Prüfbericht / Elektronik
Lotus Smartwatch im Test: Laufzeit, Helligkeit, Sensoren
Eine Smartwatch liefert Zahlen, und die Frage ist, welche davon belastbar sind. Geprüft wurden Laufzeit, Displayhelligkeit, Schrittzählung gegen eine Handzählung und die Herzfrequenz gegen einen Brustgurt, dazu die Genauigkeit der Uhrzeit und die Wasserfestigkeit.
Geprüft6,5 Tage Laufzeit und ein ablesbares Display. Die Herzfrequenz stimmt in Ruhe, beim Intervalltraining nicht.
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| Belastung | Brustgurt | Uhr am Handgelenk | Abweichung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Ruhe im Sitzen | 62/min | 63/min | 1,6 % | |
| Gehen, 5 km/h | 94/min | 96/min | 2,1 % | |
| Laufen, gleichmäßig | 146/min | 152/min | 4,1 % | |
| Intervall, 30 s Sprint | 171/min | 138/min | 19,3 % | |
| Krafttraining mit Griffbelastung | 118/min | 89/min | 24,6 % | |
| Radfahren mit Handschuh | 132/min | 134/min | 1,5 % |
In Ruhe stimmt die Herzfrequenz
Die Herzfrequenz wurde gleichzeitig mit einem Brustgurt aufgezeichnet, der die elektrische Aktivität des Herzens misst und in der Sportmedizin als Bezug gilt. In Ruhe wich die Uhr um 1,6 Prozent ab, beim Gehen um 2,1 und beim gleichmäßigen Laufen um 4,1 Prozent.
Diese Werte sind für die Trainingssteuerung brauchbar: 4 Prozent bei 146 Schlägen je Minute sind sechs Schläge, und Trainingsbereiche sind zwanzig Schläge breit. Die Uhr arbeitet optisch, also mit grünem Licht, das im Gewebe von durchströmtem Blut unterschiedlich zurückgeworfen wird, und dieses Verfahren funktioniert bei gleichmäßiger Bewegung gut.
Beim Intervall bricht sie ein
Bei einem Intervall mit 30 Sekunden Sprint zeigte die Uhr 138 Schläge je Minute, während der Brustgurt 171 aufzeichnete, also 19 Prozent weniger. Beim Krafttraining mit Griffbelastung lag der Unterschied bei 25 Prozent.
Zwei Ursachen wirken zusammen. Erstens braucht das optische Verfahren mehrere Sekunden, um einen Wert zu bilden, und folgt einem schnellen Anstieg verzögert; die Uhr erreichte den Höchstwert 22 Sekunden nach dem Brustgurt. Zweitens verändert Muskelanspannung im Unterarm die Durchblutung unter dem Sensor, und beim Halten einer Hantel liegt das Handgelenk zudem angespannt am Sensor. Für Intervalle und Krafttraining ist ein Brustgurt damit nicht Zubehör, sondern Voraussetzung, wenn die Zahl gebraucht wird.
Sechs Komma fünf Tage
Die Laufzeit wurde vom vollen Akku bis zur Abschaltung gemessen, bei Standardeinstellung mit Anzeige auf Handgelenkdrehung, Schrittzählung und Herzfrequenzmessung alle zehn Minuten: 6,5 Tage. Die Angabe lautet 7 Tage.
Zwei Einstellungen kosten am meisten. Mit dauerhaft aktivem Display blieben 2,1 Tage, mit Herzfrequenzmessung jede Minute 3,8. Wer eine Woche Laufzeit will, verzichtet auf das Dauerdisplay, und diese Entscheidung ist bei einer Uhr mit 480 Candela Helligkeit leichter als bei einer dunkleren, weil die Anzeige auf Handgelenkdrehung in 0,4 Sekunden erscheint, gemessen über eine Aufnahme mit 240 Bildern je Sekunde.
Vierhundertachtzig Candela in der Sonne
Die Displayhelligkeit wurde mit einem Leuchtdichtemesser auf einem weißen Bild bei höchster Einstellung bestimmt: 480 Candela je Quadratmeter. In direkter Sonne bei 60.000 Lux war die Uhrzeit ablesbar, eine Karte oder ein Diagramm nicht mehr, weil dort der Kontrast fehlt.
Für einen Vergleich: Uhren mit 1.000 Candela sind in der Sonne uneingeschränkt lesbar, Bildschirme mit 300 nicht mehr. Vierhundertachtzig liegt an der Grenze und war beim Laufen mit Blick von oben ausreichend, beim Radfahren mit flachem Blickwinkel nicht immer. Nachgemessen fiel die Helligkeit bei 45 Grad Blickwinkel auf 310 Candela, was diesen Eindruck erklärt.
