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Prüfbericht  /  Tipps & Tricks

Fensterabdichtung für eine Klimaanlage selber bauen: Maße und Messwerte

Ein mobiles Klimagerät bläst warme Luft durch einen Schlauch nach draußen, und der Schlauch muss durch eine Öffnung im Fenster. Wie diese Öffnung ausgeführt ist, entscheidet über den Wirkungsgrad des ganzen Geräts: durch einen offenen Fensterspalt strömt die abgeführte Warmluft direkt zurück. Vier Ausführungen wurden geprüft, von der handelsüblichen Textilabdichtung bis zur selbst gebauten Platte aus Hartschaum. Gemessen wurden Raumtemperatur, Stromverbrauch, der Luftrückstrom am Spalt und die Kosten.

GeprüftEine dichte Abdichtung senkt den Verbrauch um 41 Prozent. Eine Platte aus Hartschaum kostet 14 Euro.

Raum 22 m² bei 32 °C Außentemperatur, mobiles Klimagerät mit 2,6 kW Kühlleistung, Zieltemperatur 24 °C, Messung nach 3 h Betrieb, je zwei Durchläufe
AbdichtungRaumtemperatur nach 3 hStrom in 3 hRückstrom am SpaltBefund
Fenster gekippt, Schlauch im Spalt27,4 °C3,12 kWh0,9 m/s einwärts
Textilabdichtung mit Klettband25,1 °C2,04 kWh0,2 m/s
Hartschaumplatte selbst gebaut24,6 °C1,84 kWhunter 0,1 m/s
Hartschaumplatte plus Dichtband24,5 °C1,82 kWhnicht messbar
Fenster geschlossen, Schlauch durch Wandöffnung24,3 °C1,76 kWhentfällt
Ohne Klimagerät zum Vergleich31,2 °C0 kWhentfällt

Ein Kelvin drei durch den offenen Spalt

In einem Raum von 22 Quadratmetern bei 32 Grad Außentemperatur wurde ein mobiles Klimagerät mit 2,6 Kilowatt Kühlleistung drei Stunden betrieben, Zieltemperatur 24 Grad. Mit dem Schlauch im gekippten Fensterspalt erreichte der Raum 27,4 Grad und zog 3,12 Kilowattstunden; mit einer selbst gebauten Hartschaumplatte 24,6 Grad und 1,84 Kilowattstunden.

Der Unterschied beträgt 2,8 Kelvin und 41 Prozent Strom. Erklärbar ist er über den Luftstrom: das Gerät bläst Warmluft nach draußen und saugt dafür Raumluft an, wodurch im Raum ein Unterdruck entsteht. Diese Luft strömt durch jede Öffnung nach: am gekippten Fenster wurden mit dem Anemometer 0,9 Meter je Sekunde einwärts gemessen, was bei einer Spaltfläche von etwa 0,08 Quadratmetern rund 260 Kubikmeter je Stunde ergibt. Der Raum hat 55 Kubikmeter Inhalt, sodass die Luft fast fünfmal je Stunde durch heiße Außenluft ersetzt wird.

Die Platte in acht Schritten

Für ein Kippfenster mit einem Flügel von 118 mal 62 Zentimetern entstand die Abdichtung aus einer Hartschaumplatte von 30 Millimetern Dicke. Zuerst wurde die Öffnung des gekippten Flügels ausgemessen, also der freie Bereich zwischen Flügel und Rahmen an drei Stellen, weil er sich nach unten verjüngt: 118 Zentimeter Breite oben, 14 Zentimeter Höhe oben und 2 Zentimeter unten.

Aus diesen Maßen wurde ein Trapez auf die Platte übertragen und mit einem Cuttermesser in drei Zügen geschnitten; ein Zuschnitt mit der Stichsäge ergab ausgerissene Kanten. Der Ausschnitt für den Schlauch wurde mit einem Zirkel angerissen und mit dem Messer ausgeschnitten, mit einem Durchmesser von 152 Millimetern für einen Schlauch von 150. Auf die Anlageflächen kam selbstklebendes Dichtband, auf die Kanten Aluminiumklebeband als Schutz. Zusammen 38 Minuten Arbeit und 14 Euro Material.

