,1, das Mash bei 9,4 und die Pellets bei 11,2.

Bei einer Mahlzeit von 1,5 Kilogramm bedeutet das 102 gegen 362 Gramm Zucker und Stärke. Als Obergrenze je Mahlzeit werden 1 bis 1,5 Gramm Stärke je Kilogramm Körpergewicht genannt, für ein 550-Kilogramm-Pferd also 550 bis 825 Gramm; beide Werte liegen darunter. Bei einem Pferd mit gestörtem Zuckerstoffwechsel, wie er bei alten Pferden häufiger auftritt, gelten deutlich engere Grenzen, und dann trennt der Unterschied von 102 zu 362 Gramm ein geeignetes von einem ungeeigneten Futter. Diese Zahl steht auf jedem Sack und ist die wichtigste des ganzen Vergleichs.

18,5 Prozent Rohfaser sind kein Heuersatz

Die Rohfaseranteile lagen zwischen 9,2 und 18,5 Prozent, Heu liegt bei 28 bis 32 und Heucobs bei 26. Auch das faserreichste Müsli erreicht damit zwei Drittel des Heuwerts.

Faser ist bei einem Pferd nicht nur Nährstoff, sondern Beschäftigung und Darmfüllung: der Dickdarm arbeitet mit Faser, und die Kauzeit hält die Magensäure in Grenzen.

Nachgerechnet über die Kauzeit: ein Pferd braucht für ein Kilogramm Heu etwa 40 Minuten, für ein Kilogramm Müsli 10. Wer 5 Kilogramm Heu durch 5 Kilogramm Müsli ersetzt, nimmt dem Pferd damit zweieinhalb Stunden Kauzeit am Tag. Für ein Pferd, das Heu nicht mehr kauen kann, ist der Ersatz deshalb eingeweichtes Raufutter und nicht Müsli, und Heucobs kosteten mit 0,62 Euro je Kilogramm ein Viertel.

Vier bis 14 Minuten Einweichzeit

Je 500 Gramm wurden mit Wasser von 20 Grad angesetzt und die Zeit bis zur vollständigen Aufnahme gestoppt: 4 Minuten beim Müsli, 9 beim Mash, 14 bei Heucobs. Die Wasseraufnahme lag bei 1,8, 3,4 und 4,2 Liter je Kilogramm.

Vierzehn Minuten sind im Stallalltag der Unterschied zwischen einem Arbeitsschritt und einem Zeitplan, denn eingeweicht wird vor dem Füttern und nicht währenddessen. Mit Wasser von 40 Grad sanken die Zeiten auf 3, 6 und 9 Minuten. Wichtig ist der zweite Wert: 4,2 Liter Wasser je Kilogramm Heucobs bedeuten, dass aus 2 Kilogramm ein Eimer mit über 10 Litern wird, und im Sommer beginnt eine solche Mischung nach vier Stunden zu gären. Angesetzt wird deshalb je Mahlzeit und nicht für den Tag.

Was durch das Sieb fällt

Die vier Produkte wurden in vier Korngrößenklassen gesiebt. Das Müsli hatte 34 Prozent Anteil über 8 Millimetern, das Mash 11 und Heucobs nach dem Einweichen 3 Prozent; unter 2 Millimetern lagen 18, 39 und 61 Prozent.

Grobe Bestandteile müssen zerkleinert werden, und genau das können abgenutzte oder fehlende Backenzähne nicht mehr. Sichtbar wird das an den Futterresten: bei einem Pferd mit Zahnproblemen finden sich gewickelte Faserröllchen im Trog oder auf dem Boden, weil das Tier den Bissen nicht zerkleinern konnte und ausspuckt. Wer solche Röllchen findet, wechselt nicht das Müsli, sondern lässt die Zähne kontrollieren; danach entscheidet der Befund, ob eingeweichtes Futter nötig ist. Ein Müsli mit 34 Prozent groben Anteilen ist für ein Pferd ohne Kauleistung ungeeignet, auch wenn Senior auf dem Sack steht.

Was Mineralfutter zusätzlich liefert

Bei allen vier Produkten wurden die Angaben zu Kalzium, Phosphor, Selen, Zink und Kupfer mit den Empfehlungen für ein 550-Kilogramm-Pferd verglichen. Bei der auf dem Sack genannten Menge von 1 bis 1,5 Kilogramm je Tag deckten drei der vier Produkte den Bedarf an Zink und Kupfer, keines den an Selen vollständig.

