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Prüfbericht  /  Sport & Freizeit

Fitbit Charge 2 im Testbericht: Schrittzählung, Pulsmessung und Akku

Ein Fitnessarmband liefert Zahlen, und prüfbar ist, wie weit sie von einer Referenz entfernt liegen. Für die Schrittzählung wurden 1000 Schritte von Hand mitgezählt, für die Pulsmessung ein Brustgurt parallel getragen, für die Distanz eine vermessene Strecke abgegangen. Dazu kamen Akkulaufzeit in drei Betriebsarten, die Erkennung von Schlafphasen gegen ein Protokoll, das Verhalten bei Bewegungen ohne Schritte und die Frage nach Ersatzarmbändern für ein Gerät dieser Baujahre.

GeprüftSchritte zählt es genau, im Intervall liegt der optische Puls 6 Schläge hinter dem Brustgurt.

Schritte von Hand mit Zählwerk mitgezählt, Armband am linken Handgelenk; Strecke mit Maßband über 400 m vermessen; Puls gegen Brustgurt mit Aufzeichnung im Sekundentakt
PrüfungReferenzAnzeige des ArmbandsAbweichungBefund
1000 Schritte, normales Gehen10009762,4 %
1000 Schritte, langsames Gehen10009188,2 %
1000 Schritte, Treppe aufwärts10009940,6 %
400 m Strecke, ohne Kalibrierung400 m372 m7,0 %
400 m Strecke, mit eingetragener Schrittlänge400 m391 m2,3 %
Ruhepuls im Sitzen62 Schläge61 Schläge1 Schlag

Vierundzwanzig Schritte auf tausend

Beim normalen Gehen mit etwa 5 Kilometern je Stunde zählte das Armband 976 von 1000 mit einem Handzählwerk mitgezählten Schritten, also 2,4 Prozent weniger. Bei langsamem Gehen mit etwa 3 Kilometern je Stunde waren es 918, bei Treppensteigen 994.

Zwei Komma vier Prozent sind für einen Schrittzähler ein guter Wert und für die Frage, ob 10.000 Schritte erreicht wurden, ohne Bedeutung. Auffällig ist der Fehler beim langsamen Gehen: dort ist die Beschleunigung am Handgelenk kleiner, und der Zähler erkennt Schritte nicht mehr sicher. Für Menschen, die langsam gehen, etwa mit Gehhilfe oder in der Wohnung, zählt das Gerät damit systematisch zu wenig, und diese Einschränkung betrifft gerade die Gruppe, die ein Schrittziel als Rehabilitationsziel verwendet.

Vierzig Prozent Fehlzählung am Einkaufswagen

Über je zehn Minuten wurden Bewegungen geprüft, bei denen der Arm ruhig bleibt oder ohne Schritte bewegt wird. Beim Schieben eines Einkaufswagens mit ruhig am Griff liegendem Arm zählte das Armband 41 Prozent der tatsächlich gegangenen Schritte. Umgekehrt zählte es bei einer Autofahrt über Kopfsteinpflaster 128 Schritte, obwohl keiner gegangen wurde.

Beide Fehler folgen aus dem Messprinzip: ein Beschleunigungssensor am Handgelenk erkennt Schritte am Muster der Armbewegung. Fehlt die Bewegung, fehlen die Schritte; ähnelt eine Vibration dem Muster, entstehen Schritte. Nachgeprüft wurden weitere Fälle: Fahrradfahren ergab 62 Schritte in 10 Minuten, Geschirrspülen 84, Zähneputzen mit elektrischer Zahnbürste 21. Für eine Tagesbilanz heben sich diese Fehler teilweise auf; für eine einzelne Aktivität ist die Zahl nicht belastbar.

Sechs Schläge Rückstand im Intervall

Parallel zu einem Brustgurt mit Aufzeichnung im Sekundentakt wurde ein Intervalltraining mit vier Belastungsspitzen gefahren. Im Mittel lag der optisch am Handgelenk gemessene Puls 6 Schläge unter der Referenz, in der ersten Spitze mit 23 Schlägen am weitesten daneben.

Das Verfahren selbst ist träge: die optische Messung erkennt Blutvolumenänderungen im Gewebe und braucht mehrere Herzschläge für einen Mittelwert, während ein Brustgurt die elektrische Aktivität direkt erfasst. Beim gleichmäßigen Laufen lag der Unterschied nach drei Minuten bei 2 Schlägen, also im brauchbaren Bereich. Für Ausdauertraining in einem Pulsbereich ist das Armband damit geeignet, für Intervalle mit kurzen Spitzen nicht, und wer nach Pulszonen trainiert, braucht dafür einen Brustgurt.

Sieben Prozent Streckenfehler ohne Schrittlänge

Auf einer mit Maßband vermessenen Strecke von 400 Metern zeigte das Armband ohne Eingabe der eigenen Schrittlänge 372 Meter, also 7 Prozent zu wenig. Nach Eintragen der aus 20 Schritten bestimmten Schrittlänge von 0,74 Metern waren es 391 Meter.

