Prüfbericht / Elektronik
Uhr mit Sturzerkennung im Test: Treffer, Fehlalarme, Ortung
Eine Uhr mit Sturzerkennung wird für einen Fall gekauft, der selten eintritt, und sie muss zwei Dinge gleichzeitig leisten: den Sturz erkennen und ihn von einer Alltagsbewegung unterscheiden. Geprüft wurde beides mit je zwanzig Versuchen.
Bedingt14 von 20 Stürzen erkannt, aber 5 Fehlalarme aus Alltagsbewegungen.
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| Vorgang | Versuche | Alarm ausgelöst | Bewertung | Befund |
|---|---|---|---|---|
| Sturz nach vorn, aus dem Stand | 10 | 8 | erkannt | |
| Sturz seitlich, aus dem Sitzen | 10 | 6 | Lücke | |
| Hartes Hinsetzen auf einen Stuhl | 10 | 3 | Fehlalarm | |
| Uhr auf Tisch oder Bett gelegt | 10 | 2 | Fehlalarm |
Vierzehn von zwanzig
Für die Sturzerkennung wurden zwanzig gestellte Stürze auf eine Weichbodenmatte ausgeführt, zehn nach vorn aus dem Stand und zehn seitlich aus dem Sitzen. Erkannt wurden acht von zehn beim ersten und sechs von zehn beim zweiten Typ.
Der Unterschied hat einen Grund, der in der Messgröße liegt. Ein Sensor erkennt einen Sturz an einer Beschleunigungsspitze gefolgt von Ruhe, und ein Sturz aus dem Sitzen erzeugt eine kleinere Spitze, weil die Fallhöhe geringer ist.
Vierzehn von zwanzig sind für ein Gerät dieser Klasse ein plausibler Wert und gleichzeitig eine klare Einschränkung. Eine Sturzerkennung ist eine Zusatzsicherung und kein Ersatz für eine Rufmöglichkeit, die die Person selbst auslöst.
Fünf Fehlalarme aus dem Alltag
Gegen die zwanzig Stürze standen zwanzig Bewegungen, die keine sind. Hartes Hinsetzen auf einen Stuhl löste in drei von zehn Fällen einen Alarm aus, das Ablegen der Uhr auf Tisch oder Bett in zwei von zehn.
Fehlalarme wirken harmlos und sind das eigentliche Problem dieser Geräteklasse. Jeder Alarm, der nicht innerhalb der Vorwarnzeit abgebrochen wird, löst eine Anrufkette aus, und nach dem dritten unnötigen Anruf wird die Funktion abgeschaltet.
Die Vorwarnzeit war deshalb der entscheidende Punkt: 30 Sekunden mit Signalton und einer Schaltfläche zum Abbrechen. In allen fünf Fehlalarmen ließ sich der Alarm abbrechen, sofern die Uhr am Arm war. Bei der auf den Tisch gelegten Uhr nicht, und dort ging der Anruf hinaus.
Zwölf Meter im Freien, nichts in der Wohnung
Die Ortung im Freien lag nach einem Positionsfix von 40 Sekunden um 12 Meter neben der am Boden vermessenen Position. Für die Frage, in welcher Straße jemand ist, reicht das.
In der Wohnung entstand kein Positionsfix. Das Gerät fiel auf die Ortung über die Funkzelle zurück, und die Abweichung lag bei 480 Metern, was in einer Stadt einen Häuserblock bedeutet und für eine Suche nicht ausreicht.
Das ist Bauart und kein Mangel: Satellitensignale durchdringen Stahlbeton nicht. Für Wohnungen ist eine Ortung deshalb kein sinnvolles Auswahlkriterium, und wer sie braucht, braucht ein System mit Sendern in der Wohnung. Für Spaziergänge und für Menschen, die sich im Freien verlaufen, ist sie der eigentliche Zweck des Geräts.
Die Anrufkette und wer sie beantwortet
Nach Bestätigung eines Alarms baute die Uhr in 22 Sekunden den ersten Ruf auf. Angerufen werden die gespeicherten Nummern in Reihenfolge, jeweils bis zum Abbruch oder bis zur nächsten Nummer.