Warum das Trapez wichtig ist

Ein Kippfenster öffnet sich oben weit und unten kaum, sodass die Öffnung keine Rechteckform hat. Eine rechteckig geschnittene Platte lässt daher oben oder unten einen Spalt: nachgemessen blieb bei einem rechteckigen Zuschnitt mit 14 Zentimetern Höhe unten ein Spalt von 12 Zentimetern Höhe, durch den 0,6 Meter je Sekunde einströmten.

Mit dem trapezförmigen Zuschnitt lag die Platte an drei Seiten an. Die vierte Seite ist die Unterkante, die auf dem Rahmen aufliegt und mit Dichtband abschließt. Damit ist die Form die eigentliche Arbeit an dieser Aufgabe, und sie ist mit drei Maßen und einem Lineal zu bewältigen.

Bei einem Schiebefenster oder einer Balkontür entsteht dieselbe Aufgabe in einfacherer Form, weil der Spalt dort rechteckig ist; bei einem Dreh-Kipp-Fenster in Drehstellung ebenfalls, dann aber mit deutlich größerer Fläche.

Textil oder Platte

Die handelsübliche Textilabdichtung mit Klettband und Reißverschluss kostete 22 bis 45 Euro und erreichte 25,1 Grad und 2,04 Kilowattstunden, also zwischen dem offenen Spalt und der Platte. Am Klettband wurden 0,2 Meter je Sekunde Rückstrom gemessen.

Der Nachteil des Textils liegt in der Befestigung: das Klettband wird auf Rahmen und Flügel geklebt und bleibt dort, was bei Mietwohnungen ein Thema ist; nachgeprüft ließ es sich mit einem Fön und einem Kunststoffspachtel in 12 Minuten je Fenster ablösen, hinterließ aber Kleberreste. Der Vorteil ist die Handhabung: das Fenster lässt sich mit angebrachter Abdichtung öffnen und schließen, was mit der Platte nicht geht.

Wer täglich lüftet, gewinnt damit Zeit; wer das Gerät nur an heißen Tagen betreibt, nimmt die Platte, die in 15 Sekunden eingesetzt und herausgenommen ist.

Was der Schlauch selbst kostet

Am Abluftschlauch wurde die Oberflächentemperatur gemessen: 46 Grad auf der ganzen Länge von 1,5 Metern. Bei einer Oberfläche von 0,71 Quadratmetern und 22 Kelvin Übertemperatur gibt er nach Rechnung etwa 190 Watt an den Raum zurück, also 7 Prozent der Kühlleistung.

Mit einer Isolierung aus 10 Millimetern Dämmschlauch, wie sie für Heizungsrohre angeboten wird, sank die Oberflächentemperatur auf 31 Grad und der Verbrauch über drei Stunden von 1,84 auf 1,79 Kilowattstunden. Der Effekt ist damit klein, aber messbar, und die Isolierung kostete 9 Euro. Wichtiger ist die Länge: ein auf 3 Meter verlängerter Schlauch erhöhte den Verbrauch auf 1,96 Kilowattstunden, weil der Strömungswiderstand wächst und die Rückwärme sich verdoppelt. Der kürzeste mögliche Weg ist damit die beste Maßnahme am Schlauch.

Vierzig Prozent an der Rechnung

Über drei Stunden lag der Verbrauch bei 3,12 Kilowattstunden mit offenem Spalt und 1,84 mit Platte. Bei 30 Cent je Kilowattstunde sind das 94 gegen 55 Cent, also 39 Cent Unterschied in drei Stunden.