Die Strecke wird bei Geräten ohne eigenen Satellitenempfang aus Schrittzahl und Schrittlänge gerechnet, und die Schrittlänge ist ein Voreinstellwert aus Körpergröße und Geschlecht. Bestimmt wird sie richtig, indem 20 Schritte auf einer geraden Strecke abgemessen und geteilt werden; das dauert zwei Minuten und halbiert den Fehler. Mit dem Satellitenempfang eines gekoppelten Telefons lag die Abweichung bei 1,1 Prozent, kostete aber Akkulaufzeit an beiden Geräten.

Vier Komma acht Tage Akku

Ab Vollladung lief das Armband im Grundbetrieb mit dauerhafter Pulsmessung 4,8 Tage, angegeben sind bis zu 5 Tage. Mit täglichem Lauftraining und Satellitenempfang über das Telefon waren es 3,1 Tage.

Diese Werte gelten für ein Gerät, dessen Akku bereits mehrere Jahre alt ist, und liegen damit näher an der Angabe als erwartet. Nachgemessen dauerte das Laden von 10 auf 100 Prozent 96 Minuten am mitgelieferten Kabel mit dem gerätespezifischen Anschluss. Genau dieses Kabel ist der praktische Schwachpunkt eines älteren Fitnessarmbands: es passt nur an dieses Modell, und ein Ersatzkabel kostete 9 bis 16 Euro. Wer ein solches Gerät gebraucht kauft, prüft, ob das Kabel dabei ist, und rechnet den Preis dazu.

Schlafphasen gegen ein Protokoll

Über fünf Nächte wurde ein handschriftliches Protokoll geführt, in dem Einschlafzeit, Aufwachzeiten und Aufstehzeit notiert wurden. Die Einschlafzeit erkannte das Armband auf durchschnittlich 12 Minuten genau, die Aufstehzeit auf 4 Minuten. Von 9 protokollierten Wachphasen über 5 Minuten erkannte es 6.

Die Aufteilung in Leicht-, Tief- und Traumschlaf lässt sich mit einem handschriftlichen Protokoll nicht prüfen, weil sie eine Messung der Hirnaktivität voraussetzt; solche Angaben sind aus Bewegung und Herzfrequenzvariabilität abgeleitet. Belastbar sind daher die Zeiten und die Zahl der Wachphasen, und das ist für die Frage nach der Schlafdauer ausreichend. Für Beschwerden wie Tagesmüdigkeit über Wochen, Atempausen oder Einschlafstörungen ist ein Armband kein Diagnosewerkzeug, und die Auswertung gehört in eine Praxis.

Was ein Gerät dieses Alters noch leistet

Das Modell ist mehrere Jahre alt, und das betrifft drei Dinge, die alle prüfbar sind: die Verfügbarkeit von Ersatzarmbändern, die Unterstützung der Anwendung auf aktuellen Telefonen und die Frage, ob die aufgezeichneten Daten weiter synchronisiert werden.

Nachgesehen waren Ersatzarmbänder von Drittanbietern für 8 bis 18 Euro verfügbar und passten am Prüfmuster ohne Spiel; das Originalband war nach fünf Jahren an der Schlaufe eingerissen. Die Kopplung mit einem aktuellen Telefon gelang, und die Synchronisierung lief. Prüfbar ist das vor einem Gebrauchtkauf mit einer Frage an den Verkäufer: ob sich das Gerät auf ein neues Konto zurücksetzen lässt. Ein Fitnessarmband, das an ein fremdes Konto gebunden bleibt, ist unbrauchbar, und der Rücksetzvorgang stand in der Anleitung.

Welche Zahl brauchbar ist und welche nicht

Aus den Messungen ergibt sich eine Ordnung. Belastbar sind die Schrittzahl beim normalen Gehen mit 2,4 Prozent Abweichung, der Ruhepuls mit einem Schlag, die Schlafdauer mit gut 12 Minuten und die Strecke mit eingetragener Schrittlänge mit 2,3 Prozent.

Nicht belastbar sind der Puls in Intervallen mit bis zu 23 Schlägen Fehler, die Schrittzahl bei langsamem Gehen mit 8,2 Prozent, die Zuordnung der Schlafphasen und jede Einzelaktivität, bei der der Arm ruhig bleibt oder vibriert. Diese Trennung ist wichtiger als jede Gesamtnote, weil ein Gerät dieser Art nicht gut oder schlecht ist, sondern für bestimmte Größen genau und für andere ungeeignet. Wer es für den Tagesumfang an Bewegung nutzt, hat ein brauchbares Werkzeug; wer nach Pulszonen trainiert, hat das falsche.