Dahinter steht eine Rechnung: eine Vollversorgung mit Mineralstoffen ist auf eine Fütterungsmenge ausgelegt, die häufig unterschritten wird. Wer 800 Gramm statt 1,5 Kilogramm füttert, gibt gut die Hälfte der Mineralstoffe. Deshalb ist die Frage nach einem zusätzlichen Mineralfutter keine Frage der Marke, sondern der tatsächlich gefütterten Menge, und sie wird mit der Küchenwaage beantwortet und nicht mit dem Messbecher: derselbe Becher fasste beim Müsli 380 Gramm und beim Pellet 640.

1,12 bis 3,40 Euro am Tag

Bei Sackpreisen von 15,50 bis 36,80 Euro für 15 bis 20 Kilogramm liegen die Kilopreise zwischen 0,62 und 2,45 Euro. Für eine tägliche Menge von 1,5 Kilogramm ergibt das 0,93 bis 3,68 Euro, für die häufig gefütterten 2 Kilogramm 1,24 bis 4,90.

Auf das Jahr gerechnet sind das 340 bis 1.790 Euro, und diese Spanne ist größer als der Unterschied in der Zusammensetzung. Bei einem alten Pferd, dessen Grundproblem die Raufutteraufnahme ist, bringt eingeweichtes Heu oder Heucobs für 0,62 Euro je Kilogramm mehr als ein Müsli für 2,45, weil es die fehlende Menge ersetzt statt sie zu ergänzen. Umgekehrt kann bei einem Pferd, das Gewicht verliert, obwohl es Raufutter aufnimmt, ein energiereiches Ergänzungsfutter genau das Richtige sein, und dann ist der Preis je Megajoule das sinnvolle Maß: er lag zwischen 8 und 26 Cent.

Öl, Rübenschnitzel und Leinsamen im Vergleich

Für ein Pferd, das zunehmen soll, wurden drei einfache Zusätze gegen das teuerste Müsli gerechnet. Ein Liter Pflanzenöl liefert etwa 35 Megajoule und kostete 2,20 Euro, also 6 Cent je Megajoule; unmelassierte Rübenschnitzel liefern 9,5 Megajoule je Kilogramm bei 1,10 Euro, also 12 Cent; Leinsamen 20 Megajoule je Kilogramm bei 2,80 Euro, also 14 Cent.

Öl ist damit die billigste Energie und zugleich die, die am wenigsten Volumen braucht, was bei einem Pferd mit geringer Futteraufnahme zählt; angefüttert wird es in Schritten von 50 Millilitern über zwei Wochen bis zu höchstens 100 Millilitern je 100 Kilogramm Körpergewicht. Rübenschnitzel bringen zusätzlich Faser und müssen eingeweicht werden, mit einer Aufnahme von 4 bis 5 Litern Wasser je Kilogramm. Diese Rechnungen ersetzen keine Rationsberatung, aber sie zeigen, dass die Energiefrage bei einem alten Pferd auch ohne Spezialfutter zu lösen ist.

Wozu eine Deklaration nicht reicht

Deklarationen und Küchenwaage beantworten Fragen zur Zusammensetzung, zur Menge, zum Volumen und zum Preis. Sie beantworten nicht, was ein bestimmtes Pferd braucht: Alter allein ist keine Diagnose, und die häufigsten Ursachen für Gewichtsverlust bei alten Pferden sind Zahnprobleme, Störungen des Zuckerstoffwechsels, Erkrankungen von Leber oder Nieren und Parasiten.

Alle vier gehören in tierärztliche Abklärung, und drei davon verändern die Fütterung grundlegend. Was hier belegt ist, sind die Zahlen: 59 Megajoule Erhaltungsbedarf, ein Fünftel davon aus einer Müslimahlzeit, 6,8 gegen 24,1 Prozent Zucker und Stärke, 4 bis 14 Minuten Einweichzeit, 34 Prozent grobe Anteile im Müsli und 0,62 bis 2,45 Euro je Kilogramm. Mit diesen Zahlen lässt sich ein Gespräch in der Praxis führen, und darin liegt ihr Nutzen.

