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Prüfbericht  /  Haushalt

Homematic IP Rauchwarnmelder im Test: Alarm, Reaktion, Funk

Ein Rauchwarnmelder wird an zwei Zahlen gemessen: wie schnell er reagiert und wie laut er ist. Bei einem vernetzten Melder kommt eine dritte hinzu, nämlich die Zeit, bis die anderen Melder mitziehen. Alle drei wurden mit Prüfaerosol, Schallpegelmesser und einer Aufnahme mit 240 Bildern je Sekunde bestimmt.

Geprüft14 Sekunden bis zum Alarm und 1,8 Sekunden Weiterleitung an den zweiten Melder. Die Batterie ist fest verbaut, zehn Jahre sind das Ende.

Zwei Melder in einem Raum von 16 m², Prüfaerosol aus der Dose in 30 cm Abstand unter dem Melder, je fünf Durchgänge
MessgrößeWertAnforderungBemerkungBefund
Zeit bis zum Alarm14 skeine feste ZeitPrüfaerosol, Mittel aus 5
Weiterleitung an zweiten Melder1,8 skeine AngabeAufnahme mit 240 B/s
Schalldruck in 1 m94 dBentfälltSchallpegelmesser
Schalldruck in 3 m85 dBmindestens 85 dB in 3 mNorm für Rauchwarnmelder
Schalldruck hinter geschlossener Tür58 dBentfälltZimmertür, 40 mm
Durchmesser und Höhe112 × 33 mmentfälltMessschieber

Vierzehn Sekunden bis zum Alarm

Als Auslöser diente Prüfaerosol aus der Dose, das in 30 Zentimetern Abstand unter den Melder gesprüht wurde, mit einem Sprühstoß von einer Sekunde. Über fünf Durchgänge dauerte es 12 bis 17 Sekunden, im Mittel 14, bis der Alarm einsetzte.

Diese Zeit ist eine Eigenschaft der Auswertung im Gerät und nicht der Empfindlichkeit der Messkammer: ein Melder wartet bewusst einige Sekunden und prüft, ob das Signal bestehen bleibt, weil ein kurzer Rauchstoß sonst jeden Toaster zum Auslöser machen würde. Vierzehn Sekunden liegen im üblichen Bereich; Melder mit 5 Sekunden Reaktionszeit haben regelmäßig mehr Fehlalarme.

85 Dezibel in drei Metern

Der Schallpegelmesser zeigt in einem Meter Abstand 94 Dezibel und in drei Metern 85. Die Norm für Rauchwarnmelder verlangt mindestens 85 Dezibel in drei Metern Entfernung, und das Gerät erfüllt diesen Wert genau.

Praktisch entscheidend ist der Weg zum schlafenden Menschen. Hinter einer geschlossenen Zimmertür von 40 Millimetern Dicke kamen noch 58 Dezibel an, was zum Wecken eines Erwachsenen im Regelfall genügt, bei Kindern und bei Menschen mit eingeschränktem Gehör aber nicht verlässlich ist. Genau deshalb schreiben die Landesbauordnungen einen Melder in jedem Schlafraum vor und nicht nur einen im Flur.

1,8 Sekunden bis der zweite mitzieht

Zwei Melder wurden vernetzt und mit einer Aufnahme bei 240 Bildern je Sekunde gefilmt, während einer ausgelöst wurde. Zwischen dem ersten Signalton des auslösenden Melders und dem ersten Ton des zweiten lagen 430 bis 460 Bilder, also 1,8 bis 1,9 Sekunden. Für einen Brand ist das ohne Belang, für die Wirkung im Haus nicht: ein Melder im Keller weckt allein niemanden im Obergeschoss, ein vernetzter tut es nach zwei Sekunden. Die Vernetzung läuft hier über Funk und nicht über Kabel, was die Nachrüstung in einem bewohnten Haus überhaupt erst möglich macht. Reichweite und Verhalten bei Störungen stehen in Abschnitt 05.

Wovon der Melder fehlalarmiert

Sechs typische Störgrößen wurden je fünfmal geprüft. Wasserdampf vom Kochtopf in 1,5 Metern löste nie aus, Duschdampf bei offener Badtür in 2 Metern einmal von fünf, stark gebräuntes Toastbrot in 2 Metern dreimal. Zigarettenrauch in einem Meter löste nicht aus, Kerzenrauch nach dem Auspusten in einem halben Meter zweimal.

Der klare Spitzenreiter war Bohrstaub: vier von fünf Versuchen ergaben Alarm. Wer in einem Raum bohrt oder schleift, deckt den Melder deshalb ab und nimmt die Abdeckung danach sofort wieder herunter, weil ein abgedeckter Melder genau das Gegenteil von einem Melder ist. Für die Küche folgt aus den Toastwerten die übliche Empfehlung: Melder nicht in der Küche, sondern im Flur davor.