Der Punkt, der vor dem Kauf zu klären ist, betrifft nicht das Gerät: wer nimmt ab? Eine Anrufkette an drei Angehörige funktioniert tagsüber und nachts unterschiedlich gut, und eine Aufschaltung auf eine Notrufzentrale kostet eine monatliche Gebühr, ist dafür rund um die Uhr besetzt.
Praktisch bewährt hat sich eine Mischung: zuerst zwei Angehörige, danach eine Zentrale. Wichtig ist, die Kette zweimal im Jahr zu proben, weil eine geänderte Rufnummer oder ein neues Telefon die Kette unterbricht, ohne dass es auffällt.
Zwei Tage oder fünf
Mit stündlicher Ortung hielt der Akku 2 Tage 4 Stunden. Ohne aktive Ortung, aber mit weiterhin aktiver Sturzerkennung, waren es 5 Tage 10 Stunden.
Zwei Tage bedeuten einen festen Rhythmus: die Uhr wird jeden Abend auf die Ladeschale gelegt, und genau in dieser Zeit ist sie nicht am Arm. Nächtliche Stürze auf dem Weg zur Toilette fallen damit aus der Absicherung heraus, und das ist die Zeit mit dem höchsten Risiko.
Praktikabel ist deshalb das Laden am Tag, etwa während einer festen Stunde am Vormittag, und die Ortung nur dann aktiv, wenn sie gebraucht wird. Mit dieser Einstellung reichte eine Ladung fünf Tage, und die Uhr blieb nachts am Arm.
Bedienung: eine Taste ist besser als ein Menü
Der Notruf ließ sich über eine eigene Taste am Gehäuse auslösen, gedrückt für drei Sekunden. Das ist die Bauform, die im Ernstfall funktioniert, weil sie ohne Blick und ohne Menü bedient wird.
Geprüft wurde das mit verbundenen Augen: die Taste wurde in fünf von fünf Versuchen gefunden und gehalten. Eine Auslösung über eine Schaltfläche auf dem Bildschirm gelang in drei von fünf, weil die Fläche getroffen werden muss.
Für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik ist der Druckpunkt entscheidend. Gemessen mit einer Kraftmessdose lag er bei 4,5 Newton, was mit steifen Fingern erreichbar ist; Tasten über 8 Newton sind es häufig nicht.
Wasser, Tragekomfort und der Grund, warum Uhren liegen bleiben
Ein Gerät, das nicht getragen wird, schützt nicht, und der häufigste Grund für Nichttragen ist nicht die Technik. Gewogen lag die Uhr bei 48 Gramm, was für ein dauerhaft getragenes Gerät am oberen Rand liegt.
Die Wasserangabe ist der zweite Punkt. Eine Uhr, die zum Duschen abgenommen werden muss, wird nach dem Duschen häufig nicht wieder angelegt, und Stürze im Bad sind eine der häufigsten Sturzarten. Angaben wie IP67 oder 5 bar decken Duschen ab, geringere nicht.
Der dritte Punkt ist das Armband. Ein Steckschloss lässt sich mit einer Hand öffnen und schließen, eine Dornschließe nicht sicher. Wer die Uhr selbst anlegen soll, braucht das Steckschloss, und das ist bei diesen Geräten kein Standard.
Was das Gerät nicht ist
Eine Sicherheitsuhr ist kein medizinisches Überwachungsgerät. Angaben zu Puls und Sauerstoffsättigung solcher Geräte sind für Freizeitzwecke gedacht und nicht für eine Verlaufsbeurteilung, und sie ersetzen keine Messung mit einem geprüften Gerät.
Ebenso ist sie kein Ersatz für einen Hausnotruf mit Funksender in der Wohnung, wenn es genau um die Wohnung geht: dort fehlt die Ortung, und ein Wandtaster im Bad ist im Ernstfall näher als ein Handgelenk.
Sinnvoll ist sie für den umgekehrten Fall, und zwar deutlich: für Menschen, die mobil sind, allein unterwegs sind und im Freien Hilfe rufen können sollen. Für diese Aufgabe ist sie das passende Gerät, und die Sturzerkennung ist dabei die Zugabe und nicht der Hauptzweck.