Schritte auf zwei Prozent
Gegen 1.000 von Hand gezählte Schritte auf einer abgemessenen Strecke zeigte die Uhr 1.021, also 2,1 Prozent zu viel. Beim Schieben eines Einkaufswagens zählte sie 246 von 500 Schritten, weil der Arm ruht.
Die zweite Zahl ist die bekannte Schwäche jedes Geräts am Handgelenk und keine Eigenschaft dieser Uhr. Auffällig war eine dritte Messung: bei zwei Minuten Zähneputzen zählte sie 34 Schritte, bei fünf Minuten Autofahrt über Kopfsteinpflaster 51. Für eine Tagessumme sind das etwa 100 bis 200 Schritte Fehler in beide Richtungen, was bei einem Ziel von 10.000 Schritten unter zwei Prozent liegt und damit im Rahmen.
Schlaf, und was der Sensor sehen kann
Die Uhr gibt Schlafdauer und eine Einteilung in Phasen an. Gegen ein handschriftliches Protokoll über zehn Nächte stimmte die erkannte Einschlafzeit im Mittel auf 11 Minuten und die Aufwachzeit auf 5; ruhiges Wachliegen wurde in drei von zehn Nächten als Schlaf gezählt.
Für die Dauer ist die Angabe damit brauchbar. Die Einteilung in Leicht-, Tief- und Traumschlaf beruht auf Bewegung und Herzfrequenzvariabilität, während Schlafstadien medizinisch über Hirnstromkurven definiert sind; eine Übereinstimmung lässt sich mit den Mitteln dieser Prüfung nicht feststellen und ist auch in Untersuchungen solcher Geräte begrenzt. Wer wegen Tagesmüdigkeit oder Atemaussetzern eine Abklärung braucht, bekommt sie in einer Praxis oder einem Schlaflabor.
Wasserfest bis zum Schwimmbecken
Die Uhr trägt eine Angabe von 5 bar, was einer Prüfung mit statischem Überdruck entspricht und nicht 50 Metern Tauchtiefe. Praktisch bedeutet das: Händewaschen, Duschen und Schwimmen an der Oberfläche sind vorgesehen, Sprünge ins Wasser und Tauchen nicht, weil dabei kurzzeitig deutlich höhere Drücke auftreten.
Geprüft wurden zwanzig Duschgänge und eine Stunde Schwimmen im Becken; Feuchtigkeit unter dem Glas zeigte sich nicht. Nach dem Schwimmen reagierte der Touchscreen bei nassem Glas nicht zuverlässig, in vier von zehn Versuchen erst nach dem Abwischen. Die Tasten am Rand funktionierten dagegen auch nass, und das ist der Grund, warum eine Sportuhr Tasten haben sollte.
Armband, Gehäuse und die Haut darunter
Das Gehäuse aus Edelstahl misst 44 Millimeter im Durchmesser und 11 Millimeter in der Höhe, das Silikonarmband ist 22 Millimeter breit und für Handgelenksumfänge von 155 bis 215 Millimetern verstellbar. Mit Armband wiegt die Uhr 48 Gramm, gegen 46 nach Angabe; ein Metallarmband derselben Baureihe brachte 96 Gramm.
Unter dem Sensor bleibt die Haut dauerhaft bedeckt, und das ist die häufigste Ursache für Hautreizungen bei Uhren. Nachgemessen mit einem Feuchtelogger zwischen Uhr und Haut lag die Feuchte nach vier Stunden Tragen bei 84 Prozent und nach dem Sport bei 96. Zwei Maßnahmen halfen: das Armband um eine Lochstellung lockerer tragen, was allerdings die Herzfrequenzmessung verschlechtert, und die Uhr abends abnehmen und Uhr wie Handgelenk abwischen. Von drei Testpersonen trat bei einer nach vier Wochen eine leichte Rötung unter dem Sensor auf, die nach zwei Tagen ohne Uhr verschwand.
Ganggenauigkeit und Verbindung
Die Uhrzeit wird bei jeder Verbindung mit dem Telefon abgeglichen. Bewusst ohne Telefon betrieben lief die Uhr über zwei Wochen um 3,2 Sekunden je Woche vor, was für einen Quarz in diesem Bauraum unauffällig ist und ohne Bedeutung bleibt, solange gelegentlich eine Verbindung besteht.
Die Verbindung selbst hielt im Freien über 24 Meter und in der Wohnung durch zwei Wände. Nachrichten erschienen im Mittel 1,4 Sekunden nach dem Eingang auf dem Telefon. Ohne Telefon behält die Uhr Schritte, Herzfrequenz und Schlaf für 7 Tage im Speicher und überträgt sie später; nach 8 Tagen ohne Verbindung fehlte der erste Tag.