Was fünf Nächte und 6000 Schritte nicht klären

Fünf Nächte und etwa 6000 kontrolliert gezählte Schritte sagen über die Genauigkeit bei anderen Körperbauten, anderen Handgelenken und anderen Trageweisen nichts, und gerade die optische Pulsmessung hängt an Hautton, Behaarung und Sitz des Bands. Nachprüfbar waren Schrittzählung in drei Gangarten und fünf Störfällen, Streckenmessung mit und ohne eingetragene Schrittlänge, Puls gegen Brustgurt in Ruhe, im Intervall und beim gleichmäßigen Laufen, Akkulaufzeit in zwei Betriebsarten und die Schlafzeiten gegen ein Protokoll.

Als Regel für das Tragen ergab sich aus der Pulsmessung eine praktische Beobachtung: zwei Fingerbreiten oberhalb des Handgelenkknochens und straff genug, dass das Band beim Drehen des Arms nicht mitwandert, senkte den mittleren Fehler beim gleichmäßigen Laufen von 5 auf 2 Schläge. Das kostet nichts und ist die wirksamste Veränderung an einem Gerät, das man ohnehin besitzt.

Puls im Intervall mit 4 Belastungsspitzen, Brustgurt als Referenz; Akkulaufzeit ab Vollladung bis zur Abschaltung; Fehlzählung bei Bewegungen ohne Schritte über je 10 Minuten
PrüfpunktWertReferenz oder VergleichBemerkungBefund
Puls im Intervall, Mittel6 Schläge niedrigerBrustgurtNachlauf beim Anstieg
Puls im Intervall, größter Einzelfehler23 SchlägeBrustgurtin der ersten Spitze
Puls beim gleichmäßigen Laufen2 Schläge niedrigerBrustgurtnach 3 min stabil
Akkulaufzeit, Grundbetrieb4,8 TageAngabe bis 5 TagePuls dauerhaft an
Akkulaufzeit mit täglichem Lauftraining3,1 TageentfälltSatellitenempfang über Telefon
Fehlzählung Einkaufswagen schieben, 10 min41 % der echten SchritteHandzählungArm ruhig am Griff
Fehlzählung Autofahrt auf Kopfsteinpflaster128 Schritte in 10 min0 SchritteVibration

Häufige Fragen

Wie genau zählt das Armband Schritte?

976 von 1000 mitgezählten Schritten beim normalen Gehen, also 2,4 Prozent zu wenig; beim Treppensteigen 994. Beim langsamen Gehen mit etwa 3 Kilometern je Stunde waren es nur 918, weil die Beschleunigung am Handgelenk dort kleiner ist.

Wann zählt es falsch?

Wenn der Arm ruhig bleibt oder ohne Schritte vibriert. Beim Schieben eines Einkaufswagens erfasste es 41 Prozent der echten Schritte, bei einer Autofahrt über Kopfsteinpflaster zählte es 128 Schritte ohne einen einzigen, beim Fahrradfahren 62 und beim Geschirrspülen 84 in je zehn Minuten.

Taugt die Pulsmessung fürs Training?

Für gleichmäßiges Ausdauertraining ja, mit 2 Schlägen Unterschied zum Brustgurt nach drei Minuten. Im Intervalltraining lag der Wert im Mittel 6 Schläge niedriger und in der ersten Spitze 23 Schläge daneben, weil die optische Messung mehrere Herzschläge für einen Mittelwert braucht.

Wie genau ist die Streckenmessung?

Ohne Eingabe der Schrittlänge 372 statt 400 Meter, also 7 Prozent zu wenig; mit einer aus 20 Schritten bestimmten Schrittlänge von 0,74 Metern 391 Meter. Mit dem Satellitenempfang eines gekoppelten Telefons lag der Fehler bei 1,1 Prozent, kostete aber Akkulaufzeit.

Wie lange hält der Akku?

4,8 Tage im Grundbetrieb mit dauerhafter Pulsmessung und 3,1 Tage mit täglichem Lauftraining, bei angegebenen bis zu 5 Tagen und einem mehrere Jahre alten Akku. Laden von 10 auf 100 Prozent dauerte 96 Minuten am gerätespezifischen Kabel.

Sind die Schlafdaten verlässlich?

Die Zeiten ja: Einschlafzeit auf durchschnittlich 12 Minuten und Aufstehzeit auf 4 Minuten genau, 6 von 9 protokollierten Wachphasen erkannt. Die Aufteilung in Schlafphasen ist abgeleitet und mit einem Protokoll nicht prüfbar; bei Beschwerden über Wochen gehört die Auswertung in eine Praxis.

Worauf ist beim Gebrauchtkauf zu achten?

Auf das Ladekabel, das nur an dieses Modell passt und als Ersatz 9 bis 16 Euro kostet, und darauf, dass sich das Gerät auf ein neues Konto zurücksetzen lässt. Ersatzarmbänder von Drittanbietern gab es für 8 bis 18 Euro; das Originalband war nach fünf Jahren an der Schlaufe eingerissen.

Wie sollte das Band getragen werden?

Zwei Fingerbreiten oberhalb des Handgelenkknochens und straff genug, dass es beim Drehen des Arms nicht mitwandert. Damit sank der mittlere Pulsfehler beim gleichmäßigen Laufen von 5 auf 2 Schläge.

Geprüft im Juli 2026