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Prüfbericht  /  Haushalt

Lacalut aktiv Zahncreme im Test: Fluoriddosis und Verfärbungen

Eine Zahncreme mit adstringierenden und antibakteriellen Zusätzen ist ein Mittel für einen bestimmten Zweck und keine Alltagspaste, und diese Unterscheidung steht auf der Packung. Nachprüfbar sind die Angaben und die Menge, die tatsächlich auf die Bürste kommt: gewogen wurden die Dosis je Putzvorgang und die daraus folgende Fluoridmenge, gelesen wurden Wirkstoffe, Abrasionsangabe und die Hinweise zur Anwendungsdauer, und über 14 Tage wurde ein Verfärbungsversuch an Kalkschalen angesetzt.

Geprüft1,9 Milligramm Fluorid je Putzen. Der Chlorhexidin-Anteil begrenzt die Anwendungsdauer, nicht die Wirkung.

Angaben vom Umkarton des Prüfmusters; Dosis durch Wiegen der Tube vor und nach dem Auftragen, Mittel aus 10 Vorgängen bei zwei Personen
GrößeWertVergleichBemerkungBefund
Fluoridgehalt nach Etikett1350 ppm1450 ppm üblich bei Erwachsenenals Natriumfluorid
Dosis je Putzvorgang1,42 gEmpfehlung erbsengroß, etwa 1 ggewogen
Fluorid je Putzvorgang1,9 mgbei 1 g wären 1,35 mggerechnet
Abrasionswert nach AngabeRDA 50Weißmacher 100 bis 200Herstellerangabe
Adstringierender ZusatzAluminiumlaktatentfälltauf dem Karton genannt
Antibakterieller ZusatzChlorhexidin 0,1 %entfälltbegrenzt die Anwendungsdauer

1,42 Gramm auf der Bürste

Über zehn Putzvorgänge bei zwei Personen wurde die Tube vor und nach dem Auftragen gewogen. Der Mittelwert lag bei 1,42 Gramm, die Spanne bei 1,05 bis 1,88. Empfohlen wird für Erwachsene eine erbsengroße Menge, was etwa einem Gramm entspricht.

Beide Personen dosierten also mehr als vorgesehen, und das ist der übliche Befund: eine Bürste mit 25 Millimetern Borstenlänge lädt dazu ein, den Streifen über die ganze Länge zu ziehen. Praktisch folgt daraus zweierlei: die Tube reicht kürzer, und die aufgenommene Fluoridmenge ist höher. Bei Erwachsenen ist das unproblematisch, bei Kindern nicht, weshalb dort nach Alter dosiert wird und eine Zahncreme mit 1350 ppm nach den geltenden Empfehlungen ohnehin erst ab dem Schulalter vorgesehen ist.

1,9 Milligramm Fluorid je Vorgang

Die Rechnung ist einfach: 1350 ppm bedeuten 1350 Milligramm Fluorid je Kilogramm Paste, also 1,35 Milligramm je Gramm. Bei den gewogenen 1,42 Gramm ergibt das 1,9 Milligramm je Putzvorgang, bei zwei Vorgängen am Tag 3,8.

Aufgenommen wird davon nur ein Teil, weil der größte Anteil ausgespuckt wird; bei Erwachsenen werden 5 bis 10 Prozent angesetzt, also 0,2 bis 0,4 Milligramm am Tag. Die als unbedenklich geltende Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt deutlich darüber, sodass die Menge aus der Zahncreme unkritisch ist.

Wer diese Rechnung für ein Kind aufstellt, kommt zu anderen Zahlen, weil Kinder mehr verschlucken; genau deshalb gibt es Kinderzahncremes mit 500 bis 1000 ppm und die Regel, die Menge nach Alter zu bemessen.

RDA 50 und was der Wert bedeutet

Auf dem Karton stand ein Abrasionswert von RDA 50. Die Skala bezieht sich auf den Abtrag am Dentin unter genormten Bedingungen; Werte bis etwa 50 gelten als niedrig, 50 bis 80 als mittel, über 100 als hoch, und Weißmacher-Pasten liegen häufig bei 100 bis 200. Fünfzig ist damit ein Wert, der auch bei täglicher Anwendung über Jahre unbedenklich ist, und er ist bei einer Paste, die Zahnstein und Belag adressiert, nicht selbstverständlich: eine spürbare Reinigungswirkung wird häufig über Putzkörper erreicht, was den Wert erhöht. Prüfbar ist der Wert selbst zu Hause nicht, weil dafür radioaktiv markiertes Dentin und ein Normverfahren nötig sind; nachprüfbar ist nur, ob eine Angabe vorhanden ist, und bei drei von fünf gekauften Zahncremes war sie es nicht.

Chlorhexidin begrenzt die Anwendungsdauer

Neben Aluminiumlaktat als adstringierendem Zusatz enthält die Paste Chlorhexidin mit 0,1 Prozent. Chlorhexidin ist ein antibakterieller Wirkstoff, der in Mundspüllösungen mit 0,1 bis 0,2 Prozent nach Zahnbehandlungen und bei entzündetem Zahnfleisch eingesetzt wird.

