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Prüfbericht  /  Haushalt

Zahnpasta im Test: Fluoridgehalt, Abrasion, pH und Preis

Bei einer Zahnpasta sind drei Angaben nachprüfbar und eine entscheidend. Nachprüfbar sind Fluoridgehalt aus der Deklaration, pH-Wert am Messgerät und die Abrasivität über einen Politurversuch. Entscheidend ist etwas, das nicht in der Tube steckt, und das steht in Abschnitt 08.

Geprüft1.400 ppm Fluorid und mittlere Abrasion. Gegen Zahnfleischentzündung entscheidet die Technik, nicht die Tube.

Angaben von der Tube und eigene Messungen, pH unverdünnt mit Flachelektrode, Abrasion an einer Kunststoffplatte
MessgrößeDiese ZahnpastaStandardzahnpastaWeißmacher-ZahnpastaBefund
Fluoridgehalt1.400 ppm1.450 ppm1.450 ppm
FluoridverbindungNatriumfluoridNatriumfluoridNatriummonofluorphosphat
pH-Wert unverdünnt6,87,48,1
Glanzverlust nach 200 Zügen8 GE6 GE19 GE
Schaumvolumen aus 1,5 g180 ml220 ml240 ml
Preis je 75 ml4,45 €1,45 €3,95 €

Vierzehnhundert ppm Fluorid

Der Fluoridgehalt steht auf der Tube und beträgt 1.400 ppm, also 1.400 Milligramm je Kilogramm. Übliche Erwachsenenzahnpasten liegen zwischen 1.000 und 1.500 ppm, Kinderzahnpasten je nach Alter bei 500 bis 1.000, und Präparate aus der Praxis erreichen 5.000.

Der Kariesschutz durch Fluorid ist die am besten belegte Wirkung einer Zahnpasta überhaupt, und die Dosis-Wirkung ist beschrieben: unterhalb von 1.000 ppm nimmt der Schutz messbar ab. Vierzehnhundert liegen damit im wirksamen Bereich. Wichtiger als der Unterschied zwischen 1.400 und 1.450 ist, dass überhaupt Fluorid enthalten ist: fluoridfreie Zahnpasten gibt es im Handel, und sie verzichten auf genau diesen Effekt.

Acht Glanzeinheiten Abrasion

Die Abrasivität wird üblicherweise als Radioaktiv-Dentin-Abrasion angegeben und in Laboren bestimmt; zu Hause lässt sich ein Vergleich über einen Politurversuch führen. Eine polierte Kunststoffplatte wurde mit 200 Zügen einer weichen Zahnbürste und je 1 Gramm Paste bearbeitet und der Glanzgrad vorher und nachher gemessen.

Der Glanz fiel bei dieser Paste um 8 Glanzeinheiten, bei einer Standardzahnpasta um 6 und bei einer Weißmacher-Zahnpasta um 19. Kunststoff ist nicht Zahnschmelz, aber die Rangfolge ist übertragbar, weil sie am Putzkörper hängt. Damit liegt diese Paste im mittleren Bereich; Weißmacher-Zahnpasten mit hohem Abtrag sind bei freiliegenden Zahnhälsen und empfindlichen Zähnen die falsche Wahl, und dieser Versuch macht den Unterschied sichtbar.

pH 6,8

Unverdünnt mit einer Flachelektrode gemessen liegt der pH-Wert bei 6,8, die Standardpaste bei 7,4 und die Weißmacher-Paste bei 8,1. Zahnschmelz beginnt unterhalb von etwa 5,5 zu demineralisieren, alle drei liegen also deutlich darüber.

Interessant ist der Wert im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt des Putzens. Nach einem säurehaltigen Getränk liegt der pH-Wert im Mund für etwa 30 Minuten unter 5,5, und in dieser Phase ist der Schmelz weich; wer dann putzt, trägt mehr ab. Nachgeprüft mit einer Kunststoffplatte, die 5 Minuten in Zitronensäure bei pH 3,2 lag: der Glanzverlust nach 200 Zügen stieg von 8 auf 21 Glanzeinheiten. Dreißig Minuten warten ist damit die wirksamste Maßnahme im ganzen Ablauf und kostet nichts.

Ein Gramm statt einer Erbse

Drei Personen putzten zwanzigmal, und die Tube wurde vorher und nachher gewogen: im Mittel 1,05 Gramm je Putzvorgang, mit Werten zwischen 0,7 und 1,6. Die empfohlene erbsengroße Menge entspricht etwa 0,25 Gramm.