Einweichen von je 500 g mit Wasser von 20 °C, Zeit bis zur vollständigen Aufnahme, Wasseraufnahme durch Wiegen; Partikelgröße durch Sieben in vier Klassen
PrüfpunktMüsli AMash CHeucobsBefund
Einweichzeit bis quellfertig4 min9 min14 min
Wasseraufnahme je kg1,8 l3,4 l4,2 l
Anteil über 8 mm Partikel34 %11 %3 %
Anteil unter 2 mm18 %39 %61 %
Volumen der Mahlzeit nach Quellen2,9 l aus 1 kg4,6 l5,4 l
Preis je Kilogramm2,45 €1,89 €0,62 €
Kosten für 2 kg je Tag4,90 €3,78 €1,24 €

Häufige Fragen

Wie viel Energie braucht ein altes Pferd?

Für den Erhalt 0,52 Megajoule verdauliche Energie je Kilogramm hoch 0,75, bei 550 Kilogramm also 59 Megajoule am Tag; leichte Arbeit erhöht das um 15 bis 25 Prozent. Zehn Kilogramm Heu mittlerer Qualität liefern bereits 75 Megajoule.

Kann ein Seniormüsli Heu ersetzen?

Nein. Zwei Kilogramm liefern 19 bis 22 Megajoule, also ein Drittel des Erhaltungsbedarfs, und die empfohlene Tagesmenge nur ein Fünftel. Beim Rohfaseranteil erreicht auch das faserreichste Müsli mit 18,5 Prozent nur zwei Drittel des Heuwerts von 28 bis 32.

Wie viel Zucker und Stärke sind vertretbar?

Als Obergrenze je Mahlzeit gelten 1 bis 1,5 Gramm Stärke je Kilogramm Körpergewicht, bei 550 Kilogramm also 550 bis 825 Gramm. Die geprüften Futter lagen bei 6,8 bis 24,1 Prozent, in einer Mahlzeit von 1,5 Kilogramm also 102 bis 362 Gramm. Bei gestörtem Zuckerstoffwechsel gelten engere Grenzen.

Wie lange muss eingeweicht werden?

4 Minuten beim Müsli, 9 beim Mash und 14 bei Heucobs mit Wasser von 20 Grad; mit 40 Grad sinken die Zeiten auf 3, 6 und 9. Die Wasseraufnahme liegt bei 1,8 bis 4,2 Liter je Kilogramm, aus 2 Kilogramm Heucobs wird also ein Eimer mit über 10 Litern.

Woran erkennt man, dass die Zähne das Problem sind?

An gewickelten Faserröllchen im Trog oder auf dem Boden: das Pferd konnte den Bissen nicht zerkleinern und spuckt ihn aus. Dann gehören die Zähne kontrolliert, nicht das Müsli gewechselt. Ein Futter mit 34 Prozent Anteilen über 8 Millimetern ist ohne Kauleistung ungeeignet.

Braucht es zusätzlich ein Mineralfutter?

Das hängt an der gefütterten Menge, nicht an der Marke. Bei der auf dem Sack genannten Menge deckten drei von vier Produkten Zink und Kupfer, keines Selen vollständig. Wer 800 Gramm statt 1,5 Kilogramm füttert, gibt gut die Hälfte der Mineralstoffe. Zu wiegen, nicht zu schätzen: derselbe Becher fasste 380 Gramm Müsli und 640 Gramm Pellets.

Was kostet die Fütterung am Tag?

0,93 bis 3,68 Euro bei 1,5 Kilogramm und 1,24 bis 4,90 Euro bei 2 Kilogramm, also 340 bis 1.790 Euro im Jahr. Als Maß für Energie ist der Preis je Megajoule brauchbarer: er lag zwischen 8 und 26 Cent. Heucobs kosteten 0,62 Euro je Kilogramm.

Wie nimmt ein altes Pferd günstig zu?

Über Öl, wenn Raufutter aufgenommen wird: ein Liter liefert etwa 35 Megajoule bei 2,20 Euro, also 6 Cent je Megajoule, gegen 12 Cent bei Rübenschnitzeln und 14 bei Leinsamen. Angefüttert wird in Schritten von 50 Millilitern über zwei Wochen, höchstens 100 Milliliter je 100 Kilogramm Körpergewicht.

Wann gehört das Pferd in die Praxis?

Bei Gewichtsverlust immer. Die häufigsten Ursachen bei alten Pferden sind Zahnprobleme, Störungen des Zuckerstoffwechsels, Erkrankungen von Leber oder Nieren und Parasiten; drei davon verändern die Fütterung grundlegend. Alter allein ist keine Diagnose.

Geprüft im Juli 2026