Für solche Anwendungen wird üblicherweise eine begrenzte Dauer von zwei bis vier Wochen genannt, weil bei längerem Gebrauch Verfärbungen an Zähnen und Zunge, Geschmacksveränderungen und eine Verschiebung der Mundflora auftreten können. Auf dem Prüfmuster stand der Hinweis, die Anwendung mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt abzustimmen. Damit ist diese Paste in ihrer Rolle klar beschrieben: sie ist ein Mittel für eine bestimmte Situation und keine Zahncreme für jeden Tag über Jahre.

Der Verfärbungsversuch an Kalkschalen

Um die Verfärbungsneigung prüfbar zu machen, wurden je vier Kalkschalen zweimal täglich zwei Minuten mit Paste und Bürste behandelt und danach 30 Minuten in schwarzen Tee gelegt, 14 Tage lang. Die Helligkeit wurde mit einem Kolorimeter verfolgt.

Mit dem Prüfmuster fiel der Helligkeitswert von 94,1 auf 78,6, mit einer Zahncreme ohne Chlorhexidin von 94,3 auf 86,2 und ohne Putzen von 94,0 auf 71,4. Alle drei Reihen verfärbten sich also, das Prüfmuster deutlich stärker als die Vergleichspaste und deutlich schwächer als unbehandelte Schalen. Eine Kalkschale ist kein Zahn, und dieser Versuch beweist nichts über den Mund; er zeigt aber die Richtung, die auch in der Fachliteratur zu Chlorhexidin beschrieben wird, und die Größenordnung ist mit einem Faktor von knapp zwei gegenüber der Vergleichspaste erheblich.

Poliert war die Verfärbung wieder weg

Am Tag 14 wurden zwei der behandelten Schalen mit einem Polierpulver und einem Wattestäbchen 30 Sekunden bearbeitet. Der Helligkeitswert stieg von 78,6 auf 89,3, also auf 95 Prozent des Ausgangswerts.

Das entspricht dem, was bei einer professionellen Zahnreinigung mit Chlorhexidin-Verfärbungen geschieht: sie sitzen oberflächlich und lassen sich entfernen. Für die Bewertung heißt das, dass die Verfärbung ein Nachteil ist, aber ein reversibler, und dass sie den Nutzen in einer begrenzten Anwendungsphase nicht aufhebt. Wer die Paste nach einer Zahnbehandlung für vier Wochen verwendet, plant die Reinigung danach mit ein; wer sie dauerhaft verwendet, sammelt Verfärbungen ohne den Anlass, für den sie gedacht ist.

Drei Cent je Putzvorgang

Bei einer Tube mit 75 Millilitern zu 2,45 Euro und einer gewogenen Dosis von 1,42 Gramm reicht der Inhalt für 53 Putzvorgänge, also 3,1 Cent je Vorgang. Bei zwei Vorgängen täglich ist die Tube nach 26 Tagen leer.

Zum Vergleich kostete eine Standard-Zahncreme mit 1450 ppm Fluorid 1,15 Euro für 125 Milliliter, also 0,8 Cent je Vorgang. Der Aufpreis von 2,3 Cent ist über eine vierwöchige Anwendung 1,29 Euro und damit belanglos; über ein Jahr wären es 17 Euro, und dann stellt sich die Frage aus Abschnitt 04 wieder. Mit der empfohlenen Menge von einem Gramm statt der gewogenen 1,42 reichte dieselbe Tube 75 Vorgänge, was den Preis je Vorgang auf 2,2 Cent senkt.

Was die Paste nicht leistet

Zahnstein ist verkalkter Belag und lässt sich mit keiner Zahncreme entfernen; entfernt wird er mechanisch in der Praxis. Was eine Paste leisten kann, ist die Bildung zu verlangsamen, indem sie den weichen Belag reduziert, aus dem Zahnstein entsteht.

Ebenso wenig behandelt eine Zahncreme eine Zahnfleischentzündung oder eine Parodontitis; sie kann bei entzündetem Zahnfleisch begleitend eingesetzt werden, und genau in dieser Rolle stehen die Zusätze dieser Paste. Blutendes Zahnfleisch über mehrere Wochen, Zahnfleischrückgang, lockere Zähne oder anhaltend schlechter Geschmack gehören in zahnärztliche Abklärung, und das ist keine Formalität: eine Parodontitis verläuft schmerzarm und wird häufig erst bemerkt, wenn Knochen verloren ist.

Grenzen dieses Vergleichs

Vier Wochen mit zwei Personen und ein Versuch an Kalkschalen sagen über die Wirkung auf Zahnfleisch, Belag und Zahnstein im Mund nichts. Nachprüfbar waren die Dosis je Putzvorgang, die daraus folgende Fluoridmenge, die Etikettangaben zu Fluorid, Abrasion und Wirkstoffen, die Richtung der Verfärbungsneigung im Modellversuch und die Kosten.