Weichbodenmatte, Vermessung am Boden, Kraftmessdose
Die gestellten Stürze liefen auf eine Weichbodenmatte, zehn nach vorn aus dem Stand und zehn seitlich aus dem Sitzen, jeweils mit der Uhr am Handgelenk der abstützenden Seite. Gezählt wurde, ob innerhalb von zehn Sekunden ein Alarm mit Vorwarnung erschien.
Für die Ortung wurden fünf Positionen im Freien mit einem Maßband gegen feste Bezugspunkte vermessen und mit der Anzeige der Begleitanwendung verglichen; angegeben ist die mittlere Abweichung. Die Innenmessung lief in einer Wohnung im ersten Obergeschoss eines Massivbaus.
Zuverlässigkeit über Monate, die Qualität der Pulsmessung und die Erreichbarkeit einer Notrufzentrale sind in dieser Reihe nicht enthalten. Alle Werte gelten für ein Gerät, und Sturzerkennung ist von der Trageposition abhängig, was diese Reihe nicht auflösen kann.
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| Prüfpunkt | Wert | Bemerkung | Befund |
|---|---|---|---|
| Ortung im Freien | 12 m Abweichung | nach 40 s Positionsfix | |
| Ortung in der Wohnung | kein Fix | Rückfall auf Funkzelle, 480 m | |
| Zeit bis zum ersten Rufaufbau | 22 s | nach Bestätigung des Alarms | |
| Laufzeit bei Ortung stündlich | 2 Tage 4 h | 0,9 W am Ladegerät | |
| Laufzeit ohne aktive Ortung | 5 Tage 10 h | Sturzerkennung weiter aktiv |
Häufige Fragen
Wie zuverlässig ist die Sturzerkennung?
14 von 20 gestellten Stürzen wurden erkannt: acht von zehn nach vorn aus dem Stand und sechs von zehn seitlich aus dem Sitzen. Ein Sturz aus dem Sitzen erzeugt eine kleinere Beschleunigungsspitze, weil die Fallhöhe geringer ist.
Wie oft gibt es Fehlalarme?
Fünf von zwanzig Alltagsbewegungen lösten aus: dreimal hartes Hinsetzen, zweimal das Ablegen der Uhr. Alle ließen sich in der 30-Sekunden-Vorwarnzeit abbrechen, außer bei der abgelegten Uhr, wo der Anruf hinausging.
Wie genau ist die Ortung?
12 Meter im Freien nach 40 Sekunden Positionsfix. In der Wohnung entstand kein Fix; das Gerät fiel auf die Funkzelle zurück, mit 480 Metern Abweichung. Satellitensignale durchdringen Stahlbeton nicht.
Wie schnell wird Hilfe gerufen?
22 Sekunden bis zum ersten Rufaufbau nach Bestätigung des Alarms. Angerufen werden die gespeicherten Nummern in Reihenfolge. Die Kette gehört zweimal im Jahr geprobt, weil eine geänderte Nummer sie unbemerkt unterbricht.
Wie lange hält der Akku?
2 Tage 4 Stunden mit stündlicher Ortung, 5 Tage 10 Stunden ohne aktive Ortung bei weiterhin aktiver Sturzerkennung. Laden am Tag statt in der Nacht, damit die Uhr nachts am Arm bleibt.
Worauf ist bei der Bedienung zu achten?
Auf eine eigene Notruftaste am Gehäuse. Mit verbundenen Augen wurde sie fünfmal von fünf gefunden, eine Bildschirmfläche nur dreimal. Der Druckpunkt lag bei 4,5 Newton, was mit steifen Fingern erreichbar ist; über 8 Newton oft nicht.
Warum wird eine solche Uhr nicht getragen?
Wegen Gewicht, Wasserangabe und Armband. 48 Gramm liegen am oberen Rand, eine Uhr ohne Duschfestigkeit wird danach oft nicht wieder angelegt, und ein Steckschloss lässt sich mit einer Hand schließen, eine Dornschließe nicht sicher.
Ersetzt die Uhr einen Hausnotruf?
Nein. In der Wohnung fehlt die Ortung, und ein Wandtaster im Bad ist im Ernstfall näher als ein Handgelenk. Ihre Stärke liegt bei mobilen Menschen, die allein unterwegs sind und im Freien Hilfe rufen können sollen.
Geprüft im August 2026