Funkreichweite und was sie begrenzt

Die beiden Melder hielten die Verbindung im Freien über 180 Meter, im Gebäude über zwei Geschossdecken aus Stahlbeton und 14 Meter Abstand. Über drei Decken brach die Verbindung ab, was sich mit einem dritten Melder im mittleren Geschoss beheben ließ, der als Zwischenstation arbeitet.

Nachgeprüft wurde die Meldung eines Verbindungsabbruchs: nach dem Ausschalten eines Melders zeigte die Zentrale den Ausfall nach 4:20 Minuten. Ohne Zentrale, also im rein direkten Verbund, blieb ein Verbindungsabbruch unbemerkt. Wer die Vernetzung als Sicherheitsmerkmal ernst nimmt, braucht deshalb die Überwachung, und die ist an das System gebunden.

Die Batterie ist das Ablaufdatum

Die Batterie ist fest verbaut und nach Angabe für zehn Jahre ausgelegt. Der Melder trägt ein Herstellungsdatum, und aus diesem ergibt sich das Ende: nach zehn Jahren wird das Gerät ausgetauscht, nicht die Batterie. Bei einem Preis von 48 Euro je Melder sind das 4,80 Euro im Jahr.

Ein Melder mit wechselbarer Batterie kostet 15 bis 25 Euro, verlangt aber alle ein bis zwei Jahre eine neue Zelle für 1 Euro und ein Piepen als Erinnerung, das erfahrungsgemäß nachts beginnt. Die fest verbaute Bauart ist damit kein Nachteil, sondern eine andere Kostenverteilung. Zu beachten ist nur das Datum: ein 2019 gekaufter Melder ist 2029 abzulösen, und dieses Datum gehört auf das Gerät geschrieben.

Was das Smart-Home daraus macht

Mit einer Zentrale im Netz kann der Melder mehr als lärmen. Geprüft wurden drei Verknüpfungen: eine Meldung auf das Telefon, das Einschalten aller Lampen im Flur und das Öffnen eines Rollladens. Die Meldung auf dem Telefon kam 3,4 Sekunden nach dem Alarm an, das Licht schaltete nach 1,1 Sekunden, der Rollladen begann nach 1,6 Sekunden zu fahren.

Zwei Dinge sind daran wichtig. Der Alarm selbst läuft ohne Zentrale, ohne Netz und ohne Strom, weil er im Gerät entsteht; ausgefallen ist bei einem gezogenen Netzstecker der Zentrale nur die Meldung auf das Telefon, nicht der Ton und nicht die Weiterleitung an die anderen Melder. Und Licht im Fluchtweg ist die sinnvollste dieser Verknüpfungen: in einem verrauchten Flur ist Sicht das erste, was fehlt, und ein Rollladen, der auffährt, kann in einem Erdgeschoss auch die Feuerwehr am Zugang unterstützen.

Montage nach den Regeln

Ein Melder gehört an die Decke in die Raummitte, mindestens 50 Zentimeter von Wänden und Einbauten entfernt. Nachgeprüft wurde die Wirkung eines zu geringen Wandabstands: 20 Zentimeter neben der Wand montiert verlängerte sich die Reaktionszeit im Prüfaerosol von 14 auf 26 Sekunden, weil in der Ecke ein Luftpolster steht.

In Räumen mit Dachschräge gilt ein Abstand von 50 bis 100 Zentimetern vom höchsten Punkt, weil sich direkt in der Spitze ebenfalls warme Luft staut. Der Melder wird mit zwei Schrauben oder mit dem beiliegenden Klebepad befestigt; das Klebepad hielt an einer weiß gestrichenen Betondecke im Zugversuch 34 Newton und an einer Raufasertapete 11, wo es nach drei Wochen abfiel.

Was am Gerät geprüft werden kann

Auf dem Melder steht die Prüfnorm für Rauchwarnmelder mit einer Prüfnummer, und darin liegt der wesentliche Nachweis: eine Prüfstelle hat das Gerät mit genormten Prüfbränden untersucht, mit schwelendem Holz, brennendem Kunststoff und Flüssigkeitsbränden. Ein Prüfaerosol aus der Dose ersetzt das nicht, es prüft nur, ob die Kammer und die Auswertung arbeiten.

Die Prüftaste am Gerät prüft ebenfalls nicht die Rauchkammer, sondern nur Elektronik und Signalgeber. Beide Prüfungen sind trotzdem sinnvoll, und die zweite ist die einzige, die man selbst regelmäßig machen sollte: einmal im Jahr drücken, dazu die Sichtprüfung auf Staub und die Kontrolle des Datums.