Der Faktor vier hat zwei Folgen. Erstens die Kosten: bei 1,05 Gramm reicht eine Tube mit 75 Millilitern für 71 Putzvorgänge statt für 300, und die Jahreskosten steigen entsprechend von 11 auf 46 Euro. Zweitens die Wirkung, und die ist nicht besser: Fluorid wirkt über die Kontaktzeit an der Zahnoberfläche, nicht über die Menge, und mehr Paste erzeugt mehr Schaum, der zum früheren Ausspülen verleitet. Bei Kindern ist die Menge zusätzlich eine Frage der Sicherheit, weil sie einen Teil verschlucken.

Ausspülen oder nicht

Fluorid wirkt, solange es an der Zahnoberfläche liegt. Nachgemessen an einem Kunststoffmodell mit Speichelersatz blieb nach dem Putzen und einmaligem Ausspülen mit 20 Millilitern Wasser ein Rückstand von 0,04 Gramm Paste auf der Oberfläche, ohne Ausspülen 0,11 Gramm.

Übertragen auf die Fluoridmenge sind das 56 gegenüber 154 Mikrogramm, die im Mund bleiben. Deshalb lautet die verbreitete zahnmedizinische Empfehlung, nach dem Putzen nicht oder nur mit sehr wenig Wasser auszuspülen und die Paste stattdessen auszuspucken. Das ist eine Gewohnheit, die nichts kostet und die Wirkung derselben Tube etwa verdreifacht, und sie steht auf keiner Verpackung.

Was in dieser Paste zusätzlich steckt

Die Zutatenliste nennt neben dem Putzkörper und Natriumfluorid ein Natriumbicarbonat als weiteren Bestandteil, Feuchthaltemittel, Bindemittel, Tenside und Aromen. Bicarbonat ist der Grund für den salzigen Geschmack, den diese Produktgruppe hat, und für den etwas niedrigeren Schaumwert von 180 statt 220 Millilitern.

Was in der Liste nicht steht, sind arzneilich wirksame Stoffe: eine Zahnpasta ist ein kosmetisches Mittel und darf keine arzneiliche Wirkung ausüben. Aussagen zu Zahnfleischbluten oder Entzündung sind daher als kosmetische Aussagen formuliert, und die belegte Wirkung gegen eine Zahnfleischentzündung liegt in der mechanischen Reinigung und nicht in der Rezeptur. Chlorhexidin, das dafür in der Zahnmedizin verwendet wird, findet sich in Mundspüllösungen aus der Apotheke und nicht in dieser Paste.

Sechs Komma drei Cent je Putzvorgang

Die Tube mit 75 Millilitern kostete 4,45 Euro. Bei einer Dichte von 1,4 Gramm je Milliliter enthält sie 105 Gramm, was bei 1,05 Gramm je Vorgang 71 Putzvorgänge ergibt und damit 6,3 Cent je Mal. Eine Standardzahnpasta für 1,45 Euro liegt bei 1,9 Cent.

Bei zweimal täglichem Putzen sind das im Jahr 46 gegen 14 Euro, also 32 Euro Unterschied. Mit der empfohlenen erbsengroßen Menge von 0,25 Gramm halbieren sich beide Werte mehr als dreifach, auf 11 und 3,30 Euro. Die wirksamste Kostensenkung ist damit dieselbe Maßnahme wie die für die Wirkung: weniger Paste, richtig verteilt.

Was mehr wirkt als jede Tube

Für Zahnfleischgesundheit sind zwei Dinge belegt wirksam, und keines steht in einer Tube: die Reinigung der Zahnzwischenräume und die Putzdauer. Nachgemessen an drei Personen ohne Vorgabe lag die Putzdauer bei 51, 63 und 74 Sekunden; empfohlen sind zwei Minuten, und mit einer Uhr auf dem Waschbecken erreichten dieselben Personen 118 bis 124 Sekunden.

Die Zahnzwischenräume machen etwa 30 Prozent der Zahnoberfläche aus und werden von jeder Bürste nicht erreicht. Nachgeprüft mit Zahnseide nach dem Putzen: an zehn Zwischenräumen ließ sich in allen Fällen Belag entfernen, obwohl unmittelbar davor zwei Minuten geputzt worden war.

Interdentalbürsten in passender Größe oder Zahnseide sind damit der Teil der Pflege, der über Zahnfleisch entscheidet, und die Größe der Bürste wird in einer zahnärztlichen Praxis oder Prophylaxe bestimmt.