Bei 40 heißen Tagen im Jahr und je vier Stunden Betrieb ergibt das 21 Euro Unterschied in einer Saison, und die Platte für 14 Euro hat sich damit im ersten Sommer bezahlt. Nachgerechnet ohne Klimagerät stieg die Raumtemperatur auf 31,2 Grad, sodass das Gerät mit Platte 6,6 Kelvin und mit offenem Spalt 3,8 Kelvin Absenkung erreichte; die Abdichtung liefert damit fast die Hälfte der Wirkung des Geräts. Wer über die Anschaffung eines mobilen Klimageräts nachdenkt, sollte die Abdichtung von Anfang an einplanen und nicht als Zubehör betrachten.

Wohin die Platte über Nacht

Die fertige Platte wog 1,1 Kilogramm und hielt im gekippten Fenster ohne Befestigung, weil sie zwischen Flügel und Rahmen klemmt. Zum Herausnehmen wird der Flügel geschlossen, und das dauerte mit Herausziehen der Platte 15 Sekunden.

Aufbewahrt wurde sie hinter einem Schrank; bei 118 mal 14 Zentimetern und 3 Zentimetern Dicke passt sie in jede Ritze. Nachgeprüft wurde die Standfestigkeit gegen Wind: mit einem Ventilator, der 8 Meter je Sekunde von außen erzeugte, blieb die Platte in Position, weil das Dichtband Reibung erzeugt; bei einer glatten Platte ohne Dichtband rutschte sie 4 Zentimeter. Bei starkem Wind gehört das Fenster ohnehin geschlossen, und die Platte hat keine Sicherungsfunktion; ein Fenster mit eingesetzter Platte ist nicht verschlossen und auch nicht einbruchhemmend.

Zwei Fehler, die den Effekt aufheben

Zwei Ausführungsfehler wurden absichtlich hergestellt und gemessen. Erstens ein Schlauchausschnitt mit 170 statt 152 Millimetern Durchmesser: durch den Ringspalt von 10 Millimetern Breite strömten 0,4 Meter je Sekunde ein, und der Verbrauch stieg von 1,84 auf 2,11 Kilowattstunden.

Zweitens eine fehlende Abdichtung an der unteren Anlagefläche: dort strömten 0,3 Meter je Sekunde ein, und der Verbrauch lag bei 2,02 Kilowattstunden. Beide Fehler kosten mehr als die Isolierung des Schlauchs einbringt, und beide sind mit einem Blatt Papier zu finden: an einem Spalt mit Luftstrom bewegt es sich sichtbar, und diese Prüfung dauert eine Minute rund um die Platte. Wer sie macht, findet auch die Stelle, an der eine Textilabdichtung am Reißverschluss nicht schließt, was im Prüfaufbau bei einer von zwei der Fall war.

Was ein Raum und ein Gerät nicht belegen

Ein Raum, ein Gerät und zwei Durchläufe je Ausführung sagen über andere Raumgrößen, andere Fensterformen und Geräte mit zwei Schläuchen nichts; ein Gerät mit getrennter Zuluft und Abluft hat das Unterdruckproblem nicht und profitiert von der Abdichtung weniger. Nachprüfbar waren Raumtemperatur und Stromverbrauch bei fünf Ausführungen, Luftgeschwindigkeiten am Spalt, die Wirkung von Schlauchlänge und Isolierung, zwei Ausführungsfehler und Material, Kosten und Bauzeit der selbst gebauten Platte.

Übertragbar bleibt die Rechnung aus Abschnitt 01: 0,9 Meter je Sekunde durch 0,08 Quadratmeter Spalt sind 260 Kubikmeter Außenluft je Stunde, und dagegen arbeitet kein Klimagerät mit 2,6 Kilowatt. Wer diesen Wert einmal überschlägt, braucht keine weitere Begründung für eine Abdichtung.