Das steht so auch in der zugehörigen Anwendungsnorm, die zusätzlich eine jährliche Prüfung durch den Betreiber vorsieht.

Was Prüfaerosol nicht ersetzt

Mit Prüfaerosol, Schallpegelmesser und Stoppuhr lassen sich Reaktionszeit, Lautstärke und Vernetzung bestimmen. Das Verhalten bei einem echten Brand kann so nicht geprüft werden, weil dafür genormte Prüfbrände in einer Prüfkammer nötig sind und die Rauchdichte dort definiert gesteigert wird.

Ebenso offen bleibt die Alterung der Messkammer über zehn Jahre. Staub und Insekten sind bei optischen Rauchmeldern die Hauptursache für nachlassende Empfindlichkeit und für Fehlalarme, und beides tritt nicht in vier Wochen auf. Wer die Melder eines Hauses im Blick behalten will, prüft sie jährlich mit der Taste, notiert das Datum und tauscht nach zehn Jahren; das ist die vollständige Wartung, die dieses Bauteil verlangt.

Fehlalarme und Störgrößen, je fünf Versuche, Melder an der Decke in üblicher Montagehöhe
AuslöserAbstandAlarmBemerkungBefund
Wasserdampf vom Kochtopf1,5 m0 von 5sichtbarer Dampf
Wasserdampf, Dusche mit offener Tür2,0 m1 von 5nach 4 min
Toastbrot, stark gebräunt2,0 m3 von 5innerhalb 40 s
Zigarettenrauch, eine Zigarette1,0 m0 von 5kein Alarm
Kerzenrauch nach dem Auspusten0,5 m2 von 5innerhalb 15 s
Staub beim Bohren1,0 m4 von 5Melder vorher abdecken

Häufige Fragen

Wie schnell löst der Melder aus?

Im Mittel nach 14 Sekunden, mit Werten zwischen 12 und 17 über fünf Durchgänge mit Prüfaerosol. Die Verzögerung ist gewollt: das Gerät prüft, ob das Signal bestehen bleibt, weil sonst jeder kurze Rauchstoß Alarm auslösen würde.

Wie laut ist der Alarm?

94 dB in einem Meter und 85 dB in drei Metern, womit er die Anforderung der Norm genau erfüllt. Hinter einer geschlossenen Zimmertür von 40 mm Dicke kamen 58 dB an, was bei Kindern und eingeschränktem Gehör nicht verlässlich weckt.

Wie schnell ziehen die anderen Melder mit?

Nach 1,8 bis 1,9 Sekunden, bestimmt aus einer Aufnahme mit 240 Bildern je Sekunde. Damit weckt ein Melder im Keller auch das Obergeschoss, was ein einzelner Melder nicht leisten kann.

Wovon gibt es Fehlalarme?

Vor allem von Bohrstaub, der in vier von fünf Versuchen auslöste, und von stark gebräuntem Toastbrot in drei von fünf. Kochdampf und Zigarettenrauch löste nie aus, Duschdampf bei offener Badtür einmal von fünf. Beim Bohren wird der Melder abgedeckt und die Abdeckung danach sofort entfernt.

Wie weit reicht die Funkverbindung?

180 Meter im Freien, im Gebäude über zwei Stahlbetondecken und 14 Meter. Über drei Decken brach sie ab und ließ sich mit einem dritten Melder im mittleren Geschoss als Zwischenstation wiederherstellen.

Lässt sich die Batterie wechseln?

Nein, sie ist fest verbaut und für zehn Jahre ausgelegt. Nach zehn Jahren ab Herstellungsdatum wird das Gerät ausgetauscht; bei 48 Euro je Melder sind das 4,80 Euro im Jahr. Das Datum gehört auf das Gerät geschrieben.

Wohin gehört der Melder?

An die Decke in die Raummitte, mindestens 50 cm von Wänden entfernt. 20 cm neben der Wand montiert verlängerte sich die Reaktionszeit von 14 auf 26 Sekunden. In Räumen mit Dachschräge gilt 50 bis 100 cm Abstand vom höchsten Punkt, und in die Küche gehört keiner.

Was prüft die Taste am Gerät?

Nur Elektronik und Signalgeber, nicht die Rauchkammer. Trotzdem ist die jährliche Prüfung sinnvoll, zusammen mit der Sichtprüfung auf Staub und der Kontrolle des Herstellungsdatums; die zugehörige Anwendungsnorm sieht eine jährliche Prüfung durch den Betreiber vor.

Geprüft im Juli 2026