Wo eine Glanzmessung endet

Der Politurversuch auf Kunststoff liefert eine Rangfolge und keinen Abrasionswert. Die anerkannte Größe ist die Radioaktiv-Dentin-Abrasion, die in Laboren an Dentinproben bestimmt wird und für die es Grenzwerte gibt; Hersteller nennen sie auf Anfrage, auf der Tube steht sie selten.

Zu Wirkung gegen Zahnfleischbluten, Entzündung oder Karies sagt diese Seite nichts, weil das klinische Studien mit Indizes, Kontrollgruppen und Monaten Beobachtung braucht. Bei blutendem Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang, Mundgeruch oder gelockerten Zähnen ist die zahnärztliche Praxis zuständig, weil eine Parodontitis behandelt und nicht geputzt wird. Was diese Seite liefert, sind vier Zahlen: 1.400 ppm, pH 6,8, 8 Glanzeinheiten und 6,3 Cent.

Verbrauch und Kosten, Tube vor und nach zwanzig Putzvorgängen gewogen, drei Personen
PositionWertRechnungBemerkungBefund
Menge je Putzvorgang1,05 gWiegen der TubeMittel aus 60
Streuung zwischen Personen0,7 bis 1,6 gentfälltErbsengröße wären 0,25 g
Putzvorgänge je Tube7175 ml, Dichte 1,4bei 1,05 g
Kosten je Putzvorgang6,3 ct4,45 € ÷ 71Standardpasta 1,9 ct
Kosten im Jahr, zweimal täglich46 €730 PutzvorgängeStandardpasta 14 €
Aufgenommene Fluoridmenge je Vorgang1,47 mg1,05 g × 1.400 ppmdavon wird ausgespült

Häufige Fragen

Wie viel Fluorid enthält die Zahnpasta?

1.400 ppm als Natriumfluorid. Übliche Erwachsenenzahnpasten liegen bei 1.000 bis 1.500 ppm, Kinderzahnpasten bei 500 bis 1.000 und Präparate aus der Praxis bei 5.000. Unterhalb von 1.000 ppm nimmt der Kariesschutz messbar ab.

Wie stark schmirgelt die Paste?

Im Politurversuch fiel der Glanz einer Kunststoffplatte nach 200 Zügen um 8 Glanzeinheiten, bei einer Standardzahnpasta um 6 und bei einer Weißmacher-Zahnpasta um 19. Die Paste liegt damit im mittleren Bereich.

Wann sollte man nicht putzen?

Innerhalb von 30 Minuten nach säurehaltigen Getränken. Eine Kunststoffplatte, die 5 Minuten in Zitronensäure bei pH 3,2 lag, verlor nach 200 Zügen 21 statt 8 Glanzeinheiten, weil die Oberfläche weich war.

Wie viel Zahnpasta gehört auf die Bürste?

Erbsengroß, also etwa 0,25 Gramm. Drei Personen verwendeten ohne Vorgabe im Mittel 1,05 Gramm, also das Vierfache; das kostet dreifach mehr im Jahr und wirkt nicht besser, weil Fluorid über die Kontaktzeit wirkt und nicht über die Menge.

Soll man nach dem Putzen ausspülen?

Besser nicht oder nur mit sehr wenig Wasser. Am Modell blieben nach einmaligem Ausspülen mit 20 Millilitern 0,04 Gramm Paste zurück, ohne Ausspülen 0,11 Gramm, also 56 gegen 154 Mikrogramm Fluorid im Mund.

Was kostet die Zahnpasta je Anwendung?

6,3 Cent bei 1,05 Gramm je Putzvorgang und 4,45 Euro für 75 Milliliter, also 71 Anwendungen je Tube. Eine Standardzahnpasta liegt bei 1,9 Cent; über ein Jahr sind das 46 gegen 14 Euro.

Hilft die Paste gegen Zahnfleischbluten?

Eine Zahnpasta ist ein kosmetisches Mittel und darf keine arzneiliche Wirkung ausüben; die belegte Wirkung gegen eine Zahnfleischentzündung liegt in der mechanischen Reinigung. Chlorhexidin, das in der Zahnmedizin dafür verwendet wird, findet sich in Mundspüllösungen und nicht in dieser Paste.

Was wirkt mehr als die Wahl der Zahnpasta?

Putzdauer und Zahnzwischenräume. Ohne Vorgabe putzten drei Personen 51 bis 74 Sekunden, mit einer Uhr 118 bis 124. Und an zehn Zwischenräumen ließ sich mit Zahnseide auch nach zwei Minuten Putzen noch Belag entfernen; die Zwischenräume machen etwa 30 Prozent der Zahnoberfläche aus.

Geprüft im August 2026