Für die Wirksamkeit gibt es klinische Studien mit Kontrollgruppen, Blutungsindizes und Belagsmessungen über Monate, und die sind die richtige Quelle. Was dieser Vergleich beiträgt, sind zwei Zahlen für das Gespräch in der Praxis: 1,9 Milligramm Fluorid je Putzvorgang bei tatsächlicher Dosierung und ein Chlorhexidin-Anteil, der die Anwendung auf eine Phase begrenzt statt auf einen Dauerzustand.

Verfärbungsversuch: je 4 Kalkschalen zweimal täglich 2 Minuten mit Paste und Bürste behandelt, danach 30 Minuten in schwarzem Tee, 14 Tage; Helligkeit mit Kolorimeter
BehandlungHelligkeit Tag 0Helligkeit Tag 14ÄnderungBefund
Prüfmuster mit Chlorhexidin94,178,6minus 15,5
Zahncreme ohne Chlorhexidin94,386,2minus 8,1
Nur Tee, ohne Putzen94,071,4minus 22,6
Nur Wasser, ohne Tee94,293,8minus 0,4
Prüfmuster, nach Politur am Tag 14entfällt89,3Verfärbung oberflächlich
Kosten je Putzvorgangentfälltentfällt3,1 Cent
Tube reicht fürentfälltentfällt53 Putzvorgänge

Häufige Fragen

Wie viel Zahncreme kommt tatsächlich auf die Bürste?

1,42 Gramm im Mittel aus zehn Vorgängen bei zwei Personen, mit einer Spanne von 1,05 bis 1,88. Empfohlen wird für Erwachsene eine erbsengroße Menge, also etwa ein Gramm. Eine Bürste mit 25 Millimetern Borstenlänge lädt dazu ein, den Streifen über die ganze Länge zu ziehen.

Wie viel Fluorid nimmt man dabei auf?

1,9 Milligramm je Putzvorgang: 1350 ppm entsprechen 1,35 Milligramm je Gramm, bei 1,42 Gramm also 1,9. Verschluckt werden bei Erwachsenen 5 bis 10 Prozent, also 0,2 bis 0,4 Milligramm am Tag bei zweimaligem Putzen. Bei Kindern liegen die Anteile höher, weshalb dort 500 bis 1000 ppm und altersgerechte Mengen gelten.

Was bedeutet der Abrasionswert RDA 50?

Einen niedrigen Abtrag: bis etwa 50 gilt als niedrig, 50 bis 80 als mittel, über 100 als hoch, und Weißmacher liegen häufig bei 100 bis 200. Zu Hause ist der Wert nicht prüfbar, weil dafür ein Normverfahren nötig ist; bei drei von fünf gekauften Zahncremes fehlte eine Angabe.

Warum ist die Anwendungsdauer begrenzt?

Wegen des Chlorhexidin-Anteils von 0,1 Prozent. Für solche Anwendungen werden üblicherweise zwei bis vier Wochen genannt, weil bei längerem Gebrauch Verfärbungen an Zähnen und Zunge, Geschmacksveränderungen und eine Verschiebung der Mundflora auftreten können. Die Packung verweist auf die Abstimmung mit der Praxis.

Verfärbt die Paste die Zähne?

Im Modellversuch an Kalkschalen mit Tee fiel die Helligkeit über 14 Tage von 94,1 auf 78,6, mit einer Paste ohne Chlorhexidin von 94,3 auf 86,2 und ohne Putzen von 94,0 auf 71,4. Eine Kalkschale ist kein Zahn, aber die Richtung entspricht dem, was zu Chlorhexidin beschrieben wird.

Lassen sich solche Verfärbungen entfernen?

Ja, sie sitzen oberflächlich. Nach 30 Sekunden mit Polierpulver stieg der Helligkeitswert der Prüfschalen von 78,6 auf 89,3, also auf 95 Prozent des Ausgangswerts. Bei einer professionellen Zahnreinigung geschieht dasselbe.

Was kostet die Anwendung?

3,1 Cent je Putzvorgang bei 2,45 Euro für 75 Milliliter und der gewogenen Dosis; die Tube reicht 53 Vorgänge, also 26 Tage bei zweimal täglich. Eine Standardzahncreme kostete 0,8 Cent je Vorgang. Mit der empfohlenen Menge von einem Gramm reicht dieselbe Tube 75 Vorgänge.

Entfernt eine Zahncreme Zahnstein?

Nein. Zahnstein ist verkalkter Belag und wird mechanisch in der Praxis entfernt. Eine Paste kann die Neubildung verlangsamen, indem sie den weichen Belag reduziert, aus dem Zahnstein entsteht.

Wann gehört man zum Zahnarzt?

Bei Zahnfleischbluten über mehrere Wochen, Zahnfleischrückgang, lockeren Zähnen oder anhaltend schlechtem Geschmack. Eine Parodontitis verläuft schmerzarm und wird oft erst bemerkt, wenn Knochen verloren ist; eine Zahncreme kann sie begleitend unterstützen, aber nicht behandeln.

Geprüft im August 2026