Was diese Messungen nicht sind
Alle Werte stammen von einer Uhr an einem Handgelenk. Optische Herzfrequenzmessung hängt von Hautfarbe, Behaarung, Handgelenksumfang und Sitz des Armbands ab, und ein zu lockeres Band verschlechtert das Ergebnis deutlich: bewusst um eine Lochstellung lockerer getragen stieg die Abweichung beim Laufen von 4,1 auf 9,8 Prozent.
Keine der Anzeigen ist ein medizinischer Messwert. Eine Uhr dieser Klasse ist kein Medizinprodukt, und ihre Herzfrequenz-, Sauerstoff- und Blutdruckanzeigen sind nicht für die Beurteilung eines Gesundheitszustands vorgesehen. Bei Herzrasen, Aussetzern, Schwindel oder Brustschmerz ist die Uhr nicht die Quelle der Antwort, sondern höchstens der Anlass, in eine Praxis zu gehen.
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| Messgröße | Wert | Angabe | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Laufzeit, Standardeinstellung | 6,5 Tage | 7 Tage | Anzeige auf Handgelenkdrehung | |
| Laufzeit mit Dauerdisplay | 2,1 Tage | keine Angabe | immer an | |
| Laufzeit mit Herzfrequenz dauerhaft | 3,8 Tage | keine Angabe | Messung jede Minute | |
| Ladezeit auf 100 % | 1:50 h | 2 h | magnetische Ladeschale | |
| Displayhelligkeit | 480 cd/m² | keine Angabe | in direkter Sonne knapp | |
| Gewicht mit Silikonarmband | 48 g | 46 g | Waage |
Häufige Fragen
Wie genau ist die Herzfrequenz der Smartwatch?
In Ruhe auf 1,6 Prozent, beim Gehen auf 2,1 und beim gleichmäßigen Laufen auf 4,1 Prozent gegen einen Brustgurt. Beim Intervall mit 30-Sekunden-Sprints wich sie um 19 Prozent ab, beim Krafttraining um 25.
Warum stimmt sie beim Intervalltraining nicht?
Das optische Verfahren braucht mehrere Sekunden für einen Wert und erreichte den Höchstwert 22 Sekunden nach dem Brustgurt. Zusätzlich verändert Muskelanspannung im Unterarm die Durchblutung unter dem Sensor. Für Intervalle und Krafttraining braucht es einen Brustgurt.
Wie lange hält der Akku?
6,5 Tage bei Standardeinstellung, bei einer Angabe von 7. Mit dauerhaft aktivem Display 2,1 Tage, mit Herzfrequenzmessung jede Minute 3,8. Laden dauert 1:50 Stunden.
Ist das Display in der Sonne ablesbar?
Die Uhrzeit ja, Diagramme nicht. Die Helligkeit liegt bei 480 Candela je Quadratmeter und fällt bei 45 Grad Blickwinkel auf 310. Uhren mit 1.000 Candela sind uneingeschränkt lesbar.
Zählt die Uhr Schritte zuverlässig?
Auf 2,1 Prozent gegen 1.000 handgezählte Schritte. Beim Schieben eines Einkaufswagens zählte sie 246 von 500, weil der Arm ruht; zwei Minuten Zähneputzen ergaben 34 Schritte. Für eine Tagessumme liegt der Fehler unter zwei Prozent.
Wie verlässlich ist die Schlafmessung?
Für die Dauer brauchbar: die Einschlafzeit stimmte über zehn Nächte im Mittel auf 11 Minuten, die Aufwachzeit auf 5, und ruhiges Wachliegen wurde in drei von zehn Nächten als Schlaf gezählt. Die Einteilung in Schlafphasen beruht auf Bewegung und Herzfrequenz und ist mit diesen Mitteln nicht überprüfbar.
Kann man mit der Uhr schwimmen?
An der Oberfläche ja, die Angabe von 5 bar deckt Duschen und Schwimmen. Sprünge ins Wasser und Tauchen nicht, weil dabei höhere Drücke auftreten. Nach dem Schwimmen reagierte der Touchscreen bei nassem Glas in vier von zehn Versuchen erst nach dem Abwischen; die Tasten funktionierten nass.
Ist die Uhr ein medizinisches Messgerät?
Nein. Eine Uhr dieser Klasse ist kein Medizinprodukt, und ihre Anzeigen sind nicht für die Beurteilung eines Gesundheitszustands vorgesehen. Bei Herzrasen, Aussetzern, Schwindel oder Brustschmerz ist sie höchstens der Anlass, eine Praxis aufzusuchen.
Geprüft im Juli 2026