Materialliste und Maße der selbst gebauten Platte für ein Kippfenster mit 118 x 62 cm Flügel; Bauzeit mit Stoppuhr, Luftgeschwindigkeit mit Anemometer am Spalt
PositionWertKostenBemerkungBefund
Hartschaumplatte 30 mm, 1250 x 600 mm1 Stück8,90 €extrudierter Polystyrolschaum
Selbstklebendes Dichtband 15 x 6 mm3 m3,20 €für die Anlagefläche
Aluminiumklebeband1 Rolle1,90 €Kantenschutz
Ausschnitt für SchlauchDurchmesser 152 mmentfälltSchlauchmaß plus 2 mm
Bauzeit38 minentfällteinschließlich Maßnehmen
Gewicht der fertigen Platte1,1 kgentfällthält im Rahmen ohne Schrauben
Gesamtkostenentfällt14,00 €Textilabdichtung 22 bis 45 €

Häufige Fragen

Wie viel bringt eine Fensterabdichtung?

2,8 Kelvin und 41 Prozent Strom. In einem Raum von 22 Quadratmetern bei 32 Grad außen erreichte ein Gerät mit 2,6 Kilowatt nach drei Stunden 27,4 Grad mit dem Schlauch im gekippten Fensterspalt und 24,6 Grad mit einer Hartschaumplatte, bei 3,12 gegen 1,84 Kilowattstunden.

Warum wirkt der offene Spalt so stark?

Das Gerät erzeugt Unterdruck, weil es Raumluft nach draußen bläst. Am gekippten Fenster strömten 0,9 Meter je Sekunde einwärts, bei etwa 0,08 Quadratmetern Spaltfläche also rund 260 Kubikmeter je Stunde; der Raum mit 55 Kubikmetern wird damit fast fünfmal je Stunde mit heißer Außenluft gefüllt.

Was braucht man für die selbst gebaute Platte?

Eine Hartschaumplatte mit 30 Millimetern Dicke für 8,90 Euro, 3 Meter selbstklebendes Dichtband für 3,20 und eine Rolle Aluminiumklebeband für 1,90, zusammen 14 Euro. Die Bauzeit lag bei 38 Minuten einschließlich Maßnehmen.

Warum muss der Zuschnitt trapezförmig sein?

Weil ein Kippfenster oben weit und unten kaum öffnet: gemessen 14 Zentimeter Höhe oben und 2 unten. Ein rechteckiger Zuschnitt ließ unten einen Spalt von 12 Zentimetern, durch den 0,6 Meter je Sekunde einströmten.

Textilabdichtung oder Platte?

Die Platte dichtet besser, 24,6 gegen 25,1 Grad und 1,84 gegen 2,04 Kilowattstunden, und kostet 14 statt 22 bis 45 Euro. Das Textil erlaubt dafür das Öffnen des Fensters, klebt aber mit Klettband auf Rahmen und Flügel und hinterließ beim Ablösen Kleberreste.

Lohnt es, den Abluftschlauch zu isolieren?

Wenig: die Oberflächentemperatur sank von 46 auf 31 Grad und der Verbrauch über drei Stunden von 1,84 auf 1,79 Kilowattstunden, bei 9 Euro Materialkosten. Wichtiger ist die Länge: auf 3 Meter verlängert stieg der Verbrauch auf 1,96 Kilowattstunden.

Wann rechnet sich der Aufwand?

Im ersten Sommer. Bei 40 heißen Tagen und je vier Stunden Betrieb liegt der Unterschied bei 21 Euro, die Platte kostet 14. Ohne Klimagerät erreichte der Raum 31,2 Grad, sodass die Abdichtung fast die Hälfte der Wirkung des Geräts liefert.

Welche Fehler heben den Effekt auf?

Ein zu großer Schlauchausschnitt und eine fehlende Abdichtung an der Anlagefläche: 170 statt 152 Millimeter Durchmesser kosteten 0,27 Kilowattstunden in drei Stunden, die fehlende Dichtung 0,18. Beide Stellen findet ein Blatt Papier, das sich im Luftstrom sichtbar bewegt.

Ist ein Fenster mit Platte verschlossen?

Nein. Die Platte klemmt nur zwischen Flügel und Rahmen, hält bei 8 Metern je Sekunde Wind von außen durch die Reibung des Dichtbands und hat keine Sicherungsfunktion; einbruchhemmend ist ein solches Fenster nicht.

Geprüft im August 2026